(Waffensystem) Ist der Kampfpanzer obsolet?
#1
Hat das Konzept des Kampfpanzers noch Zukunft oder bereiten Drohnen ihnen dasselbe Schicksal, wie es einst die Marinefliegerei mit dem Schlachtschiff gemacht hat?
Jahrzehntelang dominierte der Kampfpanzer mit seinem Dreiklang Schutz-Beweglichkeit-Feuerkraft den Landkrieg und die Konzepte der Armeen. Im ewigen Spiel zwischen Aktion und Reaktion wurde dabei die Feuerkraft immer weiter erhöht, wodurch im Gegenzug immer stärkere Schutzmaßnahmen erforderlich wurden. Herausgekommen sind dabei Monster von über 70 Tonnen Gewicht, die außerhalb des Gefechtsfeldes mit Schwertransportern verlegt werden müssen. Zwar können sie mit ihren Kanonen ein erfasstes Ziel über mehrere Kilometer in Sekunden zerstören, benötigen aber einen riesigen Logistiktross zum Erhalt ihrer Einsatzfähigkeit. Trotzdem reichen einige Drohnen oder eine Salve aus einer Maschinenkanone zum "Mission Kill", wenn die Sensoren des Kampfpanzers ausgeschaltet werden können.
Ist dieses Spiel in Zeiten des "Gläsernen Gefechtsfeldes" noch zeitgemäß oder sollte man sich in Ehren vom Kampfpanzer verabschieden und die Ressourcen für flexiblere Konzepte verwenden?

Ein gewisses Maß an Panzerschutz wird wohl weiterhin benötigt, aber sollten nicht aktive Schutzmaßnahmen wesentlich stärker in den Mittelpunkt gerückt werden und damit leichteren Einheiten eine wesentlich höhere Agilität ermöglichen? Und ist wirklich eine tonnenschwere Kanonenanlage die ultimative Lösung, um ein in Sichtweite befindliches gegnerisches Ziel sicher und schnell auszuschalten?
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#2
(11.09.2026, 14:58)PKr schrieb: Hat das Konzept des Kampfpanzers noch Zukunft oder bereiten Drohnen ihnen dasselbe Schicksal, wie es einst die Marinefliegerei mit dem Schlachtschiff gemacht hat?
Jahrzehntelang dominierte der Kampfpanzer mit seinem Dreiklang Schutz-Beweglichkeit-Feuerkraft den Landkrieg und die Konzepte der Armeen. Im ewigen Spiel zwischen Aktion und Reaktion wurde dabei die Feuerkraft immer weiter erhöht, wodurch im Gegenzug immer stärkere Schutzmaßnahmen erforderlich wurden. Herausgekommen sind dabei Monster von über 70 Tonnen Gewicht, die außerhalb des Gefechtsfeldes mit Schwertransportern verlegt werden müssen. Zwar können sie mit ihren Kanonen ein erfasstes Ziel über mehrere Kilometer in Sekunden zerstören, benötigen aber einen riesigen Logistiktross zum Erhalt ihrer Einsatzfähigkeit. Trotzdem reichen einige Drohnen oder eine Salve aus einer Maschinenkanone zum "Mission Kill", wenn die Sensoren des Kampfpanzers ausgeschaltet werden können.
Ist dieses Spiel in Zeiten des "Gläsernen Gefechtsfeldes" noch zeitgemäß oder sollte man sich in Ehren vom Kampfpanzer verabschieden und die Ressourcen für flexiblere Konzepte verwenden?

Ein gewisses Maß an Panzerschutz wird wohl weiterhin benötigt, aber sollten nicht aktive Schutzmaßnahmen wesentlich stärker in den Mittelpunkt gerückt werden und damit leichteren Einheiten eine wesentlich höhere Agilität ermöglichen? Und ist wirklich eine tonnenschwere Kanonenanlage die ultimative Lösung, um ein in Sichtweite befindliches gegnerisches Ziel sicher und schnell auszuschalten?

Warum wurde der Panzer erfunden? Weil man nicht mehr genug Infanterie hat, um sie vor MG Stellungen verbluten zu lassen.
Seitdem waren Panzer immer wieder obsolet, ob es ein Pzkw I war, der 1940 oder der Königstiger der 1945 obsolet würde.
Der jetzige MBT ist ein Produkt des kalten Krieges, indem er die sowjetischen Panzermaßen in Abwehrkämpfen aufreiben sollte.
In meinen Augen müssen neue Kampfpanzer kleiner und leichter werden, dazu muss die Besatzungsgröße deutlich kleiner werden. Dazu neue Techniken in Bezug auf Panzerung und wir haben wieder das hochbewegliche Waffensystem, daß feindliche Kräfte umgehen und auf strategischem Level vernichten können.
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#3
(12.09.2026, 10:08)ede144 schrieb: In meinen Augen müssen neue Kampfpanzer kleiner und leichter werden, dazu muss die Besatzungsgröße deutlich kleiner werden. Dazu neue Techniken in Bezug auf Panzerung und wir haben wieder das hochbewegliche Waffensystem, daß feindliche Kräfte umgehen und auf strategischem Level vernichten können.

Wozu überhaupt noch Besatzung? Die Zukunft wird wohl Richtung Bodendrohnen gehen.
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#4
(12.09.2026, 18:53)lime schrieb: Wozu überhaupt noch Besatzung? Die Zukunft wird wohl Richtung Bodendrohnen gehen.

Weil ich die AI auf absehbare Zeit noch als AS (artificial stupid) ansehe und Terminator vermeiden möchte. Und jedwede Kommunikation kann gestört werden. Also bleibt nur eine Besatzung und die sollte möglichst klein sein.
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#5
Die Frage ist vielmehr, was ein Kampfpanzer ist.

Wenn man den Begriff so definiert, dass er nur dass heute vorherrschende Konzept des MBT aus Kalter Krieg Zeiten meint, dann ist er bereits heute in Wahrheit eine Spezialwaffe die absehbar obsolet werden wird.

Wenn man aber den Begriff weiter fasst, und darunter auch andere Konzepte mit beinhaltet, dann ist er für den Krieg der Zukunft zwingend notwendig.

Wenn man also Kampfpanzer als einen Sammelbegriff versteht, unter dem man verschiedene Konzepte zugleich sieht, dann sind sie keineswegs obsolet.
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#6
Versuch einer möglichst kompakten und dennoch ausreichend eindeutigen Definition:

Kampfpanzer sind geschlossene, gepanzerte Kampffahrzeuge, deren Konstruktion einen wesentlichen Schwerpunkt auf den Schutz der Besatzung legt und deren primärer Zweck die Bekämpfung von Bodenzielen mit einer Rohrwaffe im direkten Feuer ist.

Meiner Ansicht nach ziemlich präzise und dennoch immer noch mit ausreichend Ambiguität versehen.

Was haltet ihr von dieser Definition ?
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#7
Die Russen verschießen über die Bordkanone ihrer Kpz ja auch Lenkflugkörper . Zählt das noch unter direktes Feuern ?
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#8
(16.09.2026, 23:12)alphall31 schrieb: Die Russen verschießen über die Bordkanone ihrer Kpz ja auch Lenkflugkörper . Zählt das noch unter direktes Feuern ?
So lange der LFK-Einsatz nicht "primärer Zweck" des Panzers ist, trifft zumindest die Definition als KPz noch zu.
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#9
Eher weniger nehm ich mal an .
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#10
alphall31:

Kampfpanzer schießen heute auch im indirekten Feuer. Sind sie damit also Panzerhaubitzen?

Der Verschuss von Raketen durch die BK ist NICHT vorherrschend. Und nicht der primäre Sinn bzw. die Natur der BK. Folglicherweise irrelevant.
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