03.08.2026, 19:53
(01.08.2026, 07:43)Quintus Fabius schrieb: LieberTee:
Die eigentlichen Ziele wären: 1. Effektive Wirkung gegen gehärtete Stellungen (insbesondere auch im Urbanen Raum) -
[...]
Leichte ungepanzerte Kräfte stehen nicht einfach so auf freiem Feld, sondern in Stellungen. Für welche eine 30mm unzureichend sein kann. Und es gibt jede Menge Drohnen die in größeren Distanzen unterwegs sind und mit einer 30mm gar nicht so leicht zu treffen sind. Und sehr kleine extrem schnelle Drohnen triffst du mit einer 30mm auch nicht ausreichend schnell wenn sie in größerer Stückzahl kommen.
>>Die Schlußfolgerung ist, dass man seine Fahrzeuge primär im eigenen Raum bewegt. Gerade Panzer bewegt man daher nicht im umkämpften Raum.<<
>>Natürlich können die von mir beschriebenen Panzer nicht für sich alleine agieren. Und benötigen daher Begleitpanzer. Aber das benötigt das FFG Konzept ganz genau so.<<
Quintus, ich komme nicht ganz mit. Einerseits willst du Panzer nicht im umkämpften Raum bewegen, und dann willst du mit ihnen urbane Stellungen angreifen ... warum willst du das?
Und dann auch noch mit Begleitpanzer. Du schiebst eine Menge Material auf den Präsentierteller, ohne Minenschutz, letztlich um ein paar Infanteristen aus Gebäuden zu sprengen. Ist das dein Ernst??
Aus meiner Sicht ist das die falsche Doktrin. Wie du selbst sagst: Es geht darum, Räume zu verschieben. Das spielt sich ganz elementar im nahen Luftraum ab. Um Räume zu verschieben, muss der Luftraum der Todeszone erobert werden, und es muss hinter den Bereich der Todeszone mit Abstandswaffen auf den Feind eingewirkt werden.
In der Todeszone gibt es außer Drohnen und versprengten Infanteristen keine Ziele. Daher ist hier das FFG-Konzept ideal, da dieses diesen Raum sichern und damit den eigenen Raum nach vorne verschieben kann. Und nein, ohne Begleitpanzer, ich will ja die Zielscheibe nicht größer machen. Begleitdrohnen sehr gerne. Und Stellungen, für die die Waffe nicht ausreicht, bekämpfe ich aus der Ferne mit Artillerie und Drohnen.
Der relevante Punkt ist: Anstatt einen teureren Panzer mit Begleitpanzer und ohne Minenschutz ins Feld zu schicken, disloziere ich die Kräfte lieber und schicke 3 Minenräum-Flakpanzer ins Feld. Der Luftraum, der durch meine 3 Panzer von Drohnen gesäubert werden kann, ist effektiv größer als deiner, da sich hinter jeder Geländeerhebung Drohnen im Niedrigflug verbergen können, sprich die theoretische Reichweite zur Drohnenbekämpfung deiner 75/76mm-Waffe kann in den seltensten Fällen tatsächlich genutzt werden. Der gesicherte Raum am Boden ist so sowieso größer.
Zitat:Wie gesagt geht es bei diesem Konzept nicht um das Duell. Sondern eine Duellfähigkeit ergibt sich lediglich indirekt (sozusagen noch dazu als Bonus). Und auch das was du hier unter leicht und günstig vorstellst (FFG Konzept) ist keineswegs so leicht und so günstig wie du meinst. Und umgekehrt könnte man theoretisch auch einen Panzer mit einer Kanone im Bereich um die 75mm extrem leicht bauen.
Wenn du deinen Panzer in riskantere Operationen einbinden willst, braucht dein Panzer mehr Panzerung als meiner, wird dann also schwerer.
Zitat:Beispielsweise gab es mal einen Prototypen für einen solchen Panzer, mit genau so einer Kanone und mit 14,8 Tonnen Gewicht in der Basisversion. Luftlandebar. Und eine Version welche zusätzlich Raketen mitführte und besser gepanzert war mit 20,45 Tonnen. Wohlgemerkt: mit einer 75mm Hochleistungs-Maschinenkanone.
Jup, kommt auf die Panzerung an.
Zitat:Du brauchst immer eine gewisse Spezialisierung, also mehrere verschiedene Typen. Und es macht keinen Sinn an jedes Fahrzeug einen Minenräumpflug anzubringen. Im übrigen sind Minenräumpfllüge auch kein Allheilmittel.
Es macht dann Sinn, wenn es das Verhältnis der eigenen Verluste zu denen des Feindes verbessert.
Und nein, wenn es sinnvoll ist Kräfte zu dislozieren, dann brauche ich keine Spezialisten. Und genau das ist der Fall.
Zitat:Minen können auch aus der Distanz wirken, von der Seite, oder zunächst einmal in die Luft nach oben gehen um dann die Dachpanzerung anzugreifen und die Grenze zwischen Mine und Verweilmunition wird immer geringer werden.
Du weißt selbst, dass eine Verwundbarkeit gegen Gefahr A kein Argument dafür ist, sich nicht gegen Gefahr B zu schützen.
Zitat:Und nun stell dir mal vor, was für eine Leistung die viel bessere 76mm in dieser Rolle im Vergleich erbringen würde. Zusätzlich mit der Befähigung indirekt im Steilfeuer als leichte Artillerie zu wirken. Zusätzlich mit der Befähigung Raketen einzusparen weil man etliche Luftziele auch so, ohne Rakete bekämpfen kann (auf größere Distanzen).
Unser Dissenz liegt viel weniger im Kaliber als in der Einsatzdoktrin. Wegen den angesprochenen praktischen Einschränkungen
der Reichweite vermute ich, dass so ein großes Kaliber in Bezug auf Drohnenbekämpfung nicht so viel Sinn macht, kann mir halt nicht vorstellen, dass der Skyranger so weit weg vom Optimum bzgl. Drohnenbekämpfung ist, aber das ist sekundär. Klar, die Möglichkeit zu Steilfeuer kann nicht verkehrt sein, klar bietet 75/76mm einsatztaktisch mehr Möglichkeiten, aber letztlich sind bemannte Panzer nicht das Mittel der Wahl, um heutzutage im umkämpften Raum gegen mehr als Drohnen und versprengte Infanteristen vorzugehen, dazu gibt es sicherere Mittel.
Noch was ganz allgemeines ..... wir reden viel von urbanen Räumen, und auch von freien Flächen. Wald wird hier ziemlich ausgeklammert. Ich denke wir sollten uns mal ganz speziell darüber Gedanken machen, wie wir mit welchen Waffen in diesem Raum Überlegenheit herstellen wollen .... im Moment ist das der sicherste Raum für Infanteristen.
Was es aus meiner Sicht hier braucht, sind besonders leise Spähpanzer, die halt nicht nur der Aufklärung dienen, sondern auch der Bekämpfung gegnerischer Einheiten in Wäldern. Es braucht Raketen mit extremer Manövrierfähigkeit und Infrarotsuchkopf, um in Wäldern eingesetzt werden zu können, mit denen diese ausgestattet werden können. Und diese Waldspähpanzer müssen auf die Zusammenwirkung mit Infanteristen hin ausgelegt sein, also sie sollen diese nicht transportieren, sondern begleiten zum gegenseitigen Schutz, und somit auch ausreichend Proviant, Tarnnetze usw. mit sich führen, um die Positionen im Wald auch dauerhaft halten zu können, ohne auf viele weitere Bewegungen zur Nachschubversorgung angewiesen zu sein.
