Kambodscha
#1
im Spekulationsstrang diskutieren wir über die Auseinandersetzung "Thailand vs. Kambodscha" - dabei haben wir für Kambodscha, das aus dem alten Khmer-Reich hervorgegaben ist (das wiederum war von siamesisch- laotisch-/vienamesischen Völkern zerstört worden) keinen eigenen Strang.
Also sollten wir uns einen solchen Strang zulegen, um Kambodscha selbst zu betrachten.
Vorab noch der Link auf unser Länderdossier und der Hinweis, dass sich China schon im letzten Jahrhundert als "Schutzmacht" der >roten Khmer< betätigt hat, und da bekommt dieser Bericht einen ganz anderen Aspekt:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.daserste.de/weltspiegel/beitrag_dyn~uid,irdwrs7xf1z5iqag~cm.asp">http://www.daserste.de/weltspiegel/beit ... qag~cm.asp</a><!-- m -->
Zitat:Kambodscha

Boom für die Eisenbahn

Sendeanstalt und Sendedatum: BR, Sonntag, 8. Mai 2011

näher an sich binden und seinen boomenden Export in Bewegung halten. Investoren aus aller Welt helfen dabei mit. So ist die Idee einer "transasiatischen Bahnstrecke" von Singapur bis nach China nicht nur ein romantisches Bahnliebhaberprojekt, sondern ein knallhart kalkulierter Wirtschaftsfeldzug Pekings.
...
(ach ja, und die thailändische Führungsschicht hat auch sehr gute Beziehungen nach Peking ...)
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#2
Eine interessante Momentaufnahme aus Kambodscha. Für gewöhnlich kommen nur wenige Neuigkeiten aus diesem Land, von manchem Khmer-Prozess mal abgesehen, aber dieser Beitrag zeigt, dass sich im Land im Stillen was tut, auch wenn es nicht im Interesse der Kambodschaner sein dürfte...
Zitat:Landraub in Kambodscha

Vertreibungen zur Erschliessung von Bauland und grossen Agrarflächen

Mehr als eine Million Kambodschaner sind davon bedroht, ihr Land zu verlieren. Die Profiteure dieses Landraubes sind oft Politiker und hohe Beamte. Die Europäische Union unterstützt die Landnahmen indirekt. [...] Denn häufig stehen einflussreiche Politiker, Beamte und Geschäftsleute hinter dem systematischen Landraub. Mehr als eine Million Kambodschaner sind davon bedroht, von ihrem Land vertrieben zu werden. [...]

Der Boeng-Kak-See ist ein besonders schlimmes Beispiel dafür, wie der Landraub funktioniert. Er liegt mitten im Zentrum von Phnom Penh. Bis vor wenigen Jahren befand sich an seinem Ufer ein grosses Backpacker-Viertel, mit Restaurants, Internetcafés und Hotels. Tausende von Personen haben in dem umliegenden Stadtteil gewohnt.

Bis die Regierung den See und das umliegende Gebiet an die Firma Shukaku verpachtet hat. Diese gehört Lao Meng Khin, einem Senator der Regierungspartei und engen Vertrauten von Ministerpräsident Hun Sen. Ein chinesischer Konzern soll hier Luxuswohnungen und ein modernes Geschäftsviertel bauen. Der erwartete Profit geht in die Milliarden. [...]

Und auch die Europäische Union fördert den Landraub. Denn viele Produkte, die auf den riesigen kommerziellen Agrarflächen angebaut werden, die im ganzen Land durch den Landraub entstehen, kann Kambodscha im Rahmen der «Alles ausser Waffen»-Initiative zollfrei in die EU exportieren, zum Beispiel Zucker. Was Entwicklungsländern den Marktzugang in die EU erleichtern sollte und als eine Form von Entwicklungshilfe gedacht war, schafft in Wirklichkeit einen weiteren Anreiz dafür, Menschen von ihrem Land zu vertreiben.

Zahlreiche Nichtregierungsorganisation kämpfen gegen die willkürlichen Vertreibungen. Eine von ihnen ist die «Cambodian Commission for Human Rights», deren Mitarbeiter in den vergangenen Wochen mehrmals von der Polizei bedroht worden sind...
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/landraub_in_kambodscha_1.13400511.html">http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/i ... 00511.html</a><!-- m -->

Schneemann.
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#3
die Billigindustrie aus China wandert inzwischen aus - in Richtung Süden:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.tagesschau.de/ausland/kambodscha278.html">http://www.tagesschau.de/ausland/kambodscha278.html</a><!-- m -->
Zitat:Konflikt in kambodschanischer Textilindustrie

Gezielte Schüsse auf Streikende

In Kambodscha ist die Militärpolizei mit Gewalt gegen streikende Textilarbeiter vorgegangen. Der Arbeitskampf dauert schon Wochen. Dabei ist die Textilindustrie das Rückgrat des Landes. Sie profitiert von der Ausbeutung der Arbeiter.

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Dass nun schwer bewaffnete Militärpolizei zum Einsatz kam, eskaliere die Lage, glaubt der Oppositionspolitiker Meach Chandara: "Soldaten sollen die Grenzen des Landes schützen, warum beschützen sie die Fabrik?" Das sei Aufgabe der Polizei.

Die Streiks in der wichtigen Textilindustrie bringen nun auch Hun Sen in Bedrängnis - den Mann, der Kambodscha seit 28 Jahren regiert. Er hat in dieser Zeit zweifellos für Jobs gesorgt und die ganz allmähliche Industrialisierung des Landes vorangetrieben. Doch Hun Sen lässt sich nicht gerne kritisieren, schon lange nicht von der Opposition um den ehemaligen Finanzminister Sam Rainsy, die ihm vorwirft, bei den letzten Wahlen im Juni betrogen zu haben.
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Stand: 03.01.2014 15:47 Uhr
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#4
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/proteste-in-kambodscha-demonstrationsverbot-fuer-die-opposition-1.1856001">http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/p ... -1.1856001</a><!-- m -->
Zitat:4. Januar 2014 08:11

Proteste in Kambodscha
Demonstrationsverbot für die Opposition


Die Lage in Kambodscha bleibt angespannt. Erneut löst die Polizei eine Kundgebung der Opposition auf, die die streikenden Textilarbeiter unterstützt. Nun mischen sich auch die USA in den Konflikt ein.
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Eine von der Regierung zugesagte Erhöhung auf 95 Dollar ab April lehnen die Gewerkschaften als unzureichend ab. In der Textilindustrie sind rund 650.000 Menschen tätig. 400.000 von ihnen nähen für internationale Modemarken.
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