Vierter Golfkrieg
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Zitat:Ibrahim Jalal | إبراهيم جلال
@IbrahimJalalYE
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Die VAE haben gerade die Marke von 2.000 Drohnen und Raketen der IRGC in 19 Tagen überschritten. Das ist mehr als die Houthi-Angriffe auf Saudi-Arabien in 7 Jahren (über 1.400). 40 % des mit dem Iran verbundenen regionalen Volumens. 2,4-mal mehr als Israel. Doppelt so viel wie der Rest des Golf-Kooperationsrats (GCC). Die am stärksten beanspruchte Verteidigung in der Region. Es ist eine Zermürbungsfront.
[Bild: https://pbs.twimg.com/media/HDn0MvrWAAAr...name=small]
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Zitat:Der Iran startet einen neuen Drohnen- und Raketenangriff auf die US-Botschaft in Bagdad.
https://informat.ro/de/international/der...dad-111730
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Ali Larijani ist auch tot.

https://www.jpost.com/middle-east/iran-n...cle-890273

https://www.br.de/nachrichten/deutschlan...ni,VE8F8uw

Ebenso Soleimani.

https://www.spiegel.de/ausland/iran-news...f4531254d0

Man verliert langsam den Überblick darüber wer überhaupt noch am Leben ist.

Und die Ukraine hat angekündigt, dass sie für die Ölaraber bis zu 1000 Abfangdrohnen pro Tag produzieren und liefern könnte. Gegen entsprechende Bezahlung und Lieferungen anderer Waffensysteme versteht sich. Zudem sind schon mehr als 200 ukrainische Spezialisten für Drohnenabwehr bei den Ölarabern eingetroffen.
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Mal im Ernst … Donald Trumps Volten der letzten Tage zeigen doch, dass der Mann keine Ahnung von Geostrategie hat, oder auch nur ansatzweise begreift, dass die Sprache der Macht nur spricht, wer auch so verstanden wird, wie er verstanden werden wollte.

Es ist für mich nahezu unfassbar, wie diese Regierung (und ihre Anhänger) ernsthaft glauben können, die USA würden respektiert. Gefürchtet, freilich, von kriselnden Regimes à la Venezuala und Iran. Aber respektiert? Unter Trump sind die USA für Rivalen wie Verbündete vor allem ein Ärgernis.

Erst verkündet er vollmundig den Sieg über den Iran, während seine Alliierten immer mehr Treffer abkriegen.

Dann jammert er über die Briten, die ihm nicht helfen wollten, obwohl er ja verkündet hat, keine Hilfe zu brauchen.

Dann geschieht das, wovor ihn seine eigenen Generäle gewarnt haben: Die Straße von Hormus gerät zum Nadelöhr.

Dann ruft er, der den Krieg begonnen hat und schon gewonnen haben will, sogar den strategischen Rivalen China um Hilfe, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Nachdem er die Öl-Sanktionen gegen Russland außer Kraft gesetzt hat, wohlgemerkt, vor lauter Furcht vor seinen Wählern, wodurch er die Interessen seiner engsten Verbündeten beschädigt.

Die Chinesen winken natürlich ab. Dann ruft Trump die Europäer zur Hilfe—er, der dieser Tage andauernd betont, Amerika brauche gar keine Verbündeten. Und spielt Rumpelstilzchen, als er erfahren muss, dass die verschnupften Europäer keine Lust haben, die nächste Suppe auszulöffeln, die Amerika ihnen eingebrockt hat.

Man stelle sich vor, wie anstrengend es sein muss, auf der Weltbühne mit diesem Riesenbaby zu verhandeln.

Da sitze ich ja lieber an Wladimir Putins langem Tisch, als dass ich mir diesen Quatsch antue. Jeden Morgen aufstehen, und erst mal gebrieft werden, welche Kehrtwende er jetzt wieder hingelegt, welchen Hirnfurz er jetzt wieder von sich gelassen hat. Um Gottes willen. Als deutscher Außenpolitiker würde ich wahrscheinlich in Tagträumen versinken, wie ich verkünde, dass wir uns selbstverständlich an einer Marine-Mission beteiligen, vorausgesetzt, die USA erklären sich bereit, alle Flüchtlinge aufzunehmen, die ihre nächste Intervention im Nahen Osten auf die große Reise gen Westen getrieben hat.

Einfach nur, um zu erleben, wie Trump dann aus der Wäsche guckt.

Das Schlimme ist: Es bringt nichts, aber eigentlich müsste man mit Trump genau so umgehen.
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muck schrieb:Erst verkündet er vollmundig den Sieg über den Iran, während seine Alliierten immer mehr Treffer abkriegen.
Trump übertreibt und überzeichnet. Man muss ihn im zehnten Jahr seiner Schreckensherrschaft nicht unbedingt wörtlich nehmen. Es ist dabei jedoch völlig richtig, dass die iranischen Fähigkeiten weitestgehend zerschlagen sind. Entsprechend werden auch die iranischen Treffer weniger und nicht mehr.

Zitat:Dann jammert er über die Briten, die ihm nicht helfen wollten, obwohl er ja verkündet hat, keine Hilfe zu brauchen.
Ja, schließt sich das denn aus? Faktisch benötigen die USA keine Hilfe. Das impliziert jedoch nicht, dass es für sie nicht schön wäre Unterstützung zu haben und es ist nur logisch, dass man es nicht gerne sieht, wenn die Verbündeten sich bei einem Krieg, dessen Ziele sie uneingeschränkt teilen sollten und dessen Folgen sie mehr betreffen als die USA einfach komplett verweigern. Erst recht wenn die Verbündeten im eigenen Hinterhof auf viele Jahre hinaus immernoch voll auf die USA angewiesen sein werden.

Zitat:Dann ruft er, der den Krieg begonnen hat und schon gewonnen haben will, sogar den strategischen Rivalen China um Hilfe, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Nachdem er die Öl-Sanktionen gegen Russland außer Kraft gesetzt hat, wohlgemerkt, vor lauter Furcht vor seinen Wählern, wodurch er die Interessen seiner engsten Verbündeten beschädigt.
Trump ruft die Chinesen nicht um Hilfe, Trump stelle eine Anfrage in Richtung Asien ob man nicht im Sinne der eigenen Interessen Verantwortung übernehmen wolle. Es ist nun mal eine Tatsache, dass die USA noch am wenigstens an den Exporten aus der Straße von Hormuz hängen und Asien dagegen sehr wohl. Sein ersuchen wäre für diverse Länder der Region eine Chance zur einer neuen geopolitischen Positionierung gewesen und hätte ihnen mit der jetzigen US Admin sehr viel Goodwill eingebracht. Chance verpasst, wie Europa auch.

Und hinsichtlich Russland: Das mag manchen vielleicht jetzt sauer aufstoßen, aber Russlands Krieg in der Ukraine ist im vierten Jahr sinnentleerter Grabenkämpfe nicht mehr der uneingeschränkte Nabel der Welt um das sämtliches Geopolitisches Handeln zu kreisen hat. Es gibt tatsächlich irgendwann auch mal Entwicklungen die ein klein wenig wichtiger sind, als die diesbezüglichen Befindlichkeiten handlungsunwilliger und -unfähiger Europäer. Der Kampf gegen das iranische Regime gehört nach den jüngeren Geschehnissen allemal dazu.

Zitat:Die Chinesen winken natürlich ab. Dann ruft Trump die Europäer zur Hilfe—er, der dieser Tage andauernd betont, Amerika brauche gar keine Verbündeten. Und spielt Rumpelstilzchen, als er erfahren muss, dass die verschnupften Europäer keine Lust haben, die nächste Suppe auszulöffeln, die Amerika ihnen eingebrockt hat.
Die Einladungen erfolgten parallel. Und wiederholt, die USA brauchen hier keine Verbündeten. Trotzdem erwartet Trump halt, dass auch die Verbündeten ein Interesse daran haben, dass die Straße von Hormuz möglichst schnell wieder frei wird und sich entsprechend beteiligen. Die Europäer lehnen in einem kindischen Reflex ab, die Straße wird damit (etwas) länger dicht bleiben und wir müssen jetzt halt abwarten, in welcher Form es die nächsten Jahre dafür die berechtigte Retourkutsche geben wird.
Zitat:Man stelle sich vor, wie anstrengend es sein muss, auf der Weltbühne mit diesem Riesenbaby zu verhandeln.
Ich halte Trump ja für einen recht einfach zu händelnden Verhandlungspartner, den man mit den richtigen Ansatz ausnehmen könnte wie eine Weihnachtsgans. Das Europäische Problem an dieser Stelle ist, dass unsere Player in ihrer verkopften Arroganz nicht über den eigenen Schatten springen können.
Zitat:Da sitze ich ja lieber an Wladimir Putins langem Tisch, als dass ich mir diesen Quatsch antue. Jeden Morgen aufstehen, und erst mal gebrieft werden, welche Kehrtwende er jetzt wieder hingelegt, welchen Hirnfurz er jetzt wieder von sich gelassen hat. Um Gottes willen.
Schon ein grundsätzlicher Fehler jeden Hirnfurz den Trump irgendwo zu Protokoll gibt wörtlich zu nehmen und für allzu relevant zu halten. Greif zum Telefon, schmiere im Honig ums Maul, bau eine persönliche Beziehung auf. Schaffen kompetentere Player auch.
Zitat:Als deutscher Außenpolitiker würde ich wahrscheinlich in Tagträumen versinken, wie ich verkünde, dass wir uns selbstverständlich an einer Marine-Mission beteiligen, vorausgesetzt, die USA erklären sich bereit, alle Flüchtlinge aufzunehmen, die ihre nächste Intervention im Nahen Osten auf die große Reise gen Westen getrieben hat.
Hätten wir kompetentere Akteure müsste es nicht bei derartigen Tagträumereien bleiben und wir können Trump tatsächlich ähnlich gelagerte Deals eingehen.

Ganz lesenswerter konträrer Blick zum medialen Narrativ hinsichtlich der Stabilität des Regimes:
What Looks Like Resilience in Iran Is Its Collapse Plan

Und um mal kurz den Erich zu geben; dieser Kommentar in Jpost bringt meine Meinung zur europäischen und insb. deutschen Verlogenheit in Sachen Iran ganz gut auf den Punkt:
When the stakes are global, neutrality is not neutral - editorial
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Pflichtlektüre in Sachen Larijani und Umgang mit dem Regime:
Ali Larijani Was Never a Pragmatist

Wohl wieder einer weniger:
Zitat:Israeli source: We tried to take out the Iranian intelligence minister tonight. Awaiting the results of the strike, but its looking good.
https://x.com/Osint613/status/2034180949441675623
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(18.03.2026, 10:58)Nightwatch schrieb: Pflichtlektüre in Sachen Larijani und Umgang mit dem Regime:
Ali Larijani Was Never a Pragmatist
..
so hängt jeder in seiner Blase mit seinen alternativen Fakten ...
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(18.03.2026, 12:59)Kongo Erich schrieb: so hängt jeder in seiner Blase mit seinen alternativen Fakten ...
Was hast du inhaltlich daran zu kritisieren oder wird von dir warum genau anders bewertet?
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Zitat:Im laufenden Irankrieg sind nach amerikanischen Angaben bislang rund 200 US-Soldaten verwundet worden. Das zuständige Zentralkommando (CENTCOM) erklärte am gestrigen Montag, dass darunter 180 Leichtverwundete seien, die sich bereits wieder im Dienst befänden. Zehn Verwundungen seien dagegen ernst. Die Fälle hätten sich in insgesamt sieben Ländern ereignet: Bahrain, Irak, Israel, Jordanien, Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Am vergangenen Freitag, 13. März, wurde die Zahl noch mit rund 140 angegeben.

https://soldat-und-technik.de/2026/03/st...eg-us-200/
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Interessante Einsichten zur Arbeitsweise des Mossads im Iran:
Inside the Mossad’s Secret War on Iran | Yonah Jeremy Bob | Tikvah Podcast

Nochmal Larijani und Gedanken aus israelischen Sicherheitskreisen dazu:
Larijani Was the System. Now He’s Gone.

Die Tripoli hat die Straße von Malacca durchfahren
https://x.com/visegrad24/status/2034247679614595374
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Es gibt ein afrikanisches Sprichwort
Zitat:"Die Weissen haben die Uhren
und wir die Zeit "
und die Iraner spielen auf Zeit und auf schrittweise regionale Ausweitung.

Israel macht weiter mit seiner "Kopf ab" Kampagne, und schwächt den iranischen Staatsapperat, und stärkt die regionalen Strukturen, die sich radikalisieren.
Verhandlungen werden dadurch immer schwieriger, die Perspektive eines Chaos im Iran immer wahrscheinlicher. Aber das ist Israel egal,ein Chaos im Iran, Irak, Libanon stört sie nicht.

Die USA beginnen die Stellungen an der Küste des Roten Meers zu bombardieren, 1000 km Küste viel Arbeit, und bombardieren reicht nicht, CAS ist notwendig, es wurden A10 Flugzeuge in die Region verlegt, die dafür geeignet sind. Aber auch hier ist Ausdauer gefordert, bis dem Letzten Pasdaran die Lust vergangen ist eine Drohne zu starten.

Europa ist nicht feige, hat aber seine eigenen Interessen, die nicht mit denen der USA und Israel übereinstimmen.
Wir (FR, UK, GR etc) verteidigen unsere Partner, und versuchen eine diplomatische Lösung vor anzubringen.
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Trump beschwert sich über Allierte, die 40 Jahre US-Schutz hatten und jetzt keine Minenjäger schicken wollen. Ein oder mehrere Länder mit 45.000 US Truppen. Das könnten wir, Japan oder Korea sein, oder alle drei.

Ich hätte nichts gegen eine Entsendung von Minenjäger, allerdings frage ich mich, ob wir überhaupt etwas vorzuweisen haben.
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Zitat:Verhandlungen werden dadurch immer schwieriger, die Perspektive eines Chaos im Iran immer wahrscheinlicher. Aber das ist Israel egal,ein Chaos im Iran, Irak, Libanon stört sie nicht.

Dieses Chaos ist das primäre Ziel der Israelis. Genau darum geht es. Es ist also ihnen keineswegs egal. Sie wollen es stattdessen.
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Das ist interessant. Kannst du das etwas mehr ausführen?
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Zitat: Der Chef der amerikanischen Geheimdienste widerspricht dem Ziel von Trumps Operation im Iran: „Der Iran hat nicht versucht, seine Urananreicherungsaktivitäten seit dem Angriff im Juni 2025 wieder aufzunehmen.“

https://informat.ro/de/international/tru...gen-111962
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