Atomkraft in Deutschland
#61
Oh Mann. War ja klar das man mit den Fingern auf andere zeigen wird Big Grin.

Die Altparteien sind die beste Comedy in Deutschland...
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#62
http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C ... ntent.html
Zitat:Kernkraftwerke
RWE klagt gegen Stilllegung der Atommeiler
Der Energieversorger RWE will nach Informationen der F.A.Z. an diesem Freitag eine Klage gegen die Verfügung der Bundesregierung einreichen, seine Atommeiler stillzulegen. Eine Klage hat nach Ansicht von Juristen zur Folge, dass der Betreiber seine Kraftwerke sofort wieder hochfahren könnte.

Von Joachim Jahn, Andreas Mihm und Manfred Schäfers

31. März 2011 ...
aber nur das wollte die Bundesregierung doch erreichen - ein Moratorium über die Landtagswahlen hinaus, und - wann waren die doch gleich wieder? :twisted:
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#63
Das war eh klar. Die Verlängerung der Laufzeiten wurde quasi vertraglich mit den Energie-Konzernen geregelt. Und damit kann es eingeklagt werden. Das wurde gemacht, damit keine andere (SPD-) Regierung das so ändern kann; wie es die CDU mit den "rot-grünen Gesetzen" gemacht hat. Das war das perfide an der Verlängerung der Laufzeiten und nicht die Verlängerung selbst. Die CDU hat das deutsche Volk hier verkauft; und die Energie-Konzerne können das einklagen.
Das was die CDU gemacht hat, wäre vergleichbar, wie wenn die Grünen in BW jetzt einen Vertrag mit Greenpeace machen würden, dass Greenpeace xx Mrd Euro bekommt, wenn die abgeschalteten Kraftwerke wieder ans Netz gehen.
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#64
die Klage alleine wäre ja noch akzeptabel - aber der nächste Schritt kommt auch schon:
http://www.faz.net/s/Rub469C43057F8C437 ... ntent.html
Zitat:Klage gegen Stilllegung
RWE droht mit Wiederanfahren von Biblis

Nachdem RWE Klage gegen die vorläufige Abschaltung von Biblis A eingereicht hat, droht der Konzern nun damit, das Atomkraftwerk wieder hochzufahren. Solange dies nicht verboten werde, gehe man davon aus, dass eine Gefährdung nach dem Atomgesetz nicht bestehe.


01. April 2011 ....
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#65
Ich bin ja mal gespannt wie Schwarz/Gelb da wieder raus kommen will. Das Moratorium ist eine Sache, aber nachdem in allen drei Parteien sich plötzlich überzeugte Atomkraftbefürworter über Nacht ne Norwegerpulli übergeworfen haben und nun öffentlich auf der Klampfe Protestlieder gegen die AKWs anstimmen ... egal wie man zur Atomkraft steht, nicht nur Fukushima ist außer Kontrolle. Union und FDP sind es auch.
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#66
da nehmen sich Unbekannte der Endlagerfrage an und dann ist es auch wieder nicht recht ...
http://www.sueddeutsche.de/politik/nrw- ... -1.1080647
Zitat:NRW: Atommüll
Brennelemente aus Forschungsreaktor vermisst


03.04.2011, 14:18

Der Landesregierung von NRW sind mehr als 2000 Brennelementekugeln aus dem Forschungszentrum Jülich abhandengekommen. Die Behörden schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu. Aus dem Atommüll ließen sich mehrere schmutzige Bomben bauen.
...
reichlich spät, dass man was merkt ...
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 57,00.html
Zitat: 03.04.2011

Ausstieg aus Kernkraft
Schwerer Abschied von der Atomrepublik

Von Stefan Schultz

Raus aus der Kernkraft! Über diesen Kurs sind sich alle Parteien einig. Doch damit die Vision wahr wird, ist eine radikale Wende nötig, mit weitreichenden Folgen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Deutschland braucht den ganz großen Energiekonsens - eine Skizze, wie dieser aussehen könnte.
...

Der Atomausstieg erfordert einen Umbau historischen Ausmaßes. Es bedarf einer Weiterentwicklung der Energieversorgung, die die Fundamente der deutschen Gesellschaft verändert. Nötig sind:
...
(wenn das keine Investitionen sind, die Arbeitsplätze schaffen ... was dann?
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#67
Das erschreckende ist eigentlich, dass es keinen Plan B gibt. Unsere ganzen überbezahlten Chefs in Industrie und Politik haben nicht das geringste Konzept, was zu tun ist, wenn die eine oder andere Energiequelle ausfällt. Wofür kriegen die Herren Millionen in den Rachen geworfen, wenn nicht fürs vorausschauende Planen? Fürs day-to-day business sicher nicht. Das macht ein Sachbearbeiter für 2.000 € Netto im Monat.
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#68
Jetzt sind die Atommeiler schon seit Tagen vom Netz, und ich merk immer noch nicht, dass die Lichter ausgehen - war wahrscheinlich auch nicht zu erwarten, da Deutschland in den letzten Jahren rund 10 % seiner Stromerzeugung exportiert hat.
Quelle: http://www.bdew.de/bdew.nsf/id/DE_Brutt ... 0040020.To
Zitat:Bruttoerzeugung
2007: 637,3 Mrd. kWh (davon 140,5 Mrd. aus der Kernenergie)
2008: 637,3 Mrd. kWh (davon 148,8 Mrd. aus der Kernenergie)
2009: 596,8 Mrd. kWh (davon 134,9 Mrd. aus der Kernenergie)

Stromexport:
2007: 63,4 Mrd. kWh
2008: 62,7 Mrd. kWh
2009: 54,8 Mrd. kWh
Also wäre ein "Plan B" auch nicht erforderlich - nur der Ausbau von standortgerechten dezentralen regenerativen Energien wäre nötig, um mit einem steigendem Bedarf "mit zu halten".
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/i ... -1.1083511
Zitat:Interner Streit um Ausstiegspläne
Revolte gegen Atomkonzerne


10.04.2011, 17:58

Von Markus Balser

Ein Machtkampf, der einer Revolution gleichkommt: Mitten in der Debatte über die Zukunft der Kernkraft entbrennt in Deutschlands Energiebranche heftiger Streit. Die Verteidiger der Atomenergie sind regelrecht isoliert. Das schwächt ihre Schlagkraft.

...
Am Wochenende löste eine überraschende Kehrtwende des Bundesverbands der Deutschen Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) Entsetzen in der Atombranche aus. Der Branchenverband spricht sich jetzt offen für einen "schnellen und vollständigen Ausstieg aus der Kernenergienutzung" aus - gegen den Willen der Atomkonzerne im Verband. Möglichst schon 2020, spätestens aber entsprechend den Vorgaben des rot-grünen Ausstiegsbeschlusses in den Jahren 2022 bis 2023 soll nun auch nach dem Willen der Energiebranche der letzte der 17 deutschen Reaktoren vom Netz gehen. So beschloss es der BDEW auf einer außerordentlichen Sitzung.
...

Die Dominanz der großen vier in der deutschen Energiewirtschaft schade der Energiewende und müsse ein Ende haben, heißt es in Verbandskreisen.

Revolte der Kleinen

Die vier großen Energiekonzerne beherrschen fast 80 Prozent des Marktes. Der BDEW vertritt rund 1800 Versorger unterschiedlicher Größe, unter ihnen lokale und kommunale Energieunternehmen. Sie sahen die von Schwarz-Gelb beschlossenen Atom-Laufzeitverlängerungen schon in der Vergangenheit kritisch.
...

Zudem geraten die Atombefürworter in den eigenen Unternehmen immer stärker in die Kritik. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen werde RWE-Chef Jürgen Großmann nun auch intern für seinen "starren Atomkurs" kritisiert. Auf der Hauptversammlung Ende April werde sich Großmann auch von Investoren kritische Stimmen anhören müssen, hieß es weiter.
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#69
In Asse sollten dringend die Grenzwerte angehoben werden, um eine sichere Lagerung auch weiterhin zu gewährleisten:

Zitat:Stark erhöhte Radioaktivität im Atommülllager Asse gemessen

Wert 24 Mal höher als erlaubte Freigrenze

Im maroden Endlager Asse bei Wolfenbüttel ist in 750 Meter Tiefe die Cäsium-Aktivität deutlich gestiegen. Der gemessene Wert liege 24 Mal höher als die erlaubte Freigrenze, erklärte das Bundesamt für Strahlenschutz.

weiter auf heute.de
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#70
Ich hab letztens in einer Reportage gehört, dass das Problem nicht die Erzeugung der Energie ist, sondern die Verteilung. Viele Kraftwerke, die ernauerbare Energien nutzen, haben schlicht keine Möglichkeit die Energie in ausreichendem Maße ins Netz zu speisen.
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#71
Jein, das Netz ist tatsächlich nur für eine Handvoll zentraler Kraftwerke ausgelegt. Dazu kommt das sich z.B. bei der Windenergie das Problem ergibt, das bei Starkwind soviel Energie anfällt, das die Netzkapazitäten einfach nicht ausreichen.
Aber zB bei Solarenergie stellt sich das Problem meines Wissens nach nicht.

Das Problem ist aber an sich irrelevant. Das deutsche Stromnetz ist ohnehin überaltert und muss erneuert werden. Ob man es nun gleichzeitig auch dezentralisiert ist da nicht so der Pferdefuß. Nur die großen Megatrassen die eben zB die Windenergie von der Küste und die Wasserkraft aus Norwegen in den Süden bringen sind ein Problem. Wer die vor die Haustür gestellt kriegt, ist verständlicherweise nicht gerade darüber erfreut.
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#72
in wiefern ist das auch ein Problem der technischen Auslegung der Kohle- und Gaskraftwerke?
Denn technisch sollte man das in der Lage sein die Leistung ohne Verluste herunterzufahren wenn genug z.B. Windkraft zur Verfügung steht und umgekehrt hochfahren wenn gerade kein Wind dreht.
Das würde zwar in gewissen Maße Überkapazitäten bei fossilen Kraftwerken bedeuten aber auf diese Art und Weise würde man z.B. keine größeren Investition in Speicher brauchen.
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#73
Siehst du schon richtig. Technisch gar kein Problem solang man sich für größere Erdgaskraftwerkskapazitäten (sind extrem flexibel) erwärmen kann. Da wird dann zwar immer über die große Abhängigkeit von Russland geheult, aber die (Teil)-Lösung Erdgasterminal taucht bestenfalls mal am Rande auf. Dazu kommt ein simpler Umstand der dem Zusammenspiel Solar- und Windenergie zuträglich ist. Scheint keine Sonne weht meist mehr Wind, weht mehr Wind scheint meist weniger Sonne. Die beiden Techniken ergänzen sich ganz gut.

Wir leben halt nicht mehr in den 90ern wo man mal ein Bürgerwindrad irgendwo in der Pampa aufgestellt hat, dessen Wirkungsgrad einem Kinder-Windrädchen entsprochen hat. Da hat sich schon ziemlich viel getan. Sowohl Quantitativ wie Qualitativ.

Was Speichertechniken angeht - das ist für mich persönlich erst mal Zukunftsmusik. Es gibt da einige interessante Ideen (Druckluft-Speicher beispielsweise), aber momentan sollte man sich lieber mit der vorhandenen Technik befassen. Und schon da ist eine Menge möglich, wenn man die Sache großformatig angeht. Damit hat man schon mal genug zu tun und wird genug Kapazitäten erzeugen um weiteren AKWs in den Ruhestand schicken zu können.
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#74
Die großen Trassen sind grundsätzlich auch kein Problem, wenn man sie unter die Erde legt. Wenn man sie überirdisch baut - weils vieleicht ein paar Cent billiger ist - gibts natürlich Probleme. Dabei sind die unterirdischen Leitungen wesentlich sicherer, langlebiger und verbrauchen keine landwirtschaftlichen oder anderen Flächen. Und vermutlich sind sie noch nichtmal teurer, da man nicht die riesigen Masten stellen muss.
Ein Teil des Problems ist auch, dass sich die großen Energie-Unternehmen, wie die Axt im Walde benehmen; als ob sie noch irgendwo im Absolutismus leben würden. Die Anwohner werden nicht gefragt und es wird einfach was drauflos gebaut. Und dann wundert man sich, wenn es Proteste gibt. Dabei hätte man dem einfach aus dem Weg gehen können, indem man einfach mal einen Nachmittag eine Informationsveranstaltung gemacht hätte.
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#75
Zitat:Zehntausende Demonstranten umzingeln Atomkraftwerke

An zwölf Kernkraftwerken in Deutschland haben am Osterwochenende mehrere Zehntausend Menschen für einen Ausstieg aus der Atomenergie demonstriert. Insgesamt waren mehr als 100.000 Demonstranten für Frieden und gegen Atomkraft auf der Straße.

http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...28,00.html
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