EU vs. USA
Die Brücke Richtung Trump ist gebaut. Mehr europäisches Engagement auf Grönland, zusammen mit den USA, um die nicht vorhandenen feindlichen Schiffe (und andere Bedrohungen) abzuwehren.

Wenn er den Besitz, nicht die Nutzung, der Insel zur überragenden Bedeutung für die Sicherheit der USA und des Planeten hochstilisisiert, fällt es mir schwer, hier eine mögliche abgestufte Vereinbarung zu erkennen.

Ich sehe Trumps Vorgehen als zunehmend konfrontativer und ultimativer. Gegenüber den langjährigen Verbündeten, wohlgemerkt. Russland hingegen, welches seine Propagandisten auch schon mal einen Atomschlag gegen die USA durchspielen lässt, wird mit Samthandschuhen angefasst.
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Die Politik, Diplomatie und die gesamte Geschichte lebte und lebt von Erzählungen. Das ist auch hier in der Diskussion nicht anders. Auf der einen Seite wird die Erzählung konstruiert, die aktuelle US-amerikanische Außenpolitik lege es auf Verhandlungen an, und es sei klug, dieses Spiel mitzuspielen um das beste Ergebnis heraus zu holen, weil so Diplomatie funktioniere. Das geht dann bis zu der unsinnigen Behauptung, Europa würde mit der Verweigerung die NATO und die transatlantischen Beziehungen gefährden. Auf der anderen Seite wird eine Erzählung rund um die Person Trump aufgebaut um ein personifiziertes Feindbild zu erzeugen, an dem sich treffend abgearbeitet werden kann. Es taugt dafür, der eigenen Argumentation eine Härte und Präzision vorzutäuschen, die weder realistisch noch zielführend ist. Beides hilft für eine sinnvolle Bewertung der Grönlandfrage nicht weiter.

Auch in dieser geht es um Erzählungen. Die US-Regierung hat sich darauf festgelegt, das Narrativ zu verbreiten, Grönland sei für die nationale Sicherheit zwingend notwendig und müsse daher unter eigener Kontrolle stehen. Das ist nicht neu, geostrategisch und historisch plausibel und trifft einen Nerv der US-Amerikanischen Bevölkerung, dementsprechend leicht verfängt ein solcher Standpunkt. Das alles gilt ebenso für die zweite, modernere Erzählung von den sicherheitspolitisch unzuverlässigen Europäern, die ihre Freiheit auf Kosten der USA genießen und sich selbst an Russland oder China ausverkaufen.
Nun sind solche Erzählungen stets Konstrukte mit wahren Kernen und ausschmückendem Fruchtfleisch, im Verhältnis mal mehr von dem einen, mal mehr von dem anderen. Unstrittig sollte hier im Forum sein, dass es für diese Erzählungen der USA ziemlich viele wahre Kerne gibt, in der europäischen Politik ist dies jedenfalls der Fall. Diese wahren Kerne der US-Erzählungen dürfen in einer europäischen Erzählung nicht negiert werden, ohne sich unglaubwürdig zu machen. Gleichzeitig muss aber der eigene europäische Mythos einer Zukunft im Kollektiv bewahrt und ausgebaut werden.

Damit die europäische Erzählung bei der europäischen Bevölkerung verfängt muss sie demütig, stark und gemeinschaftlich ausgelegt werden, was in der Kombination, mit den eigenen innen- und außenpolitischen Diskrepanzen und mit den realen Möglichkeiten nicht so leicht ist.

Eine zunächst symbolhafte Erklärung, der zumindest eine zügige Entscheidung und Umsetzung einer Vorerkundung, eine Anerkennung der sicherheitspolitischen Relevanz von Grönland für die USA unter gleichzeitigem Bekenntnis zur Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeit und die gereichte Hand für eine gemeinsame sicherheitspolitische, transatlantische Zukunft mag hier als Gegenerzählung verrissen werden, in meinen Augen ist sie diplomatisch durchdacht und kann gegenüber beiden Bevölkerungen wirkungsvoll sein, wenn sie konsequent weitergegangen wird. Nicht, weil sie für sich genommen wirkungsvoll ist, wohl aber, weil das Entlarven der durch die Erzählung verborgenen eigentlichen Strategie das sinnvollste Mittel ist, um die eigenen Ziele zu erreichen. Stärker jedenfalls, als irgendwelche Verhandlungen um eine Beziehung zu retten, die daraufhin vor allem toxisch weiter geht. Allerdings, und das ist ein entscheidender Punkt deshalb wiederhole ich ihn noch einmal: es muss konsequent weiter gehen. Das ist der Prüfstein, an dem die Erzählung gemessen wird.

Soweit meine Perspektive auf diese Angelegenheit, mehr habe ich dazu aktuell auch nicht zu sagen (und Zeit zum diskutieren habe ich aktuell auch keine, nehmt mir das nicht übel).
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Ich würde nicht einfach alle US-Narrative übernehmen. Die USA wollten jahrzehntelang bewusst militärisch so dominant sein wie der „Rest der Welt zusammen“, damit sie von niemandem – auch nicht von Verbündeten – ernsthaft herausgefordert werden können. Dieses Modell funktioniert wegen China und wegen eigener struktureller Schwächen inzwischen nicht mehr.

Wenn man nun Schutz relativiert oder zurückzieht und zugleich Europas militärische Schwäche betont, muss man die Konsequenzen akzeptieren: Deutschland und andere werden massiv aufrüsten – im Extremfall auch nuklear. Genau das wollten die USA früher ausdrücklich verhindern.

Ja, Europa muss sich einigen und eigene Fehler eingestehen. Aber ohne massiven externen Druck wird das politisch kaum gehen – zu viele Machtzentren, Partikularinteressen und Opportunismus.

Der eigentliche Brocken wird der Emanzipationsprozess: industrielle, militärische und strategische Eigenständigkeit. Das wird teuer, konfliktreich und dauert Jahre.

Und ganz konkret: Wenn wir es ernst meinen, können wir uns perspektivisch nicht leisten, bei kritischen Waffensystemen weiter in zentraler Abhängigkeit von den USA zu bleiben.
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(18.01.2026, 11:17)emjay schrieb: Die Brücke Richtung Trump ist gebaut. Mehr europäisches Engagement auf Grönland, zusammen mit den USA, um die nicht vorhandenen feindlichen Schiffe (und andere Bedrohungen) abzuwehren.
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er agiert ganz anders: im Gegensatz zu verbalen Gründen (Grönland besser gegen die - ohnehin nicht vorhandenen - Chinesen und Russen verteidigen) straft er diejenigen, die stärkere Verteidigungsmöglichkeiten eruieren sollen, mit "Strafzöllen" ab.
GröPaZ will entweder was anderes - oder er ist irre.

Bezüglich der Trumps Zölle: Da hilft nur noch Druck
Zitat: ... die Berliner Strategie, stets die Gemeinsamkeiten mit den Vereinigten Staaten zu betonen, alles daran zu setzen, Trump nicht zu verärgern, ist – man es muss es so hart sagen – gescheitert. Dieser amerikanische Präsident sucht nicht das Gemeinsame, sondern das Trennende. Die Bundesregierung braucht dafür eine neue Strategie.
...
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Zitat:Der US-Präsident erklärt sein Interesse an Grönland mit der Sicherheit seines Landes. Die Aktivitäten von US-Milliardären auf der Insel deuten derweil auf andere Motive hin.

www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_101084420/groenland-diese-us-milliardaere-wollen-an-die-bodenschaetze-der-insel.html
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aus einem französischen Forum

Vor 1 Stunde sagte herciv:WENN jemand Zugriff auf den Rest des Artikels hat ...
„Die Barbaren sind da“: Wie die internationale Presse Trumps neue Zollandrohung analysiert
https://www.lefigaro.fr/international/le...p-20260118
Von Jeanne Sénéchal
PRESSEÜBERSICHT – Vom Vereinigten Königreich bis Deutschland, von Finnland bis Spanien, bis hin zu den Vereinigten Staaten und China analysiert die internationale Presse Donald Trumps Ultimatum zu Grönland als Schock für die westlichen Verbündeten.

Donald Trumps Ankündigung neuer Zölle gegen mehrere europäische Länder, die an den Verkauf Grönlands geknüpft sind, schlug wie eine Bombe ein, wie es der amerikanische Präsident zu tun versteht. Indem er NATO-Verbündete (Dänemark, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Finnland) ins Visier nahm, löste der US-Präsident eine Schockwelle aus, die weit über den europäischen Kontinent hinausging.

Die internationale Presse kommentierte diese beispiellose Eskalation ausführlich und beschrieb sie als strategischen Wendepunkt, der Handel, Sicherheit und territoriale Souveränität miteinander verknüpft.


PRESSEÜBERSICHT – Vom Vereinigten Königreich bis Deutschland, von Finnland bis Spanien, bis hin zu den Vereinigten Staaten und China analysiert die internationale Presse Donald Trumps Ultimatum zu Grönland als Schock für die westlichen Verbündeten.

Die Ankündigung Donald Trumps, neue Zölle gegen mehrere europäische Länder zu verhängen, sofern diese Grönland nicht abtreten, schlug wie eine Bombe ein, wie es der amerikanische Präsident zu tun versteht. Indem er NATO-Verbündete (Dänemark, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Finnland) ins Visier nahm, löste der US-Präsident eine Schockwelle aus, die weit über den europäischen Kontinent hinausging.

Die internationale Presse kommentierte diese beispiellose Eskalation ausführlich und beschrieb sie als strategischen Wendepunkt, der Handel, Sicherheit und territoriale Souveränität miteinander verknüpft.

Ein fassungsloses Europa zwischen Desillusionierung und strategischer Alarmstimmung
In den europäischen Hauptstädten herrscht Fassungslosigkeit. Im Vereinigten Königreich, einem historischen Verbündeten Washingtons, betont die Financial Times, dass London trotz seiner strategischen Loyalität und eines kürzlich geschlossenen Handelsabkommens mit den Vereinigten Staaten keine Vorzugsbehandlung erfahren habe. Der britische Premierminister verurteilte diese Entscheidung als „völlig falsch” zwischen NATO-Verbündeten. Für die Tageszeitung zeigt diese Entwicklung, dass selbst die „besondere Beziehung” keinen Schutz mehr bietet und dass die mit Washington geschlossenen Abkommen „keine Garantie mehr darstellen”, was die Gefahr einer dauerhaften Eskalation mit sich bringt.

In Deutschland ist die Frankfurter Allgemeine Zeitung der Ansicht, dass die Initiative von Donald Trump Dänemark keineswegs isoliert, sondern im Gegenteil zu einer „europäischen Angelegenheit” gemacht hat. Die Zeitung betont, dass Kopenhagen Zurückhaltung walten lässt und seinen Partnern das Feld überlässt, was seine diplomatische Position stärkt. Sie warnt jedoch auch davor, dass der wirtschaftliche Preis hoch sein könnte: Bis zu 16.000 Arbeitsplätze wären gefährdet, wenn die Zölle in Höhe von 25 % in Kraft treten würden.

In Nordeuropa ist der Ton noch alarmistischer. In Finnland warnt die Helsingin Sanomat vor einer „gefährlichen Spirale“ und ist der Ansicht, dass die Verhängung von Wirtschaftssanktionen zwischen verbündeten Ländern zu beispiellosen Spannungen innerhalb der NATO führen könnte. Die Tageszeitung betont die Unverhältnismäßigkeit der amerikanischen Maßnahmen und erinnert daran, dass die betroffenen Länder im Rahmen von Bündnisübungen nur sehr begrenzte Kontingente, manchmal nur wenige Soldaten, nach Grönland entsandt haben.

In Spanien schlägt El País einen fast existentiellen Ton an. In einem scharfen Leitartikel schreibt die Zeitung, dass „die Barbaren im Inneren sind”, und vertritt die Ansicht, dass der amerikanische Verbündete die seit dem Zweiten Weltkrieg aufgebaute europäische Sicherheitsarchitektur in Frage stellt. Die Zeitung ist der Ansicht, dass die Grönland-Frage „alle roten Linien“ überschreitet und das Scheitern der bisherigen Beschwichtigungsstrategie der Europäischen Union offenbart.

Politische und wirtschaftliche Bruchlinien
Die Drohung wird auch als bewusste wirtschaftliche Waffe analysiert. Italien gehört zwar nicht zu den betroffenen Ländern, doch in Rom ist man beunruhigt. Die Präsidentin des Ministerrats, Giorgia Meloni, bezeichnete die Möglichkeit neuer Zölle als „Fehler“ und erklärte, dass „die Verhängung neuer Sanktionen zum jetzigen Zeitpunkt ein Fehler wäre“. Sie habe Donald Trump ihren Standpunkt direkt mitgeteilt.

Die italienische Presse zeigt sich jedoch alarmistischer. Der Corriere della Sera warnt vor kumulierten Zöllen von bis zu 35 bis 40 % für die betroffenen Länder, was als unvereinbar mit den Margen der europäischen Fertigungsindustrie angesehen wird. Automobil, Luftfahrt, Pharmazie, Lebensmittel oder Luxusgüter: In vielen Branchen würden Exporte in die Vereinigten Staaten schnell unrentabel werden, was zu dauerhaften Marktanteilsverlusten führen könnte.

In Mitteleuropa nimmt die Besorgnis strategische Züge an. In einem Interview mit der polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza vertritt der ehemalige polnische Chef der Staatssicherheit die Ansicht, dass die nach 1945 geschaffene internationale Ordnung „am Zusammenbrechen ist”. Seiner Meinung nach „muss man die NATO retten, solange noch eine Chance dazu besteht”, aber die Europäische Union muss sich nun auf die Möglichkeit vorbereiten, den Kontinent ohne die Vereinigten Staaten zu verteidigen. Grönland wird als gefährlicher Präzedenzfall dargestellt, der weitere Formen strategischer Erpressung ankündigt.
Blick von außen und Zweifel in den USA

Über das westliche Lager hinaus wird die Entwicklung von den großen konkurrierenden Mächten genau beobachtet. In China sieht die Global Times in dieser Entwicklung ein Beispiel für die Vergrößerung der transatlantischen Kluft. Die Tageszeitung ist der Ansicht, dass Washington die Abhängigkeit Europas instrumentalisiert und eine Frage der territorialen Souveränität zu einem Verhandlungsinstrument in Handelsfragen macht, wodurch das Misstrauen innerhalb des westlichen Blocks dauerhaft vertieft werden könnte.

In den Vereinigten Staaten ziehen die Medien eine noch besorgniserregendere Bilanz. Die Washington Post bietet eine eher strukturelle Lesart der amerikanischen Offensive. Der Tageszeitung zufolge steht Donald Trumps plötzliches Interesse an Grönland im Zusammenhang mit der beschleunigten Erwärmung der Arktis, die sich fast viermal so schnell erwärmt wie der Rest der Welt. Das Abschmelzen des Eises eröffnet neue Seewege und legt strategische Ressourcen (Lithium, Kupfer, Diamanten) frei, wodurch die Region zu einem neuen Schauplatz wirtschaftlicher und militärischer Rivalitäten wird. Ein Paradoxon, betont die Zeitung, für einen Präsidenten, der den Klimawandel als „Schwindel” bezeichnet und gleichzeitig versucht, dessen geopolitische Folgen auszunutzen.

Die New York Times beschreibt einen Wendepunkt. Die Tageszeitung betont die Brutalität der Ankündigung, die in einer langen Nachricht auf Donald Trumps Social-Media-Konto veröffentlicht wurde und „monatelange Fortschritte in den Handelsverhandlungen zunichte gemacht” und Europa auf einen „Kollisionskurs” mit Washington gebracht hat.

Sie betont, dass das amerikanische Ultimatum den europäischen Verbündeten in einer „bitteren und kämpferischen“ Geopolitik „wenig Spielraum oder Verhandlungsspielraum“ lasse. Die Zeitung weist auch auf offene Kritik innerhalb des republikanischen Lagers hin, wo einige Abgeordnete den Schritt als „unmoralisch“ oder „dumm“ bezeichnen. Die Tageszeitung betont schließlich, dass diese Eskalation zu einem Zeitpunkt erfolgt, zu dem der Oberste Gerichtshof der USA in Kürze über die Rechtmäßigkeit der vom Präsidenten zur Durchsetzung dieser Zölle geltend gemachten Notstandsbefugnisse entscheiden muss, was eine bereits explosive Krise um eine erhebliche rechtliche Unsicherheit bereichert.
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War zu erwarten, Handelsabkommen erstmal gestoppt, Vergeltungszölle und ggf. weitere Maßnahmen geplant. Ich bin ganz ehrlich, dass das Handelsabkommen erstmal vom Tisch ist, macht mich nicht sonderlich traurig, so einseitig wie das war. Aber mich beschleicht auch das Gefühl langsam, das ein Hintergrund dieses ganzen Säbelrasselns von US-Seite war den Deal doch noch mal zu torpedieren um noch mehr Einseitigkeit für sich zu erzielen.

https://www.spiegel.de/politik/groenland...9e8ca37cf9

Zitat:EU plant Gegenzölle im Wert von 93 Milliarden Euro
Europa reagiert auf Trumps Grönland-Drohungen: Die EU-Staaten wollen sich gegen US-Zölle mit eigenen Importabgaben für amerikanische Waren wehren. Das wurde dem SPIEGEL aus EU-Kommissionskreisen bestätigt.

Die Europäische Union prüft Vergeltungsmaßnahmen gegen die USA. Geplant sind Strafzölle in Höhe von 93 Milliarden Euro oder Einschränkungen für amerikanische Unternehmen auf dem europäischen Markt. Zuerst berichtete die »Financial Times«. Die Krise gilt als die schwerste in den transatlantischen Beziehungen seit Jahrzehnten.

Hintergrund ist die Drohung von US-Präsident Donald Trump, zusätzliche Zölle gegen Dänemark, Deutschland, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland zu verhängen, falls die USA Grönland nicht kaufen können.

EU-Sondergipfel geplant
Der EU-Ratspräsident António Costa will in den kommenden Tagen einen Sonder-Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs einberufen. Dabei solle die Reaktion der EU auf die Zoll-Androhung von US-Präsident Donald Trump erörtert werden, schreibt Costa in einem Eintrag auf der Plattform X. Seine Konsultationen mit den EU-Mitgliedern hätten gezeigt, dass diese sich stark für Dänemark und Grönland einsetzten und bereit seien, sich gegen jede Form von Zwang zu wehren. Dabei seien sie weiterhin bereit, konstruktiv mit den USA zusammenzuarbeiten. Ein EU-Insider sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, der Gipfel werde wahrscheinlich am Donnerstag stattfinden. Es sei ein persönliches Treffen geplant.

Die EU-Botschafter hatten sich einem Insider zufolge am Sonntagabend noch nicht auf ‌die Verhängung neuer Gegenzölle für die USA geeinigt. Wenn es keine Einigung mit den USA in der neuesten Runde des Zollstreits wegen Grönland geben sollte, würden die bereits im Juli designierten Gegen-Strafzölle im Volumen von 93 Milliarden Euro etwa für US-Bourbon, ‌Flugzeugteile, Sojabohnen und Geflügel automatisch am 6. Februar in Kraft treten, ⁠sagte ‍ein EU-Diplomat der Nachrichtenagentur Reuters.

Handelsabkommen auf unbestimmte Zeit verschoben
Die EU hatte die Verhängung dieser Zölle nur ausgesetzt, nachdem sie sich mit den USA auf ​ein Handelsabkommen geeinigt hatte. Dieses sah eigentlich ‌Zollfreiheit für ⁠US-Waren und einen 15-Prozent-Zoll auf EU-Waren in den USA vor. Das Europäische Parlament hat nach Angaben von EVP-Chef Manfred Weber aber jetzt die nötige und ⁠für Mittwoch vorgesehene Verabschiedung dieses Abkommens auf unbestimmte Zeit verschoben.

Auslöser ist die Ankündigung von US-Präsident Donald ‌Trump, ab dem 1. Februar ‍einen zusätzlichen 10-prozentigen Zoll auf Waren aus bestimmten EU-Ländern zu erheben, ‍wenn sich die EU gegen einen US-Kauf des zu Dänemark gehörenden Grönlands wehrt. Betroffen von der Zoll-Androhung sind acht europäische Nato-Länder, die jüngst Soldaten zu einer Erkundungsmission auf die Insel geschickt haben, darunter Deutschland.
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Man kann eigentlich nur hoffen, dass dies ein Fake ist, aber es soll vom norwegischen Premierminister bestätigt worden sein:

Zitat:NEW: @potus letter to @jonasgahrstore links @NobelPrize to Greenland, reiterates threats, and is forwarded by the NSC staff to multiple European ambassadors in Washington. I obtained the text from multiple officials:

Dear Ambassador:

President Trump has asked that the following message, shared with Prime Minister Jonas Gahr Støre, be forwarded to your [named head of government/state]

“Dear Jonas: Considering your Country decided not to give me the Nobel Peace Prize for having stopped 8 Wars PLUS, I no longer feel an obligation to think purely of Peace, although it will always be predominant, but can now think about what is good and proper for the United States of America. Denmark cannot protect that land from Russia or China, and why do they have a “right of ownership” anyway? There are no written documents, it’s only that a boat landed there hundreds of years ago, but we had boats landing there, also. I have done more for NATO than any other person since its founding, and now, NATO should do something for the United States. The World is not secure unless we have Complete and Total Control of Greenland. Thank you! President DJT”

https://x.com/nickschifrin/status/2013107018081489006

Nachtrag 10:47 Uhr: www.n-tv.de/politik/Trump-Nicht-mehr-verpflichtet-ausschliesslich-an-Frieden-zu-denken-id30255947.html
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(18.01.2026, 23:13)DrKartoffelsalat schrieb: War zu erwarten, Handelsabkommen erstmal gestoppt, Vergeltungszölle und ggf. weitere Maßnahmen geplant.
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Ganz konkret:
GröPaZ hat mit seinen neuen Zolldrohungen - die er ab 1. Februar umsetzen will - das Handelsabkommen faktisch "außer Kraft gesetzt". Die Folgen sind klar:
Zitat:Wenn es keine Einigung mit den USA in der neuesten Runde des Zollstreits wegen Grönland geben sollte, würden (damit) allerdings die bereits im Juli designierten Gegen-Strafzölle im Volumen von 93 Milliarden Euro etwa für US-Bourbon, Flugzeugteile, Sojabohnen und Geflügel automatisch am 6. Februar in Kraft treten, sagte ein EU-Diplomat zu Reuters.
Die EU hatte die Verhängung dieser Zölle nur ausgesetzt, nachdem sie sich mit den USA auf ein Handelsabkommen geeinigt hatte. Dieses sah eigentlich Zollfreiheit für US-Waren und einen 15-Prozent-Zoll auf EU-Waren in den USA vor. Das Europäische Parlament hat nach Angaben von EVP-Chef Manfred Weber aber jetzt die nötige und für Mittwoch vorgesehene Verabschiedung dieses Abkommens auf unbestimmte Zeit verschoben.
und auch wenn die EU nun einen Sondergipfel einberuft und einige Nationalfürsten aus ihrer Speichelleckerei gegenüber GröPaZ nicht heraus kommen:
Die nötige Einstimmigkeit, um diese Konsequenz zu umgehen, kann und wird es nicht geben - von der nötigen Abstimmungsmehrheit im EU-Parlament ganz zu schweigen.

Vielleicht - wahrscheinlich, meine ich - wäre uns das Theater erspart geblieben, wenn wir in Europa gleich (ähnlich wie China) stark agiert und Augenhöhe beansprucht hätten. Wer gegenüber einem Egomanen als Bittsteller auftritt, hat schon verloren. Dieser Typ versteht nur die Sprache der "Stärke", weil es auch die einzige Sprache ist, die er selbst spricht.
Wer als Hegemon nur aus der Position der Stärke agiert (egal, ob er nichts anderes kann oder das nur sein Naturell ist) greift solange zu Grenzüberschreitungen, bis er entweder den Bogen überspannt oder den Gegenüber absolut entmündigt und versklavt hat.
Je länger man wartet, desto schwerer wird es, den eigenen Standort zu halten. Nun kann die EU gar nicht mehr auf Beschwichtigungsgesten ausweichen.

Die Frage, die sich jetzt stellt, ist nur noch:
inwieweit kann GröPaZ seine Drohungen umwandeln oder zurück nehmen?
Für Politikwissenschaftler Thomas Jäger gibt es für Trump inzwischen keinen Weg mehr zurück.

„Es wird erledigt werden!“, droht Trump – Baerbock spricht von „absolutem Schuss ins eigene Knie“

Was heißt das?
Er kann nicht einfach durch Drohungen die EU "auf Linie bringen".
Er muss entweder einknicken - oder ein riskiert den Zusammenbruch der NATO.
Mit der Drohung gegen Europa beginnt Trump eine neue Ära - womit wir wieder beim Thema wären:
Zitat:Ein Jahr nach Trumps Amtsantritt zeichnen sich einige Lehren über seinen Blick auf die Welt ab. Er sieht die Welt aufgeteilt unter China, Russland und den USA. Sein Anspruch auf Grönland passt nur zu gut ins Bild.

Lässt US-Präsident Donald Trump demnächst Grönland besetzen? Allein diese Frage sagt eigentlich alles. Ein Jahr nach dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit ist die Welt eine völlig andere - selbst als in Trumps erster Amtszeit. Die jüngste Zolldrohung gegen mehrere EU-Staaten, darunter Deutschland, ist hier nur die nächste Eskalationsstufe.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Grönland gehört zu Dänemark, einem Nato-Mitglied. Annektierten die USA die Insel, wäre das ein feindlicher Akt gegen einen Verbündeten. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat für den Fall schon das Ende der Militärallianz vorhergesagt, viele Experten pflichten ihr bei. Völkerrechtswidrig wäre der Akt ohnehin, aber danach fragt kaum noch jemand - im Weißen Haus absolut niemand. Aber schon die Zolldrohung ist eine unglaubliche Eskalation. Es handelt sich um Verbündete, die seit Jahrzehnten zusammenstehen. Kann man da jetzt noch das gemeinsame Schutzversprechen ernst nehmen?
Damit verlieren die USA aber auch einen guten Teil ihrer nordatlantischen Machtbasis. Und die "multipolare Welt" ist nicht tot, sondern im Gegenteil - der Druck aus den zunehmend geschwächten USA führt zwangsläufig dazu, dass sich vormalige "Satelliten" ebenso zunehmend verselbstständigen und den Schulterschluss untereinander suchen. Das Handelsabkommen zwischen EU und Mercosur ist dafür ein Zeichen.

In einer solchen Multipolaren Welt gewinnt nicht der Staat an Einfluß, der den größten Druck ausübt - sondern der Staat bzw. die Staatengruppe, die am Besten und am Häufigsten gemeinsame Interessen mit anderen Partnern finden - auf Augenhöhe und zum beiderseitigen Vorteil.

Zurück zu den Konsequenzen der Auseinandersetzung zwischen EU und USA:
Trumps Grönland-Plan ist bereits gescheitert.
Zitat:... Natürlich, besetzen kann er das Land immer noch. Aber gegen den Willen der Grönländer könnte Trump die Insel nicht zum 51. Bundesstaat machen. Das würden die Demokraten und sogar etliche echte, nicht zur MAGA-Bewegung überglaufene Republikaner verhindern. Denn für die Aufnahme nach Art. IV Abs. 3 der US-Verfassung wäre nicht nur eine einfache Mehrheit im Repräsentantenhaus nötig (die den Republikanern bereits im November abhandenkommen kann), sondern vor allem eine Zweidrittel-Mehrheit im Senat. Dort aber verfügen die Republikaner über gerade einmal 53 von 100 Sitzen. Nicht nur Europa, auch Trump hat darum beste Chancen, als Bettvorleger zu landen – immerhin das wäre ein Stück transatlantischer Gemeinsamkeit.
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(19.01.2026, 11:45)Kongo Erich schrieb: Was heißt das?

Das Hauptmerkmal des Trumpismus ist die Eskalation um der Eskalation willen.
Und irgendwann überzieht Trump natürlich dieses Prinzip.
Der Punkt scheint jetzt - nach nur einem Jahr Amtszeit - bereits gekommen.

Er wird nun zunehmend als Irrer gesehen und auch so behandelt.
Und das ist nicht polemisch gemeint.

Durch sein Vorgehen gegen die FED und gegen Verbündete gefährdet er die Machtbasis der USA extrem.

Die EU sollte nur darauf achten, dass sich durch ihre Aktionen die Amerikaner nicht mit Trump solidarisieren.
Aber das sehe ich nicht.
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Ich stimme Dir voll zu. Inzwischen fordert sogar die um gute Handelsbeziehungen bemühte Wirtschaft:
Die EU muss gegenüber den USA selbstbewusster auftreten
Zitat:BDI-Präsident Peter Leibinger fordert ein entschlossenes Auftreten der EU gegen die US-Zölle. ...

Und die "klimatischen (gefühlten) Trennungsschmerzen" sind auch nicht so einfach von der Hand zu wischen:
Zitat:Trennung von Amerika
Ist die Freundschaft zwischen Europa und den USA am Ende?

Amerika war unser Traum: Jazz, Jeans und Hoffnung. Das neue Amerika spielt eine andere Rolle. Zur Krise der transatlantischen Beziehungen. Ein Nachruf.

Es gibt Momente, in denen man zu spüren beginnt, dass etwas Großes endet, lange bevor man es begreifen kann. Mein Vater, Jahrgang 1934, erzählte von dem Tag, als er zum ersten Mal AFN hörte, den erst drei Jahre zuvor gegründeten amerikanischen Soldatensender, der Jazz und Swing in die Wohnzimmer des zerstörten Deutschlands brachte. Als der Krieg endete, war er zehn Jahre alt, und die Musik klang wie ein Versprechen. Es wird besser werden. Amerika wird uns zeigen, wie.
...
tatsächlich - scheint mir - haben die USA den "american dream" verlassen. Es geht nicht mehr um Freiheit, die Leichtigkeit des Lebens, die durch die amerikanische Kultur mit Jazz und Swing, mit Musicals und dem American Way of Life vermittelt wurde.
Heute überwiegt beim Blick auf die USA der Eindruck einer zutiefst ängstlichen, beleidigten, extrem konservativen und rückwärts gekehrten Gesellschaft, die sich abkapselt und einigelt und in butalen Machtdemonstrationen im Inneren wie nach Außen erschöpft.
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(19.01.2026, 11:31)emjay schrieb: Man kann eigentlich nur hoffen, dass dies ein Fake ist, aber es soll vom norwegischen Premierminister bestätigt worden sein

Scheint echt zu sein. Jetzt mal im Ernst, wie wollen die Trump-Versteher hier diese mentale Degeneration noch rechtfertigen?
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Fußball-Weltmeisterschaft
Wegen Grönland: Mehrheit für WM-Boykott wegen Trump - ein Schlaglicht, wie sehr GröPaZ die Beziehungen im Westen belastet
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(19.01.2026, 14:03)DrKartoffelsalat schrieb: Scheint echt zu sein. Jetzt mal im Ernst, wie wollen die Trump-Versteher hier diese mentale Degeneration noch rechtfertigen?
Ist doch nichts anderes als der Schwachsinn den er auch sonst mitunter zum besten gibt. Hier halt in geballter Form. Und sehr ungeschickt, dass dann auch noch so zu versendden. Denke mal, das da ein Stabschef oder dergleichen geschlafen hat.

Wie sie das jetzt eigentlich nach dem erfolgreich abgebrochenen Grönland-Eisnatz aus; wie viele ausreisewillige Ortskräfte werden wird jetzt aufnehmen? SCNR
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(19.01.2026, 11:45)Kongo Erich schrieb: Zurück zu den Konsequenzen der Auseinandersetzung zwischen EU und USA:
Trumps Grönland-Plan ist bereits gescheitert.

Ganz, ganz übel. Das weckt Erinnerungen an die dämlichen Sprüche à la "Die Ukraine hat den Krieg schon gewonnen".

Er muss morgen nur die Annexion erklären. NATO geht dann hopps, oder auch nicht. Und die Schulbuchverlage bekommen die Anweisung, nicht nur "Golf von Amerika" in die Karten zu drucken. Dann bekommen die Grönländer um ihre Stadt einen Zaun und werden zum "Eingeborenen-Reservat" erklärt.
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