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Wie bezieht sich das jetzt auf das Zitat von mir?
Don Bacon ist einer der wenigen öffentlichen Trump-Kritiker in der GOP und wird 2026 nicht mehr antreten. Seine Meinung ist insofern nur bedingt relevant und taugt nicht als Gradmesser für das Sentiment in der GOP.
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(17.01.2026, 23:42)Nightwatch schrieb: Gröndland ist nicht die NATO und die transatlantischen Beziehung wert. Du erklärst das dann Dänemark und versicherst Kanada die vollkommene europäische Solidarität? Nee, wer hier nach Putin'schem Muster den (kleinen) Finger hergibt wird umgehend mehr los.
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Carney hat sich doch gestern erst der vollen chinesischen Solidarität versichert. Der braucht Europa garnicht mehr.
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Ohne Smiley nehme ich Deine Worte zu 100% ernst.
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Sich in die Arme der Chinesen zu werfen ist mindestens so unklug wie das Verhalten der Europäer in der Grönlandfrage hier. Auch wenn es eine Entwicklung ist, die momentan politmedial nicht bespielt wird. Aus Sicht Trumps ein Fehler übrigens, damit ließen sich einige Argumente auch in Bezug auf Grönland formulieren.
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Was willst Du nun sagen, vermutlich dass Kanada keine Unterstützung von unserer Seite verdient, und "wir" Teilgrönland noch Teilkanada hinterherwerfen sollten um ein paar Zölle abzuwenden? Bis Trump sich die nächste Sau ausgedacht hat die durch ein Dorf getrieben werden kann?
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Das sind alles Hinrgespinste. Wenn Trump sich Kanada einverleiben möchte ginge das nur auf militärischen Wege. Dazu wird es nicht kommen. Und wenn doch wäre das eine völlige Neuordnung der Welt und wir müssten uns um unseren eigenen Hinterhof kümmern.
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(17.01.2026, 23:59)Nightwatch schrieb: Es gibt nullkommnull Hinweise, dass Trump irgendetwas in dieser Richtung auch nur im Kopf hätte. Insofern ist das einfach Quark.
Grundsätzlich: Es gibt sicherlich Linien hinter die man nicht zurücktreten kann. Einen vernünftigen Deal um Grönland auszuhandeln ist das aber sicherlich nicht.
Ja, Bullies, ob nun auf dem Schulhof oder der internationalen Politik sind schließlich dafür bekannt, dass sie sich zufrieden geben, sobald man den gibt, was sie wollen. Wie schon gesagt, ein guter bewährter Plan.
Spaß beiseite: wir haben es jetzt eine volle Amtszeit sowie ein Jahr der zweiten mit Appeasement erfolglos versucht. Wie lange noch? Sonst wird sich hier doch auch immer echauffiert, wenn die Politik nicht anpassungswillig ist, wenn Ihre Strategien nicht funktionieren. Hast du außer Appeasement noch andere Ideen oder einfach nur ein "Weiter-so" wie mit anderen Administrationen, obwohl sich die aktuelle Null interessiert daran zeigt?
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Wie ich mich in der Frage verhalten würde habe ich hier zu Genüge formuliert. Der grundsätzliche Disenz ist hier einfach der, dass ich aus europäischer Sicht Grönland und erst recht hochheiligen die Prinzipen dahinter für nicht relevant genug halte, um keinen vernünftigen Deal aushandelnzu können. Andere sehen es halt anders. Freilich nicht wegen Grönland oder irgendwelchen Prinzipien, sondern weil sie den Donald schrecklich finden und es sich gut anfühlt, dem latenten Antiamerikanismus endlich berechtigt Raum geben zu können.
Das wird uns in eine Sackgasse führen, aber wir werden das erst merken (ohne es uns dann einzugestehen) wenn es zu spät ist. Das wars hier für mich heute. Wir wiederholen uns eh.
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Hmmhh, auf der einen Seite der latente Anti-Amerikanismus, auf der anderen der im Wandschrank versteckte Transatlantik-Fetischismus. Ich glaube, da liegst du richtig, das ist keine sinnvolle Diskussionsgrundlage.
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(18.01.2026, 00:31)Nightwatch schrieb: Don Bacon ist einer der wenigen öffentlichen Trump-Kritiker in der GOP und wird 2026 nicht mehr antreten. Seine Meinung ist insofern nur bedingt relevant und taugt nicht als Gradmesser für das Sentiment in der GOP.
Offenbar sah die SPON-Redaktion das Zitat als zitierwürdig an.
Ich schliesse mich da an, weil ich überzeugt bin, dass es in den USA, auch im Kongress, sehr viel solche Meinungen gibt.
Und die werden sich formieren.
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(18.01.2026, 00:19)Nightwatch schrieb: Wie wäre es mit einer Teilannektion? Die Insel ist ja bis auf wenige Ortschaften komplett unbewohnt.
Wenn Trump bisher keinen rationalen Argumenten zugänglich ist und er sagt, er wolle die Insel haben, denn sinngemäß ausgdrückt wäre es besser, etwas zu besitzen als zu pachten, warum sollte er sich mit weniger als dem von ihm Angestrebten zufriedengeben? Und ich erinnere noch mal an seinen Ausführungen zur "Reise" einiger europäischer Staaten nach Grönland. Das ist komplett gaga.
Und der amerikanische UNO-Botschafter Waltz meinte, man behandele etwas anders, wenn man es nur miete statt es zu besitzen. Da kann man sich ja nur fragen, wann die USA Besitzansprüche auf ihre ausländischen Stützpunkte geltend machen. Ich sehe schon Trumps Argumentation, mit diesen Stützpunkten sei sooo viel für die Sicherheit der Gastgeber-Nationen geleistet worden, da sei es nur fair, wenn die USA nun ihren Anteil zurückbekämen.
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Ergänzend:
Zitat:In Grönland hat ihm diese Ignoranz, dieses Über-sie-schreiben statt Mit-ihnen-reden schon ordentlich Minuspunkte eingebracht.
Aktuell wollen nur 6% der Grönländer dass Grönland zu den USA gehört, bzw. dass die USA sich Grönland einverleiben. 85% sind dagegen.
Aber allgemein hat es goschi meiner Meinung nach am besten ausgedrückt: es ist ein Aufmerksamkeitsrausch. Trump delektiert sich einfach an unsere Reaktionen. Ob und inwieweit bei seiner Aufmerksamkeitssucht tatsächlich Substanz dahinter ist, kann von unserer Warte aus nicht wirklich beurteilt werden. Auch wenn hier manche geschrieben haben, dass Trump es ernst meint usw. und auch wenn er dies selbst so sagt, so bin ich mir rein persönlich da eben nicht so sicher. Komplette Unsicherheit zu schaffen und eine Ununterscheidbarkeit zwischen dem was er tatsächlich tun wird und dem worüber er nur redet war und ist für Trump immer schon bezeichnend gewesen.
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Möglicherweise ist die ganze Vorgehensweise aber auch ein längerfristig gehegter Plan?
1.) erst setzt man den europäischen NATO-Partnern die Pistole auf die Brust wegen der Rüstungsausgaben und nötigt sie, mehr oder minder zumindest, mehr Geld für die Streitkräfte auszugeben.
2.) dann fängt man Streit wegen der Sicherheitslage auf Grönland an; die Europäer verlegen Truppen dorthin.
Fazit: Die Verteidigung Grönlands wird verstärkt, die Europäer stellen die Truppen und zahlen es und die USA können sich nicht nur von (den angedrohten) 25-%-Zöllen sich Mehreinnahmen erhoffen, sondern müssen wegen Grönland keinen Finger rühren und keinen Cent ausgeben.
Okay, wieder etwas ernsthafteres - und zwar zum Thema der Wichtigkeit Grönlands im Sinne der Rohstoffgewinnung:
Zitat:Greenland, Rare Earths, and Arctic Security
Just one day after the U.S. raid in Venezuela and capture of Nicolas Maduro, President Trump turned his sights northward to the island of Greenland. On January 5, President Trump affirmed, “we need Greenland from the standpoint of national security.” Senior Trump aides soon echoed the assertion the United States could seize the Danish territory to support national interests. [...]
Greenland is rich in natural resources including iron ore, graphite, tungsten, palladium, vanadium, zinc, gold, uranium, copper, and oil. But the resources attracting the most attention to the region are rare earth elements (REEs). Vulnerabilities in U.S. REE supply chains for defense and commercial needs have recently been at the forefront of policy issues in Washington. Notably, 2025 was marked by multiple rounds of high-stakes negotiations following Chinese export controls on heavy REEs. [...]
Greenland ranks eighth in the world for rare earth reserves, with 1.5 million tons, and is home to two rare earth deposits that are among the largest in the world: Kvanefjeld and Tanbreez. [...]
In 2019, under the first Trump administration, the United States signed a memorandum of understanding (MOU) with Greenland to jointly survey the region and exchange scientific and technical knowledge to develop rare earth and critical mineral resources. However, the MOU is now nearing expiration, and efforts to renew the agreement under the Biden administration came up short. The Trump administration appears to be focused on new ways to access Greenland’s rare earths. In June 2025, the U.S. Export-Import Bank sent a letter of interest to Critical Metals Corp for a $120 million loan to fund the company’s Tanbreez rare earth mine in Greenland. If approved, the loan would be the Trump administration’s first overseas investment in a mining project. [...]
But China’s continued interest in Greenland reflects the island’s geostrategic importance—and China’s global lead in rare earth mining and processing expertise keeps the U.S. adversary on the table as a potential future mining partner in Greenland. Greenland’s minister of business and mineral resources warned that while Western partnerships are preferred, without an influx of investment, Greenland will have to turn to other partners, including China. Already, Chinese rare earth company Shenghe Resources is the second largest shareholder in the Kvanefjeld mine. Shenghe signed an MOU in 2018 to lead the processing and marketing of materials extracted from the site. [...]
For years, China has attempted to establish a foothold in Greenland through infrastructure investments, but no Chinese investment has come to fruition due to geopolitical concerns. In the last 10 years, China has ventured to invest in Greenland’s airports, an abandoned naval station, and a satellite ground station, but its ambitions have been largely stalled and curtailed by U.S. and Danish stakeholders.
https://www.csis.org/analysis/greenland-...c-security
Und hier zeigt sich, dass China durchaus schon einen gewissen Einfluss in Grönland hat, und zudem seinen Einfluss im Bereich der seltenen Erden und hinsichtlich strategischer Infrastrukturen dort ausbauen will - und bzgl. der seltenen Erden hat China bereits eh schon ein weltweites Monopol. D. h. hier wird ersichtlich, dass es durchaus massive strategische Interessen Chinas gibt, aber es sollte diese dann nicht nur im Umkehrschluss auch für die USA geben, sondern man könnte fragen, wieso die Europäer nicht das auch schon bemerkt hatten und was sie dagegen gemacht haben?
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(18.01.2026, 09:14)Quintus Fabius schrieb: Aktuell wollen nur 6% der Grönländer dass Grönland zu den USA gehört, bzw. dass die USA sich Grönland einverleiben. 85% sind dagegen. Die Frage wäre wie sich die Zahlen verändern würde wenn man jedem 100k, 200k, 500k bietet und etwas diplomatischer Vorgehen würde. Das ist was mich an dem ganzen Quatsch am meisten ankotzt. Vom Ende her gedacht könnte man eine US-Übernahme Grönlands für alle Seiten positiv gestalten und framen. Trump ist dazu aber nicht in der Lage. Sein Stil mag im Nahost und auch Lateinamerika und Asien gut bis sehr gut funktionieren, gegenüber entgrenzten Europäern aber leider ganz und garnicht.
Quintus Fabius schrieb:Aber allgemein hat es goschi meiner Meinung nach am besten ausgedrückt: es ist ein Aufmerksamkeitsrausch. Warum aber ausgerechnet Grönland? Es gibt so einige außenpolitische Themenfelder die er diesbezüglich bespielen könnte - mit weitaus weniger Flurschäden und politischen Risiko.
emjay schrieb:Wenn Trump bisher keinen rationalen Argumenten zugänglich ist und er sagt, er wolle die Insel haben, denn sinngemäß ausgdrückt wäre es besser, etwas zu besitzen als zu pachten, warum sollte er sich mit weniger als dem von ihm Angestrebten zufriedengeben? Trumps Wirken vor und während seiner Präsidentschaft durchzieht der Faden, lautstark mit Maximalforderungen loszupoltern und den Verhandlungstisch am Ende zufrieden udn glücklich mit sehr viel weniger zu verlassen. Dem Gegenüber freut das noch und Trump hat trotzdem erreicht was er erreichen wollte.
In Bezug auf Grönland könnte es ganz genauso sein.
emjay schrieb:Und der amerikanische UNO-Botschafter Waltz meinte, man behandele etwas anders, wenn man es nur miete statt es zu besitzen. Da kann man sich ja nur fragen, wann die USA Besitzansprüche auf ihre ausländischen Stützpunkte geltend machen. Ich sehe schon Trumps Argumentation, mit diesen Stützpunkten sei sooo viel für die Sicherheit der Gastgeber-Nationen geleistet worden, da sei es nur fair, wenn die USA nun ihren Anteil zurückbekämen. Das ist wild ohne Grundlage herbauargumentiert.
Wahlweise sieht die Trump längst schon als US Territorium oder wird demnächst mit der Schließung drohen. Je nach Tagesform. Passieren wird aber garnix.
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