(Luft) Future Combat Air System (FCAS) und New Generation Fighter (NGF)
(04.12.2023, 17:10)voyageur schrieb: Ich würde noch eine Unterscheidung in die Diskussion einbringen:
RC wiederverwendbar oder nicht, wenn sie wiederverwendbar sind, dann wird die Thematik MCO sehr wichtig.

Statt nicht wiederverwendbaren Drohnen kann man in der Tat Marschflugkörper oder SRBMs kaufen. Ist unkomplizoerter und funktioniert heute schon.
alternativ für15mio. $ jestück SM-6 anschaffen.

Persönlich halte ich die Drohnen-Diskussion (unbemannte Kampfflugzeuge, A400 als Carrier, frontnah gestartete drohnen) für 15-20 jahre zu früh.

Meines erachtens kann man an Modellen à la MQ-25 üben und diese weiterentwickeln.
Selbst diese sind sehr teuer (habe keinen genauen Preis, aus dem kopf so teuer wie eine F-18).

das problem ist, die technik ist nicht mal ansatzweise ausgereift.
die Amerikaner sprechen HEUTe von Kosten 1/4 bis 1/3 einer f-35. wenn das teil dann auf dem Vorfeld steht kostet es trotz hoher stückzahlen 2/3 bis 80% einer F-35.

KISS Keep it Short and simple.
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(04.12.2023, 19:52)Kopernikus schrieb: Persönlich halte ich die Drohnen-Diskussion (unbemannte Kampfflugzeuge, A400 als Carrier, frontnah gestartete drohnen) für 15-20 jahre zu früh.

Niemand spricht davon, dass alle diese Systeme in vollständiger Tiefe morgen auf dem Hof stehen. Wenn aber das NGF von Anfang an als Kernelement eines Verbundes geplant wird, und das ist aktuell der Fall (und aufgrund der Komplexität auch sinnvoll), dann ist die Drohnendiskussion gerade jetzt notwendig.
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Ja, aber was man braucht ist Platz für KI und Bedienelemente im NGF, Zwei LRU sowie Antenen und Energie-reserven.

Ich hoffe, dass niemand auf die idee kommt, den NGF nur mit 2 Iris-T zur Selbstverteidigung auszurüsten, weil er ja Drohnen hat, die ihm just-in-time die Effektoren zur Verfügung stellt.
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(04.12.2023, 20:08)Kopernikus schrieb: Ich hoffe, dass niemand auf die idee kommt, den NGF nur mit 2 Iris-T zur Selbstverteidigung auszurüsten

Auch wenn ich das in einer solchen Extremform für eher unwahrscheinlich halte, so ist diese Richtung durchaus vorgezeichnet. Auch nicht nur beim NGF, sondern bei allen großen Kampfflugzeugprojekten. Anders wird man das in der Breite auch kaum lösen können, das zeigt ja schon die F-35.
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Für was brauche ich dann FCAS wenn ich marschflugkörper habe . Diese gib es schon . Genauso hab ich
Echtzeitbilder per Satellit , dazu loitering Munition . Was will man hier überhaupt verkaufen ? Noch dazu brauch ich nichts zu verbringen , wir haben eine verteidigungsarmee . Das passt alles irgendwie nicht so richtig
Zusammen was hier aufgeführt wird.
Bei FCAS ist die Rede von einem Flugzeug der 6.generation . Wo sollen den die Drohnen bei so einem Flugzeug untergebracht werden .wir haben heute schon Luft-luft Raketenmotor 350 km Reichweite , wie weit soll den so ein a400. Kommen
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Loval Wingman oder CCA machen Sinn
-wenn sie zusätzlich zur Escorte aus Kampfflugzeugenfür AWACS oder Tankerflotten zusätzliche Amram oder Peregrine zur Verfügung stellen
- hier auch um sie weit vor den eigenen Kräften einzusetzen um das Risiko durch feindliche sehr
weit reichende AAM noch vor deren Abschuss zu minimieren (Problem Zielerfassung)
- Zur Verteidigung des eigenen Hinterlandes (oder CSG) um der CAP zusätzliche Magazinkapazität gegen cruise Missiles oder Anti-Schiff-raketen zu geben
-vorgeschobener Sensor

Wenn ich in 200-1200km ein Ziel bekämpfen muss, halte ich eine vom Flugzeug oder Boden abgeschossene Rakete/cruisemissile für sinnvoller.

Der Jäger 90, später Eurofigther, sollte 300km vom Stützpunkt entfernt die Luftüberlegenheit erkämpfen
der NGF braucht Reichweite, weil es von deutschen Stützpunkten bis nach Ostpolen/Baltikum schonmal 800-100km Anreise on Top sind.
Luftbetankungsfähigkeit klingt schön, aber wenn es zu so eiem Konflikt kommt witrd es wohl keine Tanker näher als 300-400km an der Front geben.
Die Franzosen planen auch deshalb schon den NGF gößer als die Rafale, weil er den Nachfolger der ASMP tragen muss. größer->mehr Treibstoff->mehr Ausdauer ->nicht so agil?!

A400 als Carrier klingt super, welche A400 haben dafür Zeit?
Sie sollen im Krieg transportieren und Tanker sei, zumindest die, die auf ungeschützten Flughäfen überlebt haben.

Zur AWACS-Begleitung:
Klar könnte man ein paar Meteor o.ä. unter die Flügel klemmen (wäre bei einer P-8 sinnvoll).
Da aber zumindest die Chinesen schon AAM mit angeblich über 185nm Reichweite haben, wäre es sinnvoll entsprechende Drohnen vorzupositionieren.
Gleiches gilt auch für den Schutz von CSG.
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(04.12.2023, 16:34)Broensen schrieb: Schon da muss man sich halt fragen, ob das überhaupt nötig ist. Ein "Begleiten" ist gar nicht immer die erforderliche Form der Zusammenarbeit, wie auch Helios es beschreibt.
Nein, warum? Das würde nur eben dann gelten, wenn die beiden Einheiten quasi nebeneinander her fliegen sollen, was aber gar nicht unbedingt so sein muss. ...

Wann immer man nicht gegen irgend eine 3.Welt Gruppierung ala Taliban die 100%ige Lufthoheit hat, müssen die Drohnen bis zum eigentlichen Missionszeitpunkt außerhalb der feindlichen Luftabwehr warten, den auch die Drohnen tauchen auf dem Radar auf können abgeschossen werden.
Zusätzlich darf der Einflug ins Missionsgebiet durch die Drohne erst unmittelbar vor, beziehungsweise zusammen mit dem Leitflugzeug erfolgen ansonsten ist die Flugabwehr des Gegners vorgewarnt der mögliche Beschuss auf das "neu auf dem Radar auftauchende"-Leitflugzeug ist dann umso stärker.

(04.12.2023, 18:04)alphall31 schrieb: Und wo ist am Ende der Vorteil gegenüber einem marschflügkörper ? ...
Die heron der Bw sind eh in Israel stationiert und hat eine Reichweite von 7400 km . Wo wollen sie den hin damit ? ...

Der entscheidende Benefit der dem Hochjubeln von Drohnen zugrunde liegt ist die Eigenschaft bei Nichtverbrauchen unbeschadet zurückkehren zu können und so für einen weiteren Einsatz zur Verfügung zu stehen
Marschflugkörper sind heute schon Schlau genug um auch den Rückflug zu bewerkstelligen nur das Landen bekommen sie nicht ohne Detonation oder als Sack voll Schrott hin.

(04.12.2023, 19:18)Helios schrieb: ... , sondern weil eine solche Mission nicht wie von dir beschrieben stattfinden würde, selbst wenn das jeweils optimale Fluggerät (hinsichtlich des Flugleistungsbereichs) dafür existierte.

Wie würde man es den sonst machen? Also statt dem Feindradar mit Drohnen zusätzliche Ziel vorzutäuschen und so die Zielwahrscheinlichkeit auf den eigentliche Transporter der Fallschirmjäger prozentual zu reduzieren und im finalen Fall den Transporter durch das Opfern der Drohne zu schützen.
Das voraus schicken eines Drohnenschwarms um die Luftabwehr leer zu schießen bevor die Transporter in die Feuerreichweite kommen funktioniert maximal einmal dann ist der Trick durchschaut.

(04.12.2023, 19:18)Helios schrieb: ... Oder man würde direkt entsprechende Abwehrmittel mit dem zu schützenden Flugzeug transportieren, gerade beim A400M wären dafür die notwendigen Reserven ja vorhanden. In ersterem Fall muss der Flugleistungsbereich der Trägerdrohne nicht deckungsgleich mit jenem des zu schützenden Flugzeugs sein.

Das ist doch der Hintergedanke bei Drohnen, statt ein Flugzeug mit Flares voll zu laden bis kein Fallschirmjäger mehr rein passt. Habe ich eine Drohne die zusätzliche Zuladung bereitstellt ohne einen ausgebildeten Piloten zu benötigen.
gerade bei Geleit als Schild ist die Deckungsgleiche Flugleistung wichtig, den sonst lässt sich auf dem Radar des Gegner die "schnellere" Drohne vom "langsameren" A400M unterscheiden und der Verwirrungseffekt mit Signalüberschneidung geht verloren. Gleiches gilt für Drohnen die eine Rafale oder FCA begleiten.

(04.12.2023, 19:18)Helios schrieb: ... deine ja gern genutzten Zweiter-Weltkrieg-Analogien zeichnen da ein völlig falsches, antiquiertes Bild von modernen Operationen.
... Heute ist das nicht mehr der Fall, es läuft nicht mehr auf Energiegeführte Luftkämpfe heraus, und gerade da sollen nun Leistungsunterschiede das Problem darstellen?

Die Bundeswehr hat halt keine Kriegsseinsätze gegen einen ebenbürtigen Gegner im Portfolio, woher soll man also sonst annahmen ziehen. Vietnam? Irak? oder sollen es die Ukrainischen Erfahrungen sein (gibt es da überhaupt was das fliegt auf der "guten" Seite?)

Gerade da heute mit den entsprechenden Raketen immense Reichweiten im Luftkampf möglich sind müssen Drohnen die sich als Schild für ihr Leitflugzeug opfern sollen, stabil sehr nah an diesem dran bleiben um sich praktisch bis zum entscheidenden Moment im Signalbereich des Leitflugzeugs versteckt zu halten um mögliche Abwehrmaßnahmen erkennenden Fähigkeiten in der anfliegen Waffe zu überlisten.

(04.12.2023, 19:52)Kopernikus schrieb: Persönlich halte ich die Drohnen-Diskussion (unbemannte Kampfflugzeuge, A400 als Carrier, frontnah gestartete drohnen) für 15-20 jahre zu früh.

Die 15-20 Jahre sind eher die Ausreifungszeit die noch bevorsteht, damit ist aber jetzt der ideale Zeitpunkt um diesen Reifeprozess mit der zugehörigen Entwicklung in die von uns gewünschte Richtung zu lenken.
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Zitat: Das ist doch der Hintergedanke bei Drohnen, statt ein Flugzeug mit Flares voll zu laden bis kein Fallschirmjäger mehr rein passt. Habe ich eine Drohne die zusätzliche Zuladung bereitstellt ohne einen ausgebildeten Piloten zu benötigen.
gerade bei Geleit als Schild ist die Deckungsgleiche Flugleistung wichtig, den sonst lässt sich auf dem Radar des Gegner die "schnellere" Drohne vom "langsameren" A400M unterscheiden und der Verwirrungseffekt mit Signalüberschneidung geht verloren. Gleiches gilt für Drohnen die eine Rafale oder FCA begleiten.

Das setzt aber vorraus das der a400 selbst keine Maßnahmen zu seinem Schutz unternimmt . Da die Drohne viel langsamer wäre als der abzuwehrende Flugkörper hat sie nur eine Chance sich dazwischen zu bringen . Da der Mensch aber einen Selbsterhaltungstrieb hat wird ein Pilot nie einfach geradeaus weiter fliegen .

Noch dazu wäre das alles heute schon möglich , für was brauch man da bitte solche Entwicklungssummen?
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(04.12.2023, 20:49)alphall31 schrieb: Für was brauche ich dann FCAS wenn ich marschflugkörper habe . Diese gib es schon . Genauso hab ich
Echtzeitbilder per Satellit , dazu loitering Munition .

Die massive Verbesserung der Aufklärungsmöglichkeiten in den letzten Jahrzehnten sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass das gläserne Schlachtfeld weiterhin eine Fiktion ist, die von Hollywood ausgeschlachtet wird, aber mit der Realität nur sehr eingeschränkt zu tun hat. "Echtzeitbilder per Satellit" sind in der Erprobung und werden aus verschiedenen Gründen absehbar kein verlässlicher Standard werden, zumal sie in ihren Fähigkeiten eh eingeschränkt sind. Viele Ziele/Zielarten müssen aus kürzeren Distanzen oder im Verbund aufgeklärt werden, und es wird auch absehbar keine effiziente Fähigkeit zur (zeitkritischen) Ausschaltung über große Distanzen für alle Zielarten geben. Insbesondere weil die Kosten relativ zur Wirkung und damit einhergehend die Zahl der tatsächlich verfügbaren Wirkmittel glücklicherweise wieder kritischer gesehen werden ist es notwendig, Hochtechnologie entweder großproduktionsfähig zu gestalten, oder sie wiederverwendbar zu gestalten. Daher haben entsprechende mehrstufige Systeme weiterhin eine Zukunftsberechtigung. Dazu kommt dann noch die Bekämpfung feindlicher Luftziele, was ganz eigene Anforderungen stellt.

(05.12.2023, 02:18)Schaddedanz schrieb: Wie würde man es den sonst machen? Also statt dem Feindradar mit Drohnen zusätzliche Ziel vorzutäuschen und so die Zielwahrscheinlichkeit auf den eigentliche Transporter der Fallschirmjäger prozentual zu reduzieren und im finalen Fall den Transporter durch das Opfern der Drohne zu schützen.

Störziele sind als letzte Verteidigungslinie eher ein Mittel des Selbstschutzes (genauso wie bspw. DIRCM), in erster Linie wird man ein einzelnes Flugzeug oder einen Verband über die Störung der gefährdenden Radarsysteme zu schützen suchen. Im Idealfall würde man eine LO-Sensorplattform (oder ein entsprechender Verbund) die notwendige Aufklärungsarbeit im Voraus leisten lassen, unter Umständen auch unmittelbar SEAD/DEAD ausführen. Der Begleitstörer hingegen würde außerhalb der Bekämpfungsreichweite idealerweise aus Sicht des feindlichen Sensors hinter der zu schützenden Einheit positioniert, gegebenenfalls ergänzt sich "stationäre" Störer. Das könnte man auch aus einer direkten Formation heraus machen, dadurch hätte man immer den idealen Winkel zum feindlichen Sensor, gleichzeitig würde man diesem aber bessere Positionsdaten liefern. Aus dem Grund wird man davon heute eher absehen (es kommt aber auf den Auftrag und das zu schützende Objekt an).
Den Schutz im Nahbereich sollte jedes in einer solchen Umgebung eingesetzt Luftfahrzeug selbst besorgen, zumindest ein Teil der A400M-Flotte der Luftwaffe wird ja auch entsprechend mit fortschrittlichen Abwehrsystemen ausgestattet.

Zitat:Das ist doch der Hintergedanke bei Drohnen, statt ein Flugzeug mit Flares voll zu laden bis kein Fallschirmjäger mehr rein passt.

Derartige Übertreibungen helfen in der Diskussion nicht weiter. Der Hintergedanke beim Einsatz von Drohnen ist nicht, Selbstschutzsysteme auszulagern, sondern missionsabhängig zusätzliche Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen.

Zitat:Die Bundeswehr hat halt keine Kriegsseinsätze gegen einen ebenbürtigen Gegner im Portfolio, woher soll man also sonst annahmen ziehen. Vietnam? Irak? oder sollen es die Ukrainischen Erfahrungen sein (gibt es da überhaupt was das fliegt auf der "guten" Seite?)

Vietnam, Golfkrieg, vor allem auch Jugoslawien sind zumindest mal erste, populäre Ansatzpunkte dafür, dass das, was im Zweiten Weltkrieg an Luftkrieg passierte, heute eventuell nicht mehr die gleiche Relevanz besitzt (um es mal freundlich auszudrücken). Von da aus kann man dann die nächsten Schritte unternehmen, es ist ein komplexes Thema.
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Zitat:voyageur schrieb:
Ich würde noch eine Unterscheidung in die Diskussion einbringen:
RC wiederverwendbar oder nicht, wenn sie wiederverwendbar sind, dann wird die Thematik MCO sehr wichtig.
Eine Korrektion, nicht wiederverwendbar wird in FR wohl eher als Kampfdrohne bezeichnet.
Einige Infos zum Thema Rafale F5 - SCaf/FCAS
Zitat:Wir beginnen, eine ziemlich klare Vorstellung davon zu bekommen, was wir für die Rafale F5 und was wir für den SCAF wollen, und wir können nicht sagen, dass die F5 "über die meisten NGF-Technologien verfügen wird".
Die Rafale F5 wird tatsächlich über einige Funktionen verfügen, die auch im SCAF zu finden sein werden (kollaborativer Kampf zwischen Flugzeugen, Management von vernetzten Waffen, die in Schwärmen arbeiten, Fernsteuerung von Loyal Wingman usw.), aber das, was wirklich den Wert des NGF ausmacht (neue Mensch-Maschine-Schnittstelle, kollaboratives Multi-Level-Management mit Kampfdrohnen und Remote Carrier, Fähigkeit zur Umgehung und Durchdringung von A2/AD-Netzwerken usw.), wird überhaupt nicht in der Reichweite der Rafale F5 liegen.

Damit es ein lebendiges Forum bleibt, die Letzte Pressekonferenz von Eric Trappier PDG Dassault

Zitat:Rüstung, deutsches Veto gegen Exporte... Dassault-Chef erzählt mehr über Scaf.

Pascal Samama
Am 05/12/2023 um 13:06 Uhr

Bei einem Treffen mit dem Verband der Verteidigungsjournalisten (AJD) enthüllte der Chef von Dassault Aviation, Éric Trappier, seine Vision des Flugzeugs der Zukunft. Er hinterfragt das deutsche Veto gegen Exporte und die Bereitschaft Belgiens, eines Tages europäische Flugzeuge zu kaufen.

Nach einigen Jahren des Tauziehens zwischen den Staaten und dann zwischen den Industriellen nimmt das Scaf-Programm seit dem Eintritt in die dreijährige Studienphase (1B) ein wenig Gestalt an. Bei einem Treffen mit der Association des journalistes défense (AJD) am Dienstag gab Eric Trappier, CEO von Dassault Aviation, einige Details zum NGF (New generation fighter) bekannt, dem Kampfflugzeug der sechsten Generation, das im Zentrum des Kampfsystems steht, das ab 2040 die Rafale und den Eurofigher ablösen soll.

"Die Problematik besteht darin, in perfekt verteidigten Räumen operieren zu können, d. h. in Räumen, in denen Flugzeuge durch eine starke und abschreckende Boden-Luft-Abwehr verboten sein sollten", erklärt Eric Trappier.

- Eine Marineversion, wie bei der Rafale.

Für die "Marineversion", die für den künftigen französischen Flugzeugträger bestimmt ist, hat Dassault die Arbeit mit der Naval Group aufgenommen, die mit dem Bau des Schiffes beauftragt ist. Das Design der künftigen Kampfflugzeuge wurde von Beginn der Studienarbeiten an berücksichtigt, um nicht zwei Versionen des Flugzeugs zu schaffen, sondern nur eine mit Anpassungen, wie bei der Rafale. Im Gegensatz zu den amerikanischen Flugzeugen wird der NGF keine unverhältnismäßig großen Abmessungen haben.

"Von den ersten Bleistiftstrichen des Demonstrators an müssen diese Erfordernisse berücksichtigt werden. Man 'navalisiert' kein Kampfflugzeug, sondern entwickelt von Anfang an ein Flugzeug, das in der Lage ist, einen Flugzeugträger auszurüsten. Wir werden das Gleiche tun wie bei der Rafale".

- Die Kombination aus Flugzeug und Drohne

Um sich in diesen Räumen zu bewegen, muss der NGF in der Lage sein, sich an diesen Verteidigungsanlagen vorbei zu bewegen und sie notfalls "zu behandeln". "Aus diesem Grund könnte das Paar aus Kampfflugzeug und Kampfdrohne effizienter sein als ein einzelnes Flugzeug". Wird diese Drohne der NeurOn sein, der nach 2030 mit der Rafale F5 fliegen wird, oder ein größeres, schwereres Flugzeug? Die Überlegungen dazu laufen noch.

Eine weitere Forschungsrichtung ist natürlich die Stealth-Fähigkeit. Diese Funktion soll es einem Flugzeug ermöglichen, sich unbemerkt an feindliche Verteidigungsanlagen anzunähern. Hierfür wird wieder die Kombination aus Flugzeug und Drohne in Betracht gezogen.

"Drohnen und Stealth werden es ermöglichen, noch effizienter in diese ultraverteidigten Räume einzudringen", erklärt der Dassault-Chef.

- Eine Laserkanone in der NGF?

Wie wird der NGF bewaffnet sein? Diese Frage kann noch nicht beantwortet werden, aber Eric Trappier erinnert daran, dass die Meteor- oder Scalp-Raketen, mit denen die Rafale ausgerüstet ist, zu den effizientesten Waffen gehören. Was ist mit den Laserstrahlen, die erwähnt wurden?

"Das ist keine Science-Fiction, das ist Wissenschaft, aber im Moment sind wir noch nicht so weit. Man müsste mit außergewöhnlichen Energien umgehen, und in einem Flugzeug ist alles kompliziert. Die Volumina sind klein, der Motor erzeugt die Energie, damit das Flugzeug fliegen kann. Im Moment ist diese Art von Waffen nicht vorgesehen", antwortete Eric Trappier.

- Deutschland und sein Vetorecht

Der Manager äußerte sich auch zu internationalen Partnerschaften und den von der angelsächsischen Presse lancierten Gerüchten über die Möglichkeit, dass Allemague die Scaf verlassen und sich der GCAP/Tempest anschließen könnte, dem Konkurrenzprogramm, das die Briten zusammen mit Japan und Italien ins Leben gerufen haben.

"Ich weiß nicht, wer dieses Gerücht in Umlauf gebracht hat und warum. Deutschland hat nicht mit dem Ausstieg gedroht. Im Übrigen ist das Tempest-Projekt in erster Linie eine Kooperation zwischen Briten und Japanern. Das ist nichts Europäisches", meint der Dassault-Chef und erinnert daran, dass Schweden diese Gruppe gerade verlassen hat.

Er fügt auch hinzu, dass mit der Affäre um die Eurofighter-Typhoon für Saudi-Arabien die Beziehungen zwischen den beiden Ländern nicht die besten seien. Aber dieses deutsche Veto wirft einen Schatten auf das Scaf-Programm. Könnten die Deutschen gegen den Verkauf von NGF in Ländern sein, die bereits Kunden Frankreichs mit der Rafale sind. Éric Trappier äußert sich "besorgt über den Export".

"Man sagt mir, dass es keine Probleme gibt, aber ich sehe, was heute mit dem Typhoon passiert, obwohl man dem Vereinigten Königreich versichert hat, dass es keine Probleme geben wird".

- Welche Rolle spielt Belgien?

Was ist mit Belgien, das an die Tür des Scaf klopft und durch seine Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder versichert, dass es ab 2025 vollwertiges Mitglied des Programms sein wird?

"Wir können uns nicht selbst zum Partner erklären. Der Beobachterstatus ist der, der beschlossen wurde. Ich weiß, dass Belgien seine Industrie so schnell wie möglich einbinden möchte.

Für Eric Trappier ist der Grund für diese Eile in den 34 F-35 zu sehen, für die die Belgier in der Hoffnung auf industrielle Rückmeldungen unterschrieben haben.

"Man macht nicht einen Scaf, um Industrieunternehmen zu beschäftigen. Es ist in erster Linie ein Bedarf der Streitkräfte und unsere Länder planen, diese Flugzeuge zu kaufen. Wird Belgien eines Tages nicht-amerikanische Kampfflugzeuge kaufen? Ich habe von den belgischen Behörden noch keine Antwort gehört. In dreißig Jahren haben sie das nicht getan."
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MTU und Safran planen Supertriebwerk

Europa soll ein modernes Kampfflugzeug erhalten. Die Triebwerkhersteller wollen dafür einen bislang einzigartigen Antrieb entwickeln – und fordern eine Milliardensumme.

https://www.handelsblatt.com/unternehmen...02245.html

Die Vorarbeiten für das Triebwerk seien geleistet, sagen Schreyögg und Safran-Chef Olivier Andries – was fehlt, sei ein politisches Signal. „Wir brauchen 2024 den nächsten Entwicklungsauftrag, um die Zeitpläne halten zu können“, sagt Andries. Eine Milliarde Euro brauchen die Unternehmen von den europäischen Regierungen, um die Entwicklung des Triebwerks angehen zu können. Viel Geld wird in die Materialforschung fließen, damit die Turbine Druck und Temperaturen standhält. Gleichzeitig muss das Flugzeug möglichst viel Wärme verbergen, um nicht geortet zu werden.
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Ist das das Budget aus der Phase 2 oder von was wird da geredet. Dazu muss insgesamt noch der Bundestag zustimmen. Das steht aber noch nicht an.

MTU wäre klug einen Plan B zu haben ...
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Greenpeace muss es ja wissen
Zitat:Aufrüstung Deutschland und Frankreich entwickeln ein neues Kampfflugzeug, das Future Combat Air System (FCAS). Die Kosten werden auf 100 Milliarden Euro geschätzt. Doch eine Greenpeace-Studie zeigt: Sie könnten auf bis zu 2 Billionen Euro anwachsen
https://www.freitag.de/autoren/pep/futur...xplodieren
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[Video: https://youtu.be/sx9XbqZPFMA?feature=shared]
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https://www.airforce-technology.com/news...s/?cf-view

Man prüft Optionen für einen Gripen-Nachfolger.

Nachdem man bei Tempest ausgestiegen ist, klingt besonders der vorletzte Absatz interessant.
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