Bundespolizei See
#1
Weiterer Akteur im Bereich der nationalen Sicherheit neben der Bundeswehr ist die Bundespolizei. Speziell im maritimen Bereich übernimmt diese immer mehr Aufgaben, die früher von der Deutschen Marine erfüllt wurden.
Daher finde ich einen Thread für die Bundespolizei See angebracht, weitere Details -hier-.
Dies auch vor dem Hintergrund, daß -bisher anscheinend komplett von der Öffentlichkeit ignoriert- ein viertes Einsatzschiff der POTSDAM-Klasse beauftragt wurde -hier- (Abschnitt VII). Diese Einsatzschiffe (wiki -hier-) stellen eine deutliche Fähigkeitserweiterung der Bundespolizei See dar.
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#2
@Pkr:

Vom Fähigkeitsprofil finde ich die Potsdam-Klasse schon beeindruckend, auch vor allem wg. der 57mm Kanone. Als Nachteil sehe ich das Fehlen eines Hangars für Hubschrauber an. Den hätte mal bei der Größe wahrscheinlich schon noch untergebracht.
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#3
Ich habe ja schon seit einigen Jahren die radikale Idee die Marine deutlich zu reduzieren und das verbliebene schließlich der Bundespolizei zu unterstellen und aus deren (vergrößertem Etat) zu finanzieren. Bei gleichem oder größerem Wehretat für die verbliebene Truppe versteht sich.
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#4
(12.08.2021, 16:17)26er schrieb: Als Nachteil sehe ich das Fehlen eines Hangars für Hubschrauber an.

Ein Hangar ergibt doch nur Sinn, wenn auch eine echte Bordfliegerkomponente vorhanden ist um diesen tatsächlich zu nutzen. Und das ist bei der Bundespolizei nicht der Fall, nicht vorgesehen und mit Blick auf die Einsatzdoktrin auch nicht erstrebenswert. Die temporäre Aufnahme eines schweren Hubschraubers (wie dem Super Puma) hingegen passt ins Konzept. Aus dem Grund hat sich die Bundespolizei auch bewusst gegen einen Hangar und für ein größeres Landedeck entschieden, und für beides ist die Schiffsgröße dann doch eher nicht geeignet (siehe bspw. OPV 80 zum Vergleich).
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#5
Aha: Rotierende Besatzungen auch bei der Bundespolizei, die mit nur 19 (14?) in Einzelkammern ausgesprochen effizient angelegt ist, bei Kapazität für 48.
Einen kleinen Hangar für Drohnen gibt es, mehr ist nicht notwendig, wir haben Helgoland. Dafür sind da aber gleich zwei Heckschleppen! Die grossen SAR Kreuzer der DGzRS weisen auch keinen Hangar auf.
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#6
@Helios/ Ottone:

Bzgl. einem Einsatz in heimischen Gewässern stimme ich euch schon zu. Allerdings beschränkt sich das Einsatzgebiet eben nicht nur auf die dt. Nord- und Ostsee. Zudem ist die Klasse auch als Unterstützungsplattform für Spezialkräfte geplant. Bei solchen längerdauernden Einsätzen ergeben sich aus meiner Sicht deutliche Vorteile, wenn man den Hubschrauber im Hangar unterbringen und warten kann.

https://www.shz.de/regionales/polizeitic...99802.html

Den Bezug zu Rettungskreuzern sehe ich hier nicht.
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#7
Wenn man Hubschrauber einschiffen muss, dann ist für Deutschland die Marine die richtige Wahl des Mittels. Einsätze der GSG9 ziehen sich nicht über Wochen oder Monate hin, die BPol agiert nicht in grösseren Verbänden vor fremden entlegenen Küsten, macht kein RAS und betreibt nicht ASW. Und die Bundespolizei hat keinen verlegbaren Hauptabschnitt 500.
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#8
(13.08.2021, 09:04)26er schrieb: Allerdings beschränkt sich das Einsatzgebiet eben nicht nur auf die dt. Nord- und Ostsee.

Doch, im wesentlichen schon. Dort liegt das Hauptaufgabengebiet und exakt dafür wurden auch die neuen Einheiten in der bestehenden Form gebaut. Natürlich gibt es internationale Übungen und auch Zusammenarbeiten, natürlich kann eine solche Einheit im Rahmen von Amtshilfe oder Austauschprogrammen abseits deutscher Hoheitsgewässer eingesetzt werden; aber zum einen nie ohne Unterstützung hiesiger Kräfte, und zum anderen ist das die Ausnahme. Und selbst dann ist noch nicht der zwingende Bedarf an einem Bordhubschrauber gegeben.
Das Problem ist ja wie bereits erwähnt nicht so sehr die Kosten für die Integration eines Hangars selbst (wobei dafür ein größerer Schiffsentwurf notwendig geworden wäre), sondern vor allem die Kosten für Aufbau und Unterhalt einer entsprechenden Einheit. Die Schiffe werden teurer, der Unterhalt der Schiffe wird teurer, es braucht eine dedizierte Bordfliegerkomponente, was richtig teuer ist, und das für Fähigkeiten, die im Grunde nicht benötigt werden. Letzteres wäre selbst dann der Fall, wenn man einen Teleskophangar integrieren würde. In meinen Augen gibt es wirklich sinnvollere Dinge, für die man das Geld ausgeben könnte.
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#9
@Helios:
Das mit dem fehlenden Bedarf an einem Bordhubschrauber sehe ich ähnlich. Das 57mm-Geschütz macht aber m.E. vor Allem im FRONTEX-Einsatz Sinn. Daher erwarte ich regelmäßige Einsätze mindestens eines Schiffs "fern der Heimat" und vermute, daß dies der Hintergrund für die Beschaffung der vierten Einheit ist.
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#10
Die 57mm sind vor allem dafür vorgesehen grössere Schiffe zu stoppen die einen terroristischen Akt a la 9/11 verüben könnten, und das in deutschen Gewässern. Dort ist die zu schliessende Lücke, und auch bei REFORGER auf den letzten Meilen.
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#11
(12.08.2021, 20:23)Ottone schrieb: Aha: Rotierende Besatzungen auch bei der Bundespolizei, die mit nur 19 (14?) in Einzelkammern ausgesprochen effizient angelegt ist, bei Kapazität für 48.
14 Besatzung, 5 Mann zusätzlich nur falls Hubschrauber eingeschifft ist. Unterbringung 29 Mann vorgesehen für GSG9.

(12.08.2021, 20:23)Ottone schrieb: Dafür sind da aber gleich zwei Heckschleppen!
Die nur belegt werden, wenn entsprechende externe Mittel (GSG9) eingeschifft werden. Vergleiche Hubschrauber. Für den "Normaleinsatz" werden nur die beiden Boote an Seitendavits mitgeführt und benutzt.

(14.08.2021, 14:09)PKr schrieb: vermute, daß dies der Hintergrund für die Beschaffung der vierten Einheit ist.
Der Hintergrund für die Beschaffung der vierten Einheit ist, dass es mal wieder ein Geldpaket gab das auszugeben war. Die ersten drei Einheiten wurden aus dem Sicherheitspaket für die Flüchtlingskrise finanziert, die vierte aus dem Coronapaket. Deshalb auch Nachbeschaffung identischer Einheit, bei den Corona-Finanzmitteln wurde dieses mal reingeschrieben, dass gefälligst keine Komplett-Neubeschaffungen davon finanziert werden, sondern man aus vorhandenen Verträgen nachbestellen darf.

Für FRONTEX wollte die Bundespolizei eigentlich schon seit längerem ein sechstes Streifenboot (vgl. 21m-Klasse) beschaffen. Das scheint allerdings - ggf. aus Finanzierungsgründen, siehe oben - vergleichsweise niedrige Priorität zu haben.
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#12
Pressemitteilung -hier- der Bundespolizei über eine maritime Antiterror-Übung des ATLAS-Verbundes.
Zitat:Durch ihre Größe, ihren Aktionsradius, das Hubschrauberlandedeck, die Möglichkeit der Aufnahme besonderer Einsatzmittel der GSG 9 der Bundespolizei sowie das Führen der Gesamtlage von Bord aus, schaffen die neuen Schiffe der POTSDAM-Klasse der Bundespolizei die Voraussetzung, autark ohne landseitige Unterstützung zu operieren. So konnten die Einsatzkräfte der GSG 9 der Bundespolizei parallel mit Mehrzweckbooten und Polizeihubschraubern von den Einsatzschiffen aus starten, den Zugriff einleiten und die Gefahrenlage erfolgreich bewältigen.
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#13
(15.08.2021, 21:54)PKr schrieb: Pressemitteilung -hier- der Bundespolizei über eine maritime Antiterror-Übung des ATLAS-Verbundes.
Finnland plant übrigens von diesen überdimensionierten Offshore-Versorgern - im Bild die Turva hinter der Bad Düben - aktuell nochmal zwei nach zu beschaffen. Sind ne Mischung aus Patrouillenschiff und Gewässerschutzschiff, daher auch - wie man sieht - nochmal ne Nummer größer als das deutsche Schiff da.
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