"Glaubwürdigkeit" von Staaten
#1
Anläßlich der Rhetorik um den Syrienkonflikt denke ich in letzter Zeit häufiger mal über Begriffe wie "Glaubwürdigkeit", "Verläßlichkeit" u.ä. nach.
Meines Wissens hat Bismark mal etwas gesagt wie "Staaten haben keine Freunde, sondern Interessen" (bitte korrigiert oder präzisiert mich da ggf).
Nun wird im Moment viel über die Glaubwürdigkeit der USA gesprochen, welche angesichts einmal gezogener roter Linien auf dem Spiel stünde und so die Handlungsfreiheit (also in dem Fall die Freiheit, auf einen Angriff zu verzichten) der USA einschränkte.
Auch verlorene Glaubwürdigkeit in Zusammenhang mit dem schäbigen Theater um "WMDs im Irak" wird in letzter Zeit häufiger mal beweint.
Geschichte erklärt sich ja leicht aus den Interessen der Beteiligten, schwer dagegen mit Begriffen wie Glaubwürdigkeit, Freundschaft oder Ethik.
Man liest manchmal Formulierungen wie "Das können sich die [beliebige Nation einsetzen] politsch nicht leisten" - können sie nicht ? Sind die anderen sonst nachhaltig beleidigt ? Oder nur die, gegen deren Interesse das glaubwürdigkeitsgefährdende oder unethische Handeln verstößt ?
Welche Rolle spielen also solche Worte und Werte aus dem zwischenmenschlichen Miteinander in der handelnden Politik unter Staaten ?
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#2
Kompliment, gutes Thema.
Aus meiner Sicht ist es besser von einer unnützen Aussage zurückzutreten als stur "seine" Linie durchzuziehen. Bezogen auf die USA muss nicht hinter jeder Drohung auch eine Sanktion folgen, nur damit man seine Macht demonstrieren kann.
Wer sich selber und sein tun in Frage stellen kann, der verdient meinen Respekt. So gesehen find ich das eine erfreuliche Kehrtwende in der US-Politik dass man Worten nicht immer Taten folgen lassen muss. Wenn es eine Lösung dazwischen gibt, muss zumindest der Versuch unternommen werden, den zu gehen.

Es spielt keine Rolle, dass man von Leuten/Staaten dann ausgelacht wird. Deren Meinung darf nicht interessieren, man muss immer den richtigen Weg suchen und sich nicht von hämischen Kommentaren leiten lassen. Der viel zitierte Satz "kann ... sich das leisten", ist für mit die dümmste Aussage derer man sich leider immer wieder bedient (Presse, öffentliche Meinung) und Druck aufbaut ... leider Politiker dem Quatsch dann immer wieder folgen. So wird nicht selten nach der "wie werde ich in der Welt/Land/Stadt/Dorf gesehen" gehandelt, anstatt nach Kriterien die das wirkliche Problem betreffen.

Zitat:Welche Rolle spielen also solche Worte und Werte aus dem zwischenmenschlichen Miteinander in der handelnden Politik unter Staaten ?
Es ist genau gleich, die meisten Leute lassen sich aufgrund der Masse verbiegen. Vertreten in der Gruppe was völlig anderes, nur damit sie zur Gruppe gehören.
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