Radikalisierung der Gesellschaft
#1
Ich bin sehr intressiert, und verfolge das Geschehn eigentlich tagtäglich in den Medien (Zeitungen, TV und Internet) aber in letzter Zeit stelle ich in der Schweiz eine generelle Zunahme von einer Radikalisierung in der Gesellschaft fest . Dies in verschiedenen Bereichen, zum einen sind es diese Holligans die ein friedliches Fussballfest in Schlachtfeld verwandlen, zum anderen ist es die zunehmende Gewaltbereitschaft in der Öffentlichkeit, Schule und Freizeit. Es spielt keine Rolle was ob Alkohol, Agressivät und Gewalt, es wird irgenwie alles extremer. Nun die meisten denken sicher der werte Gunmen hat vielleicht nicht mehr alle Tassen im Schrank.., Nun ich bin ja nicht Gesellschafts- oder Gewaltforscher oder Sozialarbeiter, und bin sozusagen an der "Front". Aber ich denke das ein grosses Gewaltpotential in unserer Gesellschaft (nicht nur CH und BRD!!) schlummert. Es liegt sicher nicht nur an den Egoshooter wie Bioshock und Call of Duty, das blödes pädogoisches Geschwätz, ausser man spielt 24h diese Games, wie ein Robert Steinhäuser, und hat womöglich Zugang zu Waffen.Dies hat sicher verschiedene Faktoren, aber langsam bereit es mir schon Gedanken ,wenn z.Bsp wie bei diesen Jungs aus Zürich ( ich komme nicht von dort, dies nur noch zur Anmerkung..!) wahllos auf Pasanten einprügeln, und sie beinahe umbringen. In Zukunft werden dies vermutlich die grössere Bedrohung sein als die Al Quaida von "Gespenst" Bin Laden, die zunehmende Gewaltbereitschaft, verbunden mit einer Vielzahl von Komponeten (Arbeitslosigkeit, Perpektivloskeit usw.) Die Polizeikräfte muss auf dies vorbereitet sein um einen völligen Zusammenbruch der Gesellschaftlichen Strukturen, der bereits schleichend im Gange ist, vorbereitet sein. Ich bin für harte drakonische Strafen. Fussball-Rowdys sollte man zu Zwangsarbeitsähnliche Haft verurteilen. Notorische Raser sollte man mit einem Lebenslänglichem Fahrverbot belegen,und sie sollten ein Spezialsteuer zahlen. Aber ich bin nicht Politiker( bei diesen Strafen würde mich ja keiner wählen...!!), aber es braucht ganz klar andere effektiver Ansätze, auch in der Justiz und im Straf-/Massnahmenvollzug.Sothats ist, mich würden noch andere Meinungen intressieren!!!!! :o :o Big Grin Big Grin
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#2
Gunmen schrieb:Ich bin sehr intressiert, und verfolge das Geschehn eigentlich tagtäglich in den Medien (Zeitungen, TV und Internet) aber in letzter Zeit stelle ich in der Schweiz eine generelle Zunahme von einer Radikalisierung in der Gesellschaft fest .
Wer radikalisiert sich hier? Die Gesellschaft oder doch eher die Medien? Wenn ich sehe, wieviel Zuwendung solche Clowns wie die Sauerlandbomber bekommen, dann freue ich mich darüber, in was für einem sicheren Land ich lebe. Laut Statistik sinkt in Deutschland die Zahl der schweren Verbrechen kontinuierlich, während die Zahl der Medienberichte zunimmt.
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#3
Die Radikalisierung einer Gesellschaft kann man meistens dann feststellen, wenn größere Umbrüche, die zugleich Angst, Unwissenheit oder Besorgnis bei einem Teil der Menschen mit sich bringen, bevorstehen oder eintreten. Ich bin jetzt kein Sozialarbeiter oder Psychologe, aber als Historiker kann ich dir zumindest sagen, dass man an zentralen Punkten dies aufhängen kann. Tendenziell bringen Verwerfungen immer neue Strömungen ans Licht. Beispielsweise kann man in unseren Gesellschaften eine Radikalisierung in vielerlei Hinsicht beobachten; einerseits im politischen, andererseits auch im religiösen Sinne.

Umfragen zeigen z. B., dass einerseits es wieder mehr Gläubige (besonders evangelische, die teils von den amerikanischen Evangelikalen inspiriert sind) hier in unseren Breiten gibt (darunter auch immer mehr christliche Sektierer, die fast schon missionarisch denken, sich irgendwelchen Freikirchlern anschließen oder ihre Kinder daheim gemäß Gottes Wort erziehen [zum Ärger der Schulämter]), andererseits aber auch mehr Atheisten und Kirchenaustritte gibt. D. h. die Extrempositionen nehmen zu. Gleiches findet man in der Politik, linke wie rechte Positionen erhalten derzeit teils Zulauf, scheinen also beliebt zu sein. Zugleich aber erhalten, das sagen auch alle Umfragen, die Politik-Desinteressierten oder –Frustrierten Zulauf. Die Zahl der Nichtwähler, der radikalen Verweigerer am Politikgeschäft, um es mal so zu sagen, nimmt ebenso zu.

Über die Ursachen kann man streiten. Einerseits kann man wohl sagen, dass diese extremeren Haltungen ihre Ursachen in einer gewissen Orientierungslosigkeit, ja Hilflosigkeit gepaart mit Angst haben. Vielen sind bspw. die Zusammenhänge der Wirtschaftskrise nicht bewusst, die den Arbeitsplatz vernichtet, wissen nicht mal wie die Hauptstadt der Schweiz oder ihres Bundeslandes heißt und ärgern sich nur ab und an über hohe Benzinpreise, weil die Tankfüllung für den getunten Golf so hoch ist oder weil der Bundestrainer Stürmer XYZ ausgetauscht hat. Kurz: Es kommt noch eine gewisse Portion universeller Unwissenheit [ich wollte nicht Dummheit sagen] dazu, die wiederum teils a) selbstverschuldet ist und b) auch von unseren Medien teils mitverursacht wird. Diese Unwissenheit wiederum sorgt dafür, dass selbst die idiotisch-radikalsten Ideen bei manchen auf fruchtbaren Boden fällt, weil es diesen vor dem Durchdrehen im Rahmen des Überblick-Verlierens bewahrt. Eine Untersuchung der Universität Cardiff hat neulich ergeben, dass das Glauben an Verschwörungstheorien (z. B. Mondlandung, Strichcodes, Kennedy-Mord, Irak-Krieg) ebenso zunimmt. Warum? Verschwörungstheorien gedeihen am besten in einem Umfeld des Unwissens oder des bewussten Nichtwahrhabenwollens. Also wiederum Eigenheiten, die oben genannt werden.

Dazu kommt, dass viele altgediente (wenn allerdings vielleicht auch nicht immer altbewährte) Strukturen derzeit aufbrechen, individueller werden, vielleicht auch haltloser. Es gibt z. B. immer mehr Singles. Und doch immer mehr Leute, die einen Partner irgendwo suchen, ja sich einen sehnlichst wünschen. Unsicherheit, Unabhängigkeitsbestrebungen, Individualismus und Haltlosigkeit greifen insofern oftmals ineinander und zeigen sich auch in Bindungsangst einerseits, einem Geborgenheitsdenken aber andererseits. Quasi Alias-PC-Spiele wie Second Life sind dabei m. M. nur marginale Randerscheinungen einer sich zudem zunehmend vercomputerisierenden und zerfasernden Gesellschaft, die sich immer mehr konzentriert auf Einzelaspekte und die dabei selbst (über sich) den Überblick verliert, sich „flüchtet“, was wiederum Haltlosigkeit verursacht und zwangsläufig „Fachidiotie“ (wenn überhaupt) gedeihen lässt.

Man kann weiterhin auch darüber streiten, welche Art von Umbruch dies bei uns verursacht. Die größten „Ausschläge“ hin in extreme Richtungen und Denkweisen gab es in Europa a) während der Reformation und b) während der Aufklärung sowie c) – in etwas schwächerem Maße – während des monarchisch-demokratischen Umbruchs des letzten Jahrhunderts. Das waren natürlich andere Zeiten, sicherlich. Aber es soll nur ein Hinweis sein, einer, der aufzeigen soll, dass die Umbrüche meistens religiöser bis humanistisch-staatstheoretischer Tendenz sind (und damit auch dementsprechend ausgerichtete Extreme ausbilden können). Heutzutage, in unserer Medienwelt, wo Nachrichten aus allen Teilen der Welt rasend schnell eintreffen, was viele überfordert, kommen noch Jobangst, Klimawandel, Terrorismus, Flüchtlinge, ein rasantes Bevölkerungswachstum, Staus, Schweinegrippe und weiß der Kuckuck noch alles dazu.

Der einzige Weg aus dem Dilemma dürfte vermutlich eine besser Bildung, ein besseres Erkennen von Zusammenhängen sein, gepaart mit einem wachsenden Verantwortungsbewusstsein. Das Gegenteil scheint aber der Fall zu sein. Alles muss noch schneller und effizienter werden, egal ob BA-Studium oder Turbo-Abi (wie bei mir in Baden-Württemberg). Besser in den oben genannten Aspekten wird das Ganze dadurch allerdings nicht. Im Gegenteil: Ich kenne Studienanfänger/innen, die – trotz 1er-Abi – den Balkan nach Dänemark verlegen. Tja, wenn wundert es da, wenn immer mehr durchdrehen oder sich radikalisieren oder die Verblödung zunimmt?

Schneemann.
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#4
Ich denke mal, dies passt hier in diesen recht alten Strang ganz gut hinein - eine direkte Zuweisung zu einem bestimmten Extremismus-Typ will ich vorab noch unterlassen, da zu wenige Infos bislang vorliegen -, hat doch diese ganze aufgeheizte Stimmungslage in der Bevölkerung, wobei es im Grunde eigentlich stets lautstarke Minderheiten sind, in den letzten Jahren solche Taten erst ermöglicht. Das Perfide ist, dass es eigentlich nicht sein müsste, sondern dass es gezielt Kreise gibt, die die Sachlage(n) aufputschen und sogar noch nach "der Tat" (egal nun, in welche Richtung) rufen...
Zitat:20-JÄHRIGER IN IDAR-OBERSTEIN GETÖTET

Tankstellen-Kassierer von Maskenverweigerer erschossen

Die Ermittlungen nach dem tödlichen Angriff auf einen Tankstellen-Kassierer im Streit um die Maskenpflicht werden laut Staatsanwaltschaft noch einige Wochen dauern. Der mutmaßliche Täter legte bereits ein Geständnis ab. "Wir müssen uns jetzt erstmal selbst ein klares Bild machen", sagte Oberstaatsanwalt Kai Fuhrmann. In dieser Zeit wolle die Behörde keine "Wasserstandsmeldungen" zu den Ermittlungen geben. "Die Feinarbeit der Ermittlungen geht jetzt erst richtig los." [...]

Nach den bisherigen Ermittlungen hatte der 49-Jährige am Samstagabend den Verkaufsraum der Tankstelle ohne Maske betreten und zwei Sechserpack Bier auf den Tresen an der Kasse gestellt. Der 20-jährige Kassierer habe den Mann auf die Maskenpflicht hingewiesen - woraufhin der Mann den Raum verlassen und dabei drohend die Hand gehoben habe. [...] Gegen 21:45 Uhr betrat der Tatverdächtige laut Staatsanwaltschaft erneut die Tankstelle, diesmal mit Mund-Nasen-Bedeckung. An der Kasse habe er die Maske herunter gezogen. Der Kassierer habe den Mann erneut auf die Einhaltung der Maskenpflicht hingewiesen, so der Oberstaatsanwalt. Schließlich habe der Mann einen Revolver gezogen und einen tödlichen Schuss auf den 20-jährigen Studenten aus Idar-Oberstein abgegeben.
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-...e-100.html

Schneemann.
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#5
Auf Twitter tobt gerade der Bär. Ungeimpfte = Querdenker = Terroristen = Nazis

Die Medien haben jetzt wieder ein Thema, wo man Öl ins Feuer gießen kann. Dazu sollte man sich die aktuellen Berichte beispielsweise des Tagesspiegels zu Idar-Oberstein durchlesen.

Hier schaukelt sich etwas hoch oder wird hochgeschaukelt.
Es wird auch von allen Seiten Öl ins Feuer gegossen und die 60% Geimpften gegen die 40% Ungeimpften ausgespielt.
Verantwortungsvolle Politiker sollten jetzt eigentlich dazu aufrufen, verbal abzurüsten. Das wird eher nicht geschehen.
Wenn das weiter eskaliert, wird es übel enden.
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#6
(21.09.2021, 18:26)aramiso schrieb: Auf Twitter tobt gerade der Bär. Ungeimpfte = Querdenker = Terroristen = Nazis

Die Medien haben jetzt wieder ein Thema, wo man Öl ins Feuer gießen kann. Dazu sollte man sich die aktuellen Berichte beispielsweise des Tagesspiegels zu Idar-Oberstein durchlesen.

Hier schaukelt sich etwas hoch oder wird hochgeschaukelt.
Es wird auch von allen Seiten Öl ins Feuer gegossen und die 60% Geimpften gegen die 40% Ungeimpften ausgespielt.
Verantwortungsvolle Politiker sollten jetzt eigentlich dazu aufrufen, verbal abzurüsten. Das wird eher nicht geschehen.
Wenn das weiter eskaliert, wird es übel enden.

Ich persönlich kann das aus meinem realen Lebensumfeld nicht so nachvollziehen. Wenn ich in meiner Heimat in den Geschäften unterwegs bin dann tragen grob geschätzt zu 20% keine Masken mehr und etwa 50% trägt sie wenn dann unter der Nase. Interessiert irgendwie auch niemanden mehr so wirklich. Auf dem Dorf beim Metzer, im Hofladen usw. sehe ich manchmal fast gar keinen mehr mit Maske. Auch Handdesinfektionen finden scheinbar nur noch sporadisch statt. Dass sich deswegen die Leute gegenseitig (verbal) angreifen habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Ebenso beim Thema impfen. Ich sehe da nicht den großen Krieg den einige Medien scheinbar gerne herbeireden wollen. Oft hört man als Grund für die Impfung dass es der Arbeitgeber will oder man sie braucht um in den Urlaub zu fahren. Echte Angst vor Corona hat gefühlt kaum noch jemand. Die Maßnahmen werden von Vielen wohl auch nur noch mitgetragen weil man es halt so machen muss. Insgesamt denke ich dass es sogar weitgehend entspannter geworden ist.
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#7
Zitat:Ich persönlich kann das aus meinem realen Lebensumfeld nicht so nachvollziehen. Wenn ich in meiner Heimat in den Geschäften unterwegs bin dann tragen grob geschätzt zu 20% keine Masken mehr und etwa 50% trägt sie wenn dann unter der Nase.
Kenne ich so eigentlich nicht. Ich weiß ja nun nicht, wo du wohnst, aber bei mir haben quasi alle - egal ob beim Lidl um die Ecke oder am Schalter der Postbank oder im Bus - die Masken auf. Was mich aber manchmal verunsichert, ist, dass gerade ältere Leute die Masken nicht korrekt aufsetzen. (Es sind also beileibe nicht immer die jüngeren Menschen, denen man vorwerfen könne, sie schützen sich und andere nicht.)
Zitat:Auch Handdesinfektionen finden scheinbar nur noch sporadisch statt.
Die Aussage irritiert mich nun doch etwas (und ekelt mich - ehrlich gesagt - auch leicht); naja, mir ist es eigentlich egal, ob wir Corona haben oder nicht, aber wenn ich morgens bei der Arbeit ankomme (und ja, ich habe Homeoffice weitestgehend umgangen, obgleich ich es machen könnte [und teils mache]), wasche ich mir immer erst die Hände vor dem ersten Kaffee... Wink
Zitat:Ebenso beim Thema impfen. Ich sehe da nicht den großen Krieg den einige Medien scheinbar gerne herbeireden wollen.
Ich auch nicht, aber ich schaue auch kein Russia Today oder Fox News etc.
Zitat:Oft hört man als Grund für die Impfung dass es der Arbeitgeber will oder man sie braucht um in den Urlaub zu fahren.
Naja, fordern kann es der Arbeitgeber nicht, zumindest nicht generell.

Schneemann.
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#8
(21.09.2021, 23:42)Schneemann schrieb: Die Aussage irritiert mich nun doch etwas (und ekelt mich - ehrlich gesagt - auch leicht); naja, mir ist es eigentlich egal, ob wir Corona haben oder nicht, aber wenn ich morgens bei der Arbeit ankomme (und ja, ich habe Homeoffice weitestgehend umgangen, obgleich ich es machen könnte [und teils mache]), wasche ich mir immer erst die Hände vor dem ersten Kaffee... Wink

Schneemann.

Ich meinte damit eigentlich Desinfektionsmittelnutzung, zum Beispiel vor dem Betreten eines Geschäftes oder der Arbeitsstelle. Unabhängig davon waschen sich sicher mindestens genauso viele Leute mit Seife die Hände wie vor Corona.
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#9
Da zeigt sich auch ein erheblicher Unterschied zwischen Land und Stadt - Süddeutschland, allgemein Westdeutschland und Ostdeutschland und zwischen ethnischen Deutschen und Regionen mit einem hohen Anteil von Migranten und dann ist noch die Frage woher diese Migranten stammen. Beispielsweise herrscht in Großstädten teilweise durchaus Hysterie im Umgang miteinander, während in sehr ländlichen Gebieten die Sache äußerst entspannt gesehen wird, und beides völlig unabhängig vom realen Infektionsgeschehen. Entsprechend gibt es einige ländliche Gebiete in denen es sehr viel mehr Infektionen gibt als in Großstädten und trotzdem ist man dort immer noch sehr lax im Umgang mit der Sache (beides bedingt einander natürlich auch).

Insgesamt zeigt sich darin meiner Meinung nach der zunehmende Zerfall, die zunehmende Spaltung der Gesellschaft in Gruppen, welche durch ihre Lebenswirklichkeit einfach so weit voneinander entfernt sind, dass sie keine echte Gemeinsamkeit mehr haben und daher auch keine Gesellschaft mehr bilden. Die Unterschiede zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen in dieser Bundesrepublik klaffen einfach immer weiter auseinander.

Innerhalb einer dieser Untergruppen kann es daher durchaus ruhig und entspannt zugehen, zwischen den Gruppen aber nehmen die Spannungen zu, dort wo sie sich berühren. Beschließend sollte man noch bedenken dass das Zerrbild der Realität welche das Internet produziert oft ziemlich weit von der Realität abweicht und mediale Aufregung im Netz oft nicht die Folge von Entwicklungen ist, sondern allenfalls deren Ursache.
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#10
@Quintus
Zitat:Das Problem liegt in der immer weiter gehenden Spaltung der Gesellschaft. Deutschland war früher deutlich homogener und hatte eine wesentlich größere Kohäsion. Das war ein erheblicher gesellschaftlicher Vorteil. Diesen hat man nun bewusst verspielt und die Gesellschaft spaltet sich immer weiter auf.
Die Frage ist, ob denn die Spaltung der Gesellschaft tatsächlich so weit fortgeschritten ist oder nicht oder ob uns dies ob der medialen Glocke darüber nur so erscheint. In gewisser Weise würde ich meine Meinung, die ich hier mal 2009 gepostet hatte, weiter teilen. Aber: Ich frage mich auch, ob die Aufgeheiztheit der aktuellen Situation wirklich einen Zerfall zeichnet, oder aber eben nur darauf hinweist, dass die Ränder sich radikalisieren bzw. radikalisiert haben?

Wenn ich mir - auch wenn ich sie selbst nicht erlebt habe - die Zeit der massiven Studentenproteste der 1960er und 1970er, die (damals noch) brutal knüppelnde Polizei, die Phase der RAF-Morde und etwas später dann die Proteste gegen NATO-Doppelbeschluss, die Toten bei den Krawallen um die Startbahn West und die Anti-Kernkraft-Bewegung, wo hunderttausende Menschen auf den Straßen waren, anschaue, so frage ich mich, ob wir wirklich in einer derart massiv aufgeheizten Zeit leben oder aber ob uns dies nur so erscheint, weil eine extrem vielseitiger - im Vgl. von vor 30, 40 Jahren - gewordene Medienwelt uns eben aus allen Ecken damit bombardiert? Bereits in den frühen 1980ern hat man (man denke an die vielfach bemühte "No-Future-Philosophie") das Ende und den inneren Zerfall der westlichen und auch (west-)deutschen Gesellschaft prognostiziert. Es kam anders. Fügt man hierzu noch den Umstand hinzu, dass die sogenannten "sozialen Medien" die Radikalisierung in den jeweils genehmen Denkblasen fördert, so könnte man auch sagen, dass die Gesellschaft sich zwar an den Rändern radikalisiert - diese Ansicht vertrete ich auch selbst -, aber dennoch keine allg. Zersetzung der Gesellschaft vorliegt, sondern dass eher nur dies uns so erscheint.

Ich gehe nur diesem Gedanken nach, weil ich mir selbst gegenüber keiner "self-fulfilling prophecy" Vorschub leisten und mich selbst aufs Glatteis führen will...

Schneemann
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#11
Die Frage wie aufgeheizt eine Situation ist, was für innere Spannungen es gibt und ob eine Gesellschaft zerspalten ist oder nicht, und wie hoch die Kohäsion in einer Gesellschaft ist, sind zwei verschiedene Dinge. Beide können miteinander korrelieren, müssen dies aber nicht. Auch eine nicht-zerspaltene Gesellschaft kann im Inneren eine sehr aufgeheizte gewaltbereite Grundströmung haben und umgekehrt eine weitgehend zerspaltene Gesellschaft recht ruhig sein (so wie das im Moment bei uns der Fall ist). Das hängt von den jeweiligen Umständen ab. Wenn eine Pseudo-Gesellschaft (zu welcher die unsrige langsam aber sicher wird) mit viel Geld ruhig gestellt wird, der soziale Friede erkauft wird und die verschiedenen Gruppen in dieser Nicht-Gesellschaft nicht vermischt vorliegen, sondern in getrennten Räumen in Parallel-Gesellschaften vor sich hin leben (ohne wesentliche Berührungspunkte), dann ist die Stimmung ruhig und eben keineswegs aufgeheizt.

Das ist aber im Endeffekt eine künstliche Situation die einem in dem Moment um die Ohren fliegt, in denen diese Umstände nicht weiter aufrecht erhalten werden können, und dann bricht dass wesentlich heftiger Bahn was da an Spannungen ist als die von dir beschriebenen Zustände in der früheren Bundesrepublik.

Die Gesellschaft ist längst nicht nur an den Rändern erodiert und zerfallen, sie zerfällt auch in ihrer Gesamtheit immer weiter gehend. Dieser Zerfall bedeutet aber nicht zwingend sofortige Radikalisierung, er bedeutet nicht einmal unbedingt Widerstand gegen das System. Eine solche Zersplitterung der Gesellschaft kann sogar das System an sich stabilisieren, indem sie es verunmöglicht dass eine Gruppe eine ausreichende Größe (kritische Masse) erlangt. Deshalb ist es meine These, dass die Zerteilung der Gesellschaft den Eliten in diesem Land durchaus bewusst ist und von diesen zur Stabilisierung und Absicherung ihrer Vorteile absichtlich befördert wird. Man veranstalte ein Spektakel (beispielsweise den Gender Unsinn), teile und herrsche und alle sind damit beschäftigt sich mit diesem völlig bedeutungslosen Unfug zu beschäftigen, statt die tatsächlichen systeminhärenten Probleme anzugehen.

Eine Stabilisierung der Herrschaft durch Teilung gibt es aber natürlich nur, wenn man die verschiedenen Gruppen geschickt gegeneinander ausspielen kann, und wenn man weiter den sozialen Frieden erkaufen kann. Gleichzeitig wird so eine Pseudo-Gesellschaft nach außen hin und gegenüber der Aggression durch Dritte immer schwächer und schließlich nicht mehr in der Lage sein sich gegenüber anderen Gesellschaften zu behaupten. Dieser Prozess ist natürlich langsam, schleichend und nicht sofort absehbar. Er greift aber in allen Bereichen einer Gesellschaft: Technik, Wirtschaft, Kultur, Kunst usw, und erzeugt eigentlich überall ein Nachlassen, einen Niedergang und exakt das ist es was wir meiner Ansicht nach in dieser Bundesrepublik beobachten können.

Die Radikalisierung der dadurch natürlich ebenfalls weiter auseinander driftenden Ränder ist dabei zunächst nur eine Art Schwelbrand, da insgesamt noch nicht die notwendigen Voraussetzungen dafür vorliegen, dass von diesem ausgehend dann alles in Brand und außer Kontrolle gerät. Der Schwelbrand an den Rändern ist daher nur ein Symptom der eigentlichen Prozesse in der Mitte der Gesellschaft.

Bedenken sollte man meiner Meinung nach darüber hinaus, dass die Einwanderung aus bestimmten Kulturräumen diesem Land im Laufe der nächsten Dekaden das Genick brechen wird, wenn sie nicht auf der Stelle vollständig abgestellt wird. Die suizidale Weltumarmung welche meiner Überzeugung nach ein Produkt unserer gegenwertigen Hybris ist, wird der Tod für Deutschland sein. Was dann innerhalb weniger Dekaden übrig bleiben wird von dem was einmal hier war wird dann nur noch eine Karikatur dessen sein was einmal Deutsch bedeutet hat. Die beschriebenen Prozesse fallen gerade in Deutschland in ihren Folgen deshalb so katastrophal aus, weil Deutschland früher ein kulturell und ethnisch deutlich homogeneres Land war als viele andere Länder dies waren und sind. Diese größere Homogenität war ein erheblicher Vorteil in Bezug auf unsere gesellschaftliche Leistungsfähigkeit und wurde und wird ohne Not systematisch zerstört. Eine Gesellschaft die früher signifikant homogener war hat dadurch mehr Probleme als eine Gesellschaft welche dies früher nicht so war. Das widerspricht natürlich dem aktuellen Zeitgeist der auch in Deutschland seit jeher eine bunte Einwanderungsgesellschaft mit unendlicher Vermischung erblicken will und sowohl Ethnie wie Kulturraum als Konzept schlußendlich leugnet.

Die Reaktionen auf diese Fehlentwicklung erzeugen nun allerlei Dialektiken. Aus einer Abstoßungsreaktion gegen die Masseneinwanderung entstehen rechte Gruppen, aus einer Abstoßungsreaktion gegen diese rechten Gruppen werden wiederum linke Gruppen gestärkt und die allgemeinen Zerfallserscheinungen erfassen auch diese und unterteilen beide Seite dann in sich befehdende Untergruppen, worauf von dort verschiedene Ansichten in die Mitte der Gesellschaft vordringen, worauf sich diese teilt usw usw usf

Beschließend ist ein weiterer wesentlicher Faktor für den Zerfall die immer extremer werdende Ungleichverteilung der Einkommen und der Vermögen. Das Hauptproblem Deutschlands ist meiner Ansicht nach, dass wir zu wenig Kapitalisten haben in dem Sinne, dass zu wenig Menschen hierzulande tatsächlich Kapital besitzen Wir sind damit schlußendlich eine Lohn-Einkommensgesellschaft und damit in unserem Wohl und Wehe von Lohn-Einkommen abhängig. Die Mitte erodiert aufgrund der Umstände zur Zeit rasant - weil die Grundlagen auf denen eine Mitte der Gesellschaft aufbaut wirtschaftlich erodiert werden. Das wird mit Krediten zur Zeit noch mit allen Mitteln kaschiert, aber alle Reaktionen auf diese Entwicklung seitens der Politik vergrößern eigentlich nur dieses Problem und erhöhen die Fallhöhe.

Insgesamt also wäre es unbedingt erforderlich auf der Stelle einen vollständig anderen Weg einzuschlagen, was aber wie jedem offenkundig sein sollte nicht geschehen wird und nicht möglich ist. Die entsprechenden Konsequenzen werden sich meiner Überzeugung nach wesentlich schneller zeigen als die meisten es glauben mögen.
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#12
Ich stelle es mal hier ein, da eine eindeutige Zuordnung zu einem der hier bestehenden Stränge noch nicht zweifelsfrei erfolgen kann...
Zitat:Nordrhein-Westfalen

Offizier hortete auch radioaktives Material

Bei einem festgenommenen Bundeswehroffizier in NRW ist auch der radioaktive Stoff Strontium-90 gefunden worden. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft. Zudem soll er geheime Dokumente besessen haben. [...]

Bei einer Razzia in Aldenhoven im Kreis Düren hatten Ermittler am 12. Oktober ein Waffenlager mit Kriegswaffen entdeckt - Schusswaffen, Granaten, Handgranaten und Minen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ist zuständig, da dort am Flughafen vom Zoll ein Paket mit Schalldämpfern abgefangen worden war, das der 32-Jährige in die USA schicken wollte. Deswegen leiteten die Behörden ein Verfahren ein und erwirkten einen Durchsuchungsbeschluss.

Der "Spiegel" berichtete nun unter Berufung auf einen Vermerk des Ministeriums, der Großteil des Materials stamme aus dem früheren Ostblock. Dem Magazin zufolge geht es um Kalaschnikow-Gewehre, Panzer- und Flugabwehrwaffen sowie etliche entschärfte Granaten und Munition. [...] Es seien allerdings auch als geheim "eingestufte" Dokumente gefunden worden, die nun Gegenstand der Ermittlungen seien. Nach "Spiegel"-Informationen handelt es sich um zwei aktuelle Dossiers des Bundesnachrichtendienstes über die Lage in Nordkorea. Offen sei, wie der Beschuldigte an die heiklen Papiere kam. Auch "umfangreiche kommunistische Literatur" soll bei der Razzia sichergestellt worden sein.
https://www.tagesschau.de/inland/bundeswehr-685.html

Schneemann
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#13
Wäre gut eine Mengenangabe zum gefundenen Strontium zu haben.

Zitat:Das Element wird nur in geringen Mengen, vor allem für Kathodenstrahlröhren, Pyrotechnik (rote Flammenfarbe), Dauermagnete und in der Aluminiumverhüttung verwendet.
Strontium kommt in geringen Mengen im menschlichen Körper vor, hat jedoch keine bekannte biologische Bedeutung und ist nicht essentiell. Strontiumranelat ist ein Arzneistoff zur Behandlung der Osteoporose
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#14
Zitat:Es sind insgesamt 34 Isotope und weitere neun Kernisomere bekannt. Von diesen kommen vier, 84Sr, 86Sr, 87Sr und 88Sr, natürlich vor. In der natürlichen Isotopenzusammensetzung überwiegt dabei das Isotop 88Sr mit einem Anteil von 82,58 %. 86Sr mit 9,86 % und 87Sr mit 7,0 %, sowie 84Sr mit einem Anteil von 0,56 % sind seltener.

90Sr ist ein Betastrahler mit einer Zerfallsenergie von 0,546 MeV und zerfällt mit einer Halbwertzeit von 28,78 Jahren zu 90Y, das seinerseits rasch (t1/2 = 64,1 h) unter Aussendung von energiereicher Betastrahlung (ZE = 2,282 MeV) und von Gammastrahlung zum stabilen 90Zr zerfällt. Dabei tritt es zumeist als sekundäres Spaltprodukt auf. Es entsteht innerhalb weniger Minuten durch mehrfachen Betazerfall aus primären Spaltprodukten der Massenzahl 90, die bei 5,7 % aller Kernspaltungen von 235U in Kernkraftwerken und Atombombenexplosionen auftreten. Damit ist 90Sr eines der häufigsten Spaltprodukte überhaupt.

Zitat:Strontium-90 ist bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (26. April 1986) in großer Menge (8*1014 Becquerel lt. Wikipedia) freigesetzt worden.

Strontium kann aufgrund seiner chemischen Ähnlichkeit zum Calcium ebenso wie dieses in die Knochen eingebaut werden. Daher stellt die Freisetzung dieses Radionuklids eine besonders große Gefahr dar, da es sich in natürlichen Nahrungskreislauf anreichern kann und zu Krebserkrankungen führt.

Verwendung: Strontium-90 wird in Radion[u]klid-Batterien verwendet. Die Anwendungsmöglichkeiten sind aufgrund der Abschirmung auf irdische Zwecke beschränkt, für Einsätzen in der Raumfahrt ist es denkbar ungeeignet. Es wird in Form von Strontiumtitanat (SrTiO3) als Wärmequelle eingesetzt.
http://www.periodensystem-online.de/inde...id=isotope&el=38&mz=90&show=nuklid

Wikipedia zu Radionuklidbatterien:
Zitat:RTGs wurden zur Versorgung von Leuchttürmen und Befeuerungen in entlegenen Regionen der UdSSR eingesetzt. Mit etwa 1000 Stück wurden am häufigsten 90Sr-Generatoren vom Typ Beta-M eingesetzt. Sie sind teilweise noch heute in Betrieb.

Da die gefundenen Kriegswaffen aus Osteuropa stammen könnte man vermuten, dass auch das Strontium 90 daher kommt.

Tagesspiegel:
Zitat:Michael C. war bei der Bundeswehr bei der Einheit "Counter-Improvised Explosive Devices" tätig. Sie befasst sich unter anderem mit der Analyse selbst gebauter Sprengsätze.
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#15
Sprengstoffexperte/Bombenexperte mit illegalem Sprengstoff und radioaktivem Material, dass nenn ich mal gefährlich!

Und wie zur Hölle kommt ein Bundeswehroffizier an BND Dossiers?! Es sei denn er hätte mit diesem Verein zu tun gehabt, weshalb ich mal stark vermute dass wir hier allenfalls einen Bruchteil der tatsächlichen Umstände mitgeteilt bekommen.
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