Konzept HIND - sinnvoll?
#1
Ein Thread in der Panzerecke brachte mich auf die Frage ob das Konzept des Mi-24 HIND heutzutage Sinn macht, diese Mischung aus Kampf- und Transporthubschrauber.
Ist die Hind da einmalig? Ist das Konzept suboptimal ? Erfahrungen sollte es ja inzwischen reichlich geben.
Zitieren
#2
Hubschrauber haben heute meiner Ansicht nach das Problem, dass die Luftabwehr der Bodeneinheiten eines modernen Gegner zu tödlich geworden ist und sie daher eigentlich nur noch über eigenen Truppen agieren können, oder Nachts falls der Gegner über keine entsprechende Technologie verfügt.

Grundsätzlich finde ich das Konzept hier sinnvoll, mit ein und derselben Plattform hier sowohl Transport- wie Kampfunterstützungsaufgaben zu leisten. Im Endeffekt entspricht das einfach einem fliegendem Schützenpanzer. Aber selbst in Tschetschenien oder im Irak mussten selbst Kampfhubschrauber inzwischen recht vorsichtig und mit großem Abstand zum Gegner vorgehen.
Zitieren
#3
In dem Fall macht das Konzept ganz bestimmt keinen Sinn. Sinn macht das Konzept nur, wenn man den Truppentransport nicht vom Kampf trennen kann. Sprich in heutigen Konflikten, keinerlei Front mehr vorhanden ist oder irgend ein Zivilist der nicht offensichtlich als Gegner auszumachen ist, sind / der Gegner in der Regel zuerst schiesst ... so wie es generell bei Polizeieinsätzen ist. Man kann nicht präventiv in die Menge schiessen / es muss zuerst was passieren.

Unter diesen Voraussetzung macht der bewaffnete Truppentransport Sinn. Wenn man jetzt wie bei der Hind sich der Luftabwehr extra exponiert, wäre der gleichzeitige Transport geradezu schwachsinnig. Bei der Infanterie am Boden ist das leider unausweichlich und deshalb sollten die Transporteinheiten auch kämpfen können.
Zitieren
#4
Okay, danke für die Antworten.
Also bei einem Szenario wie in Somalia ("black hawk down") evtl, für Bergungseinsätze in "schwierigem" Gelände mit der Option, feindlich besetzte Gebäude direkt planieren zu können.
Zitieren
#5
Die Bewaffnung und der relativ gute Schutz gegen Beschuss aus Handwaffen machen den Hind m.E. gerade heute, in den gegenwärtigen und zukünftigen asymetrischen Kriegen wieder sinnvoll, während er in einem Konflikt Warschauer Pakt gegen Nato, auf den denkbaren Schlachtfeldern der 70er und 80er Jahre, für den angedachten Zweck quasi schon bei seiner Indienststellung fast obsolet war.

Daran ändert auch der zunehmende Verbreitungsgrad von Manpads nichts, gegen die sehen westlichen Muster auch nicht besser aus - und die sind dabei weit anfälliger gegen Schützenwaffen.

Ein Nachteil beim Hind bleibt der relativ kleine Laderaum (wenn man dazu an die Infanterieausrüstung heute und vor 30 Jahren denkt) und die m.W. immer noch fehlende Möglichkeit der Windenrettung.
Zitieren
#6
McBain schrieb:Die Bewaffnung und der relativ gute Schutz gegen Beschuss aus Handwaffen machen den Hind m.E. gerade heute, in den gegenwärtigen und zukünftigen asymetrischen Kriegen wieder sinnvoll, während er in einem Konflikt Warschauer Pakt gegen Nato, auf den denkbaren Schlachtfeldern der 70er und 80er Jahre, für den angedachten Zweck quasi schon bei seiner Indienststellung fast obsolet war.

Ein Nachteil beim Hind bleibt der relativ kleine Laderaum (wenn man dazu an die Infanterieausrüstung heute und vor 30 Jahren denkt) und die m.W. immer noch fehlende Möglichkeit der Windenrettung.
Da rüstet man aber gescheiter ein Blackhawk-ähnliches Gebilde mit besseren Waffen als grad mit dem Tür-MG, aus. Dann hat man das was man primär braucht, "geschützter" schneller Transport ... analog den vielen Schützenpanzern die ohne Kampfpanzer in diesen Konflikten operieren.
Zitieren


Gehe zu: