Russische Atom-U-Schiffe
#1
Für (West-)europäische Marinen, die USA, China, Indien und Südamerika (Brasilien) haben wir schon einen entsprechenden "Sammelstrang" - für Russland noch nicht.
Damit wir uns nicht bei jeder neuen Klasse einen neuen Strang leisten, und uns verzetteln, dachte ich an einen eigenen Sammelstrang für Russland - und fange mit einer entsprechenden Eintragung an:
http://www.marineforum.info/Wochenschau ... schau.html
Zitat:....
Mit dem feierlichen Setzen der Andreaskreuz-Flagge hat die russische Marine am 17. Juni ihr erstes neues U-Boot der YASEN-Klasse in Dienst gestellt.

Die Feier fand noch bei der Sevmash-Bauwerft am Weißen Meer in Sewerodwinsk statt; erst im Laufe dieses Jahres soll K-560 SEVERODVINSK in ihren späteren Heimatstützpunkt bei der Nordflotte verlegen und den operativen Dienst aufnehmen.

Das Typboot der neuen YASEN-Klasse (in der NATO als GRANEY-Klasse bezeichnet) läuft mit mehrjähriger Verspätung zu. Schon vor mehr als 20 Jahren (1993) hatte Sevmash mit Projekt 855, dem Bau dieses ersten neuen Angriffs-U-Bootes (SSN) „der vierten Generation“ begonnen. Die 120m langen, getaucht fast 14.000ts verdrängenden nukleargetriebenen Neubauten sollen ältere U-Boote der AKULA-Klasse ersetzen. Sie verfügen über ein breites Einsatzspektrum, können mit Torpedos, Seeziel-FK sowie weit reichenden (ggf. nuklear bestückbaren) Marschflugkörpern sowohl andere U-Boote und Überwasserschiffe als auch entfernte Landziele bekämpfen.

Mit ständigen Verzögerungen geriet Projekt 955 schnell Jahre hinter den Zeitplan. Immer wieder kündigte Sevmash Probefahrten und Liefertermine an, musste diese aber regelmäßig verschieben. Medien berichteten von Problemen mit der Antriebsanlage (die Lager seien der Belastung durch die Antriebswellen nicht gewachsen) und „weiteren ungelösten technischen Problemen“ (u.a. mit dem Führungs-/Waffeneinsatzsystem). Offizielle Presseerklärungen sprachen von „mangelnder Qualität bei von Subunternehmern gelieferten Teilen und Systemen“. Noch im November 2013 hatte sich die Marine offen gegen eine Übernahme des U-Bootes ausgesprochen, musste dann aber – sicher auch unter dem politischen Druck, endlich eine „Erfolgsmeldung“ zu präsentieren – am 30. Dezember die SEVERODVINSK formell übernehmen.

Ob alle Mängel nun zufriedenstellend beseitigt sind, ist offen. Bis zur vollen operativen Einsatzfähigkeit der SEVERODVINSK könnte es durchaus noch etwas dauern. Dessen ungeachtet geht der Bau weiterer U-Boote der YASAN-Klasse weiter. Zwei weitere U-Boote (KAZAN, NOVOSIBIRSK) sind derzeit bei Sevmash im Bau, ein viertes (designierter Name KRASNOJARSK) soll am 19. Juli auf Kiel gelegt werden. Im nächsten Jahr plant die russische Marine die Bestellung von noch einmal drei Booten, denen später noch weitere folgen sollen.

All diese U-Boote sollen sich in ihrer Ausstattung mit elektronischen Geräten und Systemen aber deutlich von der SEVERODVINSK unterscheiden, und die 2009 begonnene KAZAN wird offiziell auch bereits als YASEN-M-Klasse (Projekt 855M) bezeichnet. Das kann nicht verwundern, denn 20 Jahre nach deren Baubeginn müssen nachfolgende Boote in ihrer Ausrüstung natürlich den zwischenzeitlichen Technologie-Fortschritt reflektieren.
...
(ganze Nachricht, da MARINEFORUM und nur eine Woche im Netz)
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#2
Die Idee ist sicherlich nicht schlecht, indessen jedoch möchte ich nur anmerken, dass zum Themenkomplex über russische Atom-"U-Boote" und russische U-Boote noch andere Threads bestehen (etwa hier: viewtopic.php?f=13&t=4526) und dort bereits Details zu (neuen) russischen Atom-U-Schiffen - so genau genommen die korrekte maritime Bezeichnung - zu finden sind. Insofern: Um jedwede weitere Verzettelung des Themas zu verhindern, würde ich allgemein darum bitten, das Thema "Russische Atom-U-Schiffe", wie von Erich auch angedacht, ab sofort nur mehr in diesem Thread hier zu behandeln. Danke.

PS: Ich habe den Titel leicht geändert... :wink:

Schneemann.
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#3
Danke
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#4
Die Yasen- aka Severodvinsk-Klasse wird von Russland wohl als Erfolg betrachtet, und so sind bereits das vierte und fünfte Boot dieser Klasse auf Kiel gelegt worden, wie auch ein fünftes U-Boot für ballistische Raketen der Borey-Klasse:
http://www.janes.com/article/41339/russ ... clear-subs
Zitat:Russia lays keels for three nuclear subs

Russia laid the keels of three new nuclear submarines to celebrate Russian Navy Day on 27 July.

The boats laid down were the fifth Dolgoruky (Borey)-class (Project 955A) nuclear powered ballistic missile submarine (SSBN) Knyaz Oleg and the fourth and fifth Severodvinsk (Yasen)-class nuclear-powered attack submarines (SSNs) (Project 885M) Khabarovsk and Krasnoyarsk .

Sieht so aus, als wolle man in Russland bei der U-Boot-Flotille nicht auf Boote mit Atomantrieb verzichten und legt bei der Yasen- und Borey-Klasse ein ambitioniertes Bauprogramm hin.
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#5
http://www.marineforum.info/Wochenschau ... schau.html
Zitat:Wie an dieser Stelle berichtet, hatte die Sevmash-Bauwerft am „Tag der Marine“ (27. Juli) in Sewerodwinsk gleich drei neue nukleargetriebene U-Boote auf Kiel gelegt.

Im Rahmen einer offiziellen Zeremonie, bei der Präsident Putin per Videokonferenz zugeschaltet war, begann zunächst der Bau der KNYAZ OLEG, des 5. strategischen U-Bootes (SSBN) des BOREJ-Klasse und des vierten nukleargetriebenen Angriffs-U-Bootes (SSN) der YASEN-Klasse, KRASNOYARSK. Von dieser Hauptveranstaltung getrennt, aber ebenfalls noch am 27. Juli wurde dann in Sewerodwinsk als drittes U-Boot noch die KHABAROVSK, auf Kiel gelegt.

Zunächst war man allgemein davon ausgegangen, dass es sich bei der KHABAROVSK um das fünfte U-Boot der YASEN-Klasse handelte, aber die Trennung der Kiellegung von der offiziellen Feier sorgte bei Experten bereits für Verwirrung – die sich inzwischen als durchaus begründet erwiesen hat. In neuen Medienmeldungen wird die KHABAROVSK nun nämlich als Spezial-U-Boot mit der völlig eigenen Projektnummer 09851 (YASEN-Klasse hat Projektnummer 885/885M) bezeichnet. Ein solches U-Boot war im März „vage“ angekündigt worden. Es soll im „hydroakustischen Vorpostendienst“ in der Lage sein, Objekte über Entfernungen von bis zu 600 km zu orten und zu verfolgen.

Details zu diesem Neubau gibt es bisher nicht. Allerdings hat Sevmash an die Gäste der Kiellegungs-Zeremonie am 27. Juli Kugelschreiber mit den Silhouetten der drei neuen U-Boote verteilt – und hier findet sich auch die KHABAROVSK. Ein russischer Internet-Blogger hat ein Foto dieser Kugelschreiber ins Internet gestellt. Die sehr vereinfachte Darstellung zeigt die KHABAROVSK als U-Boot, dessen Turmposition/-form und Ruder sich von anderen russischen U-Booten unterscheidet.

Schon seit 2012 baut Sevmash noch an einem anderen Spezial-U-Boot, allerdings handelt es sich hier nicht um eine komplette Neuentwicklung. Unter der Projektbezeichnung 09852 bietet ein U-Boot der OSCAR-II-Klasse die Basis für den Neubau. K-139 BELGOROD sollte 12. U-Boot dieser Klasse werden. Die getaucht 19.000 ts verdrängenden OSCAR-II waren vor allem dazu gedacht, mit ihren 500 km weit reichenden Seeziel-FK SS-N-19 Flugzeugträger der US Navy im offenen Atlantik zu bekämpfen. 1992 begann Sevmash mit dem Bau der BELGOROD, aber nach dem Zerfall der Sowjetunion war Geld knapp, an neuen OSCAR-II bestand auch kein wirklicher operativer Bedarf mehr, und der Bau wurde abgebrochen

Mehr als zehn Jahre lag die begonnene BELGOROD auf dem Werftgelände bei Sevmash, bis 2004 das Verteidigungsministerium Weiterbau und Fertigstellung ankündigte; weitere Nachrichten blieben danach dann aber aus. Erst im vergangenen Jahr fand sich die BELGOROD dann wieder in einer Pressemitteilung. Demnach soll sie nun zügig fertiggestellt werden und als Spezial-U-Boot Projekt 09852 für hydrographische Forschungen/Vermessungen, in der Erprobung neuer Unterwasser-Ausrüstung (DSRV - Tieftauch-Rettungs-U-Boote, Drohnen) und bei Such- und Rettungsoperationen genutzt werden.
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#6
http://www.marineforum.info/Wochenschau ... schau.html
Zitat:Am 19. Dezember hat die russische Marine ihr drittes strategisches U-Boot der BOREK-Klasse in Dienst gestellt.

Die Feier für die VLADIMIR MONOMAKH fand bei der Bauwerft Sevmash in Sewerodwinsk am Weißen Meer statt. Noch vor Jahresende verlegte das U-Boot gemeinsam mit Schwesterboot ALEXANDER NEVSKIY in die U-Bootbasis Gadzhievo der Nordflotte. Von dort sollen beide U-Boote „demnächst“ unter dem arktischen Eis zur Pazifikflotte verlegen. In der Avacha Bucht auf der Halbinsel Kamtschatka sollen sie bei der 25. U-Boot-Division ihre neue Heimat finden.

Im September hatte die VLADIMIR MONOMAKH mit dem erfolgreichen Testschuss eines strategischen Flugkörpers Bulava das Haupthindernis für die Indienststellung genommen; im November schoss dann auch die ALEXANDER NEVSKIY einen solchen FK aus der Barentssee in ein Testgelände auf Kamtschatka. Beide Boote sollten eigentlich schon vor Jahresende zur Pazifikflotte verlegen. Dort aber verzögert sich offenbar der Bau der für sie vorgesehenen Liegeplätze und Wartungseinrichtungen. Im September hatte Verteidigungsminister Shoigu die neuen Anlagen besichtigt und sich öffentlich „sehr unzufrieden“ mit dem Baufortschritt und der örtlichen Bauaufsicht (Qualitätskontrolle) gezeigt.

Für die russische Marine, mehr noch aber für die Bauwerft Sevmash war die Übergabe der VLADIMIR MONOMAKH noch vor Jahresende nicht bloßes Routineereignis. Wie schon in der früheren Sowjetunion, ist der 31. Dezember eines Jahres wichtiger Stichtag für „Planerfüllung“ und Zuweisung von Mitteln. Mit Ablieferung der beiden BOREJ vor diesem Termin liegt die Werft damit im Plansoll. Zentrale Bedeutung hatten auch die letzten erfolgreichen Testschüsse beider U-Boote mit dem neuen strategischen Flugkörper Bulava. BOREJ und Bulava sind „auf Gedeih und Verderb“ miteinander verbunden. Die neuen U-Boote können aufgrund der Abmessungen ohne fundamentale Designänderungen keine anderen Flugkörper an Bord nehmen, und nach einer Serie von Fehlschlägen war lange Zeit unklar, wann, ja ob Bulava Serienreife erreichen würde.

Nun kann Sevmash auch mit dem Bau weiterer BOREJ beginnen. Noch mit den Unwägbarkeiten von Bulava behaftet, aber zunehmend unter Zeitdruck war Ende Juli mit der KNYAZ OLEG schon ein fünftes U-Boot dieses Typs auf Kiel gelegt worden. Direkt nach der Indienststellung der VLADIMIR MONOMAKH begann Sevmash am 26. Dezember mit dem Bau des sechsten Bootes, das den Namen GENERALISSIMUS SUVOROV erhalten soll. Noch in diesem Jahr soll auch der Bau des siebten und des zunächst letzten geplanten achten Bootes beginnen.

Die Entwicklung der BOREJ-Klasse reicht schon mehr als 20 Jahre zurück. Bereits 1996 hatte Sevmash das BOREJ-Typboot YURI DOLGORUKIY auf Kiel gelegt, das mit mehrjähriger Verspätung erst 2013 in Dienst gestellt werden konnte. Die nun zu bauenden neuen BOREJ müssen in ihrer Ausrüstung den zwischenzeitlichen technologischen Fortschritt reflektieren, und dies drückt sich in der Bezeichnung BOREJ-A aus. Das Basisdesign der getaucht fast 20.000 ts verdrängenden U-Boote bleibt allerdings fast unverändert, und wie die früheren Boote werden auch sie jeweils 16 Bulava an Bord mitführen (zwischenzeitlich waren für BOREJ-A auch 20 Bulava im Gespräch).
(ganze Nachricht, da Marineforum und nur kurz im Netz - noch mehr News auf der hp des MF und natürlich im neuen Heft)
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#7
http://www.businessinsider.in/Top-Gear- ... 859346.cms

Zitat:'Top Gear' Russia Accidentally Published An Image Of A Classified Submarine

Top Gear: ??????? ??????The classified "AC-12" submarine.

"Top Gear" Russia accidentally published an image of a secret Russian submarine.

The Russian edition of the automobile magazine published a photo of the classified "AC-12 Project," a nuclear deep-water submarine, nicknamed "Losharik" after a children's movie.

This was first reported by the unofficial blog of the Center for Analysis of Strategies and Technologies, and picked up Slon Media, which reached out to an expert for commentary.

Weapons expert Vasiliy Sichev told Slon that it's extremely likely that this is the secret submarine. He told the site:.....
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#8
http://www.marineforum.info/Wochenschau ... schau.html
Zitat:Im März 2013 hatte die russische Marine die Reaktivierung und Modernisierung von zwei U-Booten der SIERRA-I-Klasse angekündigt.

KARP und KOSTROMA sind die einzigen U-Boote der nukleargetriebenen SIERRA-I-Klasse. Beide waren Mitte der 1980-er Jahre im binnenländischen Nizhny Novgorod (200 km östlich von Moskau, an der Wolga) gebaut worden. Nach Überführung auf Inland-Wasserwegen wurden sie in Severodvinsk (Weißes Meer) fertig ausgerüstet und dienten dann bei der Nordflotte. Bestückt mit u.a. Marschflugkörpern SS-N-21 sollten sie vor allem US-Trägerkampfgruppen aus der Distanz bekämpfen, aber auch feindliche U-Boote jagen. Ihr aus einer Titanlegierung gefertigter Rumpf erlaubte Tauchtiefen bis zu 600m; die Geschwindigkeit bei Tauchfahrt wird mit 34 Kn angegeben.

Nur 10 Jahre nach Indienststellung wurde die KARP allerdings bereits in Severodvinsk aufgelegt. Im neuen Russland reichten die finanziellen Mittel offenbar nicht mehr für Reparaturen oder die fällige Neubefüllung ihres Reaktors. 1998 wurde das U-Boot schließlich formell außer Dienst gestellt. KOSTROMA blieb in Dienst, soll aber ebenfalls zunehmend materiell verfallen sein und fuhr wohl auch kaum noch zur See.

Beiden U-Booten schien keine Zukunft mehr beschert, aber im März 2013 kündigte die russische Marine überraschend an, KARP und KOSTROMA doch noch einmal zu reaktivieren. Bei der Zvezdochka-Werft in Severodvinsk sollten ihre Reaktoren neu befüllt und ihre Ausrüstung (Navigationssysteme, Sonaranlagen) modernisiert werden. Dahinter stand vermutlich die Erkenntnis, dass kein modernes Angriffs-U-Boot eine solche operative Tauchtiefe erreicht, und der Neubau von U-Booten mit Titanrumpf heute nicht mehr bezahlbar ist. Da die Rümpfe der beiden Boote offenbar noch in gutem Zustand waren, erhielt Zvezdochka im Mai 2014 den offiziellen Auftrag zur Wiederinstandsetzung der beiden SIERRA-I. Den Anfang sollte die KARP machen; sie sollte 2017 zur operativen Flotte zurückkehren.

Am 24. Februar berichteten russische Medien nun jedoch, Zvezdochka habe die Arbeiten an der KARP praktisch eingestellt („minimized“). Als wahrscheinlicher Grund werden ausstehende Zahlungen und Mittelkürzungen genannt – möglicherweise eine Auswirkung der aktuellen Finanzkrise (Ölpreisverfall, Rubelabwertung wg. Ukrainekrise), die zunehmend auch das russische Verteidigungsbudget belastet. Ob oder wann die Arbeiten an der KARP weitergeführt werden können, ist vorerst ebenso unklar wie das Schicksal des zweiten U-Bootes, KOSTROMA.
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#9
http://www.gmx.net/magazine/panorama/br ... d-30560828
Zitat:Brand auf russischem Atom-U-Boot in Werft - Keine Waffen an Bord
Aktualisiert am 07. April 2015, 19:00 Uhr
Funken bei Schweißarbeiten lösen einen Brand auf einem russischen Atom-U-Boot aus. Umweltschützer warnen: Der Vorfall ist ein "Alarmsignal".
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#10
http://www.marineforum.info/Daily_News/daily_news.html
Zitat:...
07 April

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RUSSIA
OSCAR-II class submarine OREL on fire at Zvezdochka (Severodvinsk) shipyard ... welding started fire to insulation in 9th compartment auxiliary engine room ... extinguished after several hours, reportedly by submerging OREL in her dock ... no weapons nor nuclear material on board ... reportedly no injuries ... extent of damage unclear though shipyard claims will have no influence to overhaul time table ... military prosecutor started formal investigation.
(rmks: in 2013 (dry-docked since April, 2014) had begun a 3.5-year complex overhaul/modernization incl. nuclear refuelling; thus claims that reactors shut down and no nuclear material nor weapons on board most likely true)

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