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Normale Version: Historische / Antike Schlachten
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Zitat:komisch ist eigentlich warum Karthago nicht nach dem Sieg am Trasinemischen See angefangen hat seine Flotte aufzubauen und zu vergrößern?
Das ist eine sehr gute und entscheidende Frage: Wir wissen es nicht. Fakt ist, daß Karthago das durchaus gekonnt hätte. Es nicht zu tun war DER entscheidende strategische Fehler.

Nur hätte Karthago dazu alle Staatsresourcen aufwenden müssen. Aber in einem totalen Krieg wo es um alles geht hätte der Staat Karthago das eigentlich tun müssen.

Was für Gründe dazu führten, daß man mit der Flottenrüstung bis nach Cannae wartete ist nicht bekannt.

Zitat:Was hätten sie den mit einer Flotte machen sollen?
Truppen und Nachschub nach Italien bringen.

Zitat:Rom war damals die Seemacht Nummer 1. Sie hätten garantiert nicht zugelassen das die Karthager Truppen herumschieben.
Sie hätten es aber dann nicht so leicht verhindern können. Auch so hat ja Karthago versucht Truppen mit den zivilen Schiffen der Handelsflotte nach Italien zu entsenden. So erhielt Hannibal z.B. einmal eine Truppe von 2000 Numidischen Reitern und ein anderes Mal sogar ein paar Elefanten. Der Gros dieser Transporte wurde aber abgefangen. Mit einer richtigen Militärflotte hätte man dagegen wohl einen Gros durchbringen können. Du mußt bedenken daß es ja damals noch nicht die ganzen Möglichkeiten der Aufklärung gab.

Wenn die Römer als die karthagischen Schiffe mit militärischem Begleitschutz gestellt hätten, hätten die Karthagischen Kriegsschiffe die Römer zumindest so lange beschäftigen können bis die Truppen gelandet oder davon gefahren wären.

Fast alle Schiffe die Rom abgefangen hat, hat es in Nähe der Küsten abgefangen, dazu hatte Rom ein Netz von Küstenbeobachtern errichtet. Mit militärischem Begleitschutz hätte man sich an der logischerweise weit verteilten und verstreuten Flotte Roms vorbei an Land kämpfen können.

Hätten die Römer aber ihre Schiffe konzentriert, hätten sie nicht die Küste in ihrer ganzen Länge decken können.

Wie auch immer : die Karthager hätten dann Truppen durchbringen können. Und auch Nachschub an Lebensmitteln usw

Zitat:Es wäre zu Seeschlachten gekommen und die hätten sie ziemlich sicher verloren, falls sie überhaupt genug Geld für ausreichend Schiffe gehabt haben.
Sie hätten genug Geld zu DEM Zeitpunkt gehabt. Seeschlachten hätte nicht automatisch Rom gewonnen, aber noch viel entscheidender ist, was ich obig ja schon ausgeführt hatte:

Eine starke karthagische Kriegsflotte hätte dazu geführt, daß Rom seien Flotten nicht über die Küsten hätte verteilen können. D.h. große Teile der Küste wären ungedeckt gewesen. Und andersherum: hätten die Karthager so mit ihrer Kriegsflotte sogar trotz Niederlage im Seegefecht die Landung ihrer Truppen erzwingen können was sie mit ihren Zivilen Schiffen allein nicht konnten.

Zitat:Quintus Fabius hat ja geschrieben das die Karthager nicht genug Geld hatten um See- und Landrüstung zu betreiben, warum sollten sie jetzt auf einmal das nötige Kleingeld haben?
Weil man noch genug Geld für Landreserven von 200 000 Söldnern hatte.

Dieses Geld haben die Karthager in die Landaufrüstung gesteckt und diese Truppen vor allem nach Iberien geworfen. Dort wurden dann die Römer vernichtend von diesen Truppen geschlagen und für Jahre war Rom in Iberien erledigt.

Hätten die Karthager dieses Geld stattdessen in die Flottenrüstung gesteckt, wäre Iberien verloren gegangen, aber man hätte Hannibal in Italien nach Belieben Nachschub und Truppen bringen können. In der Folge dessen hätte er gewonnen und Rom selbst erobert !!


Aus welchen Gründen auch immer: Karthago entschloß sich seine Finanzreserven ausschließlich an Land zu werfen und Iberien zu halten, was gelang. Womit aber zugleich der Krieg in Italien verloren ging was entscheidender für den Kriegsausgang war.

Zwei Hypothesen:

1 die Karthagische Regierung glaubte nicht an den weiteren Erfolg von Hannibal, sie ging von vorherein davon aus, daß Hannibal scheitern mußte

2 sie überschätzte den Erfolg von Hannibal und glaubte nun genug Zeit zum herumspielen zu haben oder daß Hannibal auch so zum Ziel kommen würde

Beide Möglich, was es nun wahr weiß man nicht mehr. Auf jeden Fall verlor die karthagische Regierung hier den Krieg. Ob Hannibal ihn trotzdem noch allein hätte erringen können ist denkbar, darüber hatte ich mit Azrail ja schon disktuiert.

Azrail war dabei der Meinung daß durch den unfassbaren Erfolg von Cannae ein Sieg über Rom möglich gewesen wäre, ich war da skeptisch trotz des Erfolgs. Wer Recht hat ist unmöglich zu beantworten, Azrail könnte auch Recht haben daß Hannibal nach Cannae die Sache hätte reißen können. Bleibt wieder die Frage warum ER: einer der genialsten und besten Feldherrn aller Zeiten daß dann nicht erkannt hat.

Zitat:Wie lang hätten die wohl gebraucht nach dem Trasimensichen Sieg um eine Flotte aufzubauen und rüberschiffen zu können mit zusätzlichen Truppen eine Dauer von 2 Jahren hätte glaube ich nicht gereicht eine große Flotte aufbauen zu können oder?Wie muß man sich das vorstellen also die Produktion von Kriegschiffen in der Zeit?
Kriegsschiffe wurden vor allem in Trockendocks gebaut. Die Karthager hatten große Werften in Karthago selbst, aber auch in Utica und in Karthago Nova, Cadez und auf den Balearen. Die Römer bauten ihre Schiffe vor allem in Tarent und in Sizilien oder kauften sie von Syrakus. Die Produktion war regelrecht industrialisiert, es gab Zulieferindustrien von genormten Bauteilen.

Die Römer stampften Flotten von 200 Einheiten in ca einem Jahr aus dem Boden, Karthago brauchte merkwürdigerweise stets etwas länger, aber trotzdem hast du Recht:

Karthago hätte nach Trasimeno binnen 2 Jahren eine starke Flotte bauen können. Stattdessen stellte es mehrere sehr starke Armeen in Iberien auf um die römischen Operationen dort zu beenden.
Die Kontrolle über Iberien zu behalten war für Karthago durchaus kriegsentscheidend. Immerhin gehörte zumindest ein Teil der heutigen Sierra Morena - bis heute eine der rohstoffreichsten Gegenden in Europa - zum karthagischen Herrschaftsbereich, und sie musste natürlich entsprechend geschützt werden. Ich denke, daß auch aufgrund seiner Kontrolle der Silberminen in diesem Gebiet Karthago den 2.Punischen Krieg dermaßen lange durchhalten konnte.
Eigentlich war doch Iberien der Streitpunkt. Der Ebro war die Grenze, die die Karthager, laut eines Vertrages aus dem 1. Pun. Krieg, nicht überschreitten durften und genau das hatten sie von Anfang an vor und dafür waren grosse Landstreitkräfte von Nöten. Und darum haben sie nicht in Schiffe investiert.
Naja man hätte zumindest einen Teil der Ressourcen in die Flotte stecken können wir reden hier von einem Zeitfenster von 1.5 Jahren eine massive Investition in diesem Zeitfenster nach Trasimeno hätte eine Flotte von 200 Kriegsschiffen gebracht und mit dieser hätte man dann konzentriert an einer beliebigen Küste landen können und Truppen zur Verstärkung Hannibals herbeigeführt.Ich glaube schon das Karthago in der Lage war das zu bewergstelligen die eigentliche Frage wieso sie es nicht getan haben liegt entweder darin das sie ihre Ressourcen schonen wollten oder Hannibals Erfolg unterschätzten.
Noch etwas ergänzend was wirklich komisch ist und das Verhalten Karthagos doch irritiert wenn man bedenkt das Hannibal Gefechte gewonnen hat und Karthago immernoch zögerlich war und keine Verstärkung oder wie genannt keine Flotte aufgebaut hat ist doch komisch.
Die zeitliche Reihenfolge in dem man soviele Möglichkeiten hatte die eigene Flotte mit Energie aufzurüsten:
218 v. Chr.Gefecht am Ticinus Hannibal siegt!
218 v. Chr.Schlacht an der Trebia Hannibal siegt!
217 v. Chr.Schlacht am Trasimenischen See Hannibal siegt!
216 v. Chr.Schlacht von Cannae Hannibal siegt!
Wieso baute man die Flotte nicht aus?
Also Hannibal hatte sich bewährt,am Geld lag es auch nicht und trotzdem keine Flottenaufrüstung?
Darüber hinaus hatte man im ersten Punischen Krieg bei der "Schlacht von Drepana"(249v.chr.) den Römern immensen Schaden zugefügt fast 100 Kriegschiffe von 120 Kriegsschiffen wurden entweder versenkt oder gekapert.
Diese Niederlage war so demoralisierend für die Römer das in den kommenden 7 Jahren keine Flottenaufrüsung stattfand.Ein zeitlicher Vorsprung um die Flottenstärke auf karthagischer Seite auszubauen.Wieso vernachlässigte man die Flottenaufrüstung?
Es kann nicht alleine daran gelegen haben können das man nur die Landaufrüstung investierte nur einen Teil der Ressourcen in die Flotte und schon hätte das was gebracht.
Zitat:sie überschätzte den Erfolg von Hannibal und glaubte nun genug Zeit zum herumspielen zu haben oder daß Hannibal auch so zum Ziel kommen würde
Ich glaube dies könnte der Punkt gewesen sein was sie veranlaßte doch nicht in die Flotte investierten oder in Kombination damit das man doch die ressourcen schonen wollte.

Wie gesagt am Geld konnte es nicht liegen,nicht in diesem Zeitraum.

MfG Azze
Wenn ich die Schilderung der Schlacht am Trasimenischen See richtig verstanden habe, sind die Römer in einen Talkessel marschiert und dort von den Karthagern und Kelten umzingelt worden. War es die typische Taktik von Hannibal, feindliche Truppen einzukesseln? Und welche Rolle spielten bei dieser Schlacht die karthagische Reiterei und Fußtruppen?
Naja eine Hauptmethode Hannibals kann man nicht sagen aber taktisch ist es empfehlenswert den Gegner einzukesseln deshalb hat Hannibal schon versucht in mehrerern Schlachten einzukesseln.
Was die Truppen angeht haben die Fußtruppen die Hauptlast getragen und sind durch den Hinterhalt erst dazu gekommen den langen Trupp der römischen Legionen zu besiegen denn der Überraschungseffekt war das wichtigste da die römischen Truppen auf dem Marsch waren und Hannibal nicht erwarteten da man annahm das er auf dem weg entlang des Tiber nach Rom war hatte man während des Marsches keine besonderen Vorichtsmaßnahem ein einfaches Marschgepäck das so wiederum die Bewaffnung am Körper fehlen ließ und die meisten römischen Truppen durch die Truppen Hannibals unbewaffnet und unvorbereitet durch diesen Hinterhalt vernichtt wurden.Das heißt also das die meisten röm.Truppen unvorbereitet erschlagen wurden der Rest floh entweder in den See in dem sie ertranken durch das Gepäck oder wurden von den numidischen Reitern im Wasser erschlagen,nur ein Teil der Vorhut konnte sich retten.
Die röm.Reiterei hingegen wurde durch die numidische Riterei vernichtet und zugleich hatte die numidische Reiterei die Aufgabe die Verstärkung vom anderen Konsul der davon erfuhr zu zerschlagen und das geschah auch.Somit verloren die Römer ihre gesamte Kavallerie,das damit einenen taktischen Nachteil bedeutete.Man kann sagen das in dieser Schlacht die Fußtruppen Hannibals gegen die feindlichen Fußtruppen agierten während die karthagische Kavallerie fliehenden nachsetzte oder berittene Einheiten der Römer angriff.
Zitat:Die Kontrolle über Iberien zu behalten war für Karthago durchaus kriegsentscheidend.
Mit Einschränkungen kann ich dir zustimmen. Aber was nützt alles Silber und Gold aus Iberien, wenn ich es nicht dem Hauptheer und der HKL zugute kommen lassen kann ? Es war nicht möglich, die karthagische HKL in Italien damit zu stärken, item wäre die einzige Möglichkeit die Flottenrüstung gewesen, dann hätte man aber Iberien verloren.

Wer aber alles defendieren will, defendiert gar nichts. Die Karthager wollten nach den Erfolgen alles zugleich, und verschwendeten so Zeit. Das ist aber typisch für sehr viele Kriege, auch die Römer haben später das gleiche gemacht, genau wie die Deutschen im WKII.

Krieg führen in derart gewaltigem Maßstab ist schwierig, sehr schwierig, ob wir es besser gekonnt hätten ?

Das Grundproblem ist die Information und die Erkenntnisse über den Gegner, dessen Truppen und Absichten. Und die waren in der Antike noch schwerer zu bekommen als heute.

Zitat:Eigentlich war doch Iberien der Streitpunkt. Der Ebro war die Grenze, die die Karthager, laut eines Vertrages aus dem 1. Pun. Krieg, nicht überschreitten durften und genau das hatten sie von Anfang an vor
Das ist eine Riesenstreitfrage.

Der Streitpunkt war Sagunt. Die Stadt Sagunt aber liegt !! südlich des Ebro, nicht nördlich. Die Stadt schloss sich Rom nun als Bundesgenosse an und griff dann karthagisches Gebiet an. Hannibal griff darauf hin die Stadt an und nahm sie ein, was de jure ein Angriff auf einen römischen Bundesgenossen war.

Die Karthager gingen aber genau von dem Ebro Vertrag aus, der ihnen südlich des Ebro freie Hand garantierte was militärische Operationen anging. Die Römer sagten dazu: ja, ABER: Sagunt sei römisch und damit eine Ausnahme die in dem ursprünglichen Vertrag nicht vorgesehen gewesen sei. Sie forderten den Abzug der Karthager und die Auslieferung Hannibals.

Hannibal konnte von Karthago selbst aber gar nicht ausgeliefert werden. Die besten Truppen der gesamten damaligen Welt standen in Iberien unter seinem Kommando und waren ihm blind ergeben. Hannibal war so mächtig, daß er eigene Münzen prägte und alles Gold und Silber Karthagos kam aus seinen Minen.

Zwei Theorien:

1 Hannibal wollte von Anfang an Krieg, er plante und legte alles dahin, daß es dazu kam, auch weil er wußte das der weitere Aufstieg Roms die Römer irgendwann viel zu mächtig und total unbesiegbar machen würde.

2 Hannibal wollte wie Rom noch keinen Krieg, aber trotzdem schlitterten beide Seiten hinein.

Die Situation muß wie im Kalten Krieg gewesen sein, stellt euch die Kuba Krise und daß die Russen nicht nachgegeben hätten. So war das damals die Sagunt Krise. Karthago wie Rom waren militärisch die beiden führenden Mächte der damaligen Welt.

Zitat:Darüber hinaus hatte man im ersten Punischen Krieg bei der "Schlacht von Drepana"(249v.chr.) den Römern immensen Schaden zugefügt fast 100 Kriegschiffe von 120 Kriegsschiffen wurden entweder versenkt oder gekapert.
Es gab noch viel mehr Seeschlachten. Der Erste Punische Krieg wird überhaupt unterschätzt. Das war ein gewaltig großer Krieg der beide Seiten höheren Verluste kostete als der zweite punische Krieg. Die Karthager haben noch ein halbes Dutzend mehr Seeschlachten gegen Rom gewonnen.

Die entscheidende aber, die Seeschlach von Kap Ecnomus verloren sie. Diese Seeschlacht die kaum jemand kennt war eine der größten der ganzen Menschheitsgeschichte und die größte der Antike. Fast ¼ aller männlichen wehrfähigen Karthager kam in dieser Schlacht ums Leben. 25 % der männlichen Bevölkerung Verluste an einem Tag.

Zitat:Wenn ich die Schilderung der Schlacht am Trasimenischen See richtig verstanden habe, sind die Römer in einen Talkessel marschiert und dort von den Karthagern und Kelten umzingelt worden. War es die typische Taktik von Hannibal, feindliche Truppen einzukesseln?
Ja. Die Schlacht an der Trebia wäre auch eine Kesselschlacht geworden wenn der Ansturm der römischen Truppen nicht das Karthagische Zentrum in Stücke gerissen hätte. Aber hier standen nur Kelten und keltische Verluste waren irrelevant. Fast alle Schlachten Hannibals waren Kesselschlachten. Er war der erste Feldherr der Menschheit der das gezielt und systematisch anwendete.

Zitat:Und welche Rolle spielten bei dieser Schlacht die karthagische Reiterei und Fußtruppen?
Die Karthagischen Reiter spielten eine geringere Rolle, daß war eine Schlacht der Infanterie, durch das Gelände bedingt. Die Reiter fingen aber in der Nähe 4000 römische Reiter ab und kesselten sie in einer langen Verfolgungsjagd ein und schlachteten sie vollständig ab. Die römischen Reiter im Kessel konnten auch nicht wirken (geländebedingt) und so verlor Rom bei Trasimeno große Teile seiner nationalen Kavallerie. Von diesen Verlusten erholte sich die nationalrömische Reiterei den ganzen Krieg nicht mehr. Genau das nutzte dann Hannibal in Cannae aus, daß er durch die Reiterei entschied. Erst in Zama hatten die Römer wieder genügend Reiterei, aber fremdländische, iberische und vor allem numidische.
Zwei kurze Anmerkungen zum Thema Spanien und auch zum innerkarthagischen Verhältnis.

Hannibal war von absolutem Hass auf die Römer geprägt. Sein Vater selbst war ja ein großer Feldherr gegen die Römer gewesen und hatte auch in Sizilien trotz knapper Ressourcen sich lange halten können.
Der Vater hat wohl seinen Sohn mit dem Hass auf Rom "besseelt".
Daher kann man durchaus sagen, dass der Streit um Sagunt für Hannibal ein willkommener Anlaß war, um loszuschlagen. Ob er damals schon unbedingt wollte oder nur dieses Window of oppurtunity nutzte, für diese Frage bräuchte man wohl Hannibals Memoiren.

Dann zum Thema Spanien/Unterstützung Hannibals.
Ich denke mal, dass sich viele Ungereimtheiten und Fehler aus der innenpolitischen Schieflage Karthagos erklären.
Karthago war politisch als Handelsstadt eine Plutokratie. Die laten mächtigen und reichen Familien beherrschten die Entscheidungsgremien und dachten zuallerst an den Kommerz ( waren also ein typischer Handelsstaat, der vom totalen Krieg a la römischer Kriegsführung nichts hielten).
Daher war man in weiten teilen der karthagischen Elite wohl davon überzeugt, man müsse den Römern ein paar heftige Schläge geben, sie stark beschäftigen und ansonsten die eigenen Position ausbauen ( Stichwort: Spanien und die dortigen Rohstofflager). Das ist nunmal strategisches Einflußdenken. DAs dumme daran: Die Römer aber dachten nun gar nicht so, sondern sie kämpfen nunmal immer um alles oder nichts. Und Hannibal hat das wohl auch richtig erkannt, nur seine Familie, die Barkiden hatenn sihc in Spanien recht unabhängig von der karhagischen Zentralregierung eingerichtet. Der große Feldzug Hannibals ( obwohl sicherlich die richtige Antwort auf Roms Machtstreben) paßte daher den alten Familien aus zweierlei Gründne nicht:

(1) Niemand in Karthago selbst wollte dieses großen Krieg anch den Verheerungen des ersten Krieges. Eine Entscheidungsschlacht sollte vermieden werden.
(2) Man sah darin dne versuch der Barkiden als neue Familie die alten Machtstrukturen Karthagos auszuhebeln.
Daher, aus diesen innenpolitischen Machtgründen war die Unterstützung für Hannibal auch eher gering. Man fürchtete wohl einen siegreichen Hannibal genauso sehr wie einen geschlagegen.
@Thomas Wach
Karthago wurde von zwei Sufeten, gewählten Beamten, regiert, denen eine Art Ältestenrat zur Seite stand. Es wäre ein paar Überlegungen wert, welches Verhältnis diese Institutionen zu Hannibal hatten.
Fest steht jedenfalls, daß Hannibal nach dem 2.Punischen Krieg Sufet wurde und vor allem dank einer erfolgreichen Anti-Korruptionskampagne zusätzliche Sympathien beim karthagischen Volk sammelte.
Und gerade in jenem Ältestenrat dürften die alten Familien ein deutliches Übergewicht gehabt haben und dort hat sich sicherlich auch der Widerstand gegen die Barkiden, also auch gegen Hannibal konzentriert. Immerhin war auch sein Bruder bzw. sein Schwager (??) kommandierende karthag. Feldherrn und wie schon ausgeführt, die spanische Herrschaft Karthagos war im Prinzip ein familiäres Barkidenprojekt, das recht mißtrauisch beäugt wurde vonden alten Familien, wie die Barkidenfamilie insgesamt.
Zitat:Hannibal war von absolutem Hass auf die Römer geprägt. Der Vater hat wohl seinen Sohn mit dem Hass auf Rom "besseelt".
So steht es in einer römischen Quelle: das nämlich Hamilkar, der Vater den jungen Hannibal noch als Kind im Tempel des Baal schwören ließ, für immer und überall Feind der Römer zu sein.

Trotzdem wird dieser Punkt kontrovers diskutiert. Hannibal hat die Römer sicher abgelehnt, und sich als ihr Feind betrachtet, ob er sich aber absolut gehasst hat oder überhaupt gehasst hat ist umstritten.

Später hat er immer wieder versucht mit Rom zu verhandeln. Selbst als er auf dem Höhepunkt seiner Erfolge war machte er Rom mehrmals Friedensangebote die Rom aber stets ablehnte. Als der Krieg nach Zama verloren war, war es Hannibal der mit seinem Einfluß einen Friedensschluß aushandelte und den Krieg in direkten Verhandlungen mit Scipio beendete.

Ein sehr wichtiger Aspekt in Hannibals Charakter wird gern total ausgeblendet: nämlich seine griechische Erziehung. Hannibal war geistig stark griechisch geprägt, sein Hauslehrer war ein Spartaner namens Sosylos gewesen, dessen Biographie von Hannibals Leben leider verloren gegangen ist.

Zitat:Karthago war politisch als Handelsstadt eine Plutokratie. Die laten mächtigen und reichen Familien beherrschten die Entscheidungsgremien und dachten zuallerst an den Kommerz ( waren also ein typischer Handelsstaat, der vom totalen Krieg a la römischer Kriegsführung nichts hielten).
Und hier hat sich in der Betrachtung Karthagos in den letzten Jahren einiges Verändert. Was du schilderst ist im Endeffekt die klassische Sicht der Dinge die aber ergänzt werden muß:

Karthago wandelte sich durch den 1 Punischen Krieg ganz massiv, aber auch schon vorher gab es eine Verlagerung der Aktivitäten vom Handel weg hin zum Kolonialismus.

Die Karthager waren zu dem Zeitpunkt ihres Kampfes gegen Rom eben kein reiner Händlerstaat mehr. Aber auch schon vorher war der Einfluß des Handels nicht so groß wie man sich das vorstellt. In der Antike gab es keinen modernen Handel wie heute, es wurden primär seltenere Rohstoffe und Luxuswaren gehandelt. Aber der Umfang dieses Handels war nicht groß.

Die Einnahmen Karthagos resultierten daher aus 3 Gebieten und zwar in folgender Reihenfolge:

1 aus den Kolonien durch die Ausbeutung dieser Gebiete

2 aus der Landwirtschaft in Nordafrika

3 erst als drittes aus dem Handel.

Zur Zeit des Krieges gegen Rom standen sich in Karthago als politische Parteien nun nicht die Händler und das Militär gegenüber, wie das klassisch dargestellt wird sondern die Großgrundbesitzer und Landwirtschaftlichen Gruppen gegen die Kolonialen Gruppen.

Die Barkiden z.B. waren zugleich die größten und wichtigsten Händler Karthagos in dieser Zeit, wenn also die Barkiden gegen die Händlerschaft agiert hätten ?! wie sollte das sein. Die Gegner der Barkiden waren nicht die Händler, den die Barkiden waren selbst die Führer der Händler sondern die politischen Gegner waren die Großgrundbesitzer und der Landadel.

Die Landwirtschaft war in Karthago hochentwickelt und in der zweiten Hälfte des 1 Punischen Krieges kam es zu Aufständen in Nordafrika und dann zum Söldnerkrieg. Aus diesen Ereignissen heraus eroberten die Karthager nicht nur Spanien, sondern auch zugleich große Teile Nordafrikas, was meist total ignoriert wird. Damit vervielfachte Karthago sein Landgebiet in Nordafrika um ein Mehrfaches und die Großgrundbesitzer stiegen auf und ihre Einnahmen waren zeitweilig größer als die Einnahmen aus Spanien wo noch gekämpft wurde.

Das erste landwirtschaftliche Fachbuch der Welt wurde von einem Karthager namens Mago schon früher geschrieben und die Karthager brachten den Olivenbaum, die Walnuß und den Pfirsich ebenso nach Westen wie die Weinrebe und die Feige. Der Granatapfel hieß deshalb auch Mala Punica bei den Römern weil er ebenfalls von den Karthagern her stammt. Die Art der Olivenbaumbewirtschaftung mit einem Abstand von 22 m je Baum ist heute noch in Tunesien so wie sie die Karthager eingeführt haben.

Der Innenpolitische Konfllikt in Karthago war also der des Landadels und der Großgrundbesitzer Afrikas auf der einen und der Imperialisten (darunter auch die Händlerschaft) unter den Barkiden auf der anderen Seite.

Zitat:Man fürchtete wohl einen siegreichen Hannibal genauso sehr wie einen geschlagegen.
Das ist ein wichtiger Aspekt. Karthago hatte sozialkulturell eine starke Ablehnung gegen zu erfolgreiche Feldherrn. Das geht auf die Frühzeit Karthagos zurück, in der ein Militärputsch dem nächsten folgte. Daher versuchten die Karthager stets den Einfluß und die Macht ihrer Feldherrn gering zu halten, und Hannibal war schon so aus karthagischer Sicht viel zu mächtig. Umgekehrt wurden Feldherrn wenn sie versagten gnadenlos bestraft und häufig gekreuzigt oder zum Verhungern gezwungen. Das man Hannibal nach dem Ende des Krieges stattdessen sogar politsche Macht übertrug zeigt wie mächtig er im karthagischen Machtgefüge war.

Zitat:Karthago wurde von zwei Sufeten, gewählten Beamten, regiert, denen eine Art Ältestenrat zur Seite stand. Es wäre ein paar Überlegungen wert, welches Verhältnis diese Institutionen zu Hannibal hatten.
Suffet heißt übrigens ursprünglich Richter. Sie leiteten auch das Gerichtswesen. Der genannte Ältestenrat umfasste 300 Mitglieder und innerhalb dieses Rates gab es einen inneren, sogenannten Heiligen Rat aus 30 Ältesten die von den anderen gewählt wurden und den Suffeten als Regierung dienten. Dieser heilige Rat bestimmte die Feldherrn Karthagos und traff die militärischen Entscheidungen. Die vom heiligen Rat vorgetragenen Gesetzesbeschlüsse durften von den anderen 300 nur abgelehnt oder akzeptiert werden, eigene Gesetze durfte der Ältestenrat nicht beschließen. Nur wenn keine Entscheidung erzielt wurde ging dann das Gesetz vor die Volksversammlung.

Dazu gab es aber noch den den sogenannten Rat der 100 (dem aber 104 Mitglieder angehörten), der im Anfang eine Art Staatsgerichtshof war. Diese konnten über verschiedene Maßnahmen ebenfalls in die Politik eingreifen und Feldherrn wie Politiker bei Versagen verurteilen. Dadurch konnte er mißliebige Politiker fertig machen.

Die Judikative und Exekutive gehörten also den Suffeten und Teilweise dem heiligen Rat bzw den 104, die Legislative dem Ältestenrat und teilweise der Volksversammlung.

Die Machtverhältnisse waren vermutlich so, daß die Barkiden den Rat der 104 dominierten und ihre politischen Gegner den Ältestenrat und den Heiligen Rat. Die Barkieden erlangten aber im Verlauf des Krieges in der Volksversammlung immer mehr Einfluß und stärkten den Einfluß des Volkes gegenüber dem Staat.

Noch zur Einordnung der karthagischen Sozialkultur: Zitat einer antiken griechischen Chronik: „Die Karthager sind eine hartes und finsteres Volk. Feige in Zeiten der Gefahr, grausam in Zeiten eigener Überlegenheit. Sie halten zäh an ihren Auffassungen fest , sind streng gegen sich selbst und haben keinen Sinn für die Freuden des Lebens.“

Ein gewisser wahrer Kern ist da dran. Die Karthager sind im Vergleich zu den anderen, mehr griechisch orientierten Völkern des westlichen Mittelmeers schlicht und einfach archaischer gewesen. Dazu waren sie ziemlich nüchtern und die Ruinen und archäologischen Funde lassen das Bild einer nicht sehr prachtvollen, rein auf Zweckmäßgikeit ausgelegten Seefahrerstadt erscheinen. Die Karthager sprachen bis zum Ende das alte Phönizisch, als es in Phönizien selbst schon längst ausgestorben war, sie waren außerdem sehr religiös, was auch kaum bedacht wird.

Die Namen allein schon: Hannibal (geliebt von Baal), Hasdrubal (Baal hat geholfen), Hamilkar (Diener des Melkart), Batbaal (Tochter des Baal), Aharbal, Maharbal, Bomilkar usw usw

Die Wichtigkeit der alten phönizischen Religion in Karthago und der Einfluß der Priesterschaft und der Tempel wird in der Darstellung des zweiten punischen Krieges ziemlich unterschätzt.

Hannibal war demgegenüber ein Außenseiter der stark griechisch geprägt war und den uralten Kulten kritisch gegenüberstand. Seine Haltung wie sein Verhalten waren mehr griechisch als karthagisch. Auch in der Folge dessen hatte er in Karthago innenpolitische Probleme mit den konservativen Alten Familien.

Das war daher auch eine Auseinandersetzung zwischen den Konservativen (am alten phönizischen festhaltenden) und den Fortschrittlichen (sich dem griechischen zuwendenden) Kräften in Karthago.
Ich hab des Rätsels Lösung:

Der Scheinbare Wiederspruch in der karthagischen Strategie bzw Fehler ist gar keiner, daß ganze hängt an einer Schlacht die einfach keiner kennt:

Und zwar die Schlacht von Ibera, im Jahr 216 (zeitgleich zur Schlacht von Cannae)

Dort wurden die Karthager in Spanien unter dem Kommando von Hasdrubal Barkas von den Brüdern Cn Cornelius Scipio und Pub Cornelius Scipio vernichtend geschlagen und fast die gesamte Militärpräsenz Karthagos in Iberien vernichtet, auch wenn die Römer ebenfalls massive Verluste erlitten. Eine der größten Schlachten des zweiten punischen Krieges und kaum bekannt.

Was war nun die karthagische Strategeie:

Nach der Schlacht am Trasimeno See setzten die Barkiden alles in die Landrüstung um

1 IHR Iberien zu schützen. Karthago selbst hätte Schiffe gebaut und tatsächlich hat die Opposition eine kleine Flotte zusammengestellt die später dann diverse Raids gemacht hat, z.B. auch 1 Jahr in den Gewässern Griechenlands unterwegs war

Also nicht die Karthager in Karthago haben den Flottenbau verhindert, im Gegenteil: die Barkiden haben den Flottenbau verhindert um Iberien zu schützen UND

2 nach der Vernichtung der Römer in Iberien auf dem Landweg eben diese Truppen nach Italien zu führen wo die ganze Po-Ebene unter der Kontrolle aufständischer Kelten war.

Man wollte in einer Feldschlacht die Römer in Iberien vernichten, dann binnen einen halben Jahres nach Italien marschieren wo Hannibal die Römer in Cannae vernichtend geschlagen hatte und dann die beiden Armeen vereinigen und Rom stürmen.

Auf dem Landweg wären die Karthager wegen des Aufstandes der Kelten nicht zu stoppen gewesen und die römischen Reserven wären überfordert gewesen an zwei Fronten gleichzeitig zu wirken.

ABER: der Plan mißlang weil Hasdrubal in Iberien von den Römern eben vernichtend geschlagen wurde. Weil der Blick immer so auf Hannibal gerichtet ist entsteht da mMn ein verzerrtes Bild der Dinge, und andere, entscheidende Kriegsschauplätze geraten aus dem Blickfeld.

Die Schlacht ist also mMn eine der oder sogar die Entscheidungsschlacht wo Rom alles für sich entschied. Hier alles was bekannt ist:

Hasdrubal benutzte im Endeffekt die gleiche Aufstellung wie Hannibal bei Cannae. Im Zentrum die iberische Infanterie, er hatte aber keine Kelten. Diese halbmondförmig vorgewölbt. Danbeben links eine Phalanx aus Afrikanischen Kerntruppen, rechts eine Phalanx aus Puniern die aus Iberien selbst rekrutiert wurden. An den Flanken jeweils gemischt und nicht separiert wie in Cannae iberische und numidische Reiterei UND karthagische Reiterei die aus Puniern selbst rekrutiert war.

Die Römer stellten ihre Legionen im Gegensatz zum Standardschema nicht mit den nationalrömischen Legionen im Zentrum sondern gemischt mit den Bundesgenossenlegionen auf, desweiteren verfügten die Römer über verbündete Einheimische Reiterei die sie an ihren Flanken zur Verstärkung der römischen Reiterei einsetzten.

Die Schlacht wurde durch den Ansturm der römischen Infanterie entschieden. Die Iberer im Zentrum konnten trotz ihrer Aufstellung den römischen Ansturm nicht aufhalten und gerieten im Pilenhagel in Panik. Bevor die Phalanx in die Flanken fallen konnte hatten die Hastati und Principes schon das Zentrum völlig in Stücke gerissen und vernichtet. Daher konnten die Römer ihre Legionen jeweils nach Links und Rechts wenden und im Gegenstoß auch die Phalangen dort werfen. Durch das hügelige Gelände geriet nun die karthagische Kavallerie zwischen die Hänge und die anstürmenden Legionen und wurde ebenfalls vollständig aufgerieben, da es ihr nicht gelungen war, bei der römischen Seite durchzubrechen, der Rückzug aber durch in Panik fliehende iberische und punische Fußtruppen blockiert war.

In der Folge zermalmten die Legionen die gesamte karthagische Armee die um die 90 % Verluste erlitt. Hasdrubal Barkas selbst gelang nur mit äußerste Mühe die Flucht.

Damit war der Marsch karthagischer Truppen über Land nach Italien für Jahre verzögert und die Verstärkungen von Mago die ebenfalls zu Hannibal über Land ziehen sollten mußten umkehren um Iberien gegen die Scipionen zu halten.

Die Karthager hatten ihre beiden Armeen nicht vereint gegen die Scipionen eingesetzt, dies vermutlich aus Versorgunsgründen. Ironischerweise sollten die beide Scipios 211 wegen des exakt gleichen Fehlers der Truppenteilung aus logistischen Gründen in Spanien fallen und mit ihnen die römischen Truppen die hier den Sieg erfochten hatten.

In diesen 5 Jahren hatte Rom aber wieder seine Truppen neu aufgestellt und an anderen Fronten Karthago empfindlich geschlagen. 210 kam dann Scipio Africanus, der Sohn eines der beiden gefallenen mit neuen Truppen nach Spanien und das Pendel schlug endgültig um.
Achsoo na toll das kann man also nicht wissen.
Dann ist es ja klar aber trotzdem finde ich das ein Vertsärkungsheer Hannibal über den Seeweg hätte erreichen können muß ja nicht ne große Armee sein ich schätze 20.000 Fußtruppen plus 2.000 Reitern hätten Hannibal als Verstärkung gereicht.
Ich glaube Karthago wäre immernoch in der Lage gewesen Verstärkung zu schicken und Schiffe bauen aber nicht in einem großen Umfang.
Hatten die Punier in Karthago selbst keine Reserven stehen die sie schicken konnten übers Meer?
Wie gesagt eine Riesenflotte und Riesenarmee müßte es nicht sein,zwar wäre es risikoreicher,aber immerhin eine Möglichkeit.
Zitat:Ich glaube Karthago wäre immernoch in der Lage gewesen Verstärkung zu schicken und Schiffe bauen aber nicht in einem großen Umfang.
Das hat Karthago übrigens gemacht. Ich habe inzwischen heraus gefunden, daß zwei mal Verstärkungen Hannibal erreichten. Darunter waren sogar 6 Kriegselefanten und 1000 weitere Numider.

Schiffe wurden auch gebaut und dann in Spanien gegen die Römische Flotte und in Griechenland an der Seite der Makedonen eingesetzt. Bzw für die zwei Verstärkungszüge nach Italien und für einen Raid nach Sardinien und als Blockadebrecher nach Sizilien. Aber die Anzahl der Schiffe war zu gering, ebenso wie die Anzahl der Verstärkungen, weil man ja den Gros aller Mittel in Iberien verloren hatte. Als man wieder entsprechende Massen in Iberien hatte, hatten auch die Römer ihre Streitkräfte dort verstärkt. Trotzdem gelang es den Karthagern unter Mago und Hasdrubal die beiden Scipionen in zwei getrennten Schlachten zu vernichten. Dann aber hatten sie ein Jahr schwer mit Aufständen in Iberien zu kämpfen und im Jahr darauf kamen neue römische Truppen unter Scipio Africanus ins Land.

Zitat:Hatten die Punier in Karthago selbst keine Reserven stehen die sie schicken konnten übers Meer?
Das waren die Truppen die unter dem Kommando von Mago zeitgleich nach Iberien geschickt worden waren. 25 000 Mann Infanterie und 4000 Mann Kav. Die Barkiden hatten die angefordert, aber der Rat wollte sie zugleich nicht völlig dem Kommando der Barkiden unterstellen.

Mago war aber ein sehr guter Feldherr und unterstellte sich trotzdem Hasdrubal, daß sie getrennt marschierten lag also nicht an Innenpolitischen Spannungen sondern an der Versorgungsfrage. Aus exakt dem gleichen Grund sind dann die beiden Römer 5 jahre später ebenfalls geschlagen worden.

Diese Truppen waren also in diesem Jahr nach Iberien gekommen und sollten ebenfalls auf dem Landweg nach Italien. Nach der totalen Niederlage von Hasdrubal wurden sie aus den Pyrenäen zurückgerufen um Iberien zu verteidigen. D.h. das Mago mit seiner Armee schon ein gutes Stück nördlich der Römer war.

In Karthago selber stellte man dann binnen drei Jahren weitere Truppen auf, aber drei Jahre später operierten bereits mehrere Legionen in Sizilien. 212 v Chr wurde von diesen römischen Verbänden unter C Marcellus die griechische Stadt Syrakus erobert und zerstört. Dabei wurde Archimedes von den Römern getötet.

Die Karthager beließen daher diese Verbände bis 212 bei Karthago um eine eventuelle Invasion Afrikas durch diese römischen Truppen abschlagen zu können.

212 eroberte Hannibal in Italien die Festung Tarent und siegte über ein Konsularisches Heer bei Capua.

Im gleichen Jahr schloß Rom mit den Ätoliern ein Bündnis gegen die Makedonen was die römische Ostfront entlastete und Truppen frei machte.

Darauf hin entsandten die Karthager ihre Restflotte nach Griechenland wo sie sich erbitterte Seegefechte mit den Ätoliern lieferte. Obwohl die Karthagischen Schiffe die Griechen auf See schlugen, wurde Phillip an Land von den Römisch-Griechischen Truppen geschlagen und immer weiter zurückgedrängt.

Als 209 dann Pergamon sich der römisch-griechischen Allianz anschloß, zogen die Karthager ihre Schiffe aus der Ägäis wieder ab. (40 Quinqueremen übrigens)

Usw usw

Wie man also sieht, gab es viel viel mehr Schlachten und Ereignisse als man üblicherweise kennt. Das kommt wohl von der Konzentration auf die Aktionen Hannibals in Italien.

Ich arbeite gerade an einer Tabellarischen Chronologie aller wichtigen Ereignisse im Zweiten Punischen Krieg. Kommt demnächst hier:
Erste grobe Übersicht: (Quelle sind vor allem die Studien die J.F. Lazenby dazu angestelt hat, er ist DER Experte was die Punischen Kriege angeht überhaupt)

226/25 Ebro Vertrag zwischen Rom und den Barkiden. (nicht zwischen Rom und Karthago !)

225/24 Die Oberitalischen Kelten werden bei Telamon von den Römern vernichtend geschlagen, Beginn der Besetzung der Po-Ebene und karthagischer Geheimdienstaktiviäten dort

221/20 Hasdrubal wird bei einem Attentat getötet (vermutlich von Rom angestiftet), Hannibal übernimm das Oberkommando

220/19 Hannibal beginnt Feldzüge in Iberien gegen die Keltiberer, vor allem aber gegen die Vaccei, Konflikt mit Saguntum, Erstes Ultimatum Roms

219/18 Hannibal belagert Saguntum, Rom entscheidet den zweiten illyrischen Krieg siegreich für sich

218/17 Fabius erklärt im Namen der Republik den Krieg, Hannibal marschiert nach Italien (Aufbruch im Juni 218, Ankunft im Frühjah 217), Im Herbst 218 landet Cn Scipio mit einem vollen konsularischen Heer in Spanien, Karthagische Überfälle per Schif auf Sizilien, im Jahr 217 siegt Hannibal in den Feldschlachten am Ticinius und an der Trebia

217/16 Servilius plündert mit der römischen Flotte Afrikas Küsten, Schlacht am Trasimeno See, Seeschlacht zwischen Rom und Karthago vor dem Ebrodelta mit römischen Seesieg durch Cn Scipio, P. Scipio kommt mit einem weiteren Heer nach Spanien, Vorstoß der Römer in Spanien bis Saguntum, Hannibal invasiert Campanien, Durchbruchsschlacht von Callicula und heftige Gefechte um Gerunium

216/15 Schlacht von Cannae, Capua geht zu den Karthagern über, Hannibal kämpft im Stellungskrieg gegen die Römer vor Neapel und Nola, erobert gegen heftigsten Wiederstand die Festungen von Nuceria und Acerrae, Beginn der Belagerung von Casilinum, Hasdurbal Barkas wird in Spanien bei Ibera von den Scipionen vernichtend geschlagen, Mago bricht den Marsch nach Italien ab

215/14 Hannibal erobert Casilinum und kämpft vor Cumae gegen die Römer, 3 Schlachten um Nola, Bomilkar bringt Reserven in einem Raid nach Italien die bei Locri landen, König Hieron von Syrakus stirbt und Syrakus tritt in den Krieg gegen Rom ein, die Scipionen drängen Hasdrubal Barkas bis ins Gebiet der Iliturgi zurück, Allianz zwischen Makedonien und Karthago

214/13 Rom erobert Casilinum zurück, Hannibal belagert derweilen Puetoli, der Offizier Hanno schlägt die Römer in der Schlacht bei Calor, 4 Schlacht um Nola zwischen Hannibal und Rom endet unentschieden, Hannibal scheitert bei dem Versuch Tarent im Handstreich zu nehmen, C Marcellus beginnt mit dem Krieg gegen Syrakus, die Römer kämpfen 3 Schlachten gegen Hasdrubal in Spanien bei Castulo, Munda und Aurinx die alle keine Entscheidung bringen, Valerius Laevinus schlägt die Makedonen bei Apollonia

213/12 Quintus Fabius erobert Arpi zurück, die Karthager schicken Entsatz nach Italien der bei Heraclea landet, die Scipionen stürmen Saguntum, Geheimverhandlungen zwischen Rom und Numidien

212/11 Hannibal erobert Tarent, die Römer beginnen Capua zu belagern, Hanno wird bei Beneventum von den Römern vernichtend geschlagen in dem Gefecht stirbt aber auch der römische Feldherr Gracchus, 1 Schlacht von Herdonea zwischen Hannibal und Rom endet mit karthagischem Sieg, Marcellus erobert Teile von Syrakus, schlägt die Land und Seetruppen der Griechen völlig und erobert Syrakus im Herbst 212, Laevinius verbündet sich mit den Ätoliern gegen die Makedonen und Karthago schickt Schiffe in die Ägäis

211/10 Hannibal versucht den Marsch nach Rom, muß aber angesichts der römischen Massen abbrechen, Capua fällt und wird völlig zerstört, Marcellus stellt die römische Herrschaft in Sizlien mit Völkermordmethoden wieder her, beide Scipionen und alle römischen Verbände in Spanien werden von Hasdrubal Barkas vernichtend geschlagen, Claudius Nero kommt mit den ersten neuen Legionen nach Spanien, Galba übernimmt das Kommando gegen die Makedonen

210/09 2 Schlacht von Herdonea zwischen Hannibal und Rom endet unentschieden, die Römer erobern Salapia zurück, Schlacht von Numistro endet mit karthagischem Sieg aber die Römer haben so gut wie keine Verluste, in Spanien kommt der junge Scipio mit neuen Armeen an, die Makedonen erobern Echinous Galba im Gegenzug Aegina, Karthaog zieht seine Flotte ab

209/08 Quintus Fabius erobert Tarent wieder, Kämpfe gegen Hannibal erstarren im Stellungskrieg in Bruttium, Scipio nimmt in Spanien Karthago Nova ein, die Makedonen schlagen die Ätolier in der Schlacht von Lamia und erobern Elis

208/07 Beide Konsuln dieses Jahres fallen im Stellungskrieg gegen Hannibal, die Karthagische Flotte wird von den Römern bei Clupea an der Küste Afrikas vernichtet, Scipio schlägt Hasdrubal in der Schlacht von Baecula vernichtend, Kämpfe gegen die Makedonen in Euboea und Locris

207/06 Hasrubal Barkas marschiert nach Italien und wird bei Metaurus von den Römern in offener Feldschlacht völlig vernichtet und selbst getötet, der Stellungs- und Guerillakrieg gegen Hannibal kommt keinen Meter voran, Valerius Laevinus verwüstet mit der Flotte die Küsten Afrikas, Seeschlacht zwischen Karthago und Rom endet mit karthagischem Sieg aber Karthago kann die Verluste an Schiffen nie mehr ersetzen, in Spanien siegt Scipio auf der ganezn Linie und erobert die Festung Orongis, die Makedonen invasieren Aetolia, Schlacht von Mantinea geht unentschieden aus

206/05 Stellungskrieg in Bruttium, Schlacht von Ilipa im Frühling in Spanien endet mit römischen Sieg, Scipio nimmt die Verhandlungen mit Numidien wieder auf, Mago zieht sich auf die Balearen, die Makedonen schließen Frieden mit den Ätoliern, Krieg gegen Rom geht weiter, diverse Niederlagen der Makedonen gegen die frisch verstärkten Legionen

205/04 Mago segelt von den Balearen nach Genua und zieht von dort in die Po-Ebene, kann aber die erschöpften Kelten nicht mehr zum Weiterkämpfen bringen, Quintus Fabius erobert Locri zurück, Frieden zwischen Makedonien und Rom, Stellungskrieg in Bruttium schläft ein

204/03 Hannibal versucht aus Bruttium auszubrechen, scheitert aber an der extremen numerischen Übermacht der Römer, Scipio organisiert die Invasion Afrikas, Karthago stelllt in Afrika eine letzte neue große Armee auf, Scipio landet im Juni in Afrika und schlägt in einer Kavallerieschlacht die karthagische Reiterei im Juli und beginnt mit der Belagerung Uticas

203/02 die Römer werfen ihre gesamten Reserven gegen Hannibal in Bruttium, werden aber abgeschlagen, Mago zieht sich aus der Po-Ebene nach Afrika zurück, Völkermord an den Kelten dort durch die Römer, in Afrika schlägt Scipio die Karthager in der Schlacht der großen Ebenen, Karthago bietet die Kapitulation an, Hannibal kehrt aus Italien zurück wobei er große Teile seines Heeres zurücklassen muß, die Römer stürmen Bruttium ohne Rücksicht auf Verluste und nehmen keine Gefangenen, Karthago beschließt die restlichen Truppen Hannibal zu unterstellen

202/01 Überlaufen der Numider zu Rom, Schlacht von Zama im Oktober wird von Scipio gewonnen, in der Folgeschlacht von Vermina werden die letzten karthagischen Verbände aufgerieben

201/00 Kapitulation Karthagos, Hannibal wird Suffet und leitet die Friedensverhandlungen mit Rom

190 v Chr muß Hannibal nach Tyros fliehen, da Rom seine Auslieferung bzw Ermordung verlangt, von dort geht er ins Seleukidenreich und wird 189 v Chr Militärberater. Im nächsten Jahr erscheinen römische Heere in Kleinasien. Als die Seleukiden ihn auch ausliefern wollen geht er 187 v Chr nach Bithynien am Bosporus wo er Admiral und königlicher Baumeister wird, er baut unter anderem die Königsstadt Prusa.

Aber auch hier tauchen die Römer einige Jahre später auf, Hannibal begeht 183 v Chr Selbstmord als römische Truppen sein Haus in Libyssa umstellen. Im Jahr 146 v Chr zerstören die Römer unter dem Kommando von Scipio Aemillianus Karthago völlig.
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