Gesellschaften und ihre Entwicklung
#31
... Nur ganz kurz ein kleiner böser Einwurf (eine längere Replik kommt später...)

Zitat:Sagt der typische Deutsche. Das wird in anderen Staaten ganz anders gesehen.

Böse formuliert: Dass man im afrikanischen Busch, in einem abgeschlossenen Kaukasustal oder in der Wüste Gobi das so nicht sieht, ist mir ja klar. Die leben ja auch noch nicht auf unserem Niveau. Mir wäre neu, dass im afrikanischen Busch schon die moderne Wissensgesellschaft realisiert wäre. Die müssen sich doch noch darum sorgen, dass sie genügend zu essen haben und krepieren doch an den elendsten, einfachsten Krankheiten (Stichwort: neglected diseases, Afrika als kranker Kontinent im wahrsten Sinne des Wortes...). Wir leben da eben einfach in einer anderen Welt... und wenn ioch mit "wir" meine... Nordamerika, Europa, Japan, Südkorea, in zunehmenden Maße auch die Schwellenländer und vor allem deren Oberschichten und Mittelschichten.
Klar sieht man solche Sachen in den Favellas nicht in Südamerika. Blöderweise sind aber diese Favellas, sind so viele Krisenerscheinungen letztlich Resulate sozialtechnischer und sozialer Evolution und Weiterentwicklung.

Du kommst mir wirklich so vor wie ein religiöser Prediger, der den Leuten erzählt, morgen kommt das Reich Gottes.
Alles nette Ideen teilweise, aber allessamt verallgemeinert, vereinfacht. Vieles würde nicht klappen (Stichwort: Militarisierung), anderes ist schlichtweg falsch. Nationales Denken ist nicht überallem auf dem Vormarsch. Chinesische Parteiführer nutzen beispielsweise den Nationalismus einfach nur als Instrument zur Herrschaftssicherung, was sie interessiert, ist letztlich nur Macht und weiterhin Profit. Und da handeln sie auch und werden auch weiter mit den USA handeln. Alles viel zu grob, alles viel zu einfach. Auch deine Vorstellung der Identität von Gesellschaft, Staat und Nation ist eine Idee aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. Völlig veraltet und angesichts zunehmend fragmentierter Identitäten eine schiere Utopie oder Illusion. Du hast immer Gegenidentitäten, du hast immer abweichende Interessen, Wahrnehmungen, du hast immer transnationale Einflüße, Verbindungen und Kooperation. Du kannst daher auch nie Kooperation ausschließen, weil schlicht und ergreifend Kooperation viel zu oft einfach viel zu vorteilhaft ist. Deine Vorstellung des Konflikts als allein bestehender Form des Verhaltens ist doch totaler Blödsinn. Es gab immer beides, Kooperation und Konflikt in der Geschichte und dies wird auch bleiben. Und angesichts zunehmender Interdependenz wird letztlich Kooperation immer die lohnendere Variante sein. Es haben einfach viel zu viele viel zu viel in Konflikten zu verlieren.
Deine Endzeitvorstellungen: Naja, die konservativen Geister dachten immer, dass bei Veränderungen die Welt untergeht. Nun ja, wir sehen, was daraus gewordne ist...

Den Rest kommentiere en detail mal später...
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#32
Zur Frage der Militarisierung ohne Feind: eine solche ist möglich. Dazu gibt es viele verschiedene Wege, man kann auch diese Entwicklung nach Innen richten. Sie muß nicht ausschließlich Reaktion sein und war es in bestimmten Geschichtlichen Fällen auch nicht.

Einfach ausgedrückt: gib einem 14 jährigen ein Gewehr und bring ihm Schießen bei und er ist begeistert. So einfach ist die menschliche Natur. Wenn man nun bestimmte Gruppen im Inneren auf diese Weise fördert, Waffenbesitz erleichtert, Wehrsport zulässt, bestimmte Filme und Rechnerspiele fördert, so kann man in der nächsten Generation das ganze durchaus wieder herbei erziehen. Ganz ohne Feind.

Zitat:Ein oder zwei Jahre gemeinsamer Wehrdienst in mulitnationalen Einheiten geht der europäischen Integration ab, wäre für die europäische Inegration von erheblichem Vorteil.

Wenn die Befehlssprache Deutsch ist, so wäre ich hier der glühenste Europäer. Gerne würde ich dann jedem anderen Europäer den Dienst in unseren Streitkräften ermöglichen.

Zitat:Im "Ernstfall" müssten wir unter Umständen ohnehin mit gemischten Einheiten aus mehreren Staaten operieren, also wäre es doch auch sinnvoll, das gleich beim Wehrdienst zu üben.

Es muß ein wirkliches EU Militär geschaffen werden, nicht diese Witz Truppe wie jetzt sondern eine wirkliche, funktionierende Streitmacht und dies nicht mit allen EU Staaten sondern durch einen Kern. Und dessen Kern muß dann wiederum die deutsche Armee sein.


Zitat:Du kommst mir wirklich so vor wie ein religiöser Prediger, der den Leuten erzählt, morgen kommt das Reich Gottes.

Das braucht dir nicht nur so vorkommen, so ist es. Was ich von mir gebe ist Religion. Folgt mir und morgen kommt das Reich Gottes! So ist es stets gewesen. Und da ich im Gegenzug zu dir nicht an die Entwicklung des Menschen glaube, wird es auch stets weiter so sein. Es sollte dir doch völlig klar sein das meine Äußerungen einen absoluten Vorrang des Willens vor der Ökonomie aufweisen. Aber wenn die Krise kommt, dann wenden sich die Menschen an die Religion und nicht an die verquaste Logik der Elfenbeinturmbewohner.

Zitat:Deine Endzeitvorstellungen: Naja, die konservativen Geister dachten immer, dass bei Veränderungen die Welt untergeht. Nun ja, wir sehen, was daraus gewordne ist...

Ich habe keine Endzeitvorstellungen. Ich sehe nur so was wie den Ersten Weltkrieg auf uns zukommen. Damals haben die Elfenbeinturmbewohner wie du auch gesagt: das wird nie so schlimm, das wird ein schneller Krieg, das gibt maximal 1 Millionen Tote im Worst Case.

Ich glaube nicht an den Untergang der Zivilisation, ich bin der festen Überzeugung das es eine Phase geben wird wo Kriege diesen Planeten überschwemmen werden und viele werden sterben, aber weder wird das das Ende der Menschheit sein noch wird das das Ende der Zivilisation sein.

Gerade weil ich der Überzeugung bin das es weiter geht stellt sich für mich die Frage wie man die kommende Krise am besten bestehen wird.

Ich möchte es nochmal betonen: ich habe keine Endzeitvorstellung, ich gehe lediglich davon aus, das eine große Krise kommen wird (und dann auch wieder vorbei geht).

Zitat:aber allessamt verallgemeinert, vereinfacht

Ich habe sehr viele sehr detaillierte Pläne. Eine endlose Liste von Maßnahmen. Aber in der Kürze eines Forumseintrages, wie soll man da ohne im Detail völlig zu verschwinden und seitenweise Exakte Pläne vorzustellen irgendeine Idee geben von dem was diese Pläne bezwecken?

Ich kenne den Vorwurf mangelender Detailierung. Aber das stimmt nicht, ich habe detaillierte Ideen. Bis hin zu genauen ausgearbeiteten Plänen. Aber ich werde sie hier nicht reinstellen und es würde auch nichts bringen. Die Grundlegende Idee von mir verstehst du ja und auch meine Natur. Da die Natur meiner Idee kennst, so brauchst du keine genaueren Pläne.

Der entscheidende Unterschied zwischen uns ist meiner Meinung nach:

Das ist der Überzeugung bin, daß der Mensch sich nicht entwickelt hat. Egal wie sehr alles komplexer wird, egal ob es mehr Technologie gibt, egal ob es mehr Menschen gibt. Der Mensch ist immer noch der gleiche.


Zitat:Wasserversorgung mit sauberem Trinkwasser?
all das sind Dinge, die auf der "untersten öffentlichen Ebene" - auf kommunaler Ebene durch kommunale Selbstverwaltung geregelt werden, gerade weil die einzelnen Bürger diese Dinge der "Daseinsvorsorge" nicht mehr selbst regeln können!
Wir leben nicht in Sibirien am Baikalsee, wo man nur den Wasserkübel in den See halten muss um sauberstes Trinkwasser zu haben (inzwischen auch nicht mehr überall).
Und der Staat macht Vorgaben, um ein Mindestmaß an gesundheitlicher Unbedenklichkeit, besser an Qualität, zu erreichen (auch da gibts schon genug Menschen, die diese Vorgaben für ungenügend halten). Das gilt für Trinkwasser

Lieber Erich, da du so auf dem Trinkwasser herum reitest und erklärst, der Staat müsse sich also darum kümmern weil es Privat nicht geht:

Ist dir bekannt, daß die Trinkwasserversorgung in den letzten Jahren in Deutschland weitgehend privatisiert wurde? In vielen Städten hat die Kommunale Ebene die Trinkwasserversorgung Privaten Unternehmen überlassen.

Trotz aller Kontrollen und Gesetze ist die Folge im Schnitt: die Qualität sinkt, da das Unternehmen auf diese Weise seine Profite erhöhen kann. Das Elementarste Überhaupt, das Wasser wurde einem Unternehmen ausgehändigt. Und der Staat hat immer noch eine Menge Arbeit da er immer mehr Kontrollieren muß.

Vorher war der Kontrollaufwand geringer, das ganze eine Nicht Gewinn Angelegenheit deren Ziel und Kern die Bedürfnisbefriedigung nach Wasser war. Heute ist der Kern der Profit und der Staat muß diesem Kern sogar noch entgegen arbeiten.

Wenn ich nun schreibe: der Staat sollte beispielsweise die Wasserversorgung den Bürgern überlassen dann meine ich damit nicht Unternehmen, nicht das was der Staat jetzt gerade macht. Ich meine damit das die Bürger zum Besitzer der Wasserversorgung werden und dies mit einer dafür geschafffenen Struktur selber regeln. Ohne Profit, mit dem Ziel einfach gutes Wasser weiter zu haben. Dabei wird der Wert der Unternehmung aufgeteilt auf die an dieser hängenden Bürger, die Anteile sind im weiteren an den Wohnort gebunden und können nicht verkauft werden. Sie hängen an den Grundstücken und Wohnungen. Im weiteren sind die Bürger also so etwas wie „Aktionäre“ ihrer eigenen Wasserversorgung. Da sie selber sauberes Wasser wollen und die Gesetze dafür schon bereit stellen können dann die Bürger wie jede Anteilsgesellschaft Leute dafür bestellen ihnen dieses Ihr Bedürfnis zu befriedigen.

Wie steht es im Gegensatz dazu heute: die Bürger haben wie in vielen weiteren Bereichen keinen Zugriff mehr auf das öffentliche Eigentum. Das öffentliche Eigentum ist keines mehr, es wurde an private Unternehmen verkauft. Und diese befriedigen das Bedürfnis nur weil der Staat trotzdem die ganze Drücken und Kontrollieren muß und trotz dem sinkt die Qualität des Wassers in Deutschland ab.

Wir haben also heute nicht besseres Wasser durch den Staat, wir haben schlechteres Wasser durch die Profitgier Privater Unternehmen, einen Staat der trotz der Privatisierung ohne Ende kontrollieren und gängelnd muß und keinen Besitz des Volkes mehr an einer der grundliegendsten Sachen.

Das gleiche mit Wohnungen, und vielem anderen.
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#33
Wieder nur als Teilantwort:

Schön, dann bring dem Jungen das Schießen mit 14 bei. Was hast du damit erreicht? Gar nichts! Der Kerl kann schießen, ist womöglich eine Gefahr für die Allgemeinheit dadurch und von deiner Disziplinierung träumst du weiterhin nur vor dich hin.
Die Kinder in den Schwarzen Problemvierteln können beispielsweise mit 14 genauso rumballern wie die kleingeistigen religiösen fundamentalistischen Kindern im Bible Belt. Das gilt auch für die Kindersoldaten in Afrika!
Und, was hast du davon? Sind diese Gruppen dadurch letztlich diszipliniert oder gar militarisiert, so wie du dir das vorstellst?! Nein, nichts von alledem, sie tragen einfach nur soziale Probleme mit den ihnen bekannten Mitteln aus, also mit Gewehren und Pistolen. Denken und Reden, Diskurs ist denen völlig fremd.
Und das möchtest du also flächendeckend auch bei uns einführen: Leuten Waffen geben, die schon "normal" kaum sozialisiert sind und fähig sind zu Konfliktlösungen, denen glaubst du durch die Gewöhnung an die Waffe dein Militärdenken einzuimpfen?? Wenn du mich real sehen könntest, meine Grimasse wäre total verzogen. Völliger Blödsinn. Du produzierst damit nur schiesswütige Halbstarke, die ihre Probleme mit der Waffe lösen wollen und deren Entwicklung du damit völlig ruinierst!
Disziplin erreichst du in der modernen, funktional differenzierten Gesellschaft nicht über Militarisierung! Zum 100. Mal, nimm endlich zur Kenntnis, dass wir zumindest im produktiven Teil der Welt nicht mehr im Bauerndorf leben, das autark lebt.
Deine Ideen haben null bis wenig Realitätsgehalt! Jedes Mal kranken deine Ideen daran, dass sie geistig aus einer Strategiesimulation um das Jahr 1900 entstammen.
Disziplin benötigt insgesamt, insgesamt eine andere Erziehung! Keine Waffen oder anderen Scheiß, sondern einfach einfach nur eine andere, gezieltere Erziehung. Dass viele dazu nicht in der Lage sind, dafür gibt es Gründe. Aber mit Militär und Nation haben diese nichts zu tun, sondern einfach mit der Hegemonie bestimmter Geisteshaltungen und bestimmter problematischer Tendenzen im Kapitalismus und in der daraus folgenden Konsumkultur sowie in der Zersetzung der Familien als primäre soziale Gruppe.
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#34
Bei dem Schießen beibringen geht es mir nicht um die Disziplinierung, ich nannte dies explizit auf die Frage nach der Motivation: auf die Frage: wie bringe ich junge Menschen dazu etwas gut zu finden. Das die Gewöhnung an Waffen keine Disziplinierung darstellt stimmt auch nicht unbedingt, den das Erlernen des Umgangs setzt Disziplin voraus. Ich will ja nicht Ghetto Kids die keine Ahnung haben sondern eine fundierte Ausbildung, auf einem Schießstand, durch Ausbilder.

Die Art der Ausbildung ist das wesentliche, die sollen das nicht einfach in die Hand gedrückt bekommen sondern die sollen dadurch motiviert werden sich der disziplinierten Ausbildung zu unterziehen.

Zitat:sondern einfach mit der Hegemonie bestimmter Geisteshaltungen und bestimmter problematischer Tendenzen im Kapitalismus und in der daraus folgenden Konsumkultur sowie in der Zersetzung der Familien als primäre soziale Gruppe.

Vollste Zustimmung. Und ich verrate dir was, Kinder die noch jung genug sind sehnen sich nach Grenzen, nach Führung, nach einer Struktur die sie auffängt.

Wenn die Familien also nicht mehr in der Lage sind die Kinder zu erziehen, dann muß dies der Staat übernehmen. Im Gegensatz zu vielen anderen Fragen bin ich der Ansicht, daß die Erziehung eine der absoluten Grundaufgaben des Staates ist. Und hier kann und sollte nun das Militär die Erziehung mit übernehmen. Wir haben viele junge Menschen zur Zeit ohne Perspektive. Die machen Hauptschule und wissen schon in der 6 Klasse das sie nur Hartz IV Empfänger werden. Ich habe selbst schon etlichen von solchen Kandidaten zumindest mal zu einer Bundeswehr Stelle verholfen.

Was meiner Ansicht nach eine gute Methode wäre wäre es nun, vom Staat her Kadettenanstalten anzubieten sowie staatliche Internate in denen die Kinder untergebracht und erzogen werden.

Die Erziehung ist absolut wesentlich und entscheidend. Und wird bei uns vernachlässigt, wir geben im Vergleich pro Kind weniger Geld aus als andere Europäische Staaten. Dies kann und darf nicht sein.

Im weiteren brauchen wir staatlich organisierte Jugendorganisationen die den Jugendlichen etwas anbieten können. Natürlich mag bei so manchem 15 jährigen schon alles verloren sein, aber wenn man sich die Kinder früh genug greift, kann man durchaus noch etwas machen. Die wollen nicht im Park herum gammeln und Bier trinken, das wächst einfach so weil es nichts sonst zu tun gibt.

Greif sie, jung genug, und mach etwas mit ihnen und sie werden begeistert sein. Und das was man macht sollte dann entsprechend der Disziplinierung dienen. Je nach Interesse und Ausrichtung sollten die Internate bzw Jugendorganisationen dann mehr oder weniger militärisch orientiert sein um auch die einzufangen die jetzt mit Militär gar nichts anfangen können.

Zitat:Und das möchtest du also flächendeckend auch bei uns einführen: Leuten Waffen geben, die schon "normal" kaum sozialisiert sind und fähig sind zu Konfliktlösungen,

Laß mich dagegen halten: und dein Reden, denken und Diskurs bringt also diese Leute dazu sich zu sozialisieren? Nein ! Das wird es nicht und tut es nicht. Was du denen geben mußt ist eben kein Reden, Denken und Diskutieren sondern denen mußt du die Propaganda der Tat geben, Handlungen, Gefühle. Die wollen dein Denken und deine Logik gar nicht. Die wollen jemanden der sie auffängt und eine Struktur in der sie aufgehen können.

Ich gebe denen keine Waffen, ich gebe ihnen eine Struktur in die sie eingebunden werden. Und in diese nehme ich keine auf die bereits jetzt kaputt sind, sondern so ausreichend junge, dass sie noch formbar sind.

Dein Reden, Denken und Diskurs haben bis jetzt nichts gebracht und scheitern einfach schon deshalb weil sie die Mehrheit der Menschen 1 Überforderung und 2 weil sie Realitätsfremd sind. Die Realität, etwas greifbares, etwas was ist, daß ist etwas was Auswirkungen auf solche Leute hat. Diese jungen Menschen wollen jemanden der ihnen Grenzen gibt und etwas höheres. Wenn sie dann durch die Kultur des Redens und der Logik allein gelassen verkommen sind, dann ist es natürlich zu spät.

Zitat:wie die kleingeistigen religiösen fundamentalistischen Kindern im Bible Belt

Warst du schon mal dort? Kennst du diese Leute? Ich kenne ein paar von dort die bei der US Armee sind hier, das sind gute, ehrliche und saubere Menschen.

Ich würde diese Leute jederzeit verquasten linken Laberköpfen aus irgendwelchen Berlin Kreuzberg vorziehen. Die sind nicht kleingeistig, die sind ordentlich, diszipliniert, gläubig, ehrlich, einfach gut. Das sind gute Menschen. Wenn ihr Glaube ihnen zu dieser geistigen Sauberkeit verhilft so kann ich diesen Glauben nur gut heißen.

Gesellschaft funktioniert nicht durch Logik, und Reden, und Diskurs, sie funktioniert durch Glauben, durch eine Idee.

Wenn die Idee in einer Gesellschaft am Ende ist, dann ist auch die Gesellschaft am Ende.

Die Idee der BRD ist am Ende.



Nehmen wir noch ein ähnlich gelagertes beispiel: Kampfsport: genau wie du bei Waffen könnte man sagen, daß Kampfsport nur dazu führt das die Leute mehr schlägern und dadurch das sie kämpfen lernen, lernen sie doch keine disziplin sondern nur ihre Konflikte mit Fäusten auszutragen.

Tatsächlich aber führt das Ausüben von Kampfsport bei den allermeisten zu mehr Disziplin. Selbst Straßenschläger und sonstiges Pack können durch die Kampfsportschule ihr Leben in den griff kriegen ,dafür kenne ich eine ganze Reihe von Fällen.

Das ist aber nicht der Grund warum sie da hin gingen, sie gingen da natürlich hin weil sie die Gewalt gut finden. Weil sie schlägern lernen wollen usw

Du mußt also Motivation und Folgen trennen, gib den Jugendlichen eine Ausbildung in Waffen, Orts- und Häuserkampf auf militärischem Niveau, wie sollen sie diese auf der Straße denn einsetzen? Wie sollen sie den für ihre Konflikte Militärische Ausbildung nutzen die Waffen voraussetzt die sie nicht besitzen ? Den ich gebe ihnen kein Mörser und Granaten und Sturmgewehre mit nach Hause.

Aber es motiviert sie, sie finden das gut. Gleichzeitig wird es sie disziplinieren. Kinder spielen überall stets Krieg, damit kann man sie fangen. Für sich gewinnen.

Ich gebe denen doch keine Sturmgewehre mit nach Hause, ich gebe ihnen in ihrer Freizeit eine Militärische Ausbildung. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Sie werden motiviert durch das was sie kriegen und es nützt ihnen in den Straßenkonflikten viel weniger als Kampfsport. Und es diszipliniert sie mehr als Kampfsport, sie lernen hier als Gruppe zu agieren und mit anderen zusammen in einer Hierarchie zu funktionieren.
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#35
Angeblich ist die Gesellschaft ja heute komplexer geworden, und darum brauchen wir mehr Gesetze, mehr Verordnungen, mehr Staatliche Lenkung.

Tatsächlich aber zeigt eine genaue Analsyse, daß frühere Gesellschaften genau so komplex waren, der Mensch richtete dort eben seinen Hang dazu eine Gesellschaft mit der Zeit immer komplexer zu machen auf Religion, Riten, Verhaltensweisen, Kultur und Zivilisation.

Heute hat man Rechner, Handtelefone, früher beschäftigte man sich umfangreicher mit Etikette und Religion.

Die Komplexität und die Anforderung an das Gehirn ist die genau gleiche. Selbst die Künstlichkeit vieler dieser Bedürfnisse ist äquivalent.

Ich sehe folgende Entwicklung:

Eine Gesellschaft, ein Staat etc entsteht, erneuert sich, modernisiert sich und besteht dann eine Zeit. In dieser Zeit werden all diese Gesellschaften durchgehend komplexer und immer greift dann der Staat mit immer mehr Gesetzen ein und versucht immer mehr zu regeln.

Ob das dann in einer Theokratie mit Priesterkaste endet die sich endlose Zahlen endlos komplizierter Rituale ausdenkt und das ganze Leben des Volkes immer mehr in diese einbindet oder ob nun Computeringenieure neue Rechner zusammen schrauben ist dabei meiner Ansicht nach unwesentlich.

Und immer erfolgt eine Überregelung, der Staat greift zu sehr ein. Das Leben ist heute nicht so komplex das der Staat so eingreifen müsste wie er es gerade tut. Wir wähnen uns frei und werden dabei doch zugleich immer mehr in unserer Freiheit beschnitten.

Wir machen das was bisher immer gemacht wurde: unsere Gesellschaft altert, und will nun im Herbst angelangt durch immer mehr Regelung und Staatliche Eingriffe den Fortgang aufhalten. Zum Wohl der „Eliten“ der Gesellschaft, der Profiteure des Status Quo.

An dieser Überregulierung sind schon viele Staaten gescheitert und sie wird stets von neuem wiederholt, da scheitern die Ming in China und die ihnen nachfolgenden Quing wiederholen exakt was ihre Vorgänger schon falsch machten.

Daher ist es meiner Ansicht nach Grundfalsch, dem Staat immer mehr zu geben, mit der faulen Ausrede, der Staat müsse sich nun mal darum kümmern weil es so komplex sei. Das ist nur eine Ausrede die dazu dient den Status Quo zu erhalten damit die Profiteure dieses Status Quo sich noch weiter die Taschen füllen können oder noch ungenierter oder in noch größerer Menge.

Der Staat ist viel zu weit gegangen und er reicht viel zu weit in unser Leben. Er hat sich vom Volk gelöst und das Mandat des Himmels droht er zu verlieren, insbesondere wenn die Elfenbeinturmbewohner über das Volk nur noch mit dem Wort Dumm denken so wie Thomas. Dieses ach so dumme Volk erzeugt das Mandat des Himmels. Dies bedeutet, das all die Klugheit und Logik und all eure Einbildung euch nichts helfen werden. Ihr könnt dann die probleme nicht lösen, einfach weil in der Arroganz der Intelligenz von euch von Grund auf nicht verstanden wird das nicht Verstand und Intelligenz vorherrschend sind, sondern Ideen und Glaube.

Wer das Volk verachtet so wie Thomas, der muß scheitern. Allein weil er alle anderen schon ständig so offen für dumm befinden muß da er sie als dumm empfindet. Wer dieses Wort zu oft benutzt, der wird scheitern.
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#36
Quintus Fabius schrieb:.....

Zitat:Wasserversorgung mit sauberem Trinkwasser?
all das sind Dinge, die auf der "untersten öffentlichen Ebene" - auf kommunaler Ebene durch kommunale Selbstverwaltung geregelt werden, gerade weil die einzelnen Bürger diese Dinge der "Daseinsvorsorge" nicht mehr selbst regeln können!
Wir leben nicht in Sibirien am Baikalsee, wo man nur den Wasserkübel in den See halten muss um sauberstes Trinkwasser zu haben (inzwischen auch nicht mehr überall).
Und der Staat macht Vorgaben, um ein Mindestmaß an gesundheitlicher Unbedenklichkeit, besser an Qualität, zu erreichen (auch da gibts schon genug Menschen, die diese Vorgaben für ungenügend halten). Das gilt für Trinkwasser

Lieber Erich, da du so auf dem Trinkwasser herum reitest und erklärst, der Staat müsse sich also darum kümmern weil es Privat nicht geht:

Ist dir bekannt, daß die Trinkwasserversorgung in den letzten Jahren in Deutschland weitgehend privatisiert wurde? In vielen Städten hat die Kommunale Ebene die Trinkwasserversorgung Privaten Unternehmen überlassen.

Trotz aller Kontrollen und Gesetze ist die Folge im Schnitt: die Qualität sinkt, da das Unternehmen auf diese Weise seine Profite erhöhen kann. Das Elementarste Überhaupt, das Wasser wurde einem Unternehmen ausgehändigt. Und der Staat hat immer noch eine Menge Arbeit da er immer mehr Kontrollieren muß.

Vorher war der Kontrollaufwand geringer, das ganze eine Nicht Gewinn Angelegenheit deren Ziel und Kern die Bedürfnisbefriedigung nach Wasser war. Heute ist der Kern der Profit und der Staat muß diesem Kern sogar noch entgegen arbeiten.
....
Lieber Quintus Fabius, da ist mir jetzt ein Artikel in die Hände gefallen, der diese Diskussion zu neuen Ufern führen könnte:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29687/1.html
Zitat:"In 30 Jahren wird es keinen Kapitalismus mehr geben"

Ralf Streck 06.02.2009
Der Soziologe Immanuel Wallerstein sagte früh den Zusammenbruch des Sowjetblocks voraus und prophezeit nun das Ende des Kapitalismus.
Immanuel Wallerstein war der Einladung einer spanischen Universität in die Hauptstadt Madrid gefolgt. Im überfüllten Veranstaltungssaal des Museums Reino Sofia sprach er über die Krise des Kapitalismus. Dabei sagte der Theoretiker, der im Kalten Krieg das Ende des Sowjetblocks prophezeite, nun das Ende des Kapitalismus in den nächsten 30 Jahren voraus. Wallerstein spricht seit langen davon, dass wir uns am Ende der zweiten Phase eines Kondratieff-Zyklus befinden. Der Zusammenbruch des Kapitalismus werde real, weil negative Konjunkturzyklen mit einer Systemkrise zusammenfielen, in welcher der Kapitalismus aus dem Gleichgewicht gerate, weshalb eine "Phase des politischen Chaos" anstehe.
....

Er sah einen Kampf aufkommen, und "zwar nicht nur zwischen Verteidigern und Gegnern des Systems, sondern auch unter allen Akteuren", um zu bestimmen, welches System den Kapitalismus ablösen werde. Den Begriff "Krise" reserviert er ausdrücklich für eine derartige Situation. "Nun ja, wir befinden uns in der Krise, der Kapitalismus neigt sich dem Ende zu."

"Alle Möglichkeite sind offen"

In dem neuen Interview geht Wallerstein einen Schritt weiter und legt einen Zeitrahmen fest: "Wir können sicher sein, das wir in 30 Jahren nicht mehr in einem kapitalistischen Weltsystem leben."
.....
Wallerstein ist nicht irgendein Theoretiker. Der 1930 in New York geborene Sohn jüdischer Einwanderer aus Deutschland, gilt als einer der Begründer der Weltsystem-Theorie. Der Soziologe lehrt an der Yale University und einer der herausragenden Vertreter der Globalisierungskritiker.
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#37
interessant, sehr interessant, werden gefährliche Zeiten wenn er recht hat
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#38
Ganz davon abgesehen, dass wir eigentlich am Ende der vierten Kondratieff´schen Welle sein müssten, mal ein paar Worte zu Wallersteins World-system-Theory.

Wie auch in dem Artikel beschrieben, ist Wallersteins Konzept "relativ alt". Es ist auch heute nicht mehr unbedingt "state of the art" in der soziologischen Theorieentwicklung und Forschung.
Neben dem Umstand, das Wallerstein Globalisierung nur als ökonomischen Prozess denkt, ist auch seine Einteilung der Welt in Zentrum, Semi-Peripherie und Peripherie etwas schwierig und empirisch-historisch umstritten.
Sicherlich ist es nicht falsch so wie er zu sagen, dass der Kapitalismus immer weiter seine Grenzen ausdehnen muss und von der Ausbeutung peripherer und neuer Märkte und Gruppen von Menschen lebt. Aber da gibt es sicherlich noch mehr zu sagen...
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