Vierter Golfkrieg
Zitat: "Ist das Thema Regime-Change wirklich das Ziel?", fragte er.
Wenn er mit seiner Analyse an dieser Frage festhängt muss man über seine Einordnung keinen weiteren Gedanken verschwenden.
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(27.03.2026, 18:08)Quintus Fabius schrieb: Allgemein:

Ein wesentliches Problem in diesem Kontext ist meiner Meinung nach, dass der ach so achtungswürdige Wertewesten nicht beliebig so eskalieren kann, wie es notwendig wäre.

Der Krieg im Iran ist erneut so sauber und chirurigisch präzise wie ein Krieg überhaupt nur sein kann. Ma vergleiche das mit früheren Kriegen, die nicht mal ansatzweise diese Wirkmöglichkeiten und Wirkmittel hatten.

Das zweite wesentliche Problem ist die Idee, mit dem iranischen Regime jetzt überhaupt noch eine Art Deal schließen zu wollen. Das ergibt keinen Sinn. Stattdessen müsste man jetzt, wo man die Sache nun mal zum Krieg entwickelt hat, diesen richtig führen und als erstes die gesamte kritische Infrastruktur des Iran zerlegen, innerhalb weniger Stunden. Allein schon um (analog zu Gaza als psychologischem politischen Instrument) die eigene Handlungsfähigkeit / Kriegsfähigkeit / Gewaltfähigkeit zu beweisen.
....
ich denke diese Probleme hängen ursächlich zusammen:
Die "Unkenrufe", dass der Iran-Krieg die USA militärisch auch über die aktuellen Kampfhandlungen hinaus schwächen könnte, nehmen vernehmlich zu:
Zitat:Pentagon schlägt Alarm
Materialeinsatz der USA lässt sogar Russland und China aufhorchen
Aktualisiert am 27.03.2026, 17:56 Uhr

Der Iran-Krieg könnte die USA militärisch auch über die aktuellen Kampfhandlungen hinaus schwächen: In nur vier Wochen haben amerikanische Streitkräfte mehr als 850 Tomahawk-Raketen verschossen. Die Folgen könnten auch Russland und China zugutekommen.

Der Krieg gegen Iran entwickelt sich zu einem kostspieligen Unterfangen für die USA. Amerikanische Streitkräfte haben binnen vier Wochen mehr als 850 Tomahawk-Marschflugkörper abgefeuert – eine Verbrauchsrate, die interne Diskussionen im Pentagon ausgelöst hat.

Die Dimension wird erst im Kontext deutlich: Jährlich werden lediglich einige Hundert dieser Präzisionswaffen hergestellt. Ein Pentagon-Beamter bezeichnete die Anzahl der im Nahen Osten verbliebenen Tomahawks als "alarmierend niedrig". Ohne Gegenmaßnahmen nähere sich das Pentagon dem "Winchester"-Status – Militärjargon für "keine Munition mehr", schreibt die "Washington Post".
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und (auch unter Bezug auf die Washington Post)
Zitat:+++ 12:51 Pentagon alarmiert: USA gehen die Tomahawk-Raketen aus +++

Das US-Militär hat in den vier Wochen des Krieges mit dem Iran mehr als 850 Tomahawk-Marschflugkörper abgefeuert und damit diese Präzisionswaffen in einem noch nie dagewesenen Tempo verbraucht. Entsprechend sind einige Vertreter des Pentagon alarmiert und diskutieren, wie man den Vorrat aufstocken könnte. Das berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf mit dem Verfahren vertraute Personen. Die Raketen, die von Schiffen und U-Booten der Marine abgefeuert werden können, sind seit ihrem ersten Einsatz während des Golfkriegs ein fester Bestandteil der Angriffe des US-Militärs. Jährlich werden jedoch nur wenige Hundert Stück hergestellt, was bedeutet, dass das weltweite Angebot begrenzt ist. Tomahawks werden unter anderem deshalb geschätzt, weil sie eine Reichweite von mehr als 1500 Kilometern haben, wodurch sich die Notwendigkeit verringert, amerikanische Piloten in gut verteidigten Luftraum zu entsenden. Das Pentagon hat dem Bericht zufolge die Anzahl der eingesetzten Tomahawks verfolgt und dabei zunehmend darauf geachtet, was der Verbrauch nicht nur für eine anhaltende Kampagne gegen den Iran, sondern auch für zukünftige Militäroperationen bedeutet. Ein Beamter bezeichnete die Anzahl der im Nahen Osten verbleibenden Tomahawks als "alarmierend niedrig", während ein anderer sagte, dass das Pentagon ohne Eingreifen bei seinem Vorrat an Tomahawk-Raketen im Nahen Osten kurz vor dem "Winchester" stehe - ein militärischer Slangausdruck, der "keine Munition mehr" bedeutet. ...

und daraus ergibt sich
1. es lässt sich nicht mehr beliebig eskalieren - an Quantität, nicht an Qualität
2. daraus kommt der Zwang von Uncle Donald, mit dem Regime einen "Deal" schließen zu müssen, bevor die Munition alle ist (zumal er ohnehin lieber "Dealer" als verlässlicher Partner ist) - und dazu im Kontext folgt
3. dass der Iran nicht einlenken wird, weil er sich ausrechnet, dass die Arsenale der USA eher erschöpft sind als seine eigenen (auch versteckten) Lagerbestände.

DAS Ist aufrüttelnd:
Donald Trumps Niederlage im Iran-Krieg
Zitat:Stand:26.03.2026, 10:35 Uhr

Der US-Präsident sitzt in der Falle. Offensive im Iran-Krieg würde ihn die Midterms kosten, einen Rückzug erlaubt Israel nicht. Nun bleibt nur Aussitzen.

US-Präsident Donald Trump hat seinen Krieg gegen das Mullah-Regime bereits verloren. Noch wehrt er sich mit der bekannten Kombination aus Drohungen und angeblichen Gesprächen, die ihn unberechenbar machen soll. Doch das Buhei kann nicht verschleiern, dass er keine sinnvollen Optionen mehr hat. Für ein gesichtswahrendes Ergebnis am Verhandlungstisch sind die Ajatollahs trotz aller Angriffe und Verluste noch immer zu stark.
...
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Zitat:1. es lässt sich nicht mehr beliebig eskalieren - an Quantität, nicht an Qualität
Das ist eine schräge Schlussfolgerung. Hinsichtlich der Tomahawks, logischerweise ist es so, dass die am Golf eingesetzten Zerstörer und U-Boote ihre Tomahawk nach vier Wochen größtenteils gegen die vorgesehen Ziele eingesetzt haben werden und die VLS-Zellen entsprechend gut geleert sind.
Wenn man wollte bzw. es nötig wäre könnte man weitere Tomahawk aus den Depots nachführen. Die sind mit einem Vorkriegsbestand von um die 4000 immernoch gut bestückt. Die jährliche Produktionsrate liegt übrigens bei 600 pro Jahr und wird auf 1000 pro Jahr erhöht werden. Sofern man nicht davon ausgeht in den nächsten Jahren gegen China Krieg führen zu müssen (und die US Dienste tun dies nach jüngst veröffentlichten Berichten nicht) ist das kein strukturelles Problem.

Praktisch aber ist es so, dass Tomhawk zwar eine bequeme aber keine einzigartige Fähigkeit darstellen, die nicht durch andere Waffensysteme ersetzt werden könnte. Erst recht nicht wenn es um relativ weiche industrielle Ziele geht.
QF hat das völlig richtig skizziert, die US Bomberflotte allein wäre angesichts der bestehenden Luftüberlegenheit ohne Weiteres in der Lage mit relativ Flugzeugen viele Dutzend JDAM zielgenau gegen iranische Infrastruktur einzusetzen.
Da gibt es keinen Flaschenhals und diese Munition ist auch nicht ansatzweise irgendwie alle. Im Gegenteil, es wird eine gute fünfstellige Zahl an JDAM bevorratet und die Produktionsraten liegen über dem was die Amerikaner und Israelis gerade über dem Iran abladen.


Frankfurter Rundschau schrieb:einen Rückzug erlaubt Israel nicht
Absurder wird es heute hoffentlich nicht mehr
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A)
Erst einmal zur Diskussion um den Artikel der Washington-Post:
(28.03.2026, 10:05)Nightwatch schrieb:
Zitat:1. es lässt sich nicht mehr beliebig eskalieren - an Quantität, nicht an Qualität
Das ist eine schräge Schlussfolgerung. ...

QF hat das völlig richtig skizziert, die US Bomberflotte allein wäre angesichts der bestehenden Luftüberlegenheit ohne Weiteres in der Lage mit relativ Flugzeugen viele Dutzend JDAM zielgenau gegen iranische Infrastruktur einzusetzen.
Da gibt es keinen Flaschenhals und diese Munition ist auch nicht ansatzweise irgendwie alle. Im Gegenteil, es wird eine gute fünfstellige Zahl an JDAM bevorratet und die Produktionsraten liegen über dem was die Amerikaner und Israelis gerade über dem Iran abladen.
...
hör bitte auf, meine Aussagen mit Scheinargumenten zu bestreiten, die an meinen Aussagen vorbei gehen und diese negieren. Möglicherweise habe ich mich auch nicht verständlich genug ausgedrückt. Das wäre mein Fehler. Und aus den verlinkten Berichten scheint es auch nicht deutlich geworden zu sein.
Daher nochmal ausführlicher:
die Vorräte an präzisen Wirkmitteln sind begrenzt. Und die Arsenale leeren sich deutlich schneller als die Produktion erfolgt.

1. Zum Nachlesen über die "Qualität":
Der Merkur übernimmt den Bericht seiner Partnerseite Washington Post:
Zitat:Amerikas Munition wird knapp: Folgenschwere Entscheidung des Pentagons bedroht Ukraine-Hilfe

Das Pentagon erwägt, für die Ukraine bestimmte Waffen in den Nahen Osten umzuleiten. Der Krieg gegen Iran zehrt an US-Munitionsbeständen. Eine Analyse.
...

2. Quantität - ja, "dumme Bomben" für regelrechte Bombenteppiche haben die USA genug.
Aber was werden die bewirken?
Im WK II. waren die großen Städte "im Reich" nur noch ruinenhafte Hausskelette. Und trotzdem hat die Waffenproduktion - ich hatte das am Beispiel der Me 262 aufgeführt - in den letzten Jahren und Monaten vor der Kapitulation einsame Spitzenwerte erreicht.
Ein so großes Land wie der Iran lässt sich nicht in die Steinzeit zurück bomben. Und - wie im WK II auch - das diktatorische Regime sitzt fest im Sattel. Da helfen auch punktuelle Rebellionen nichts. Da müsste eine massive Bodenintervention erfolgen, um den Iran "zu drehen".
Nebenbei: "Klerikale Herrschaftsstrukturen" haben wir übrigens in Europa auch - der Vatikan ist das Extrembeispiel einer absolutistischen "klerikalen Wahlmonarchie".

Jetzt kann man noch als letzten "Notanker" an eine atomare Bombe denken, die hat doch damals in Japan auch ... und damit wären wohl die paar Kilogramm angereichertes Uran, die bei Isfahan vermutet werden, auch gleich in der Luft zerblasen.

Ernsthaft? Den Gedanken sollte man gleich gar nicht erst aufkommen lassen und in die Tonne treten.

B)
Dann aber im Anschluss an https://www.forum-sicherheitspolitik.org...#pid287661:

Wenn man nun die perspektivische Frage stellt, wie es weiter gehen könnte:
1.
Saudi-Arabien hat - wie Israel - das Interesse, den Iran "möglichst klein" zu halten. Dazu braucht es einen Erschöpfungskrieg, in dem sich auch der Iran mittel- und langfristig verausgabt.
Dass dabei im "Nebeneffekt" die anderen Golfstaaten leiden, tut den Saudis nicht unbedingt weh. Im Gegenteil

2.
Die Emirate, Bahrain, Katar und Kuwait sollten Interesse daran haben, dass der Krieg möglichst rasch beendet wird. Es könnte sogar sein, dass sie auf Seite der Saudis, Israels und der USA eingreifen, wenn das mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu einem raschen Kriegsende führt.

3.
Das Konzept mit "US-Stützpunkten auf eigenem Territorium" hat als Sicherheitskonzept nicht funktioniert. Im Gegenteil: dadurch wurden die US-Stützpunkte, von denen aus der Iran angegriffen wurde, zu legitimen Zielen und damit wurden die Golfstaaten ungewollt zu "Frontstaaten".
Man kann jetzt (ich hatte den Begriff "Schweiz" schon genannt) die Schweiz zum Vorbild nehmen und seitens dieser Golfstaaten eine ausdrücklich bündnisfreie Neutralitätspolitik betreiben. Damit hat sich die Schweiz ja die Involvierung in zwei Weltkriege erspart. Dazu müssten die US-Stützpunkte so schnell wie möglich aufgelöst und geräumt werden. Das schließt starke eigene Kräfte (nach dem Muster der Schweiz) nicht aus.
Man kann sich aber auch alternativ andere Partner suchen, die ebenfalls die regionalen Konflikte "neutral" begleiten, und nicht darin involviert sind. Israel scheidet aus. Aber es gibt zwei oder drei Staaten, die hier als Partner "infrage" kommen: alphabetisch wären das Indien, Pakistan (mit China im Hintergrund) und die Türkei.
Wer noch an Russland denkt - das scheidet als zunehmend intensiverer Bündnispartner des Iran eher aus.

Ach ja - und dann
4.
Je näher die nächsten Wahltermine rücken, je mehr Särge und (Schwerst-)Verwundete in die USA zurück fliegen, je teurer der Sprit an den US-Tankstellen wird, desto drängender wird der Ruf in den USA werden, den Krieg zu beenden.
DT könnte noch eine verheerende Bomberwelle lostreten, dann behaupten, der Job sei erledigt - und zur Besänftigung seiner MAGA-Gefolgschaft sogar die US-Stützpunkte am Golf räumen. "Der Job der USA ist getan - jetzt können sich andere um den Rest (die Brandwache) kümmern".
Und - blub - sitzt die EU mit im Boot: Minenräumen usw. ...
Darauf sollten wir uns vorbereiten. Und dafür braucht es möglichst gute Beziehungen zu möglichst vielen Ländern "vor Ort", ohne selbst in diesen Schei..krieg involviert zu werden.

Und damit ich das auch noch schreibe: die Interessen der beiden Staaten, die den Überfall los getreten haben, gehen mir inzwischen am verlängerten Rückgrat vorbei.
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Um zu zeigen, wie sich der Golfkrieg auf beiden Seiten und die Abnehmer weltweit auswirkt:
Als Israel vergangene Woche Anlagen des wichtigsten iranischen Gasfelds South Pars bombardierte, da reagierte das Mullah-Regime sofort. Es startete einen Gegenangriff auf die Anlagen des größten LNG-Hafens der Welt, Ras Laffan im Emirat Katar. Schnell machten Nachrichten die Runde, dass die Reparaturen in beiden Anlagen nicht Monate, sondern Jahre dauern würden.

A)
Hier die Zerstörungen im Iran:
Zitat:So schwer haben Israels Bomben Irans wichtigstes Gasfeld beschädigt
... Riesige Chemieanlagen sind offenbar schwer beschädigt, einige Teile womöglich irreparabel zerstört, sodass sie neu aufgebaut werden müssen.

Vielerorts sind frische Brand- und Löschwasserspuren zu erkennen, genauso wie unterbrochene Pipelines. ...
B)
Hier die Zerstörungen in Katar:
Zitat:Die Schäden an der wichtigsten LNG-Anlage der Welt
Zum ersten Mal erlauben Satellitenbilder einen detaillierten Blick auf die Zerstörung, die iranische Raketen in Katars Gasaufbereitung Ras Laffan angerichtet haben.
... Nach den Angriffen am 18. März liegen nun erstmals hochauflösende Satellitenbilder der zwei beschädigten Raffinerien vor – einer von Shell mitbetriebenen Gas-to-Liquid-Anlage und einer LNG-Produktionsstätte, an der ExxonMobil beteiligt ist. Anders als bei den durch Israel im Iran zerstörten Raffinerien sind hier die Beschädigungen weniger offensichtlich. Bei genauem Hinsehen zeigen sie sich dennoch deutlich.

Die WirtschaftsWoche hat die Aufnahmen gemeinsam mit einem Raffinerieexperten der TU Bergakademie Freiberg analysiert. Er stützt die Angaben der Betreiber, wonach eine Reparatur wohl Jahre benötigen wird, auch weil die Auftragsbücher der wenigen Hersteller dieser extrem komplizierten Technik prall gefüllt sind. ...
Die US-Gas- und Ölindustrie reibt sich dabei die Hände vor Freude ...
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(28.03.2026, 12:01)Kongo Erich schrieb: Daher nochmal ausführlicher:
die Vorräte an präzisen Wirkmitteln sind begrenzt. Und die Arsenale leeren sich deutlich schneller als die Produktion erfolgt.
Ist halt auch falsch. JDAM Kits aus MK82/Mk83/MK84 oder BLU-Series Bomben Präzsisionwaffen mit CEPT 5m zu bauen sind quasi unbeschränkt vorhanden. Die wurden zu hunderttausenden hergestellt und die Produktionsrate liegt bei einhundert - pro Tag.
Da gibt es keine Engpässe, die USA könnten den Iran über Monate bombardieren und das Land läge in Schutt und Asche lange bevor ihnen die Präzsisionbomben ausgehen.

Relative Engpässe gibt es wie bereits umfangreich thematisiert bei diveresen Abfangflugkörpern. Und es wurden relativ viele hochwertige Abstandslenkwaffen eingesetzt, die es in Hinblick auf die Taiwa-Frage mittelfristig zu ersetzen gilt. Das geschieht aber, die Produktionslinien standen schon vor dem Krieg vor einer deutlichen Ausweitung. Solange die Chinesen nicht *morgen* loslegen ist das unproblematisch.

Zitat:2. Quantität - ja, "dumme Bomben" für regelrechte Bombenteppiche haben die USA genug.
Aber was werden die bewirken?
Ein so großes Land wie der Iran lässt sich nicht in die Steinzeit zurück bomben.
Natürlich lässt sich ein Land wie der Iran in die Steinzeit zurückbomben. Sogar sehr einfach. Hierzu müssen lediglich Kraftwerke, Raffinerien, LNG-Produktion, Stauseen und Entsalzungsanlagen zerstört werden. Es gibt keinen militärischen Grund warum man das nicht innerhalb von Tagen erledigen könnte. Wenn man es darauf anlegt wahrsheinlich in einem einzigen Sortie.
Es gibt genügend humanitäre Gründe diesen Schritt der maximalen Eskalation nicht zu gehen und in meinen Augen auch genug Möglichkeiten um die Daumenschrauben soweit anzuziehen das die Mullahs aufgeben - aber möglich wäre es ohne weiteres.

Das sehen wird auch beim bemühten Vergleich mit der Rüstungsproduktion des Reiches im zweiten Weltkrieg. Es ist richtig, dass die verteilte Rüstungsproduktion mit bevorateten Elementen noch weiter lief. Die produzierten Flugzeuge konnten jedoch nicht mehr eingesetzt werden, da die Betriebstoffe nicht mehr verfügbar waren nachdem die Hydrierwerke zerstört wurden.

Persönlichen Anwurf entfernt. Schneemann
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Wenn ich das richtig sehe, zeigt der Iran deutlich, dass er durchaus noch schlagfähig ist:
Zitat:Schwere Schäden am Flughafen von Kuwait
Aktualisiert am 28.03.2026, 13:11 Uhr und hier
Die amtliche Nachrichtenagentur des Golfstaats berichtet unter Berufung auf die Luftfahrtbehörde, bei dem Angriff sei das Radarsystem des Flughafens beschädigt worden. Menschen seien dagegen nicht zu Schaden gekommen.

Derweil berichtet ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP von einer schweren Explosion nahe des internationalen Flughafens von Erbil, der Hauptstadt der kurdischen Autonomieregion im Irak.

Ein Augenzeuge berichtet, Rauch steige auf. In Erbil befindet sich ein großer US-Konsulatskomplex. Auf dem Flughafen sind Soldaten der von den USA geführten Anti-Dschihadisten-Koalition stationiert. (afp/bearbeitet von nap)
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Angriffe auf Golfstaaten gehen weiter
09:58
Auch vier Wochen nach Beginn des Iran-Krieges gehen die Angriffe auf die Golfstaaten weiter. Das Medienbüro der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi meldet, dass in Folge von herabfallenden Raketenteilen mehrere Brände entfacht worden seien. Dabei seien insgesamt sechs Menschen verletzt worden. Die Trümmerteile seien nach dem Abfangen ballistischer Raketen abgestürzt.

Auch im Oman wird ein Verletzter gemeldet. Zwei Drohnen hätten den Hafen von Salalah im Westen des Landes attackiert, meldet die omanische Nachrichtenagentur ONA. Dabei sei ein ausländischer Arbeiter verletzt worden. (dpa/bearbeitet von nap)

...
- mir scheint es sogar so, dass er zunehmend härter zuschlägt.

Warum auch nicht. Der Iran hatte Jahre Zeit, sich auf einen Angriff Israels und der USA (letztere auch von ihren Stützpunkten am Golf) vorzubereiten.
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Sagen wir es so: Man muss den Konflikt aus zwei verschiedenen Warten betrachten:

1. Rein militärisch betrachtet hat der Iran verloren. Und er ist auch nicht in der Lage, den Krieg in irgendeiner Art und Weise militärisch zu gewinnen oder zu entscheiden. Seine Luftwaffe, seine Marine etc. sind vernichtet. Sein Raketenarsenal ist auf geschätzt 30% des Vorkriegsbestandes zusammengebombt worden. Zu größeren Aktionen ist er nicht mehr befähigt.

2. Psychologisch betrachtet hat der Iran den Krieg jedoch nicht verloren. Überspitzt gesagt: Um den Krieg zu "gewinnen", darf er ihn nur nicht verlieren, d. h. das Regime muss den Konflikt überleben. Bedeutet also, dass man sich eigentlich nur einigeln und abwarten muss, bis die Gegenseite die Lust am Bombardieren verliert oder entnervt aufgibt.

Und vor allem Punkt 2 sehe ich durchaus als eine realistische Option an, denn auch wenn die persischen Verluste hoch sind und das Arsenal enorm dezimiert ist, so ist dem Regime ein "Aussitzen" des Krieges nach meiner Einschätzung durchaus möglich - verkriecht man sich eben für mehrere Monate in Bunkern, lässt den Bombenhagel über sich ergehen und stichelt ab und an ein wenig bei Hormuz herum, um den Preis hochzutreiben. Und das wiederum wäre eben psychologisch ein GAU, denn wenn das Teheraner Regime den Krieg übersteht, und nach einem Sturz sieht es aktuell nicht aus, wird es nach einer (bspw.) Waffenruhe alsbald so gesehen werden, dass das Mullah-Regime den Zusammenprall mit der mächtigsten Militärmacht der Welt zwar etwas demoliert, aber dennoch überstanden hat - was propagandistisch als ein Sieg verkauft werden könnte.

Und auch wenn auf amerikanisch-israelischer Seite noch genügend Bomben zur Verfügung stehen, um noch zwei Monate weiter anzugreifen, so wird alleine mit der Luftkampagne kein regime change geschehen, wenn denn nicht im Iran selbst es zu internen Machtkämpfen kommt. Danach sieht es derzeit eher nicht aus.

Hinzu kommt, dass die alliierten Planungen unzulänglich wirken und man vermutlich tatsächlich angenommen hat, dass man die Sache schnell über die Bühne bringen könnte. Das erklärt auch, dass man mit nur ca. 40.000 Mann in der Golfregion im Vorfeld präsent war und man mit nur etwa 250 Flugzeugen auf US-Seite (und nochmals genauso vielen bei den Israelis) versucht hat, eine Operation durchzuziehen gegen einen Gegner, der zahlenmäßig und flächenmäßig deutlich stärker bzw. größer ist als der Irak, wo man 2003 z. B. mehr als 180.000 Mann und 1.600 Maschinen aufgeboten hatte.

Kurzum: Man hat mit einem schnellen Erfolg gerechnet; man tritt die Türe ein, schaltet die Führung aus und dann wird das Regime schon zusammenbrechen - so vermutlich der Hintergedanke. Das reicht aber nicht, wie man aktuell leicht überrascht bemerkt. Dass man nun Marines aus Asien heranholt, zeigt auch, dass eine gewisse Verfahrenheit vorliegt und man nach alternativen Plänen sucht, was man machen könnte, um das Regime doch noch ins Wanken zu bringen.

Fazit: Rein militärisch sind die Iraner zwar geschlagen - aber das Regime selbst muss nur überleben, um später psychologisch gesehen der Gewinner sein zu können. Um das zu verhindern, bliebe nur die Eskalation - eben der Angriff auf die Energieinfrastruktur und die Wasserversorgung. Dieses wäre aber dann tatsächlich rein rechtlich gesehen nicht mehr vertretbar.

Schneemann
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@Schneemann

Das primäre Problem das Amerikaner und Israelis in diesem Krieg haben ist, dass sie ihn propagandistisch nicht ausreichend begleiten und daher mit ihrer Position medial nicht durchdringen können. Das ermöglicht es dem Iran bzw. den trumpfeindlichen Medien Narrative in die Welt zu setzen, die mit der Realität meistens nicht allzuviel zu tun haben, aber wunderbar zersetzend wirken. Das sieht man überall und leider auch hier im Forum.

Es reicht Seitens der Amerikaner (und Israelis, aber die lernen das nicht mehr so schnell) halt nicht, wenn Hegseth alle Jubeljahre mal ne Pressekonferenz gibt, Donald irgendetwas raushaut und sich in drei Minuten dreimal widerspricht und ansonsten Ebbe herrscht. Hier hätte es parallel zum Waffengang eine begleitende Informationsoffensive geben müssen. Beginnend damit, dass man die Kriegsziele klar formuliert und anderslautende Narrative auf allen Kanälen konfrontiert und angreift.

Wäre man so verfahren müssten wir uns nicht über irgendwelche Psychologien Gedanken machen wonach der Iran als Sieger dasteht wenn das Regime überlebt. Stattdessen hätte sich in der Öffentlichkeit das (korrekt) Narrativ verfestigt, dass der Sturz der Regimes nicht Kriegsziel ist und höchstens als Folge des Krieges mittelbar geschehen könnte.

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Was den unzulänglichen Kräfteaufmarsch angeht stimme ich ausdrücklich zu. Das haben wir hier auch schon im Vorfeld des Krieges und seitdem immer wieder thematisiert.

Es ist unbegreiflich, dass man nicht schon im Vorfeld oder wenigstens unmittelbar mit Kriegsbeginn Kräfte verlegt, die in weniger optimalen Szenarien benötigt werden würden. Zumal unmittelbar nach Kriegsbeginn klar gewesen sein dürfte, dass der Iran sehr viel weiter eskaliert als man im Best Case vielleicht angenommen hat.
Die Verantwortung sehe ich hier weniger bei der Administration als bei der militärischen Führung. Selbst wenn (wofür es nullkommanull Hinweise gibt) es die Administration verweigert Kräfte im Vorfeld für weniger optimal verlaufende Szenarien bereitzustellen müssen diese in Bereitschaft gehalten werden.

Stattdessen geht der Aufmarsch in Woche vier des Konfliktes munter weiter, F-35C Staffeln und weitere Strategische Bomber verlegen und die Bush CSG hat anscheinend alle Zeit der Welt, die abwesende Ford zu ersetzen.

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In meinen Augen hat man nicht erwartet, dass das Regime fällt. Ich denke, dass die Administration davon ausging, dass sich in Reihe zwei oder drei schon ein Verhandlungspartner finden lässt (hat man nach Trump wohl auch) und die Sache recht schnell wieder vorbei ist (offfensichtlich nicht der Fall). Nun verhandelt man (angeblich), steht aber hinsichtlich der Straße von Hormuz unter Zeitdruck.
Entsprechend wäre der nächste logische Schritt die Mullah unter Druck zu setzen, dass sie schnell zu einem Deal kommen weil sie ansonsten Gefahr laufen ob der Kriegsschäden sich längerfristig nicht an der Macht halten zu können. Zumindest wenn sie sich in Verhandlungen unkooperativ zeigen, was wir schlicht nicht wissen.
Hierzu sollte man die Industrie des Irans auf breiterer Basis angreifen. Das ist nicht schön, aber solange die Industrie Dual-Use ist (und das ist so ziemlich alles) ist das rechtlich ohne Weiteres vertretbar.
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das Vorgehen Israels lässt sich auch nicht propagandistisch ausnutzen;
Zitat:+++ 17:42 Bahrain verbietet jeglichen Einsatz von privaten Drohnen +++

Das bahrainische Innenministerium hat aufgrund des Iran-Krieges ein Verbot für den Einsatz von Drohnen zu jeglichen Zwecken "bis auf Weiteres" verhängt. Das Innenministerium erklärt bei X, dass jede Drohne, die unter Verstoß gegen dieses Verbot eingesetzt wird, abgefangen und zerstört wird und dass gegen jeden, der gegen das Verbot verstößt, rechtliche Schritte eingeleitet werden.

+++ 17:13 Bericht: Sicherheitslage am AKW Buschehr nach Angriff kritisch +++

Die Lage rund um das iranische Atomkraftwerk Buschehr verschlechtert sich weiter und die Angriffe stellen eine direkte Bedrohung für die nukleare Sicherheit dar, mahnt der Chef von Rosatom, dem russischen Staatskonzern für Atomenergie. Demnach soll es zu einem weiteren Angriff auf die Atomanlage gekommen sein. Zahlreiche russische Techniker von Rosatom arbeiten für das iranische Atomkraftwerk.
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Man hat im Iran jetzt jemanden an der Macht dessen Vater , Mutter , Ehefrau und Tochter von Israel getötet wurden. Dieser wird jetzt alles tun um an die Bombe zu kommen . Und es reicht eine einzige.
Ich glaube auch nicht wirklich das man das Regime stürzen will. So weis man genau wer und was seine Pappenheimer so treiben. Die usa wollte doch nicht umsonst seit 2013 die taliban zurück in Afghanistan und hätte man im Irak die Partei , Armee und Polizei nicht aufgelöst 2003 sondern nur die Macht eingeschränkt wäre dem Land auch sehr viel erspart geblieben. Bei einem Sturz hätte man 10 Mio oder vielleicht sogar 20 Mio Terroristen im Untergrund im Iran, das will niemand.
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(28.03.2026, 12:01)Kongo Erich schrieb: ....
2. Quantität - ja, "dumme Bomben" für regelrechte Bombenteppiche haben die USA genug.
Aber was werden die bewirken?
...

Ach ja - und dann
4.
Je näher die nächsten Wahltermine rücken, je mehr Särge und (Schwerst-)Verwundete in die USA zurück fliegen, je teurer der Sprit an den US-Tankstellen wird, desto drängender wird der Ruf in den USA werden, den Krieg zu beenden.
DT könnte noch eine verheerende Bomberwelle lostreten, dann behaupten, der Job sei erledigt ....
das wäre wohl auch nicht ohne US-Opfer
Revolutionsgarden feiern dennoch
Zitat:Bericht: US-Kampfjet entkommt hauchdünn iranischer Rakete
28.03.2026, 20:13 Uhr

Seit einem Monat gehen Israel und die USA aus der Luft gegen das iranische Regime vor. Bisher kann Teheran keinen erfolgreichen Abschuss eines Kampfjets der beiden Staaten vorweisen. Doch ein Vorfall zeigt jetzt, wie knapp nur ein US-Flugzeug einem Treffer entkam.

Ein Kampfjet der US-Luftwaffe ist über dem Iran offenbar nur knapp einem Abschuss durch das Militär des dortigen Regimes entkommen. Videos iranischer Staatsmedien zeigen eine Rakete, die nur knapp ein Flugzeug des Typ F/A-18 verfehlt, berichtet der Nachrichtensender ABC.

Die Videos wurden dem Bericht zufolge in der Region Tschahbahar, einer Stadt am Golf von Oman, aufgenommen. In der Videosequenz ist zu sehen, wie das Kampfflugzeug davonfliegt und die Rakete knapp hinter dem Jet explodiert. Ob Schäden an dem Flugzeug entstanden sind, geht aus der Aufnahme nicht hervor. Der Vorfall soll sich bereits vor mehreren Tagen zugetragen haben.


Die Revolutionsgarden erklärten damals auf X, dass sie "erfolgreich" einen US-Kampfjet anvisiert hätten. Das US Central Command griff den Beitrag auf und erklärte: "Es wurden keine US-Kampfflugzeuge vom Iran abgeschossen."

Laut ABC bestätigte jedoch eine namentlich nicht genannte Quelle, dass es einen entsprechenden Vorfall mit einer iranischen Rakete gab. Demnach sei in den letzten Tagen ein Flugzeug über dem Süden des Landes nur knapp einer iranischen Boden-Luft-Rakete entkommen.

In der vergangenen Woche wurde dem Bericht zufolge zudem ein US-Jet vom Typ F-35 im Luftraum über dem Iran durch Flugabwehrfeuer beschädigt. Dabei handelte es sich um den ersten Vorfall, bei dem einem US-Flugzeug während des nun knapp einen Monat andauernden Krieges über dem von Teheran kontrollierten Gebiet Schaden zugefügt wurde.

Bei Angriffen auf US-Luftwaffenstützpunkte in der Region wurden in den vergangenen Wochen bereits mehrere Flugzeuge beschädigt. Dabei handelt es sich um mehrere Jets, die in Saudi-Arabien stationiert waren und für die Luftbetankung von Kampfflugzeugen eingesetzt wurden.
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(28.03.2026, 22:23)Kongo Erich schrieb: das wäre wohl auch nicht ohne US-Opfer
Strategische Bomber fliegen mindestens seit Ende des Kalten Kreiges kein Hi-Lo-Hi Profil mehr.
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Iran trifft offenbar mehrere US-Spezialflugzeuge
Zitat:Der Iran hat erneut eine US-Basis in Saudi-Arabien angegriffen. Dabei sollen mehrere strategisch wichtige Flugzeuge der US-Luftwaffe getroffen worden sein.

Bei einem iranischen Raketenangriff auf den US-Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan in Saudi-Arabien sollen am Freitag mehrere US-Tankflugzeuge vom Typ KC-135 beschädigt worden sein. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mehrere saudische und US-Beamte. Offizielle Angaben zu den Folgen des Angriffs machte die US-Regierung bislang nicht. Dem Bericht zufolge wurden bei dem Raketeneinschlag auch zwölf US-Soldaten verletzt, die sich in einem Gebäude in der Nähe aufhielten.
...

Bislang unbestätigten Berichten zufolge könnten bei dem iranischen Angriff auch ein bis zwei US-Aufklärungsflugzeuge vom Typ E3 Sentry beschädigt worden sein. Die Angaben beruhen auf jüngsten Satellitenaufnahmen der Prinz Sultan-Basis, auf denen dichter schwarzer Rauch an der Stelle zu sehen ist, wo die E-3-Flugzeuge standen.
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Werter Nightwatch:

Zitat:Es gibt genügend .....Möglichkeiten um die Daumenschrauben soweit anzuziehen das die Mullahs aufgeben

Deine These ist ja, dass sie dies tun wegen ihres strategischen Fernzieles (Israel weg - Mahdi). Was aber, wenn sie als apokalyptische Weltuntergangssekte auf die Idee kommen, dass der Mahdi auch so aus dem Brunnen klettert? Dass sie dafür diesen Krieg bis zum Ende der Iraner als Volk führen müssen? oder sonstige irrationale Gründe sie dazu bringen eben nicht aufzugeben.

Und wenn sie aufgeben?! die zwingende schlußfolgerung ist dann ein folgekrieg, bei dem der iran dann wieder angegriffen werden muss.

Also wäre es besser, dem Iran gleich hier und jetzt ein Ende zu setzen. Jetzt hat man diesen Krieg schon mal angfangen, jetzt muss man ihn auch richtig und ordentlich zu Ende führen und den Iran erledigen. Was problemlos innerhalb weniger Tage möglich wäre.
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