Brittaniens neuer Nationalismus
#1
Beobachte seit längerem eine Tendenz der Briten ihr altes "Weltreich" wieder aufleben zu lassen. Halte es durchaus für einen Grund einen neuen Thread zu starten verzeiht mir wenn ich was falsch mache.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2010 ... senpolitik

Zitat:Großbritannien will "maximalen Einfluss in der Welt"

Die neue Regierung in London will trotz massiver Einsparungen ihren weltweiten Einfluss ausdehnen. Die EU sieht der britische Außenminister Hague dabei in einer untergeordneten Rolle...

Nur noch zu reagieren, sei eine Strategie für Länder im Niedergang, und dazu zähle sich Großbritannien ganz sicher nicht. Für seine Rede wählte Hague bewusst den Grand Locarno Room, einen prachtvollen Saal aus der Zeit des Britischen Empire....

Dafür hat Großbritannien nach den Worten des konservativen Politikers beste Ausgangsbedingungen. Zum Beispiel hätten Millionen Briten Familienbeziehungen nach Indien, Pakistan oder Afrika. Die chinesische Elite schicke ihre Kinder an britische Universitäten. In Indien lernten zurzeit 250 Millionen Schüler und Studenten Englisch. Das alles müsse Großbritannien noch viel besser für sich nutzen....


Die Europäische Union hatte Hague nach 20 Minuten noch kein einziges Mal erwähnt. Später verwendete er die Formulierung "Gruppierungen wie die EU". Er sagte außerdem: "Die EU ist dann am Besten, wenn sie sich als flexibles Netzwerk versteht, deren Mitglieder das Beste aus dem machen, was jedes einzelne Land zu bieten hat."...

Man bemerke das diese Rede eine grundsätzliche war.
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#2
Zitat:Halte es durchaus für einen Grund einen neuen Thread zu starten verzeiht mir wenn ich was falsch mache.
Ähm, kann man schon, aber bitte beachte, dass Du den Thread im Streitkräfte-Bereich eröffnet hast und nicht im Politik-Bereich, wo er rein von der Thematik hingehört :wink:
Hab ihn mal verschoben. Falls sich daraus eine Diskussion ergibt, bleibt er offen.
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#3
:oops: upps hab nicht so genau hingesehen.

lg
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#4
Exirt schrieb:....

Zitat:....
Die Europäische Union hatte Hague nach 20 Minuten noch kein einziges Mal erwähnt. Später verwendete er die Formulierung "Gruppierungen wie die EU". Er sagte außerdem: "Die EU ist dann am Besten, wenn sie sich als flexibles Netzwerk versteht, deren Mitglieder das Beste aus dem machen, was jedes einzelne Land zu bieten hat."...

Man bemerke das diese Rede eine grundsätzliche war.
dazu http://www.sueddeutsche.de/politik/gros ... a-1.969297
Zitat:02.07.2010, 19:39
Großbritannien
Mehr EU, weniger USA

Die neue britische Regierung ändert ihren außenpolitischen Kurs. Unter Außenminister William Hague ist das "besondere Verhältnis" zu den USA so besonders nicht mehr. Die Beziehungen zur Europäischen Union sollen aufgewertet werden.
...


Fortan soll gelten, was Hague das "aufgeklärte nationale Interesse" nennt: Britische Außenpolitik, soll das heißen, muss britischen Interessen dienen, und dazu wird der Kreis der Freunde und Verbündeten neu sortiert und erweitert. Bemerkenswert ist dabei dreierlei: das einst "besondere Verhältnis" zu den USA ist so besonders nicht mehr, die Beziehungen zur Europäischen Union sollen deutlich aufgewertet werden, und Kontakte zu aufstrebenden Schwellenländern wie China, Indien, Brasilien oder Indonesien erhalten Vorrang.
....

Camerons erste Auslandsreisen führten ihn nach Paris, Berlin und Brüssel. Die Priorität, welche die eigentlich so euroskeptischen Tories mit dieser Wahl der Europäischen Union einräumten, ist einerseits dem proeuropäischen liberalen Koalitionspartner geschuldet, andererseits einem neuen Realitätssinn. Denn in London hat man erkannt, dass man ohne die Partner jenseits des Kanals nicht viel erreicht in der Welt, und dass man gegen sie nur in die Isolation gerät.

Wenn Hague nun ankündigt, die Zahl britischer Vertreter und Diplomaten in der EU zu erhöhen und sich fallweise um Bündnisse mit kleineren EU-Mitgliedern in Mittel- und Osteuropa zu bemühen, dann signalisiert er damit nicht nur Realitätssinn sondern auch Normalität: Paris, Rom, Berlin und Warschau agieren in Brüssel nicht anders.
...
natürlich wird das Zeit brauchen - auch die Erkenntnis, dass das Empire inzwischen ohne starke Verbündete auf die Ausmaße einer mittteleuropäischen Mittelmacht geschrumpft ist. Und auch danach stellt sich für die Briten die Frage, wo sie mehr profitieren - von den USA oder der EU.
Bei der EU wären die Briten gleichberechtigte Mitspieler auf "Augenhöhe" mit Frankreich und Deutschland, in der Verindung mit den USA wären die Engländer nicht mal relevante Juniorpartner. Aber letzendlich muss GB selbst entscheiden, auf welche Seite des Atlantiks es eher gehört.
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#5
Zitat: In einer Rede vor der UN-Vollversammlung hat Queen Elizabeth II. das Commonwealth für eine Führungsrolle innerhalb des Staatenbundes vorgeschlagen. Die Welt brauche zur Lösung ihrer Probleme eine klare Führung und das Commonwealth sei dazu in der Lage. ...

http://www.shortnews.de/id/839242/Queen ... ebernehmen

mfg
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#6
@Erich
Zitat:auch die Erkenntnis, dass das Empire inzwischen ohne starke Verbündete auf die Ausmaße einer mittteleuropäischen Mittelmacht geschrumpft ist.
Wobei auch jede Menge Rivalen geschrumpft sind - allen voran Russland, aber auch die USA, Frankreich, Deutschland...
Die einzigen Rivalen, die an Stärke zugenommen haben sind China und vielleicht auch Indien, die aber weit abseits liegen. Im Vergleich zu anderen Mächten in seiner Nähe hat Großbritannien schon dadurch das sie "geschrumpft" sind vielleicht an Stärke gewonnen.
Ein neues Empire würde allerdings keinen Sinn machen, schon weil der Kolonialismus als Konzept auf lächerlich schwachen Füßen stand - und das wissen die Briten.
Großbritannien muss nur seine Stärke ausbauen...

Zitat:Bei der EU wären die Briten gleichberechtigte Mitspieler auf "Augenhöhe" mit Frankreich und Deutschland
Wobei man von "Europa" aus immer wieder beim Versuch Handel zu treiben oder sogar in seiner bloßen Existenz bedroht wurde.
Mit solchen will man "auf Augenhöhe" agieren? Da kann man sehr leicht über den Tisch gezogen werden - Nein, vielen Dank!
Heute ist man - nach Deutschland - größter Beitragszahler in die EU und hat nichts davon.

Zitat:in der Verindung mit den USA wären die Engländer nicht mal relevante Juniorpartner
Wobei Großbritannien immer mehr auf Distanz zu den USA geht.
Ach ja, so traditionell gut ist die Verbindung zwischen Großbritannien und den USA nicht: Noch in den 1920ern drohte Krieg zwischen beiden Staaten.

Zitat:Aber letzendlich muss GB selbst entscheiden, auf welche Seite des Atlantiks es eher gehört.
Es gehört auf seine eigene Seite. Wieso soll es sich Brüssel oder Washington DC unterwerfen?
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#7
Zitat:Im wieder aufgeflammten Streit zwischen Großbritannien und Argentinien um die Falkland-Inseln im Südatlantik hat der britische Premierminister David Cameron den Ton verschärft. Der Konter ließ nicht lange auf sich warten.
...
Britischer Premier geht Argentinien scharf an: Verbaler Falkland-Krieg – Cameron poltert - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/politik/ausland/bri ... 04325.html
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