Verhältnis von Gesellschaft und Armee
#16
Bitte mehr billige Klischees.
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#17
Juhu schrieb:Bitte mehr billige Klischees.

Nun, also ich erlebe diese "Klischees" ständig real. Man hat in anderen Ländern ein ganz anderes "Lebensgefühl" - das habe ich mir mit Sicherheit nicht ausgedacht.

Beispiel:
Warum hört man wohl - selbst von Wirtschaftsexperten - allen Orten Verweise auf die "südländische Mentalität" und das dort manches anders läuft?

Wie kann es sein, dass ein "Cowboy" wie Bush hierzulande wohl nicht mal eine Lokalwahl gewonnen hätte, dank US-Mentalität aber Präsident werden konnte? Wink

Wer es immer noch nicht glaubt, dass es sowas wie "kulturelle Identität" gibt, soll sich z.B. mal mit Asien und der Mentalität und Kultur dort befassen (die ich nicht befürworte).

Und scheinbar bin ich nicht der einzige, der es so sieht - wenn auch von ganz anderen Standpunkten aus:
Quintus Fabius schrieb:[...]sucht im I-Phone 5 sein Heil und strapaziert seine Rechtsschutzversicherung im Streit mit dem Nachbarn/Vermieter/Arbeitgeber !!
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#18
Ich denke, das zwar das Verhältnis von Gesellschaft und Armee in Deutschland besser sein könnte, aber im Vergleich zu früher ist es ein deutlicher Fortschritt.
Früher, in den 50ern konnte man durchaus in einer Kneipe zusammengeschlagen werden, nur weil man deutscher Soldat war! Heute regt sich eigentlich niemand groß über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan auf, außer ein paar gutmenschlichen Pazifisten.
Diese sind zwar in der Minderheit, aber die Medien in ihrer Sensationsgier stellen sie ab und zu groß raus, obgleich sie nur noch eigentlich sinnentleerte Rituale zustandebringen.
Dabei sind sie allerdings nur ein Symptom eines Problems der Gesellschaft: Man macht es sich in seinem Sofa bequem und beschäftigt sich nicht mit unangenehmen Dingen. Es geht einem ja noch gut.
Ich habe meinem Vater einmal, nachdem er von einer Angeltour zurückkam geholfen, Makrelen auszunehmen. Mindestens 70 Stück habe ich im strömenden Regen ausgeweidet! Es hat mir Spass gemacht. Was ich allerdings mal sehen möchte sind all die Professoren und verwöhnten Bürger, wie sie wie ich damals jeder mindestens 70 Makrelen ausnehmen, während der Regen nur so vom Himmel fällt!
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#19
Quintus Fabius schrieb:Ich liebe nicht dieses Land, sondern diese Nation. Ein kleiner aber feiner Unterschied. Für die Deutsche Nation bin ich bereit alles zu tun oder zu erleiden.
Und nachdenken obs korrekt ist, liegt nicht drin? Meiner Meinung nach ist das die Stärke unserer Demokratien, dass wir auf die Strasse gehen können und den Kriegswahnsinn, auf den sich die Politiker da zum Teil einlassen, stoppen können. Das ist doch eine echte Errungenschaft gegenüber früher. Früher ist man für die Nation einfach gestorben, ohne zu hinterfragen ob man das Richtige macht. Das ist meiner Meinung nach etwas was ich bei vielen die das Militär hochhalten, hochgradig bedenklich find. Wenn man diese Ideologie wieder zurück in die Schule platzieren möchte, schaffst du schon die Doktrin dass du innerhalb der Nation das Richtige machst. Aber genau das ist es, was man den Menschen aberziehen muss. Wir machen nicht immer das Richtige, wir (unser Staat / ob Schweiz, USA oder Deutschland spielt keine Rolle) liegen oft völlig daneben mit unseren Weltanschauungen. Wir brauchen eine sich selbst hinterfragende Nation. Einfach einem Idioten nachlaufen, der grad die niedrigen Instinkte am besten bedient, ist häufig ein schlechter Ratgeber.

Zitat:Das wahre Problem zeigt sich dabei weit über die Ablehnung des Militärischen an sich hinaus. Die Klagesucht, die Kleinlichkeiten, die völlige Erstarrung der Gesellschaft sind eine Gesamtentwicklung die alle Lebensbereiche durchdringt und die sich überall negativ auf die Nation auswirkt.
Es gibt doch genug wichtigere Dinge zu tun, als sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Zuerst muss doch jeder mal das Geld erwirtschaften, damit er sich selbst ernähren und sich einige Dinge leisten kann. Unter anderem auch der ganze Militärapparat, du redest hier despektierlich über die Leute die dich finanzieren.

Zitat:Die Überbetonung der Formen vor den Inhalten, die zu starke Gewichtung der Justiz, des Legalismus und in der Folge dessen der Anwälte zerstört die Nation. Aber was für eine Geselllschaft wendet sich dem Legalismus den zu?
Es muss doch geregelt sein, wenn du in der freien Marktwirtschaft um Aufträge kämpfst. Der Staat muss dich primär mit der Polizei und Justiz schützen, damit jeder frei seiner Arbeit nachgehen kann. Das sind für dich vielleicht nabensächliche Dinge, aber jeder der in der Privatwirtschaft arbeiten geht, ist doch auf einen funktionierenden Rechtsstaat angewiesen. Wenn das zusammenbricht, hast du Anarchie, hast du keinen Handel mehr, niemand kann seine Produkte verkaufen ohne dass er um sein Leben fürchten muss und im Endeffekt hast du auch keine Steuerzahler mehr die dir die Armee finanzieren.

Zitat:Eine schwache! Eine elend schwache und feige Gesellschaft, die aus Mangel an Idealen, aus Mangel an Mythen und aus Mangel an Glauben an die Nation ihre Innere Leere durch seelenlose Gier nach Materiellem zu übertünchen versucht.
Die Proioritäten haben sich verschoben, weil es eine NATO gibt, weil wir Sicherheit im Westen haben, weil wir gefestigte Demokratien haben.
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#20
@phantom
Zitat:Und nachdenken obs korrekt ist, liegt nicht drin? Meiner Meinung nach ist das die Stärke unserer Demokratien, dass wir auf die Strasse gehen können und den Kriegswahnsinn, auf den sich die Politiker da zum Teil einlassen, stoppen können. Das ist doch eine echte Errungenschaft gegenüber früher.
Wo hat man denn je dadurch, das man auf die Strasse gegangen ist einen Krieg stoppen oder verhindern können? Wo wurden je - auch in einer Demokratie - Kriegsvorbereitungen aufgrund von Antikriegsprotesten abgebrochen?
Vielleicht sollte man mit einem Protestmarsch oder einer Lichterkette demonstrieren, wenn irgendwer in Deutschland einmarschiert... :wink:

Zitat:Früher ist man für die Nation einfach gestorben, ohne zu hinterfragen ob man das Richtige macht. Das ist meiner Meinung nach etwas was ich bei vielen die das Militär hochhalten, hochgradig bedenklich find.
Das ist eben Militär: Es geht nicht wirklich darum, möglichst viele Feinde zu töten, sondern darum für andere den Kopf hinzuhalten - nicht nur für Politiker und viele, die es vielleicht nicht verdienen, sondern auch für deine Familie und Freunde.
Kurz: Man opfert sich auf, engagiert sich, was heute leider zu selten geschieht.
Dabei kann man nicht ewig hinterfragen. Als Arzt oder Feuerwehrmann musst du auch häufig genug Menschen helfen, die du vielleicht nicht abkannst. Stell' dir mal vor, du hast da einen Obdachlosen, der nur so vor Alkohol stinkt - aber er braucht trotzdem deine Hilfe. Oder du sollst jemandem eine Herzmassage geben, um sein Leben zu retten - nur dieser "jemand" ist ein Neonazi...
Soll man da, nur weil es so bequem ist, "nein" sagen?

Zitat:Wenn man diese Ideologie wieder zurück in die Schule platzieren möchte, schaffst du schon die Doktrin dass du innerhalb der Nation das Richtige machst. Aber genau das ist es, was man den Menschen aberziehen muss.
In Deutschland machen wir genau das Gegenteil: Weil man meint, einen Fehler gemacht zu haben - wobei man vergisst, das man hinterher sowieso alles besser weiß - gewöhnt man sich das natürliche Selbstvertrauen ab, will krampfhaft alles umgekehrt machen und macht dann erst recht neue Fehler.
Wenn wir aber davon ausgehen das wir das Richtige machen, werden wir auch erfolgreich sein, weil wir das Selbstbewusstsein haben. Fehler darf man natürlich einräumen - wer macht keine? - aber man braucht sich nicht zu schämen.

Zitat:Zuerst muss doch jeder mal das Geld erwirtschaften, damit er sich selbst ernähren und sich einige Dinge leisten kann.
Vielleicht tragen die Dinge, über die sich Quintus Fabius mokiert gerade dazu bei, das sich leider zu viele Menschen nicht selbst ernähren oder auch verwirklichen können. Ich habe nämlich den Eindruck, das er ein ausgeprägtes soziales Gewissen hat...

Zitat:Es muss doch geregelt sein, wenn du in der freien Marktwirtschaft um Aufträge kämpfst.
Welche freie Marktwirtschaft? Sie hat zumindest versagt, ist eine Illusion oder vielleicht sogar eine Ideologie.

Zitat:Der Staat muss dich primär mit der Polizei und Justiz schützen, damit jeder frei seiner Arbeit nachgehen kann.
Wobei wir eine Justiz haben, die oft genug auch Willkür ausübt. Die starke Gewichtung der Justiz hat inzwischen auch dazu geführt, das wir Legionen von Anwälten haben die von ihrem Beruf nicht leben können. Gewiss, man kann sich z.B. auf Menschenrechte spezialisieren, für die man aber dort wo es dann wirklich auf sie ankommt nur einen Stoß mit dem Gewehrkolben übrig hat.

Zitat:Die Proioritäten haben sich verschoben, weil es eine NATO gibt, weil wir Sicherheit im Westen haben, weil wir gefestigte Demokratien haben.
Die NATO ist schon fast funktionslos geworden, und in Ungarn z.B. ist die Demokratie sehr gefestigt.
Ach ja, vor 1930 war Deutschland auch eine Demokratie, bis es wie viele andere Staaten dann rasch aufhörte eine zu sein.
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#21
Tiger schrieb:Wo hat man denn je dadurch, das man auf die Strasse gegangen ist einen Krieg stoppen oder verhindern können?
Der Vietnamkrieg zum Beispiel. Ohne der Druck der Strasse und der Medien wäre das doch nicht beendet worden.

Zitat:Wo wurden je - auch in einer Demokratie - Kriegsvorbereitungen aufgrund von Antikriegsprotesten abgebrochen?
Wie viele Kriege nicht geführt wurden, kann man nicht ermessen, da das in interne Beratungen entschieden wird. Es wurden sicher schon mehr potenzielle Kriege wieder verworfen, als wirklich ausgeführt wurden. Antkriegsproteste von nicht geführten Kriegen sind ja ziemlich sinnfrei, es gibt sie ja nicht, zu was denn protestieren. Klar kann man gegen was Imaginäres protestieren, aber da lassen sich keine Massen mobilisieren.

Zitat:die es vielleicht nicht verdienen, sondern auch für deine Familie und Freunde.
Kurz: Man opfert sich auf, engagiert sich, was heute leider zu selten geschieht.
Das denkt dein Gegner auch. Welchen Sinn macht das, wenn man nicht hinter einer guten Sache stehen kann? Wie z.B. Europa vor Nazideutschland bewahren, das war eine absolute Notwendigkeit / muss man jedem dankbar sein, der für die Befreiung sein Leben lassen musste.

Aber für Bush im letztne Irakkrieg (mit fingierten Beweisen) den Kopf hinhalten, oder all die getöten Iraker ... wo ist da der Sinn. Es geht doch immer um die Sinnfrage. Nicht um das "bedingungslos hinter einer Nation stehen". Regierungen machen schlimme Fehler, bei den grossen Nationen kann das katastrophale Auswirkungen haben. Da kann man doch nicht sagen, wir stehen immer für die Nation ein. Man muss für das Richtige einstehen und erst in zweiter Linie für die Nation.

Zitat:Als Arzt oder Feuerwehrmann musst du auch häufig genug Menschen helfen, die du vielleicht nicht abkannst.
Das machst du überall im Geschäftsleben, der Kunde ist König.

Zitat:Stell' dir mal vor, du hast da einen Obdachlosen, der nur so vor Alkohol stinkt - aber er braucht trotzdem deine Hilfe. Oder du sollst jemandem eine Herzmassage geben, um sein Leben zu retten - nur dieser "jemand" ist ein Neonazi...
Oh je, das geschieht doch nicht nur aus Nächstenliebe, grad Ärzte werden sehr gut bezahlt.

Zitat:In Deutschland machen wir genau das Gegenteil: Weil man meint, einen Fehler gemacht zu haben
Das wirst du doch wohl nicht bestreiten.

Zitat:gewöhnt man sich das natürliche Selbstvertrauen ab, will krampfhaft alles umgekehrt machen und macht dann erst recht neue Fehler.
Welche Fehler? Ihr macht doch aussenpolitisch wenig Fehler.

Zitat:Wenn wir aber davon ausgehen das wir das Richtige machen, werden wir auch erfolgreich sein, weil wir das Selbstbewusstsein haben.
Mmmh, Selbstbewusstsein ist schön und gut, aber ohne ein sich kritisch Hinterfragen, kann da nur ein Dummkopf bei rauskommen.

Zitat:Fehler darf man natürlich einräumen - wer macht keine? - aber man braucht sich nicht zu schämen.
Wer verlangt das von euch, dass ihr euch schämen müsst? Die Generation vorher, auf das sprichst du an? Die wäre ja dabei gewesen / hat das ermöglicht.

Zitat:Vielleicht tragen die Dinge, über die sich Quintus Fabius mokiert gerade dazu bei, das sich leider zu viele Menschen nicht selbst ernähren oder auch verwirklichen können. Ich habe nämlich den Eindruck, das er ein ausgeprägtes soziales Gewissen hat...
Ich schätze Quintus als logisch denkende Person ein, aber ein ausgeprägtes soziales Gewissen hat er nicht, nein eher das Gegenteil. Seine Logik basiert eher darauf, dass man den Abschaum entfernen muss, wenn ich es mal überspitzt formulieren darf.

Zitat:Welche freie Marktwirtschaft? Sie hat zumindest versagt, ist eine Illusion oder vielleicht sogar eine Ideologie.
Das braucht man nicht kommentieren.

Zitat:Die NATO ist schon fast funktionslos geworden
Weil sie so erfolgreich war. Alle wollen dabei sein, auch viele der ehemaligen Feinde. Das ist doch eine Erfolgsgeschichte die leider nie richtig gewürdigt wird.
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#22
@phantom
Zitat:Der Vietnamkrieg zum Beispiel. Ohne der Druck der Strasse und der Medien wäre das doch nicht beendet worden.
Eine ebenso idealistische wie unrealistische Sicht. Die USA zogen sich aus dem Krieg zurück, weil sich Südvietnam ihnen gegenüber selbst unmöglich machte, etwa durch die Verfolgung der Buddhisten. Die Vietminh waren aber auch nicht viel besser als die südvietnamesische Regierung, aber Nordvietnam war clever genug sie sich im Verlauf der Tet-Offensive selbst hängen zu lassen.
Die Medien spielten zwar eine Rolle, aber diese Entwicklung war schon vor den Protesten da und wäre auch ohne sie erfolgt.

Zitat:Wie viele Kriege nicht geführt wurden, kann man nicht ermessen, da das in interne Beratungen entschieden wird.
Also doch kein Druck der Strasse, wie du behauptest?

Zitat:Es wurden sicher schon mehr potenzielle Kriege wieder verworfen, als wirklich ausgeführt wurden.
Tatsächlich sind historisch betrachtet reine Angriffskriege sogar bemerkenswert selten.

Zitat:Wie z.B. Europa vor Nazideutschland bewahren, das war eine absolute Notwendigkeit / muss man jedem dankbar sein, der für die Befreiung sein Leben lassen musste.
Auch dem US-Soldat, der Juden nicht abkann, auf Reichsgebiet erstmal ein deutsches Mädchen vergewaltigt und paar Tage später erschossen wird?

Zitat:Da kann man doch nicht sagen, wir stehen immer für die Nation ein. Man muss für das Richtige einstehen und erst in zweiter Linie für die Nation.
Was ist denn "das Richtige"? Wenn nicht die Nation, dann die Ideologie, Religion,...
Beim Verteidigen einer Idee kann es erst recht abscheulich werden.

Zitat:Oh je, das geschieht doch nicht nur aus Nächstenliebe, grad Ärzte werden sehr gut bezahlt.
Sowas, erst predigst du Idealismus, dann gut gefüllte Geldbeutel.
Sicher, oft genug kommt erst das Fressen und dann die Moral, aber ein gut bezahlter Job entschädigt nicht unbedingt für Stress, Mangel an Freizeit...

Zitat:Welche Fehler? Ihr macht doch aussenpolitisch wenig Fehler.
Doch, auch Deutschland macht außenpolitisch Fehler.
Warum haben wir z.B. in unserem Pazifismus zugelassen das Namibia als unsere ehemalige Kolonie von Südafrika annektiert und vergewaltigt wurde? Da hätten wir eingreifen müssen, wenn nötig eben auf der Seite der Sowjets und Kubaner, um Namibia seine Unabhängigkeit, seine Möglichkeit eigene Wege zu gehen ermöglichen zu können.
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#23
Tiger schrieb:Die Medien spielten zwar eine Rolle, aber diese Entwicklung war schon vor den Protesten da und wäre auch ohne sie erfolgt.
Die Medien/Bevölkerung sind für Politiker im Westen sehr wichtig, Politiker müssen sich ja der Wahl stellen / wollen wieder gewählt werden, da kannst du doch nicht machen was du willst. Das ist wie permanente Schulnoten die publik gemacht werden / gelebte Kontrolle. Gibts keine Meinungs- und Pressefreiheit, kann der Machtapparat alles machen.

Zitat:Also doch kein Druck der Strasse, wie du behauptest?
Meine Güte, die Medien können ja nicht über etwas schreiben, was 5 Politiker im internen Rahmen für sich diskutieren. Die Presse kann ja nicht Hellsehen.

Zitat:Tatsächlich sind historisch betrachtet reine Angriffskriege sogar bemerkenswert selten.
Na ja, es gibt immer eine Partei die angreift ... alles andere ist schöngeschwafelter Mist. Dass Dritte dazu kommen und dem einen oder anderen helfen, kommt häufig vor. Aber einen Angreifer hat man in erster Instanz auf jeden Fall.

Zitat:Auch dem US-Soldat, der Juden nicht abkann, auf Reichsgebiet erstmal ein deutsches Mädchen vergewaltigt und paar Tage später erschossen wird?
Verfehlungen von einzelnen kannst du doch nicht mit Nationen vergleichen die ganze Länder überfallen und Gebiete annektieren. Was für ein schräger Vergleich, es geht doch drum, dass man nicht blindlings hinter der Nation/Führung hinterher läuft.

Zitat:Was ist denn "das Richtige"? Wenn nicht die Nation, dann die Ideologie, Religion,...
Beim Verteidigen einer Idee kann es erst recht abscheulich werden.
Bei einer Nation nicht? :roll: Das Richtige ist für die Rechte des Individuums zu kämpfen, Selbstbestimmung, Freiheit ... solche Dinge. Wenn man es jetzt auf die Schweiz bezieht, kann ich doch nicht bedingungslos hinter meiner Nation stehen, wenn das Volk die Minarette verbietet. Wenn bei uns in jedem zweiten Dorf eine Kirche mit einem 50m Turm steht ... mit welcher dümmlichen Logik verwehren wir anderen das Recht ihren eigenen Turm (Religion) zu bauen, wenn wir Religionsfreiheit in der Verfassung verankert haben?!
Ich muss doch nicht hinter jedem Bockmist stehen, was die eigenen Nation/Politiker/Volk vertritt. Das Richtige musst du für jeden Fall bestimmen, deine/meine Nation hat keinesfalls immer Recht.

Zitat:Sowas, erst predigst du Idealismus, dann gut gefüllte Geldbeutel.

Ich predige keinen Idealismus, ich predige dass du selber denken sollst, nicht einfach der "Nation" nachlaufen musst.

Zitat:Sicher, oft genug kommt erst das Fressen und dann die Moral, aber ein gut bezahlter Job entschädigt nicht unbedingt für Stress, Mangel an Freizeit...
Eigentlich ist es absurd über so was zu diskutieren. Das sind Privilegierte im System, da arbeiten andere mindestens so lang und bekommen nicht mal 20% von dem was Ärzte verdienen. Halbe Arbeitszeit und halber Lohn für die Ärzte, das wäre eine gute Lösung für die Patienten (viele Flüchtigkeitsfehler wegen übermüdeter Ärzte) und die ewig jammernden Weisskittel (im Detail muss man den einen Ärzten extrem viel wegnehmen, anderen wenig).

Zitat:Warum haben wir z.B. in unserem Pazifismus zugelassen das Namibia als unsere ehemalige Kolonie von Südafrika annektiert und vergewaltigt wurde? Da hätten wir eingreifen müssen, wenn nötig eben auf der Seite der Sowjets und Kubaner, um Namibia seine Unabhängigkeit, seine Möglichkeit eigene Wege zu gehen ermöglichen zu können.
Eingreifen an der Seite der Sowjets und Kubaner, soso ... und du bezeichnest mich als weltfremd. :mrgreen:
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#24
Meine Logik ist, dass Fehler so oder so nicht vermieden werden können, völlig gleichgültig ob man seine Nation ständig kritisch hinterfragt, gar keine Nation hat oder dieser "blind" folgt.

Die Frage ist daher für mich weniger wie man diese Fehler vermeiden könnte, sondern auf welche Weise eine Gesellschaft die Folgen dieser Fehler zu kompensieren vermag?!

Welche Gesellschaft, welche Gruppe von Menschen hält die Folgen der unvermeidbaren Fehler eher aus? Ein zu schnellem Entschluss unfähiger haufen von alles hinterfragenden Individualisten? Oder eine Gruppe mit hoher Kohäsion aufgrund eines diese Gruppe massiv durchdringenden gemeinsamen Mem?

Krisen, Probleme, die Folgen der Fehler also können gemeinsam leichter bewältigt werden als allein. Das eine geschlossene Gruppe einem haufen von Individuen überlegen ist, zeigt sich gerade eben in Krisensituationen.

Die Frage ist also für mich primär, mit welcher Methode man die Kohäsion einer Gruppe von Menschen erhöhen kann. Die Nation als Idee ist hier eine mögliche Methode, sie ist bewährt, hat praktisch schon vielfach funktioniert und ist besonders einfach anwendbar. Da andere mögliche Methoden in der heutigen Zeit und angesichts der Umstände wahrscheinlich nicht mehr implementierbar sind, ist die Erhöhung des National-Gedankens die zur Zeit und für uns am ehesten geeignete Möglichkeit, die Gesellschaft auf die vor ihr liegenden Krisen vorzubereiten.
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#25
Quintus Fabius schrieb:Meine Logik ist, dass Fehler so oder so nicht vermieden werden können, völlig gleichgültig ob man seine Nation ständig kritisch hinterfragt, gar keine Nation hat oder dieser "blind" folgt.
In der Politik ist ja nicht Eile angesagt, es kann alles gut überdacht werden.

Zitat:Welche Gesellschaft, welche Gruppe von Menschen hält die Folgen der unvermeidbaren Fehler eher aus?
Du meinst ein pseudoelitäres Häufchen?

Zitat:Ein zu schnellem Entschluss unfähiger haufen von alles hinterfragenden Individualisten?
Letzteres ist gelebte Demokratie. Der Entscheid dauert länger, stimmt. Führt aber nicht zu vielen katastrophalen Fehlern mit Diktatoren / Alleinherrschern ... .

Zitat:Oder eine Gruppe mit hoher Kohäsion aufgrund eines diese Gruppe massiv durchdringenden gemeinsamen Mem?
Diese effizienteren Gruppen gibts ja in der Demokratie auch, Firmen, Armee u.s.w.. Aber mit einer solchen Führungsstruktur sollte man keine grundsätzlichen Dinge bestimmen können.

Zitat:Krisen, Probleme, die Folgen der Fehler also können gemeinsam leichter bewältigt werden als allein.

Klar, aber wieso soll man über fundamentale Dinge nicht abstimmen dürfen?

Zitat:Das eine geschlossene Gruppe einem haufen von Individuen überlegen ist, zeigt sich gerade eben in Krisensituationen.
Militärisch schon, intellektuell aber nicht. Deutschland war vor dem 2.ten Weltkrieg auch eine weitestgehend homogene Einheit, der Feind sah man geschlossen im Ausland. Dass man sich von innen vergiftet hat, hat man gar nicht mehr realisiert, beseelt von der Einheit und das alle für das Richtige einstehen. Wäre das heute mit der Demokratie möglich, ich glaube nicht.
Klar hat man militärischer Kraft/Einheit eingebüsst, aber in der Summe ist es viel besser für Deutschland sich auf die starke Wirtschaft, Demokratie und Eigenverantwortung zu stützen, als auf einen riesigen Militärapparat. Schlussendlich verhindert nicht die Demokratie Auslandeinsätze wie du sie dir vielleicht vorstellst, es ist schlicht die Realität und die ernüchternden Ergebnisse die man heute mit Bodeneinsätzen noch einfahren kann.

Zitat:Die Frage ist also für mich primär, mit welcher Methode man die Kohäsion einer Gruppe von Menschen erhöhen kann.
Wie erhöht man Kohäsion am ehesten? In dem man den Leuten ein leistungsfähiges Wirtschaftssystem ermöglicht. Eine Aussicht sich im Leben auch was leisten / aufbauen zu können. Sein Leben nicht selbst bestimmen zu wollen, entsteht doch primär aus einer Hoffnungslosigkeit, Armut, Perspektivlosigkeit. Dass das einen Armeeangehörigen nicht gross kümmert, ergibt sich einfach daraus, weil er Staatsangestellter ist und sein Lohn sowieso erhält. Er macht sich gar keine Gedanken drüber, wie der Topf mit dem Essen auf den Tisch kommt ... er ist einfach da (Am Ende des Monats erhalt ich ja den Sold vom Staat). Deshalb beschäftigt man sich lieber mit Dingen wie dem fehlenden National-Gedanken.

Zitat:Da andere mögliche Methoden in der heutigen Zeit und angesichts der Umstände wahrscheinlich nicht mehr implementierbar sind, ist die Erhöhung des National-Gedankens die zur Zeit und für uns am ehesten geeignete Möglichkeit, die Gesellschaft auf die vor ihr liegenden Krisen vorzubereiten.
Wieso denn? Du kannst doch globale Probleme wie die Erderwärmung (bestreitest du vermutlich) nicht national lösen. Das Finanzsystem ist mit den global operierenden Unternehmen auch grosses Problem geworden, wie kann man die Steuerfragen (Gerechtigkeitsfragen) lösen. Da läuft einiges nicht so wie es sollte. Da kannst du dich lang auf die Nation einschwören, bringt leider nicht viel, wenn du etwas Gerechteres einführst, verreisst der Unternehmer an einen günstigeren Standort.

Ich zumindest bin sehr froh, dass um mich herum sehr viele vernünftige Staaten, Bürger gibt. Was nützt mir ein hochgerüsteter Nachbar? Dann muss ich doch auch wieder unglaublich viel in Rüstung investieren.
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#26
Die Klimaveränderung ist ein Musterbeispiel ! das perfekt meine Argumentation stützt:

Mit Gelaber, ständigem Hinterfragen, Pseudo-Demokratie, Plutokratie und Individualistischem Getue hat man jede Chance vertan, die Klimaveränderung noch abzuwenden. Meiner Überzeugung nach kann man die Klimaveränderung nun nicht mehr abwenden, es ist zu spät.

Folglich müssen wir uns auf die daraus resultierenden Folgen einstellen, uns also hier und heute, jetzt auf die Klimaveränderung und ihre Auswirkungen vorbereiten. Das bedeutet Vorräter anlegen, Redundante Strukturen schaffen, den Katastrophenschutz erheblich ausbauen und stärken, die Deiche deutlich erhöhen, zum Teil auch zurück legen, die Küstenstädte wie Hamburg und Bremen entsprechend umbauen, sich auf die Flüchtlingsströme aus anderen Ländern vorbereiten usw usw usw unendlich viel Arbeit !!

Und das ständige Hinterfragen, alles in Frage stellen, Zaudern und die nur dadurch mögliche Plutokratie parasitärer "Eliten" der "freien" Wirtschaft verunmöglichen selbst dies.

So wurde durch den grassierenden Individualismus der heutigen Sozialkultur sowohl die Klimaveränderung nicht verhindert, wie auch die Vorbereitung auf die Folgen derselben unmöglich gemacht. Das gefährdet eventuell schon mittelfristig das Überleben dieser Gesellschaft.

Zitat:Diese effizienteren Gruppen gibts ja in der Demokratie auch, Firmen, Armee u.s.w.. Aber mit einer solchen Führungsstruktur sollte man keine grundsätzlichen Dinge bestimmen können.

In erfolgreichen Firmen werden grundsätzliche Dinge auch nicht der gesamten Belegschaft zur Abstimmung vorgelegt. Effiziente Gruppen sind immer begrenzte Oligarchien mit einem gewissen Einfluss eines oder mehrerer fähiger Primus inter Pares. Diese Struktur wäre auch gesamtgesellschaftlich überlegen und für unser weiteres Überleben (auf Dauer auch physisches Überleben) eigentlich zwingend erforderlich.

Zitat:Wie erhöht man Kohäsion am ehesten? In dem man den Leuten ein leistungsfähiges Wirtschaftssystem ermöglicht. Eine Aussicht sich im Leben auch was leisten / aufbauen zu können. Sein Leben nicht selbst bestimmen zu wollen, entsteht doch primär aus einer Hoffnungslosigkeit, Armut, Perspektivlosigkeit.

Heute ja, weil die Sozialkultur dergestalt ist. Sein Leben nicht selbst bestimmen zu wollen, kann aber auch aus anderen Motiven heraus erfolgen, beispielsweise aus einer Idee heraus an die man mit voller Überzeugung glaubt.

Die meisten Menschen wollen aber ihr Leben so oder so gar nicht selbst bestimmen und tun dies auch praktisch nicht. Selbst diejenigen welche es wollen, können es nicht, weil unsere moderne Gesellschaften insgesamt in erheblichem Umfang unfrei sind.

In Deutschland darf ich zwar über die Regierung schimpfen, aber dass wars dann auch schon im Vergleich mit diversenen Diktaturen, wo die kleinen Freiheiten wiederum deutlich größer sind als in Deutschland, wo mir Behörden und der Staat weitgehend mein Leben vorschreiben. Wo ich weder bauen darf wie ich will, noch Land nutzen darf wie ich will, noch überhaupt irgend was darf, wenn es nicht vom Staat detailliert geregelt ist.

Für den einfachen Bürger der BRD würde selbst eine reinrassige Diktatur kaum Veränderungen in seinem Leben bedeuten.

Man erhöht die Kohäsion zudem nicht durch Wohlstand. Lauter wohlhabende reiche Individuen sind trotzdem nur Individuen. Gesellschaften funktionieren nicht durch Wohlstand, sie funktionieren durch gemeinsam geteilte Mythen, durch Ideen. Wohlstand ist aber keine Idee und daher als einigendes Band untauglich, zumal Wohlstand immer relativ empfunden wird und im Gegensatz zu einer reinen Idee keine länger andauernde Erfüllung zu bieten vermag.

Ein leistungsfähiges Wirtschaftssystem ist natürlich zwingend notwendig: als Grundlage militärischer Macht und Möglichkeiten einer Nation. Als Selbstzweck oder nur zum Zweck der Bereicherung aber ist es nicht ausreichend, um den Zusammenhalt einer Gesellschaft zu bewerkstelligen.

Deutschland ist Reich ! und trotzdem zerfällt bei gleichzeitig immer noch zunehmendem Wohlstand die deutsche Gesellschaft mit immenser Geschwindigkeit, während man früher bei Kohl, Kartoffeln und Kohlebriketts noch deutlich geschlossener war.
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#27
Das Thema ist hier schon älter und zwischenzeitlich ist in der Ukraine ja einiges passiert. Könnte die neue (bislang nur politische) Eiszeit zwischen der Nato und Moskau das Verhältnis der deutschen Bevölkerung zu ihrer Armee verändern?

Inzwischen mehren sich in den Medien ja so langsam (auch wenn sie noch sehr leise sind) die Stimmen, die darauf hinweisen das die Bundeswehr nicht mehr fähig zur Landesverteidigung ist.
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#28
Meiner Meinung nach nein (ausgehend vom weiter bestehen des Status Quo), weil die Medien sich in absehbarer Zeit auf etwas neues stürzen werden und die Krim schon nächstes Jahr für die Menschen hierzulande irrelevant sein wird.

Der Anti-Militarismus ist in der deutschen Gesellschaft inzwischen tief verwurzelt. Um diese üblen Wurzeln auszureißen müsste schon etwas drastisches Geschehen, was direkt den Wohlstand hierzulande auf der Stelle deutlich spürbar einschränkt.

Beispielsweise ein ausgewachsener Krieg zwischen der Ukraine und Russland mit vollständigem Zusammenbruch der Gaslieferungen nach Deutschland (als minimum).
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