Der deutsche Weltraumbahnhof / Nordsee
#1
Die Idee eines nationalen Weltraumbahnhofes ganz am Ende des Entenschnabels am Ende unserer AWZ scheint immer populärer zu werden.

In franz. Guayana schießen die Raketen Nutzlasten von ca. 25t ins All, kleinere Satelliten mit Nutzlasten von gut einer Tonne könnten wir aber auch aus unserem Hoheitsgebiet abschießen.
Wenn wir schnell wären, würde sich die Sache vermutlich sogar rentieren, da es innerhalb der Kern-EU keinen weiteren solchen Startplatz gibt.
Für Deutschland ist die Sache besonders reizvoll, da wir die Raketen so starten könnten, das sie nicht über ein fremdes Land fliegt, also an Norwegen vorbei - kein Risiko für die dortige Bevölkerung.
Außerdem haben wir mit OHB und Isar-Aerospace innovative Unternehmen, die sicher problemlos die Nachfolger von z.B. SAR-Lupe ins All schießen könnten.

Einige Artikel dazu finden sich hier bei DW, SpON und Handelsblatt.
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#2
(08.09.2020, 17:12)Mondgesicht schrieb: In franz. Guayana schießen die Raketen Nutzlasten von ca. 25t ins All, kleinere Satelliten mit Nutzlasten von gut einer Tonne könnten wir aber auch aus unserem Hoheitsgebiet abschießen.

Das ist nur indirekt eine Frage der Größe, als vielmehr der Umlaufbahn. Aufgrund der Äquatornähe liegt Französisch-Guayana fast ideal für Orbits mit geringer Bahnneigung, allen voran also geostationäre Orbits, weil die maximale Erdbeschleunigung ausgenutzt werden kann und nur geringe Korrekturen nötig sind. Die Sojus kann beispielsweise von dort eine fast doppelt so schwere Nutzlast in einen entsprechenden Orbit befördern als von Kasachstan aus - bei ansonsten gleichen Kosten. Für Umlaufbahnen mit hoher Bahnneigung, beispielsweise sonnensynchrone Orbits, hingegen bietet der Startplatz in Südamerika hingegen keine Vorteile, die kann man theoretisch überall auf der Welt starten - auch von der Nordsee aus.

Allerdings gibt es quasi keinen Markt für richtig kleine geostationäre Satelliten, während auf den Orbits mit hoher Bahnneigung häufig kleine (und Kleinst-)Satelliten genutzt werden, zudem ist dies ein Wachstumsmarkt ist, und er bietet sich aufgrund der niedrigeren Kosten und der geringeren Risiken als Einstiegsmarkt an. Eine wirkliche Größenbeschränkung gibt es allerdings allenfalls von technischer Seite, große Raketen von entsprechenden Plattformen zu starten ist deutlich schwieriger.
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#3
Thumbs Up 
Das Konzept des BDI wird im Wirtschaftsministerium geprüft.
Technisch wäre ein solcher Startplatz kein Problem, es könnte angeblich flott gehen, wenn man nur will.

HIER
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#4
HIER ist ein aktueller Artikel aus der Zeit.

Wobei das Hauptaugenmerk auf der Firma Isar Aerospace liegt.
Beim lesen drängt sich wieder einmal die Beobachtung auf, dass bei uns oftmals zu klein gedacht wird: Warum sollten wir ein solches Unternehmen nicht stemmen können?
Da wird von einigen gleich wieder von Größenwahn gesprochen.
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#5
Der Zusammenbruch von Open Skies ab 2022 könnte ein echter Anschub für den Weltraumbahnhof werden.
Falls sich das Ende des gegenseitigen Überwachungsvertrages bestätigen sollte, ist eine weiter oben fliegende Aufklärung eigentlich ein Muss! Würde also zahlreiche neue Satelliten bedeuten können.

Da diese immer kleiner werden und sich eine Ariane oder Baikonur-Rakete kaum lohnen dürfte, könnte das ein enormer Anschub für das Projekt im deutschen Entenschnabel werden.
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