Al Qaida vor den Toren Europas
#1
Ein krasser Artikel, der durchaus "shocking" ist:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 40,00.html

Zitat:Terroristen in Nordafrika
Al-Qaidas Wüstenkiller eröffnen neue Front gegen Europa
...
Westliche Geheimdienste schlagen Alarm: In der Wüste Westafrikas sammeln sich immer mehr Anhänger Osama Bin Ladens. Mit Geiselnahmen, Morden und Terror gegen die Bevölkerung schafft sich al-Qaida eine neue Basis - womöglich auch für Anschläge in Europa.

Ich poste es im Europaforum, da Europa das Ziel sein dürfte. Im "Welt"forum geht der Strang verloren.
(Sollte der Moderator dies anders sehen - bitte verschieben)

MMn ist das beschriebene Problem ein sehr starkes Argument für die Marine 2 oder 3 Docklandungsschiffe á la Mistral oder MHD200 anzuschaffen.

Es könnte auch eine Option sein, das dort aufkommende Problem als Argument für einen Abzug aus Afghanistan zu nutzen. Tenor: Wir machen das in Afrika, ihr Amerikaner kümmert euch um Afghanistan.

Außerdem kann man schwerlich von den Amis verlangen auch noch die europäischen Touristen aus West-Sahara, Mauretanien und Marokko zu befreien.
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#2
Das ist eigentlich schon länger bekannt.

Auch in der Sahelzone gibt es eigentlich überall Islamistische Gruppen die dort zunehmend an Macht gewinnen.

Es gibt deshalb schon seit Jahren immer mehr Aktionen des US Militärs oder Anderer Kräfte unter US Führung gegen die Islamisten.

Interessant in diesem Kontext sind die seit Jahren andauernden Unruhen bei den Stämmen der Tuareg in der Sahelzone und die Uranfrage !

Wenn man nun den Begriff Vor den Toren Europas verwendet, dann sollte man bedenken, daß Islamisten die sich zur Al Quaida zählen (die sogenannte Weiße Al Quaida) auch in Bosnien vertreten sind.
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#3
Der Threadtitel wurde von mir abgeändert, heißt jetzt nur noch "vor den Toren Europas".
Dann kann man hier kompakter diskutieren.

Mir war diese Problematik übrigens bisher nicht bekannt. Ok, das es dort Entführungen gibt schon, das die alle Moslems sind auch, aber das die jetzt beginnen sich mit System zu organisieren, das ist eine neue Dimension für mich.
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#4
Die "Al Kaida" (bzw das so bezeichnete Phänomen) hat seine historischen Wurzeln in Ägypten. Und Ägypten liegt bekanntlich in Nordafrika.
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#5
@Mondgesicht

Vielleicht könnte dich der Artikel interessieren:

Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Al-Qaida_im_Maghreb

Schneemann.
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#6
Danke für den Tipp Schneemann. Ich hatte das mit den Entführungen damals zwar mitgekriegt, aber eher unter "normale Entführung durch Berber" abgetan.

Und ich hatte den Artikel oben auch eher so verstanden, das die Quelle des Übels in der Nordwestsahara liegt, in einer Gegend also, die man Recht gut mit dem Heli mit Zusatztanks (Deutsche Marine), oder mit einem Jäger vom Träger aus (Italien/Spanien/Frankreich) angreifen kann.
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#7
Aus welchem Grund sollte man in die Westsahara fliegen und ein paar Bomben abwerfen? Ist das nicht a) krank b) Terrorismus und c) sinnlos?
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#8
Shahab3 schrieb:Aus welchem Grund sollte man in die Westsahara fliegen und ein paar Bomben abwerfen? Ist das nicht a) krank b) Terrorismus und c) sinnlos?
Wenn man dort Trainingscamps identifizieren könnte, wäre nichts von alledem.
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#9
Wenn, dann handelt es sich erstmal um Trainingscamps eines ideologischen Feindes. Mehr nicht.

Nach Deiner Logik wäre es ja ebenso legitim eine deutsche Polizeischule in die Luft zu sprengen. Das sind Trainingscamps ideologischer Feinde der Nordafrikaner.

Man kann natürlich der gesamten Welt den Krieg erklären, aber wie sinnvoll ist das?

Und so würde ich mal ganz frech und direkt behaupten, dass man mit Dummheit und Dampfhammern keinen Terror bekämpft, sondern allenfalls fördert und anlockt.
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#10
Shahab3 schrieb:Nach Deiner Logik wäre es ja ebenso legitim eine deutsche Polizeischule in die Luft zu sprengen. Das sind Trainingscamps ideologischer Feinde der Nordafrikaner.
Äh, wir reden aber von Al-Qaida, die der westlichen verdorbenen Welt den Kampf angesagt hat und diese vernichten will?

Die Polizeistation in Nieder-Luckenwalde hat diese Absicht wohl kaum.
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#11
Genau genommen schon. Die Polizeischule in Nieder-Luckenwalde besteht durchaus auch mit der Absicht, die Welt der Al Quaida zu zerstören.

Diese deutsche Polizeischule ist genau genommen ein Teil eines Systems, dessen Ziel die Vorherrschaft westlicher Werte und westlicher Kulturinhalte über denen anderer Kulturen ist.

Genau so wie die Islamisten unsere Welt als verkommen einordnen, ordnen wir ja die Welt der Islamisten genau so als Übel ein.

Und daher ist es ja eben unser Ziel, diese Welt der Islamisten zu vernichten. Weil das was die wollen böse ist und das was wir wollen natürlich folgerichtig gut ist.

Aber ganz genau genommen ist die Frage wer Gut ist oder wer Böse ist völlig egal.

Am Ende gibt es Sieger und Verlierer. Das ist das einzige was zählt.

Die Islamisten sind also nicht Böse, sie sind Feinde die wir vernichten müssen weil sie nicht siegen dürfen.
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#12
Doch, sie sind böse. Völlig egal, wie man "böse" jetzt definiert, wir sollten es schlicht und einfach als böse definieren, wenn Leute gesteinigt, geschächtet, geköpft oder verstümmelt werden, nur weil irgendwem irgendwas von anderen nicht in den Kram passt. Und es ist schon etwas gewagt, eine deutsche Polizeischule, auch wenn sie natürlich Teil eines bestimmten Systems ist (nämlich eines westlich-demokratischen), mit einem anderen, "bösen" System auf eine Stufe zu stellen, nur weil man einen reinen Systemgegensatz umreißen will.
Zitat:Und daher ist es ja eben unser Ziel, diese Welt der Islamisten zu vernichten. Weil das was die wollen böse ist und das was wir wollen natürlich folgerichtig gut ist.
Richtig.

Schneemann.
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#13
@Shahab
Sinnlos wäre es auf keinen Fall. Ein AQ-Lager weniger ist ein Lager weniger, und das bedeutet erst mal verlorene Ressourcen und Personal.

Außerdem sind deutsche Polizeischulen eben NICHT Trainingslager des ideologische Feinde der Nordafrikaner, wie kommst du denn darauf? Wir stehen mit keinem Land dort im Krieg oder Konflikt

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Allerdings könnte man, sollte man so etwas zufällig entdecken, einfach bei dem entsprechenden Land anklopfen und sie bitten, da mal aufzuräumen. Wenn man einfach bombardiert, könnte es diplomatische Schwierigkeiten geben. Zumal das alles verbündete Staaten sind, die eine einsatzfähige Armee haben.
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#14
Abstrakt betrachtet sind beide Einrichtungen - das Trainingslager und die Polizeischule - zum Training und zur Ausbildung von Sicherheitskräften gedacht. Und unter bestimmten Umständen bedeuten die jeweils ausgebildeten Sicherheitskräfte auch eine Gefährdung der jeweils anderen sozialen Ordnung/angestrebten und so geschützten sozialen Ordnung. Nämlich dann, wenn die ausgebildeten Kämpfer aus den Schulungscamps nach Europa gehen oder in einem der derzeitigen hot spots wie Somalia, Jemen oder gar Afghanistan auftreten oder wenn die Polizisten aus der Polizeischule in internationalen Missionen wie in Afghanistan eingesetzt werden.

Abseits aller Emphase und normativer Bewertungen, die ja immer wie Quintus ganz richtig sagte, akteursspezifisch und kontextspezifisch sind, sind es eben Ausbildungslager von Sicherheitskräften, die für eine je bestimmte soziale Ordnungsvorstellung das Gewaltmonopol sichern sollen.

Daher ist Quintus Position schon die reflektiertere, die analytischere. Schneemann bekräftigt die entsprechend westlich konnotierten Begriffsverständnisse von böse, wohingegen Quintus im Rahmen eines Gesamtüberblicks klar macht, dass zentral nur die Konfrontation und inhaltlich differierenden und entgegengesetzten Positionen beider Ordnungsvorstellungen sind, weil ja nunmal auch selbst bei uns das, was heute böse ist, normal war.

Ergo: Sicher, wir sind verfeindet mit dem radikalen Islamismus. Aber um da auch Quintus etwas zu verwässern: Der Kampf ist ja vor allem ein innerislamischer und selbst für Al Quaida geht es nicht nur gegen den Westen sondern auch gegen die Verräter im eigenen Lager, in der islamischen Welt: Schiiten, autoritäre Freunde des Westens, weichgespülte Möchtegernmuslime (in ihrer Sicht). Also hat der radikale Islam noch mehr Feinde als nur den Westen.
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#15
Zitat:Sicher, wir sind verfeindet mit dem radikalen Islamismus. Aber um da auch Quintus etwas zu verwässern: Der Kampf ist ja vor allem ein innerislamischer

Um so besser für uns, wenn der Kampf auch ein Innerislamischer ist.
Darüber hinaus ändert aber dieser innerislamische Kampf nichts daran, daß wir Siegen müssen. Was umgekehrt bedeutet, daß der Feind verlieren muß.

Nur ein bißchen Schwanger zu sein geht hier nicht.

Feinde müssen vernichtet werden. Vernichtung bedeutet die nachhaltige Auslöschung der feindlichen Meme.
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