MIG 25 in Arabien/Afrika
#1
Warum haben eigentlich soviel arabische oder auch afrikanische Staaten (Libyen) damals Mig-25 geordert?

Dieser Abfangjäger war doch eigentlich für die "russischen Weiten" oder als Abwehr gegen die B-70 geschaffen. Im Kurvenkampf usw. aber doch völlig untauglich. Es gab wohl nicht grundlos kein westliches Pendant.
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#2
marcoB schrieb:Warum haben eigentlich soviel arabische oder auch afrikanische Staaten (Libyen) damals Mig-25 geordert?

Dieser Abfangjäger war doch eigentlich für die "russischen Weiten" oder als Abwehr gegen die B-70 geschaffen. Im Kurvenkampf usw. aber doch völlig untauglich. Es gab wohl nicht grundlos kein westliches Pendant.

Libyen, Syrien, Irak...

Diese Jets wurden geliefert weil sie einen großen Leistungsvorsprung (Flughöhe, Geschwindigkeit, BVR Capability) gegenüber den damaligen 3rd Gen Mustern der westlich orientierten Mächte hatten.
Sprich, US Navy, Israel und Iran sahen damals mit ihren Corsairs, Skyhawks und Sabres sehr alt dagegen aus. Selbst Phantoms waren deutlich unterlegen.
Dementsprechend wurde dann von der USAF die Entwicklung der F-15 als Counter gegen die MiG-25 vorangetrieben. Die Navy löste das Problem automatisch über die F-14 mit.
Der Logik des Kalten Krieges entsprechend wurden beide Mustern dann eben aufgrund der Präsenz der MiG-25 nach Israel (F-15) und den Iran (F-14) exportiert.

In "Israeli F-15 Eagle Units in Combat" von Shlomo Aloni wird darauf detaillierter eingegangen.
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#3
Ich seh es eher so wie @marcoB, die MIG-25 wurde primär zum Abfangen grosser Bomber und der SR-71 konstruiert. Dass sie im Kurvenkampf nichts taugte, waren sich die Russen bei der Indienststellung auf jeden Fall bewusst, weil damals die radargestützten Lenkwaffen auch bei ihnen eine schlechte Treffsicherheit aufwiesen.

Dass sich das mit der Zeit gewandelt hat und die MIG-25 dadurch aufgewertet und für einen breiteren Einsatz qualifiziert wurde, ist der verbesserten Lenkwaffentechnik zuzuordnen. Der Kurvenkampf trat immer mehr in den Hintergrund, hohe Reichweitenleistung des Radars (grosse Fläche) in Verbindung mit grossen Raketen war der entscheidende Vorteil.

Mit der Zeit wurden die Radare in Relation zum Nasenquerschnitt immer besser auflösend (mit AESA noch stärker der Fall). Was wiederum derart grosse Flugzeuge, die von ihrem Radarvorteil (grösserer Nasenquerschnitt) profitieren konnten, wieder entwerteten. Schon seit längerer Zeit bieten solche Flugzeuge keinerlei Vorteile mehr, die grossen Nachteile sind natürlich katastrophale Wartungs- und Betriebskosten.

Sicher ein Auf- und Ab was für und gegen diese Art von grossen Abfangjägern sprach. Ich denke dass sich das Muster nie rechnete und als die SU-27 auf den Markt kam, die Maschine sowieso für den internationalen Markt obsolet war.

Dass sich später die SU-27 im Export durchgesetzt hat, war nicht zuletzt auch der schlechten Alternative MIG-29 (miese Reichweite / Avionik) im Ostblock zuzuschreiben. Rein von den Kosten her, ist der Zwang zu einem kleineren Mustern auch bei den afrikanischen Staaten genau gleich wie bei kleineren westlichen Staaten. Da im Ostblock aber die kleine Alternative (MIG-29) nicht auf dem Niveau der F-16 performte und Letztere vor allem vom starken Avionik-Ausbau profitierte. Zum kleinen Preis Leistungen wie die F-15, das hat alle Länder im Westen überzeugt und die F-16 wurde der absolute Verkaufshit. Im Ostblock fehlte einfach die günstige Alternative und man musste die Maschine wählen, in die Russland die meisten Entwicklungsschritte investiert hat (SU-27). Die F-16 hingegen simpel durch breiten Verkaufserfolge konnte durch den Hersteller selber immer geupdatet werden, was den Verkauf auf konstant hohem Niveau hielt.
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#4
Zitat:Ich seh es eher so wie @marcoB, die MIG-25 wurde primär zum Abfangen grosser Bomber und der SR-71 konstruiert. Dass sie im Kurvenkampf nichts taugte, waren sich die Russen bei der Indienststellung auf jeden Fall bewusst, weil damals die radargestützten Lenkwaffen auch bei ihnen eine schlechte Treffsicherheit aufwiesen.

Die Frage war nunmal, warum die MiG-25 in Syrien, Irak und Libyen auftauchte.
Die Jets waren dort nicht für den Kurvenkampf oder zum Abfangen irgendwelcher Bomber in großen Höhen vorgesehen.
Stattdessen ging es bei der Abfangjägervariante darum, durch das extreme Flugprofil aus großen Höhen und hoher Geschwindigkeit feindliche Jagdbomber oder Aufklärer abzufangen und zu entkommen bevor der Jagdschutz effektiv reagieren kann.
Im 1. Golfkrieg funktionierte das auch leidlich, die Libyer brachten nicht viel zu Stande und die Syrer wurden effektiv durch die F-15s bekämpft.
Relevanter damals aber noch die Nutzung der MiG-25 als Fotoaufklärer.

Im Prinzip kann man sagen, dass diese Einsätze der MiG-25 solange funktionierten wie kein leistungsstarken Jäger auf der Gegenseite zu Verfügung standen. Gegen 4th Gen Muster erreichten sie mit trotz ihres hohen Leistungspotentials keine entscheidenden Vorteil.

So oder so war die MiG-25 bei den arabischen Luftwaffen ein völliger Exot, die Masse stellten wesentlich simplere Muster, sprich hauptsächlich MiG-21.
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#5
Es wurde, wenn auch mit Glück, im ersten Golfkrieg eine amerikanische F-18 durch eine Mig-25 abgeschossen.
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#6
Das ist eine Story für sich...
Der irakische Pilot hat alles richtig gemacht, AEW auf US Seite muss ein ziemlich fu**up gewesen sein. Was danach um Scott Speicher passierte erst recht.
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#7
Die Mig-25 war jedoch kein Abfangjäger im eigentlichen Sinn. Dafür war ihre Ausstattung zu marginal. Dazu kommt auch die sehr schlechte Ausbildung der Piloten, die fehlenden Flugstunden mit dem doch teurem Gerät und praktisch immer eine begrenzte Export Version.

Als Gegenbeispiel müsste der Iran hergenommen werden. Allerdings kommt hier die starke Vorarbeit der NATO/USA ins Spiel. Ausbildung und Training waren vor der Revolution nach westlichen US Vorbild. Das selbe gilt nicht nur für die Piloten sondern auch für die Wartung und alles andere.
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