Rechtsradikalismus und -extremismus in Deutschland
Überschneidungen rechtsextremer Netzwerke mit organisiertem Drogenhandel. Diese Gruppe scheint sich wie eine Art extrem politisierte Rockerbande verhalten zu haben. Wobei mir hier der politische Zusammenhang nicht klar ist, da es sich ja eigentlich um organisierte Kriminalität handelt. Eine Art Mafiastruktur die sich scheinbar ausschließlich aus Rechtsextremisten rekrutiert scheint zumindest hier bei uns etwas Neues zu sein. In den USA und auch in Rußland gibt es ähnlich geartete Gruppierungen wohl schon länger. Interessant dürfte sein wie dies sicherheitspolitisch einzuordnen ist. Wächst die Gefahr des Rechtsterrorismus durch mögliche Synergieeffekte?

https://www.tagesschau.de/inland/gesells...k-101.html
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Die rein politische Gefahr dürfte dadurch eher sinken, den Gruppierungen welche sich von einer Ideologie als Schwerpunkt sich hin zu einem Schwerpunkt auf Kriminalität entwickeln, vernachlässigen ihre politischen Ziele welche dann mehr zu einem Alibi werden was die Gruppe zusammen hält und orientieren sich eher in Richtung rationaler krimineller Ziele, welche den Staat wengier gefährden und leichter bekämpfbar sind. Sie entziehen sich damit auch selbst ihre Legitimation.
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Gleiches Phänomen wie bei den Angels, Banditos und ähnlichen Rockergruppen. Schon grundlegend kriminelle veranlagte und handelnde Individuen, suchen sich eine Struktur mit Gleichgesinnten, auf Augenhöhe ( in dem Umfeld also anderen, denen nicht nur ein Zahn durch Schlägereien fehlt ). Hells Angels z.B. , waren auch vor ihrem Eintritt dort eher nicht im lokalen Schachclub oder in der " strickenden Komune zur Weltrettung durch Yoga" oder ähnlichen zu finden. Eher im Kampfsportzentrum, im Gefängnis oder sonstigem. Die politische Gefährlichkeit steigt oder fällt also tendenziell nicht.
Allerhöchstens durch die so vielleicht eher zu beschaffenden Geldmitte. Wobei in dem Umfeld wieder fraglich sein dürfte, inwieweit jemand der mit Drogen Geld verdient, bereit ist dieses der Allgemeinheit zu Verfügung zu stellen.
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(11.03.2021, 21:10)Falli75 schrieb: Gleiches Phänomen wie bei den Angels, Banditos und ähnlichen Rockergruppen. Schon grundlegend kriminelle veranlagte und handelnde Individuen, suchen sich eine Struktur mit Gleichgesinnten, auf Augenhöhe ( in dem Umfeld also anderen, denen nicht nur ein Zahn durch Schlägereien fehlt ). Hells Angels z.B. , waren auch vor ihrem Eintritt dort eher nicht im lokalen Schachclub oder in der " strickenden Komune zur Weltrettung durch Yoga" oder ähnlichen zu finden. Eher im Kampfsportzentrum, im Gefängnis oder sonstigem. Die politische Gefährlichkeit steigt oder fällt also tendenziell nicht.
Allerhöchstens durch die so vielleicht eher zu beschaffenden Geldmitte. Wobei in dem Umfeld wieder fraglich sein dürfte, inwieweit jemand der mit Drogen Geld verdient, bereit ist dieses der Allgemeinheit zu Verfügung zu stellen.

Ich habe mich da mal etwas eingelesen und die Truppe kommt mir eher wie ein typischer 1%er Rockerclub daher. Wozu dann der politische Überbau da sein soll ist mir schleierhaft. Eine Truppe mutmaßlicher Neonazis die angeblich Drogengeschäfte im großen Stil am laufen hat. Besonders clever scheinen die nicht zu sein, zum Glück!
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Das Verschwimmen der Grenzlinien zwischen Rechtsextremismus und organisierter Kriminalität (und auch Linksextremismus) wäre nicht unbedingt neu und lässt sich über Jahrzehnte zurückverfolgen. Ich habe hierzu, das wäre aber ein internationaleres Thema, aktuell in einem Bericht über Pablo Escobar, den Anfang der 1990er erschossenen kolumbianischen Drogenzaren, gelesen, dass dieser munter mit rechtsgerichteten Paramilitärs zusammengearbeitet hatte (obgleich er sich vordergründig als beinahe "sozialistischer" Großspender um die Gunst der Menschen in Kolumbien bemühte). Sie verschoben seine Drogen und bekamen etwas vom Kuchen ab, was dann wiederum in Waffenkäufe einfloss.

In Bezug auf Deutschland ist hierbei auch die RAF interessant: Obgleich eine quasi "europäische" linksextremistische Terrororganisation, arbeitete sie mit palästinensischen Terrorgruppen (u. a. PFLP) zusammen, die wiederum Kontakte mit dem MfS pflegten. Mit Geldern vom MfS kauften Zwischenhändler dann Waffen bei deutschen Rechtsextremisten, die vermutlich wiederum mit mafiösen Strukturen (Drogengeschäfte) in Italien zusammenhingen (s. auch "bleierne Jahre" in Italien). Und diese Waffen wurden dann der RAF ausgehändigt. In Austs Baader-Meinhof-Komplex wird diese Vorgehensweise teils angeschnitten (obgleich Aust teils vage bleibt und man manches vermutlich mit Vorsicht genießen muss). Selbst wenn aber nur die Hälfte der Gerüchte stimmt, so tut sich hier aber ein Abgrund auf. Insofern sind die aktuellen Gerüchte nicht wirklich überraschend.

Schneemann.
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Ein historisches Beispiel wäre die Vermengung von organisierter Kriminalität und extremsten Ultranationalisten im Kaiserreich Japan, auch in anderen Ländern mit japanischen Exilanten. Da sprechen wir aber von einem ganz anderen Niveau, zudem wurden diese Kreise von radikalsten Militaristen innerhalb der kaiserlich japanischen Armee recht rigide gelenkt und kontrolliert, als Mittel der Kriegsführung. Die Bedeutung dieser Gemengelage für diverse japanische Erfolge ist so gut wie nicht bekannt und wird kaum verstanden.
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