Wer wird ab 2020 die absolute Weltmacht
#61
:daumen: ein interessanter artikel zu möglichen weltmächten auf <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.g2mil.com/worldpowers.htm">http://www.g2mil.com/worldpowers.htm</a><!-- m -->
Zitat:While the United States is the clear superpower today, the European Union surpasses the USA in population, GDP, and industrial output. So if the EU continues to merge politically and militarily, it will become a superpower. China's high growth rate will allow it to match the United States economically by 2020, perhaps sooner if the USA suffers a major economic setback by failing to address its massive current account deficit (budget and trade imbalances.) Although Japan will lose population in the years ahead, it is likely to remain the world's most technologically advanced nation. [...]
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#62
:hand: aus der welt am sonntag vom 9. januar 2006
Zitat:Geopolitik im Jahre 2026
Mark Leonard sieht die Welt auf eine multipolare Ordnung zusteuern, bei der Amerika, Europa, Rußland/China und die "Religiosphäre" um Macht und Einfluß ringen
Zwar verläuft die Geschichte nicht geradlinig, sondern folgt überraschenden Wegen. Doch wie würde die Welt in 20 Jahren aussehen, wenn die Geopolitik die heute erkennbare Richtung fortsetzt? [...]
:daumen: interessanter artikel! vereinigte staaten, europa, china, russland und die religiosphäre als machtblöcke. allerdings fehlt mir indien, südamerika, afrika, südostasien sowie japan und korea.

meine prognose: im jahr 2026 gibt es folgende machtblöcke:
1. die freie welt (ähnlich wie im kalten krieg): die vereinigten staaten, europa (als europa der nationalstaaten), australien, neuseeland und möglicherweise japan und südkorea: verbunden durch gemeinsame interessen und werte und ielleicht organisiert in einem neuen militärbündnis mit regionaler aufteilung.
2. russland und china: verbunden auf grund ihrer ähnlichen politischen systeme und antipatien gegenüber der "freien welt". zwischen ihnen liegen die zentralasiatischen staaten sowohl als pufferstaaten als auch als verbündete. beide sind zudem von einem gürtel aus satellitenstaaten umgeben (z.b. weißrussland). trotzdem existiert eine rivalität zwischen beide staaten.
3. indien: als starke wirtschaftsmacht, militärmacht und demokratie ein gegenwicht zu china und zur religiosphäre.
4. die religiospähre: in vielen islamischen staaten hat entweder ein putsch stattgefunden oder die existierenden regierungen wurden friedlich abgewählt. die ein teil der staaten hat sich zu größeren staaten zusammengeschlossen und alle sind in einer gemeinsamen organisation vereinigt, ähnlich der arabische liga.

südamerika, zentralasien, afrika und südostasien sind dagegen der spielball und aktionfelder der großen mächte; jede macht versucht marionettenregierungen an die macht zu bringen.
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#63
Eine sehr konservative Einschätzung, was durchaus positiv zu verstehen ist. Wink

Allerdings bin ich keineswegs sicher, inwiefern ich Südkorea und Japan in zwanzig Jahren im gleichen Lager sehe. Zwischen den beiden Staaten existieren erhebliche Differenzen, die nach meiner Wahrnehmung eher weiter eskalieren.
Natürlich hängt in diesem Verhältnis auch die weitere Entwicklung von Chinas Politik ab sowie der Korea-Frage, aber grundsätzlich betrachte ich eine Annäherung (Süd-)Koreas an China und einen zunehmenden Konfrontationskurs gegenüber Japan als eine sehr gut denkbare Variante. Schaut man sich ferner an, wie Korea derzeit aufrüstet (etwas verborgen, da die Planung auf die nächsten fünfzehn Jahre ausgelegt ist), dann ist hier wohl alles sehr offen. Auf jeden Fall denke ich, wird man in Korea versucht sein, den westlichen/amerikanischen Einfluss zumindest in politischer Hinsicht zurückzudrängen.

Was Europa angeht, so halte ich fast alles für möglich. Sowohl ein Kerneuropa mit F+D+Benelux, als auch eine Konföderation im bisherigen Sinne oder das Zurückschrumpfen auf eine Freihandelszone, vielleicht auch ein mehrere Europas in einem, dh. einerseits Staaten, die sich politisch enger zusammenschließen, daneben aber auch eine Militärallianz, die aber vielleicht auch weitere Staaten umfasst, bzw. nur einen Teil der politisch integrierteren...

Aber das echte Leben ist interessanter als jeder Film und die Umwälzungen Ende der Achtziger Jahre oder in den 30er/40er Jahren haben gezeigt, wie in kürzester Zeit ganze Denksysteme scheinbar aus heiterem Himmel über den Haufen geworfen werden.

Schwer zu sehen die Zukunft ist... Wink
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#64
Nur schließen sich die Südamerikansichen Staaten ebenfalls mehr zusammen. Siehe hierzu:
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.forum-sicherheitspolitik.org/showtopic.php?threadid=3169&time=1136565128">http://www.forum-sicherheitspolitik.org/show ... 1136565128</a><!-- m -->
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#65
Ich habe einige Bedenken, ob Russland und China wirklich einen einheitlichen Block bilden werden. Zwar verkauft die russische Regierung momentan alles an Waffen an die Chinesen was die bezahlen können, aber dennoch habe ich einige Bedenken.
Zunächst die konfliktreiche Geschichte, angefangen bei den ungleichen Verträgen, weitergehend mit den massiven Grenzkonflikten am Ussury in den 60ern, wo es z.T. massive Gefechte gab. Eine Rolle spielt vielleicht auch noch das Tartarentrauma der Russen, was für massive Ressentiments der Russen gegen Turkvölker aber auch Asiaten sorgen könnte.
Dann die momentane Situation in Sibirien, ein massiver Druck und Anstieg der chinesischen Population im östlichen Sibirien und die bestenfalls stagnierende russische Bevölkerung. Hinzu kommt die generelle Überbevölkerung Chinas.
Auch die erheblichen Bodenschätze und der chinesische Hunger nach diesen und den Energiequellen, bieten meiner Meinung nach einiges an Konfliktpotential.
Auch die politischen Systeme, eine formal kommunistische Diktatur und auf der anderen Seite eine Pseudodemokratie, eher aber eine Oligarchie, sind sich nicht so ähnlich, daß es für eine "Blockbildung" reicht.
Und nein ich habe nicht zuviel "Im Zeichen des Drachen" und "Kampfzone" gelesen...

aber Turin hat recht, die Zukunft ist schwer berechenbar, wobei gerade Chinas und Indiens Zukunft massiv risikobehaftet sind und es keinesfalls zwingend ist, daß China 2026 die weltgrößte Wirtschaftsmacht ist und auch Indien 2026 eine dermaßen starke Wirtschaft, wie von Leonard prognostiziert hat, haben muss. Schön plakativ fand ich die Formulierung "Anti G7" für die Shanghai Kooperationsstaaten
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#66
Ich bin zunehmend mehr davon überzeugt, dass sich im neuen Jahrhundert anstatt der Dualität der letzten 50 Jahre eine multipolare Welt mit mehreren "Machtzentren" entwickelt, deren "Blöcke" vor allem von sprachlichen und religiösen Gemeinsamkeiten zusammen gehalten werden.
Diese "Machtzentren" werden miteinander im Wettbewerb stehen, vorübergehend Kooperieren, aber auch immer wieder gegeneinander arbeiten. Eine solche "Blockbildung" wie in der Vergangenheit dürfte es dagegen nicht mehr geben.

Im JAhre 2020 werden wir wohl die klaren Ansätze zu folgenden Gruppierungen oder Machtbildungen haben:

Lasst mich mal "im Uhrzeigersinn" auf 09.00 Uhr beginnen
a) Südamerika (spanisch, portugiesisch, katholisch)
b) Nordamerika (englisch, protestantisch)
c) Europa - das sogenannte "Abendland" (sprachlich und religiös gemischt, aber eine gemeinsame kulturelle Entwicklung über hunderte von Jahren)
d) Russland (slawisch, orthodox)
e) "greater" China (ethnisch überwiegend Han, Konfuzeanismus)
f) ASEAN (im Kern malayisch, religiös gemischt)
g) Australien und Neuseeland
h) Indien (sprachlich und religiös gemischt, aber eine gemeinsame kulturelle Entwicklung über hunderte von Jahren)
i) "Farsi" (die iranisch-islamischen Staaten von Iran bis Tadschikistan)
j) "Turan" (türkisch, sunnitischer Islam)
k) "Arabien" (arabisch, Islam)
l) "Bantu-Afrika" (sprachlich eng verwandte Völker)

Nicht jeder dieser Gruppen wird im Jahre 2020 über "Stärke" verfügen - gerade die Afrikaner werden noch Jahrzehnte brauchen, um sich auf ihre gemeinsamen Stärken zu besinnen.

Wenn man jetzt die militärische oder wirtschaftliche oder politische Stärke nimmt - das kann ja sehr unterschiedlich sein - oder einen Mischindex (auch da ist je nach Gewichtung eine andere Reihenfolge möglich) werden sich im Jahre 2020 die ersten Gruppen wohl in dieser Reihenfolge behaupten oder etablieren:

1) USA (militärisch noch stärkste Macht, aber wirtschaftlich am Niedergang)
2) EU (militärisch und wirtschaftlich stark)
3) China (wirtschaftlich stark, militärisch am wachsen)
4) Indien (wirtschaftlich und militärisch hinter China)
5) Russland (militärisch stark, aber wirtschaftlich weiter am A.....)

danach wird es schwierig, da ist die Entwicklung sehr fragil,
d.h. dass sich sehr schnell Änderungen in der Reihenfolge ergeben können
ich schätze mal

6)
Südamerika (wirtschaftlich gemeinsam wachsend und militärisch unabhängig)
7)
Australien und Neuseeland (durchwegs gesund, aber das Problem der geringen Bevölkerungszahl)
8)
ASEAN ("Tigerstaaten" die vom Aufschwung der Chinesen und Inder profitieren werden; die zahlreichen Malayen haben eine gewachsene Abneigung gegen die Chinesen, die sich immer wieder in Progromen geäussert hat, und werden sich einer chinesischen Dominanz zu erwehren wissen)
9a)
Arabien (wenn es gelingt, fundamentalistische Strömungen "trocken zu legen" und die Reformen Marokkos auch in anderen arabischen Staaten Fuß fassen - eine Vielzahl von elektronischen Medien wie Al Jesira tragen zu einer Erneuerung der "panarabischen Idee" bei; die Öl- und Gasvorkommen könnten die Basis für einen gemeinsamen wirtschaftlichen Erfolg sein)
9b)
Turan (hätte wirtschaftlich die besten Chancen, wenn es gelingt, die Staatsoligarchien a la "Turkmenbaschi" durch eine Gesellschaft nach dem Vorbild der Türkei abzulösen - dann lässt sich auch die schleichende Unterwanderung durch Chinesen und Russen abwehren; den "Gemeinschaftsgedanken" sehe ich hier aber noch nicht so weit entwickelt wie bei den Arabern)
9c)
Farsi (wenn die Iraner anstelle eines Rüstungswahns auf eine ideelle und wirtschaftliche Einflußnahme in den sprachverwandten Republiken setzen - aber da ist ausser verwaschenen gemeinsamen Erinnerungen an historische Größe und einer bisweiligen hochmütigen Abneigung gegen die Türken noch keine große Einigungsidee in Sicht)

Tja und Japan...
Zitat:Thomas Wach postete
....
also sehr schwierig, allerdings bin ich doch skeptisch, irgendiwe kann ich mir bei den histor. Hypotheken Japans in der Region und ihrer erbärmlichen Vergangenheitsbewältigung und damit ihrem Ruf in der Region kaum vorstellen, dass sie in der westpazif. Region oder gar weltweit eine eigenständige Rolle spielen können. Dafür werden sie wohl viel zu sehr in den aufkommenden chin-Amerik./westl./europ. Dualismus gezogen werden.
...
ich wüsste keinen Grund, Dir zu widersprechen
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#67
@Turin: südkorea stellt schon heute auf grund seiner militärischen und wirtschaftlichen potentials eine regionalmacht dar. meiner einschätzung nach wird südkorea auf gleichem level wie japan operieren, ob es aber weiterhin mit den usa kooperieren wird, wird sich noch zeigen, china unterordnen will / wird es sich aber sicherlich nicht.

@BigLinus: ich denke nicht, dass die südamerikanischen organisationen das selbe level an politischer oder militärischer geschlossenheit erreich wird, wie die europäische union.
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#68
Zitat:Ich bin zunehmend mehr davon überzeugt, dass sich im neuen Jahrhundert anstatt der Dualität der letzten 50 Jahre eine multipolare Welt mit mehreren "Machtzentren" entwickelt, deren "Blöcke" vor allem von sprachlichen und religiösen Gemeinsamkeiten zusammen gehalten werden.
Diese "Machtzentren" werden miteinander im Wettbewerb stehen, vorübergehend Kooperieren, aber auch immer wieder gegeneinander arbeiten. Eine solche "Blockbildung" wie in der Vergangenheit dürfte es dagegen nicht mehr geben.
Ich finde inzwischen die gängige Einteilung in unipolar und multipolar analytisch inzwischen einfach nur albern. In früheren Zeiten konnte man vielleicht so noch einteilen, aber ich finde solch eine Kategorisierung inzwischen allgemein ( richtet sich nicht gegen dich Erich) unscharf. Haben wir heute denn eind unipolare oder eine im Ansatz multipolare Welt?
Würde davon abhängen, welches Kriterium man als Bemessungsgrundlage nimmt.
Meines Erachtens trifft der Terminus des Machtzentrums, des internationalen machtzentrums die Begrifflichkeit am besten. Hier wird es eine bestimmte Anzahl jener geben, die aber asymmetrisch in einem Gitternetzwerk zusammengeschlossen sind ( Modellvorstellung), d.h. es wird da eine klare Dominanz- und Hierachiestruktur geben.
Die USA werden vermutlich weiterhin die Nummer eins sein. Das einzigste was passieren könnte, wäre ein unvorhergesehener wirtschaftlicher Zusammenbruch ( Dollarabwertung, Abzug und Versiegen aller Devisen- und Dollarströme ausländ. Halter in die USA. In diesem Szenario würde aber mehr nur als die USA zu Grunde gehen.)
Die EU könnte die Nummer zwei sein. Hier gibt es aber unzählige Variablen, die man kaum oder gar nicht vorhersehen kann (vgl. Turins Post).
So, dann würde wohl China folgen. Hier sind Chancen wie Risiken gleichermaßen groß für die Zukunft.
Das wären wohl so die Hauptgravitationszentren.
Indien wäre wohl ein Gratwandler zwischen dieser ersten Kategorie und der zweiten Kategorie, die Russland anführen würde. Auch die ASEAN-Kooperation, Japan, vielleicht Brasilien würde man hier vorfinden.

Allerdings sind da die Einteilungen wieder schwierig.
Denn ich wäre mir nicht ganz so sicher, inwieweit sich tatsächlich sprachlich und religiös gebundene Blöcke um jene Machtzentren entwickeln werden. Diese wohl deutlich Huntington entlehnte These läßt einen Umstand wenig beachtet: Die dynamische Dialektik von Globalisierung, von zunehmender Vernetzung und Interdependenz.
So sehr dieser Einbruch in vertraute Weltbilder, so sehr die Veränderungen auch Latenz- und Beharrungsphänomene auslösen werden und auslösen ( für mich beispielsweise ist kurz gesagt, der Terrorrismus der islam. Fundis eine Beharrungsreaktion aufgrund zu viel Globalisierungsdruckes), trotzdem werden dadurch neue Strukturen und neue Gesellschaftsdifferenzierungen geschaffen. Gesellschaften entwickeln sich weiter, lösen sich aus der Tradition und der Religion. Von daher, Sprache udn Religion werden auch weiterhin wichtig sein, aber sie sidn kein ausschließliches Strukturbildungsmerkmal in den internationalen Beziehungen.
Die ASEAN - Staaten werden beispielsweise wohl sehr lange einen Balanceakt zwischen Peking und Washington ausführen. Ähnlich Tokyo. Deren Weg würde ich jetzt nicht mal für die nächsten 5 Jahre genau raten wollen: ich würde nur eins sagen, man orientiert sich nach allen Seiten.
Ich glaube, dass wegen der erhöhten INterdependenz und der zunehmenden Probleme feste Blöcke sich nicht werden bilden können. Dazu werden die Anforderungen zu unterschiedlich, die Bezugnahmen zu divers sein.
Unruhe und vermehrte internationale Spannungslagen werden bestehen. Die Kardinalfrage dabei:
Bei vermehrten globalen Herausforderungen wie Folgen des Klimawandels, Verknappung der Ressourcen ( Wasser, Fossile Brennstoffe), wirtschaftlichen Instabilitäten und Unzufriedenheit der Globalisierungsverlierer ist nicht so sehr entscheidend, wie mächtig welcher Staat sein wird, sondern wie die Staaten untereinander sich stehen werden. Ob die vermehrten Anlässe zum Konflikt eine sich nicht gefestigte Weltordnung weiter ins Chaos und in die Eskalation führen, oder ob sich eine modus operandi bilden wird, um jene Probleme zu lösen. Das ist für mich entscheidend und diese Frage ist absolut offen.
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#69
Mhm hab jetzt nicht mehr so richtig die Motivation, ellenlange Absätze zu schreiben, darum halte ich mich kurz und merke nur was zu zwei Punkten an:

Zitat:b) Nordamerika (englisch, protestantisch)
Also wenn ich mir die demographische Entwicklung in den Staaten so ansehe, dann wird die angloamerikanische protestantische Bevölkerungsschicht ernsthaft ins Schwitzen kommen. Die USA steuern vielmehr auf eine hispanisch-katholische Dominanz hin. Es bleibt abzuwarten, inwiefern man dort mit den sich ergebenden gesellschaftlichen Verschiebungen und dem weiteren Auseinanderklaffen der Besitzenden und Armen klarkommt.

Zitat:2) EU (militärisch und wirtschaftlich stark)
3) China (wirtschaftlich stark, militärisch am wachsen)
Interessante Reihenfolge, zumal das militärische bei den Europäern derzeit immer noch reines Wunschdenken ist.
In der Kombination aus Militär und Wirtschaft ist, wenn man vom heutigen Trend ausgeht (der natürlich keineswegs zwanzig Jahre anhalten muss), eher China vorne.
Die wirtschaftliche Stärke beider Staaten/-gruppen zueinander ist allerdings schwer abschätzbar, da auf beiden Seiten die Risiken ebenso groß sind wie die Chancen. Allerdings hat Europa kurzfristig aufgrund der demographischen Entwicklung und der nach wie vor ausbleibenden Konjunktur in der Binnennachfrage (insbesondere Deutschland) die größeren Schwierigkeiten, wirtschaftlich wieder auf Touren zu kommen.
Wie gesagt, das ist nur die Einschätzung aufgrund der heute absehbaren Problemstellungen...

PS:

Zitat:meiner einschätzung nach wird südkorea auf gleichem level wie japan operieren
Ja, das sehe ich auch so.

Zitat:china unterordnen will / wird es sich aber sicherlich nicht.
Na ja, man muss sich nicht so sehr unterordnen, vielmehr miteinander kooperieren. Und dazu kann sowohl eine geschickte chinesische Politik beitragen wie das gemeinsame Feindbild in Form von Japan. Die Bereitschaft Südkoreas, sich mit China im Konsens zu bewegen, halte ich jedenfalls für beträchtlich höher als hinsichtlich Japans, welches sich, sollte es weiter bei seiner sturen historischen Sicht bleiben und sich die nationalen Stimmen sowohl unter den Japanern, wie auch unter Chinesen und Koreanern vermehren, in der Region zusehends isolieren würde.
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#70
@Erich

Zitat:i) "Farsi" (die iranisch-islamischen Staaten von Iran bis Tadschikistan)
Farsi ist entweder eine Sprache, oder eine Region im Iran.
Es gibt höchstens Indo-Arische Völker. (Iran="Land der Arier")
Die haben aber keinen größeren Zusammenhalt. Es gibt diese Fraktion daher nicht.
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#71
Zitat:Mhm hab jetzt nicht mehr so richtig die Motivation, ellenlange Absätze zu schreiben, darum halte ich mich kurz und merke nur was zu zwei Punkten an:
Schließe mich mal an:

Zitat:Also wenn ich mir die demographische Entwicklung in den Staaten so ansehe, dann wird die angloamerikanische protestantische Bevölkerungsschicht ernsthaft ins Schwitzen kommen. Die USA steuern vielmehr auf eine hispanisch-katholische Dominanz hin. Es bleibt abzuwarten, inwiefern man dort mit den sich ergebenden gesellschaftlichen Verschiebungen und dem weiteren Auseinanderklaffen der Besitzenden und Armen klarkommt.
Sicherlich gibt es eine Verschiebung der ethnischen Gruppen. Und da werden die Hispanics die großen Gewinner und die Schwarzen noch vor den Weißen die großen Verlierer sein.
Allerdings: Die Integrationskräfte der USA waren und sind ziemlich enorm und bislang konnten die meisten Einwanderungswellen verdaut werden. Zudem zeigen gerade die Hispanics eine gute soziale Anpassung. Was ich damit sagen will?
Ich sehe es als durchaus möglich an, dass die Hispanics in den europäisch-christlichen Kern zumindest in Teilen mitintegriert werden. Die WASPs sind doch schon länger Geschichte, bedenkt man die "Unmengen" katholischer Iren, Italiener und Polen, die auch zum weißen Amerika gehören.
Da gibt es durchaus Paltz für die Hispanics. Auch muss man bedenken, dass es hier räumliche Trennlinien gibt, die aber durchaus mal viel Konfliktstoff bergen. Kalifornien wird sehr bald wohl von "Mexiko zurückgeholt werden". Daraus ergeben sich eher die Probleme.

Zitat:Interessante Reihenfolge, zumal das militärische bei den Europäern derzeit immer noch reines Wunschdenken ist.
In der Kombination aus Militär und Wirtschaft ist, wenn man vom heutigen Trend ausgeht (der natürlich keineswegs zwanzig Jahre anhalten muss), eher China vorne.
Die wirtschaftliche Stärke beider Staaten/-gruppen zueinander ist allerdings schwer abschätzbar, da auf beiden Seiten die Risiken ebenso groß sind wie die Chancen. Allerdings hat Europa kurzfristig aufgrund der demographischen Entwicklung und der nach wie vor ausbleibenden Konjunktur in der Binnennachfrage (insbesondere Deutschland) die größeren Schwierigkeiten, wirtschaftlich wieder auf Touren zu kommen.
Wie gesagt, das ist nur die Einschätzung aufgrund der heute absehbaren Problemstellungen.
Sorry, aber damit kann ich nun gar nichts anfangen.
Bei allem Respekt vor China und seinen 1,2 Miliarden, wir haben es hier in Europa mit 450 Millionen im Schnitt besser ausgebildeten und produktiveren Bürgern zu tun.
Nimmt man sich die Fundamentaldaten, so kann ich deine Einschätzung auch nicht sonderlich teilen. Chinas Volkswirtschaft hat nicht mal die Größe der von Deutschland. Wie soll bitte innerhalb von 20 Jahren China dann nicht nur Deutschland kassieren, sondern die ganze EU???
So gut kann die Weltwirtschaft nicht mal im günstigsten Fall laufen.
China ist ein Schwellenland, ds sich weiter entwickeln muss. Europa dagegen ist in seiner Breite eine postindutrielle Gesellschaft, die an überhöhten Sozialstaatseinflüßen und an zu wenig Wettbewerbsgeist krankt. Das sind systemisch völlig andere Voraussetzungen:
China ist jung und hungrig und will mehr und wir sind die überfressenen Europäer, die sich nun überlegen müssen, wie wir so überfressen bleiben können. Die Risiken sind da nicht vergleichbar, da unserer Potential eien echte Basis. China lebt dagegen eher von dynamischem Wachstum, guten amerik. Käufern und deren Überschuldung sowie der Dummheit westlicher Firmen, die Joint-Ventures mit Chinesen eingehen und so sich die schöne Technik abkupfern lassen unter der Nase.
Und demographisch sieht es ja auch nicht so anders aus: Dank der Ein-Kind-Politik wird China auch auf ein Heer Renter und wenige Kinder hinsteuern. Ähnliche Situation wie bei uns. Nur wir haben einen Sozialstaat und haben ganz andere Potentiale um dies zu verkraften. Da droht China erheblichen Ungemach.

Und militärisch: Momentan geben die EU_Staaten mehr an Rüstung aus als China. Technologisch sind wir auch voraus. Natürlich rüsten wir nicht so auf, nur dürfte der Vorsprung sicher nicht unüberbrückbare Dimensionen erreichen. Zumal wirtschaftlich wir weiter die Nase vorn haben werden.
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#72
@ Thomas
Zitat:Sorry, aber damit kann ich nun gar nichts anfangen.
Bei allem Respekt vor China und seinen 1,2 Miliarden, wir haben es hier in Europa mit 450 Millionen im Schnitt besser ausgebildeten und produktiveren Bürgern zu tun.
Nimmt man sich die Fundamentaldaten, so kann ich deine Einschätzung auch nicht sonderlich teilen. Chinas Volkswirtschaft hat nicht mal die Größe der von Deutschland. Wie soll bitte innerhalb von 20 Jahren China dann nicht nur Deutschland kassieren, sondern die ganze EU???
Eines vernachläßigst du dabei, den berühmten - oder sollte man besser sagen berüchtigten - Lernwillen der Asiaten. Schau dir die Zahl der Studenten in China an, die daraus resultierenden Wachstumszahlen bei Firmenneugründungen. Ein gewaltiger Multiplikator, der auf die nächsten 20 Jahre einiges erwarten läßt.
Als Beleg verweise ich auf die Zahl asiatischer Professoren in den USA. Gemessen an der Bevölkerungszahl eine signifikate Abweichung, wobei dies weniger oder gar nichts mit Intelligenz, sondern überwiegend mit Lernwillen zu tun hat.

---------------
Deine Einschätzung hinsichtlich den USA teile ich, vorallem deine 'ethnischen' Ausführungen. Der Teil mit dem Katholizismus ist m.E. aber noch stärker zu betonen. Ich meine vor nicht all zu langer Zeit mal eine Übersichtskarte in der Hand gehalten zu haben, wonach jetzt schon die Katholiken die größte religiöse Gruppe in den USA darstellen. Ich muß da aber nochmals suchen.
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#73
@ Big Linus

In diesem Punkt hast du sicher Recht. Die Dynamik eines großen Kollektivs kann viel bewirken. Allerdings schrieb ich ja auch, dass der Westen ein bißchen sein eigenes Grab mitschaufelt: Die Menge westlicher Technik, die da in Joint-Ventures u. ähnlichem kopiert wird, ist schon erschreckend.
Davon profetiert natürlich auch der Standort China und es gibt sicher auch schon Anstrengungen selbst zu forschen. In der letzten 2005 Ausgabe des Spiegels gab es dazu auch einen interessanten Artikel. Allerdings wurde da auch hingewiesen, dass selbst Chinesen davon ausgehen, dass ihr Land frühestens in 30 oder 40 Jahren ein echtes High-Tech-Land sein wird.
Und das allein reicht gerade für solch ein Massenland auch kaum aus.
Momentan lebt China eben noch recht stark von den Exporten und es gibt weiterhin enormen Aufbaubedarf.

Und zu den Firmneugründungen: Das muss nichts heißen. Sowas kann mal ganz schnell ne Wachstumsblase werden siehe New Economy wave Ende der 90er Jahre. Gerade in China, wo korrupte Staatsstrukturen da kräftig im privatwirtschaftlichen Bereich mitwirken, kann solch ein Boom mal schnell vor die Wand fahren. Ist sogar auch im Westen passiert...
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#74
Die Weltmacht Nr. 1 um 2020-2030 ist für mich Europa, vorausgesetzt die EU-Erweiterungspläne sowie das weitere Zusammenwachsen, Einigkeit u.ä. laufen reibungslos und kontrolliert ab. Europa ist heute schon das einzige "Gebilde" weltweit, in dem es noch wahre Demokratie und Menschenrechte gibt, in dem Umweltzerstörung, Korruption und Kriminalität auf niedrigem Niveau sind und das in der Summe im Bezug auf die Bevölkerung, Stabilität, Wirtschaftskraft und militärische Stärke heute schon eine Weltmacht darstellt.

Bei den ganzen Zahlenspielen wird zu sehr auf reine Quantität und weniger auf Qualität geachtet, denn man beachtet dabei nicht das z.B. China, Indien u.a. ihr derzeitiges rasantes Wachstum mit unglaublichen Umweltzerstörungen und Umweltverschmutzungen bezahlen und ganze Landstriche vergiftet werden und auf Generationen hin unbewohnbar sein werden.
Auch hat z.B. Indien nach wie vor die Geburtenkontrolle nicht annähernd im Griff und ein großer Teil des Wirtschaftswachstums wird vom Bevölkerungsanstieg neutralisiert, ebenso von den weiter wachsenden Nahrungsmittelimporten, da sich Indein schon lange nicht mehr selbst versorgen kann.
In Chjina gibt es heute schon 150 Millionen mehr Männer als Frauen, begründet auf die frühere Einkindpolitik und den vorzug von Jungen gegenüber den Mädchen, was bereits heute sozialen Sprengstoff birgt und sich auf die familiären Traditionen negativ auswirkt. Zumindest hat es China geschafft den Bevölkerungszuwachs zu normalisieren und in den Griff zu bekommen, aber zu welchem Preis?.
Auch ist die Korruption und Schattenwirtschaft in diesen Staaten gigantisch und beruh auf Jahrtausendealten Gewohnheiten, die man wohl nie mehr austreiben kann, die jedoch Gift sind für einen funktionierenden und effizienten Staat und Gesellschaft.

Die Zukunftschancen sehen meiner Meinung nach nach wie vor für Europa mit am besten aus und Europa hat es selbst in der Hand durch eine weiteres Zusammenwachsen deutlich mehr Gewicht in der Weltpolitik zu erlangen.

Meine Rangliste auf Grund der genannten Indikatoren daher um 2020-2030:

1. EU
2. USA
3. China
4. Indien
5. Südamerikanische Union
6. Japan
7. Russland
8. Indonesien
9. Canada
10. Türkei (falls bis dann nicht in der EU)
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#75
Die Begründung zur Türkei in deiner Rangliste würde mich doch interessieren CommandeR. Ich sehe da ganz andere Länder an 10. Stelle die der Türkei weit vorraus sind Süd-Korea z.B.
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