EU vs. USA
(17.01.2026, 01:50)EuropeanMind schrieb: Ich weiß nicht, ob das eine ernstgemeinte oder rhetorische Frage ist, aber der Fortbestand der NATO und mit großem Abstand.

Warum?
Zitieren
Der strategische und wirtschaftliche Wert Grönlands ist völlig überhöht. Auf allen Seiten.

Eine Aufgabe der NATO für Grönland würde für die USA nur einhergehend mit einem fundamentalen Kurswechsel, der mit mehr als hundert Jahren parteiübergreifender US-Geopolitik bricht, Sinn machen:
Rückzug und Beschränkung auf die eigene amerikanische Hemisphäre, um diese als Hegemon zu beherrschen. Eine Art amerikanisches Imperium, das sich hinter den pazifischen und atlantischen Weiten nach innen richtet und den Rest der Welt Welt sein lässt.
Das würde auch funktionieren. Die amerikanischen Kontinente sind in jeder Beziehung groß und reich genug, um nicht auf den Rest der Welt angewiesen zu sein. Die USA hätten auch ohne Weiteres die Macht, diesen Großraum zu dominieren, und würden damit womöglich besser fahren, als global aktiv zu sein.

Zweifellos gibt es eine politische Strömung, die eine Entwicklung in diese Richtung forcieren möchte.
Das Problem dabei ist halt, dass der politische Weg dorthin nicht gangbar ist. (Selbst) ein US-Präsident wie Donald Trump hat nicht die politische Macht, die Gestaltungsmöglichkeiten und vor allem nicht die Zeit, um einen solch radikalen Kurswechsel durchzusetzen. Die Beharrungskräfte und gegenläufigen Interessen sind viel zu groß, als dass man die auf diesem Weg entstehenden Flurschäden politisch überleben könnte.
Zitieren
@Lime:
"Bringt der Fortbestand der NATO den USA mehr als der Besitz von Grönland?" - Dazu müssen wir uns natürlich anschauen, was der Fortbestand der NATO und der Besitz von Grönland den USA jeweils bringen.

Zumindest für meine Antwort auf die Frage ist dabei vor allem die zweite Frage entscheidend: Was haben die USA denn faktisch davon, Grönland zu besitzen? Ich würde sagen, wenn man den Status Quo betrachtet, relativ wenig.

Unabhängig davon, wie wichtig Grönland strategisch und wirtschaftlich tatsächlich ist - und ich bin da tendenziell bei Nightwatch, dass das eher überbwertet ist - ist es halt einfach die Tatsache, dass die USA unter den bestehenden Verträgen bereits fast alle Möglichkeiten haben, diese strategischen und wirtschaftlichen Effekte zu nutzen:

Strategisch: Die USA haben vertraglich quasi unbegrenzte Rechte, Truppen und Anlagen auf Grönland zu stationieren, mit Ausnahme von Nuklearwaffen. Wenn es also um Frühwarnsysteme, Golden Dome, die Möglichkeit zur Kontrolle der Nordwestpassage etc. geht, bringt ein Staat Grönland den USA im Vergleich zum aktuellen Status sehr wenig (namentlich die Möglichkeit, da Nuklearwaffen hinzustellen und potentiell das Recht, Küstenwachaufgaben in der zwölf-Meilen-Zone zu machen).

Wirtschaftlich: Die wirtschaftliche Erschließung der Resourcen von Grönland wird im Kapitalismus so oder so im Wesentlichen von Privatfirmen gemacht. Dänemark ist ebenfalls ein kapitalistisches Land, das die entsprechenden Welthandelsregeln akzeptiert. Entsprechend haben US-Firmen sowieso bereits quasi vollen Marktzugang. Der Hauptgrund, warum sie nicht investieren, ist, dass es derzeit noch unwirtschaftlich ist.

D.h. wirtschaftlich kriegen die USA durch die Übernahme Grönlands im Zweifelsfalle hauptsächlich die Steuereinnahmen, die durch die Ausbeutung entstehen, müssten umgekehrt aber auch das Sozialsystem und die Infrastruktur der Insel finanzieren. Zumindest für Dänemark ist das seit langer Zeit ein Zuschussgeschäft. Mag sich in Zukunft ändern, ist aber definitiv für eine Wirtschaft mit der Größe der USA am Ende keine relevante Größe.

Entsprechend bietet der Besitz Grönlands durch die USA unter rationalen Gesichtspunkten für die USA einen nur geringen Mehrwert gegenüber dem aktuellen Arrangement oder dem Modell eines unabhängigen Grönlands innerhalb der NATO.

Dagegen steht dann der Wert des Fortbestandes der NATO, welche den drittgrößten Wirtschaftsraum der Erde eng an die USA bindet, den USA in den Partnernationen massive Rechte einräumt, Basen aufzubauen (z.B. Ramstein), diese Nationen veranlasst, die USA militärisch bei ihren Unternehmungen zu begleiten (siehe Artikel 5 und Afghanistan) und im Allgemeinen einer der Grundpfeiler der globalen macht der USA bildet.

Wie gesagt, meiner Einschätzung nach ist die Frage deutlih zu beantworten.
Zitieren
(17.01.2026, 12:39)EuropeanMind schrieb: Zumindest für meine Antwort auf die Frage ist dabei vor allem die zweite Frage entscheidend: Was haben die USA denn faktisch davon, Grönland zu besitzen? Ich würde sagen, wenn man den Status Quo betrachtet, relativ wenig.

Genau das Selbe hat man über Alaska damals auch gesagt. Und nun beherbergt Alaska global gesehen 5-15% einiger explorierten Ressourcen, wie zum Beispiel Gold, Silber, Kupfer und Molybdän. In Grönland dürfte zukünftig noch wesentlich mehr zu holen sein.
Zitieren
(17.01.2026, 13:01)lime schrieb: Genau das Selbe hat man über Alaska damals auch gesagt. Und nun beherbergt Alaska global gesehen 5-15% einiger explorierten Ressourcen, wie zum Beispiel Gold, Silber, Kupfer und Molybdän. In Grönland dürfte zukünftig noch wesentlich mehr zu holen sein.

Der Punkt ist ja nicht, wie viel da zu holen ist, sondern inwiefern die USA es besitzen müssen, damit US-Firmen das holen können?
Zitieren
(17.01.2026, 13:06)EuropeanMind schrieb: Der Punkt ist ja nicht, wie viel da zu holen ist, sondern inwiefern die USA es besitzen müssen, damit US-Firmen das holen können?

Aktuell dürfte viele der Rohstoffe noch nicht wirtschaftlich sinnvoll verwertet werden können, aber dies wird sich in Zukunft ändern. Aber wer weiss schon wie die Lage in 30 oder 50 Jahren ist. Ein dann unabhängiges Grönland könnte sich ja auch chinesische Konzerne ins Land holen und die US-Konzerne bekommen nichts vom Kuchen. Vielleicht sind dann auch einige der dort lagernden Rohstoffe schon knapp usw. Aus US-Sicht in Bezug auf Grönland könnte gelten: "Besser haben als hätte..."
Zitieren
Ich bin jetzt zu faul zum suchen, aber in einem der zahlreichen Artikel über Grönland aus den letzten Wochen war zu lesen, dass US-Firmen bereits jetzt die Möglichkeiten hätten, Konzessionen zum Rohstoffabbau zu erhalten. Nur wollen sie es bisher nicht.
Zitieren
Pentagon will umfassende Verbesserungen an Start- und Landebahnen der Basis in Grönland
Task Purpose
Angesichts der Forderungen nach Kontrolle über die Insel versucht das US-Militär, die Infrastruktur seiner jahrzehntealten Pituffik Space Base zu überholen.
Nicholas Slayton
Veröffentlicht am 17. Januar 2026 um 8:00 Uhr EST
[Bild: https://taskandpurpose.com/wp-content/up...366535.jpg]
Eine F-16 landet am 7. Oktober 2025 auf der Pituffik Space Force Base in Grönland. Foto der Luftwaffe von Staff Sgt. Maxim Dewolf.
Das Verteidigungsministerium will bis zu 25 Millionen Dollar für umfangreiche Infrastrukturverbesserungen an den Start- und Landebahnen der Pituffik Space Base in Grönland ausgeben. Die Überholung des Flugplatzes ist Teil weiterer für die Anlage geplanter Arbeiten.

Pituffik, die einzige Basis des US-Militärs in Grönland und ein wichtiger Standort für die Frühwarnung und Raketenverfolgung, könnte Modernisierungen seines Flugplatzes und anderer Einrichtungen im Wert von mehreren zehn Millionen Dollar erfahren. In einer Ausschreibung auf SAM.gov gab das Verteidigungsministerium bekannt, dass es bis zu 25 Millionen Dollar für neue Beleuchtungssysteme zur Landeleitsystem, eine Flussüberquerungsbrücke und andere leitsystembezogene Beschilderungen und Stromgeneratoren bereitstellen will. Obwohl dies für eine kleine Basis wie Pituffik eine beträchtliche Summe ist, handelt es sich um relativ routinemäßige Modernisierungsmaßnahmen. USA Today berichtete als erstes über die Ausschreibung.

Die Überholung des Flugplatzes ist die größte von mehreren Verbesserungen, die das Pentagon vornehmen möchte. Die Landebahn in Pituffik ist sowohl für die Mission der Basis als auch für den täglichen Betrieb von entscheidender Bedeutung. Aufgrund der abgelegenen Lage und der rauen Wetterbedingungen müssen Vorräte oft eingeflogen werden. Die Basis verfügt über einen Tiefwasserhafen, aber nur über begrenzte Seetransportkapazitäten. Und da sie so weit im Norden liegt, erleben die Truppen in Pituffik oft monatelange Dunkelheit, was eine klare Beleuchtung des Flugplatzes erforderlich macht.

Jeff Schogol
„Der Transport von Material oder Ausrüstung mit Militärflugzeugen ist sehr teuer und normalerweise nur in Notfällen erlaubt”, heißt es in der Ausschreibung.

USA Today berichtet außerdem über Pläne zur Modernisierung und Reparatur mehrerer Einrichtungen auf der Basis, darunter eine Kantine. Ende November veröffentlichte das Pentagon außerdem eine Informationsanfrage für ein potenzielles „Spezialdienstschiff“, das einen 33 Meilen langen Küstenabschnitt rund um die Basis patrouillieren und andere maritime Operationen durchführen soll (in der Ausschreibung wird darauf hingewiesen, dass diese nur für Unternehmen innerhalb des Königreichs Dänemark bestimmt ist). Das potenzielle neue Schiff würde ein bereits in Gebrauch befindliches, veraltetes Schiff ersetzen und bei Operationen im Hafen helfen, die von der Unterstützung von Versorgungsschiffen bis zur Beseitigung von Umweltverschmutzungen reichen.

Etwa 150 US-Militärangehörige sind in Pituffik stationiert, zusammen mit einigen alliierten Truppen. Ursprünglich während des Zweiten Weltkriegs eingerichtet, erlangte es während des Kalten Krieges als Thule Air Base seine größte Bedeutung. Es diente als Drehscheibe für das Strategic Air Command und als Fernüberwachungsstation. Es war auch die Basis, von der aus Camp Century – ein unterirdischer Komplex, der nominell als Forschungszentrum diente, aber als Atomraketenbasis gebaut wurde – errichtet wurde. Im Jahr 2023 wurde sie in Pituffik umbenannt und der US-Weltraumstreitkraft unterstellt.
[Bild: https://taskandpurpose.com/wp-content/up...736725.jpg]
Weltraumstation Pituffik. AFP-Foto von Thomas Traasdahl/Ritzau Scanpix via Getty Images.

Seit seiner Rückkehr ins Amt hat Präsident Donald Trump wiederholt darauf gedrängt, Grönland zu erwerben, und behauptet, dies sei für die nationale Sicherheit notwendig, obwohl das Militär Pituffik seit Jahrzehnten betreibt. Die Regierung hat die Idee ins Spiel gebracht, Grönland von Dänemark zu kaufen (die Insel ist ein halbautonomer Teil des Königreichs) oder die Grönländer zu bezahlen, um sie für einen Beitritt zu den Vereinigten Staaten zu gewinnen. Letztes Jahr wurde der Kommandant der 821st Space Base Group entlassen, nachdem er eine E-Mail geschrieben hatte, in der er sich offenbar gegen die Idee aussprach, dass die USA die Kontrolle über Grönland übernehmen sollten.

Das Weiße Haus hat wiederholt abgelehnt, die Möglichkeit des Einsatzes militärischer Gewalt zur Eroberung der Insel auszuschließen, was zu Konflikten mit anderen NATO-Staaten führen würde, von denen viele diese Woche Truppen nach Grönland entsandt haben, um ihre Solidarität mit dem Bündnis zu demonstrieren. Keines der in den Ausschreibungen vorgeschlagenen Arbeitsprojekte ist eindeutig offensiver Natur, aber sie würden die Fähigkeit der Basis verbessern, Flugzeuge zu stationieren und zu betreiben.
Zitieren
Es gibt da auf Grönland auch erheblichen politischen Widerstand und einige Projekte zum Abbau von Uran und Seltenen Erden wurden gestoppt. So einfach ist der Zugriff also nicht, auch wenn US Unternehmen da freilich investieren können.

Grönland ist nicht unbedingt interessant weil es da so viele tolle seltene Erden gibt. Seltene Erden gibt es an vielen Orten und genau genommen sind die garnicht so furchtbar selten. Das Problem ist viel eher, dass der (wirtschaftliche) Abbau mit großen Belastungen für die Umwelt einhergeht und vielerorts daher kaum (wirtschaftlich) durchführbar ist. Daher auch die Dominanz der Chinesen auf dem Gebiet, die machen einfach und nehmen die Belastungen für Natur und Umwelt in Kauf.
Grönland ist da attraktiv, weil viel unbewohntes Gebiet in dem man sich (bekäme man es unter US Kontrolle) ohne lässtige Naturschutzvorgaben (wie sie anderorts in den USA durchaus existieren) betätigen könnte.
Zitieren
Für mich wäre das sogar das einzige rationale Argument dafür, warum es ein Vorteil für die USA wäre, Grönland zu annektieren und dafür die NATO zu opfern: Man könnte dann die lokale Bevölkerung übergehen, wenn es um so Fragen wie Umweltschutzaspekte und andere negative Auswirkungen wirtschaftlicher Ausbeutung auf die Lebensqualität dort geht. Denn Autonomie würde Trump den Grönländern sich nicht mehr gewähren, geschweige denn den Status eines Bundesstaats.

Während man im Gegenzug aus einem Fortbestehen der NATO natürlich nur dann Vorteile ziehen kann, wenn man auch weiterhin Wert darauf legen sollte, Waffen nach Europa zu verkaufen und selbst auch im eurasisch-afrikanischen Raum militärisch aktiv sein und politisch Einfluss auszuüben.

Also falls sich die USA vollständig auf die Amerikas und ggf. noch den Pazifikraum zurückziehen sollten und meinen, dass weniger Umweltauflagen bei einer theoretischen zukünftigen Ausbeutung Grönlands sich rechnen würden gegenüber dem vollständigen Verlust des Rüstungsexportgeschäfts mit Europa und all den anderen negativen Auswirkungen, dann könnte eine Annexion vielleicht Sinn ergeben... Dodgy
Zitieren
Grönland: Trump verspricht neue Zölle gegen acht europäische Länder, darunter Frankreich, „ab dem 1. Februar”
Le Figaro (französisch)
Von Enguerrand Armanet mit Reuters
Vor 2 Minuten

Nachdem Donald Trump am Freitag neue Zölle gegen Länder angekündigt hatte, die „in der Grönland-Frage nicht mitspielen”, präzisierte er seine Drohung. Acht Länder, darunter Frankreich, könnten mit zusätzlichen Zöllen in Höhe von 10 % und später 25 % belegt werden.

Nach den Drohungen kommen die Versprechen. US-Präsident Donald Trump versprach am Samstag, eine Reihe von Zollerhöhungen gegen die europäischen Verbündeten zu verhängen, bis die Vereinigten Staaten Grönland kaufen dürfen. In einem Beitrag auf Truth Social erklärte Trump, dass am 1. Februar zusätzliche Zölle in Höhe von 10 % für Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland in Kraft treten würden.

Mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs und Norwegens, die nicht Mitglieder der Europäischen Union sind, würden diese zu den bereits zwischen der EU und den Vereinigten Staaten geltenden 15 % hinzukommen. Diese Zölle würden am 1. Juni auf 25 % steigen und bis zum Abschluss eines Abkommens, das den Vereinigten Staaten den Kauf Grönlands ermöglicht, in Kraft bleiben, erklärte Trump.

Zitat:Restitutor Orientis
@restitutorII
X
Grönland: Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto behauptet, dass die Entsendung kleiner europäischer Kontingente nach Grönland weder die Sicherheit noch die Einheit des Westens stärkt. „Stellen Sie sich 15 Italiener, 15 Franzosen und 15 Deutsche in Grönland vor.

Für mich klang das fast wie der Anfang eines Witzes. Ich glaube vielmehr, dass es in unserem Interesse liegt, die westliche Welt, die freie Welt, vereint zu halten.“ Italien hat nicht die Absicht, Truppen nach Grönland zu entsenden. Rom hat diese Idee klar abgelehnt.
video
Zitieren
Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr:

https://www.spiegel.de/ausland/trump-kue...b8312282a9

Zitat:Trump kündigt Zölle gegen Deutschland und andere europäische Länder wegen Grönland an

Der US-Präsident will acht Staaten in Europa mit Sonderzöllen in Höhe von zehn Prozent belegen. Sollte Anfang Juni kein »vollständiger und totaler Verkauf« Grönlands erfolgt sein, will er sie noch erhöhen.

US-Präsident Donald Trump ‌hat wegen des Streits um Grönland Strafzölle gegen acht europäische Staaten angekündigt. Betroffen seien Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland.

Der Zoll »auf alle Güter«, die in die USA gesendet würden, betrage ab dem ⁠1. Februar zehn Prozent, erklärte Trump am Samstag auf der Plattform Truth Social. Ab ​dem 1. ‌Juni sollen ⁠sie demnach auf 25 Prozent steigen, wenn kein Abkommen über einen ⁠vollständigen US-Kauf der Insel erzielt werde.

Aus dem Post geht nicht eindeutig hervor, ob die nun angekündigten Zölle zusätzlich zu jenen gelten sollen, die Trump bereits erhoben hatte.

Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen Besitzanspruch auf Grönland erhoben. Er begründet diesen mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis. Militärische Gewalt schloss Trump dezidiert nicht aus.

Mit Trumps-Zollankündigung droht der Streit um Grönland endgültig zu eskalieren. Die teilautonome Insel gehört zum Nato-Mitglied Dänemark. Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen hatte zuletzt gewarnt, ein US-Angriff auf Grönland würde das Ende der Nato bedeuten.

Trump wütet gegen Grönland-Mission der Europäer

Auf Grönland waren am Freitagabend Soldaten und weitere Militärangehörige aus europäischen Nato-Staaten gelandet. Deutschland beteiligt sich mit 15 Soldaten an der Erkundungsmission. Sie sollen nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin Bedingungen für gemeinsame Militärübungen prüfen – mit dem Ziel, für mehr Sicherheit in der Arktis zu sorgen.

In seinem Post erwähnte Trump die Mission ausdrücklich. Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland spielten ein »gefährliches Spiel«. Die Zölle dienten dem Ziel, die Situation potenziell gefährliche Situation »schnell und ohne Fragen zu beenden«.
Zitieren
Die Trump-Regierung ist für Europa kein Freund, da sollten wir uns keine Illusionen machen. Vielleicht eine Art Zweckgemeinschaft, aber ich denke nicht, dass Trump in internationalen beziehungen das Wort "Freundschaft" kennt. Das ist alles nur transaktional.

Unabhängig davon wünsche ich Trump viel Erfolg bei dem Versuch, einzelne Länder innerhalb der EU mit Zöllen zu belegen. Die Umgehung innerhalb des gemeinsamen Binnenmarktes ist trivial. Natürlich kann er die Strafzölle auf die ganze EU ausdehnen, um die Umgehung auszuhebeln, aber natürlich mit entsprechend höheren Kollateralschäden.
Zitieren
Damit hat er sowohl NATO und EU gespalten. Deutschland, Frankreich, UK, Schweden, Niederlande, Norwegen, Finnland, Dänemark gegen Trump. Eigentlich haben wir ubs selbst gespalten.

Mit Trump halten Italien, Spanien, Polen, Ungarn und der Rest von Club Med und Osteuropa. Spätestens jetzt weiss jede fremde Grossmacht wo die die Risse in Europa verlaufen. Wenn Litauen angegriffen wird, halten wir den Kopf hin. Ich glaube nicht, dass Spanien oder Italien dann Reserven schicken, um uns abzulösen.

Für die NATO vielleicht der finale Todesstoss. Rüstungskäufe in den USA können spätestens jetzt unter Schutzgeldzahlungen verbucht werden.
Zitieren
Ich denke, dass das genau der Punkt ist. Trump verachtet den EU-Binnenmarkt bzw. genauer gesagt die EU, da sie seinen wirtschaftlichen Projekten (und denen seiner Freunde und Gönner) mit blöden Regularien, Arbeiterrechten und Souveränitätsbestrebungen im Weg steht. Und diese Verhältnisse will er ändern. Idealerweise dadurch, dass die EU zerfällt, was sich am besten durch die Isolierung ihrer wichtigsten und Einflussreichsten Mitglieder bewerkstelligen lässt.

Es ist kein Zufall, dass Trump wie kein Zweiter hinter den Brexitbestrebungen in Großbritannien gestanden hat (neben Russland übrigens). Es ist auch kein Zufall, dass Trump in Europa EU-feindliche Parteien unterstützt oder gar gemeinsam mit ihnen plant und sie finanziert. Mit jedem Glied, dass aus der EU bricht, wird dessen wirtschaftliche und politische Macht schwächer. Und die jeweiligen nationalistischen Bestrebungen dieser Staaten sind schlicht zu dumm um zu sehen, dass das keine Geste der Solidarität ist sondern darauf abzielt, den jeweiligen Staat zu isolieren und dann mit Marktmacht und politischem Einfluss zu zerdrücken.

Daher auch Zölle nicht auf die EU als ganzes - denn diesen Markt gilt es ja nicht in seiner Opposition gegenüber den Vereinigten Staaten gemeinsam zu festigen - sondern gegen einzelne dieser Staaten. Was gleichzeitig die innenpolitische Belastung in diesen jeweiligen Staaten erhöht und auch noch ein Signal an andere sendet, ob die EU es ihnen wirklich wert ist, so bestraft zu werden.

Nur scheint er sich damit ein bisschen verkalkuliert zu haben. Obgleich nationalistische und EU-feindlich Parteien in Europa nach wie vor etabliert sind, hasst ihn der Großteil der europäischen Bevölkerung inzwischen mit Leidenschaft. Weshalb die meisten dieser Parteien klug genug sind, vorerst auf Abstand zu gehen bis der Sturm vorübergezogen ist und es der Wähler hoffentlich vergessen hat. Was eigentlich schade ist, denn dann würden sich hier viele Probleme von selbst lösen, aber zeigt zumindest mal wieder eindrucksvoll, dass der Mann keinerlei strategisches Gespür hat.
Zitieren


Gehe zu: