Kernkraft in Europa
#1
Anlässlich der Katastrophe in Japan haben wir zwei Stränge neu belebt:
=> allgemein die globale Diskussion um "neue Atomkraftwerke" (global gesehen)
=> speziell die Diskussion um "Atomkraft in Deutschland"
In beiden Strängen wird immer wieder die europäische Ebene am Rande erwähnt, etwa in dem Sinn, dass bei einem Verzicht Deutschlands dann halt die Franzosen ein paar Kraftwerke an die deutsche Grenze stellen würden oder
tienfung schrieb:...

Z.b. was brings hier kein AKW mehr zu haben und in Osteuropa gibs ne Menge Meiler die schon Vorgestern am besten abgeschaltet werden hätten solln.
...
Nun haben die AKWs in Osteuropa gerade eben nichts mit den deutschen AKWs zu tun. Ich denke daher, es würde der Trennschärfe der Diskussion gut tun, wenn wir europäische Probleme auch auf europäischer Ebene diskutieren würden.
Und da fang ich mal an mit zwei Meldungen als Antwort auf die zitierte Meinung von "tienfung":
http://www.faz.net/s/RubB08CD9E6B087466 ... ntent.html
Zitat:Nach Japan-Katastrophe
EU-Staaten planen Stresstests für Kernkraftwerke
In europaweiten „Stresstests“ wollen die 27 EU-Länder alle Risiken von Atomkraftwerken bei Naturkatastrophen wie Erdbeben und Hochwasser neu bewerten. Das gab der Energiekommissar Oettinger nach einem Energieministertreffen bekannt.


Von Hendrik Kafsack

15. März 2011

Die EU-Staaten unterziehen die europäischer Atomkraftwerke einer Sicherheitsprüfung. ...
http://www.tagesschau.de/ausland/atomkraft222.html
Zitat:Konsequenzen aus GAU in Japan
"Stresstest" für Europas Atomkraftwerke

Die Atomkraftwerke in der EU sollen sogenannten Stresstests unterzogen werden. "Es geht um eine Neubewertung aller Risiken", sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger nach einer Konferenz mit Vertretern der Mitgliedsstaaten, Aufsichtsbehörden und der Atomindustrie in Brüssel.
...

Stand: 15.03.2011 19:14 Uhr
(wenn de "Stresstest" so wird wie bei den Banken .... Arrow :| )
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#2
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 38,00.html
Zitat: 21.03.2011

Fukushima und die Folgen
Fünf EU-Länder fordern europaweiten Atom-Ausstieg

Atomkraft? Nein, danke! Nach der Katastrophe in Fukushima drängen offenbar fünf EU-Länder auf einen europaweiten Ausstieg aus der Kernenergie - darunter Österreich und Luxemburg. Heftigen Widerstand gibt es vor allem aus Frankreich und Deutschland.
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#3
http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1 ... 39,00.html
Zitat: 02.04.2011

EU-Energiekommissar Oettinger hält Abschaltung weiterer Atomkraftwerke in Europa für wahrscheinlich

EU-Energiekommissar Günther Oettinger geht davon aus, dass in Folge des europaweiten Stresstests weitere Atomkraftwerke vom Netz gehen müssen. "Wenn es unvorstellbar wäre, dass bestimmte Kernkraftwerke abgeschaltet werden, könnte man den Stresstest ja gleich sein lassen", sagte Oettinger in einem Interview mit dem Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL.
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#4
http://www.ftd.de/politik/international ... tml?page=6
Zitat:21.04.2011, 15:00
Einkäufer aus dem Reich der Mitte
Chinas Milliarden-Shoppingtour durch Europa

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Bulgarien - ... Bau eines Atomkraftwerks (geplant)
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#5
Ui Confusedhock:

Ich nehm mal an die meinen nicht Benele sondern ein neues was nicht in einer Erdbebenzone steht?
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#6
Heute vor 10.000 Jahren geschehen...
Zitat:25 Jahre nach dem Super-GAU von Tschernobyl

Gedenken an eine beispiellose Katastrophe

In der Ukraine, Russland und Weißrussland ist in Gottesdiensten an die Atomkatastrophe von Tschernobyl erinnert worden. Im Mittelpunkt des Gedenkens standen abermals die Liquidatoren, die am Unglücksreaktor zu Aufräumarbeiten eingesetzt waren. Der überschwängliche Dank klang in ihren Ohren wie Hohn.
http://www.tagesschau.de/ausland/tschernobyl170.html

Schneemann.
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#7
http://www.de.rian.ru/society/20110426/258950349.html
Zitat:Putin: Tschernobyl ist eine Lehre für die Welt
Thema: 25 Jahre Tschernobyl-Atomkatastrophe

14:39 26/04/2011
MOSKAU, 26. April (RIA Novosti).
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#8
Denke, das passt hier am Besten. 3 der schweizerischen Kernreaktoren stehen sehr nah an der Grenze zu Deutschland.

Zitat:Die Schweiz baut keine Atomkraftwerke mehr

(tsf./sda) Die Schweiz soll aus der Atomenergie aussteigen. So möchte es der Bundesrat. Er hat sich dafür ausgesprochen, dass die bestehenden Atomkraftwerke am Ende ihrer Betriebsdauer nicht ersetzt werden. Er geht dabei von einer Betriebsdauer von 50 Jahren aus. Das erste AKW müsste demnach 2019 vom Netz, das letzte 2034.

Im Jahr 2019 soll Beznau I abgeschaltet werden. Beznau II und Mühleberg sollen 2022 folgen, Gösgen 2029 und Leibstadt 2034.

Quelle: http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/s ... 99185.html

Der Fukushima-Effekt schlägt also voll zu. Vor der Katastrophe in Japan war der baldige Ausstieg kein Thema, also hätte es eine weitere Serie von Kernkraftwerken gegeben, um die alternden Reaktoren zu ersetzen (insbesondere Mühleberg und Beznau). Ein Ausstieg vor Fukushima wäre wohl politisch nicht mehrheitsfähig gewesen, auch im Hinblick auf CO2-neutrale Stromerzeugung und steigenden Stromverbrauch. Nun ist alles anders. Obwohl es sicher Bekenntnisse in Richtung erneuerbarer Energien geben wird, wird man in der Schweiz wohl mindestens ein Gas-Kombikraftwerk bauen, um den Atomstrom zu kompensieren.
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#9
http://www.ftd.de/politik/europa/:refer ... 64588.html
Zitat:13.06.2011, 15:25
Referendum in Italien
Berlusconi räumt Niederlage in Atom-Abstimmung ein


Die Italiener zog es in Massen an die Urnen, und sie straften Silvio Berlusconi für seinen Zickzackkurs in der Energiepolitik ab: Der Ministerpräsident gibt sich bereits vor Schließung der Wahllokale geschlagen und sieht keine Zukunft mehr für AKWs in seinem Land.
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#10
Zitat:Frankreich zieht erstmals Atomausstieg in Erwägung

Paris (Reuters) - Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima will nun auch die französische Regierung erstmals einen Atomausstieg prüfen lassen. Energieminister Eric Besson betonte am Freitag allerdings, dies sei lediglich eine von mehreren Optionen für das Land und nicht das, was die Regierung anstrebe.

Besson kündigte eine Studie zur Energieversorgung bis 2050 in Frankreich an, welche den Komplett-Ausstieg aus der Atomkraft als ein Szenario mit untersuchen soll. Auch die Halbierung der Atomstrom-Produktion wird darin geprüft. "Wir werden alle möglichen Szenarien für den Energiemix prüfen lassen", sagte Besson dem Radiosender Europe 1. Allerdings sei der Ausstieg nicht angestrebt: "Das ist nicht das Ziel der Regierung oder des Präsidenten, aber wir können auch nicht irgendetwas ausschließen."
http://de.reuters.com/article/worldNews ... OH20110708

Schneemann.
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#11
Passt hier in den Strang vielleicht auch ganz gut rein; immerhin hat es ja mit Atomkraft zu tun und zudem finanziert Europa ja einen Großteil des Projekts...
Zitat:25 Jahre nach dem Super-GAU

Neuer Tschernobyl-Sarkophag kann gebaut werden

25 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl will die Ukraine mit dem seit langem geplanten Bau eines neuen Sarkophags um den explodierten Reaktor Tschernobyl beginnen.

Nach Angaben von Präsident Wiktor Janukowitsch sind inzwischen genügend Spendenzusagen eingegangen. Die Arbeit an dem 740 Millionen Euro teuren Projekt könne noch in diesem Jahr starten und bis 2015 abgeschlossen sein, teilte das Außenministerium in Kiew mit. Ein Sprecher der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung erklärte, internationale Geldgeber hätten bislang 670 Millionen Euro zugesagt. Veranschlagt sind Kosten von 740 Millionen Euro. Der Rest soll in den kommenden Jahren zusammenkommen.
http://www.tagesschau.de/ausland/tschernobyl184.html

Schneemann.
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#12
http://www.faz.net/artikel/C31325/nach- ... 79267.html
Zitat:Nach Fukushima
Briten schließen Teil der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield

Die britischen Atombehörden wollen einen Teil der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield stilllegen. Indirekt ist dies die Folge der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima.

04. August 2011 ....
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#13
http://www.tagesschau.de/ausland/akwfrankreich102.html
Zitat:Französische Behörden erklären Vorfall für beendet
Offene Fragen nach Explosion in Atomanlage

Offiziell ist der Fall abgeschlossen: Bei der Explosion in einer Atomanlage im südfranzösischen Marcoule starb ein Mensch. Aber es trat keine Radioaktivität aus - so die Behörden. Doch der Vorfall wirft Fragen auf. So ist von einer atomaren Kettenreaktion die Rede, was bei Umweltschützern Entsetzen auslöst.

Von Johannes Duchrow, WDR-Hörfunkstudio Paris

Der Unfall ist abgeschlossen. Es gab keine radioaktive Verseuchung - weder innerhalb der Fabrik, noch außerhalb. Diesen Schlusspunkt zog die französische Atom-Sicherheitsbehörde ASN vier Stunden nach dem Unfall.
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Ein Arbeiter starb, vier wurden verletzt.
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Das Innenministerium sprach davon, dass weder für Beschäftigte Gefahr bestand, noch Anwohner aufgefordert worden seien, sich in Gebäuden aufzuhalten.

Eine Betriebsärztin berichtete dagegen aus ihrem Büro: "Wir bleiben im Gebäude eingesperrt. Wir dürfen nicht raus. Die Fenster dürfen auf keinen Fall geöffnet werden, wir dürfen nicht essen oder trinken. In den 15 Jahren, in denen ich hier arbeite, passiert das zum ersten Mal."
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Die Atomanlage Marcoule im Rôhnetal beherbergt mehrere stillgelegte Reaktoren, die französische Armee hat hier das Plutonium für die französischen Atombomben bearbeitet. Außerdem stellt der staatliche Atomgigant Areva hier sogenannte Mischoxyd-Brennelemente mit Plutionium (MOX-Brennstäbe) her.

Stand: 12.09.2011 18:03 Uhr
also alles ganz harmlos - ungefahr so gefährlich wie wenn ein Hofhund mal bellt ... :evil:
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#14
http://www.tagesschau.de/ausland/atomausstieg236.html
Zitat:Koalitionsverhandlungen
Belgien fasst Atomausstieg ab 2015 wieder ins Auge

Belgien will von 2015 an aus der Atomkraft aussteigen. Darauf haben sich die Verhandlungspartner der künftigen Regierungskoalition in Brüssel geeinigt - und damit ein lange in Frage gestelltes Gesetz aus dem Jahr 2003 bestätigt.
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Stand: 31.10.2011 09:55 Uhr
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#15
Zitat:Nachbesserungen bei französischen Atomkraftwerken

Absicherung gegen "völlig unwahrscheinliche Szenarien"

Was wäre, wenn alle Staudämme der Alpen brechen? Eine Vorstellung, die zwar nicht wahrscheinlich ist. Aber nach der Katastrophe von Fukushima müssten auch solche Szenarien bedacht werden, so der Chef des französischen Instituts für nukleare Sicherheit. Frankreichs AKW müssen daher nachrüsten. [...]

Kein einziges französisches Atomkraftwerk kommt ohne Nachbesserungen davon. Trotzdem beruhigt der Chef des Instituts für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit (IRSN), Jaques Repussard: "Die Anlagen entsprechen insgesamt den strengen Sicherheitsauflagen", betonte er. Kein französisches Atomkraftwerk müsse jetzt abgeschaltet werden.

Auf 500 Seiten machen seine Experten Vorschläge, wie die Anlagen noch sicherer gemacht werden können. Durch die Katastrophe von Fukushima habe man sich Szenarien ausdenken müssen, die beim Bau der Meiler als völlig unwahrscheinlich eingeschätzt wurden und deswegen nicht bedacht worden seien, so Repussard: "Wir haben beispielsweise durchgespielt, was wäre, wenn alle Staudämme der Alpen brechen und das Rhônetal überflutet werden würde. Das ist kaum vorstellbar - aber nach Fukushima müssen wir darüber nachdenken. Deswegen schlagen wir vor, einen zusätzlichen Sicherheitsmantel über einige Anlagen zu bauen."
http://www.tagesschau.de/ausland/akwfrankreich106.html

Schneemann.
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