(Weltraum) Weltraumüberwachungsradar
#1
Quelle: Pressemitteilung bei WT (Wehrtechnik) veröffentlicht.

Erfolgreiche Messungen: Weltraumüberwachungsradar GESTRA detektiert Weltraumobjekte zuverlässig

Zitat:
"Das vom Fraunhofer FHR im Auftrag der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR entwickelte Weltraumüberwachungsradar GESTRA (German Experimental Space Surveillance and Tracking Radar) liefert vielversprechende Ergebnisse. Im Rahmen einer Messereihe wurden mehrere Experimente mit dem vom Weltraumlagezentrum der Bundeswehr (WRLageZ) betriebenen System am GESTRA-Standort auf der Koblenzer Schmidtenhöhe durchgeführt.

Das im Testbetrieb befindliche Weltraumüberwachungsradar GESTRA wird zurzeit für den operativen Betrieb vorbereitet...."

Spannend, habe ich zum ersten mal was davon gelesen. Weiß jemand ob dieses Radar, dass so gemäß Aussage neben den üblichen Objekten wie Raketenstufen, Weltraumschrott etc. ... auch sog. "Weitere Objekte" dekektieren kann, auch als Ergänzung für die Abwehr Ballistischer Raketen eingesetzt werden könnte?
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#2
GESTRA scheint eine Ergänzung zu TIRA zu sein, welches Ursprünglich zur Detektion von ICBMs entwickelt wurde, aber heutzutage hauptsächlich zivil genutzt wird. Würde mich wundern wenn GESTRA nicht ähnliche Fähigkeiten besitzen würde. Ich würde mal schätzen, dass es unerheblich ist ob man eine zivile Trägerrakete oder eine militärische Rakete verfolgt. Zur Frühwarnung also sicherlich geeignet, allerdings müsste es dafür auch entsprechend betrieben werden...
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#3
Zitat:Mehr Si­cher­heit im All – Welt­raum­ra­dar GE­STRA ist start­klar [...]

Das Weltraumradar GESTRA (German Experimental Space Surveillance and Tracking Radar) kann Weltraumobjekte im erdnahen Orbit rund um die Uhr überwachen. Es ist in seiner Komplexität - mit jeweils 256 einzeln elektronisch ansteuerbaren Sende- und Empfangseinheiten - und seinem Aufbau - mobil mit zwei getrennten Containern für Sender und Empfänger - einzigartig.

Am 13. Oktober 2020 wurde GESTRA an seinem finalen Standort auf dem Bundeswehrgelände Schmidtenhöhe bei Koblenz eingeweiht: „Von hier aus wird das Experimentalradar einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung unserer Satelliten im erdnahen Weltraum leisten. GESTRA besteht aus einer Sende- und einer Empfangseinheit, die beide hier aufgebaut sind. Mit ihnen können wir Weltraumobjekte im so genannten niedrigen Erdorbit detektieren und ihre Bahn vermessen. Von hier aus werden die Messdaten an das deutsche Weltraumlagezentrum nach Uedem gesendet. Dort entsteht ein umfangreicher Katalog, der uns rund um die Uhr über die ‚Lage im All‘ und mögliche Gefahren informiert“, erläutert Dr. Walther Pelzer, Vorstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), zuständig für das Raumfahrtmanagement. Pelzer ergänzt: „Wenn GESTRA nach Abschluss aller Tests voraussichtlich Anfang 2021 seinen operativen Betrieb aufnimmt, erhält Deutschland erstmals unabhängig Daten für die Erstellung eines eigenen Katalogs von Objekten im niedrigen Erdorbit.“ [...]

GESTRA ist das erste deutsche Weltraumradar: Das DLR Raumfahrtmanagement in Bonn hat GESTRA mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) vom Fraunhofer Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik (FHR) in Wachtberg bei Bonn in den vergangenen fünf Jahren entwickeln und bauen lassen.

In den letzten Monaten ist GESTRA an seinem finalen Standort auf der Schmidtenhöhe bei Koblenz installiert worden. Die Daten des deutschen Experimentalradars werden im gemeinsam vom DLR Raumfahrtmanagement und der Luftwaffe in Uedem (Niederrhein) betriebenen Weltraumlagezentrum verarbeitet. Bereits vor einem Jahr, am 27. November 2019, hatte GESTRA im Rahmen von Tests beim FHR in Wachtberg erste Signale von Weltraumobjekten empfangen. Die Finanzierung des GESTRA-Betriebs erfolgt durch das Bundesministerium der Verteidigung. [...]

GESTRA ist auch auf europäischer Ebene im Rahmen des Projekts EUSST (European Space Surveillance and Tracking) eingebunden. Deutschland hat hier die Aufgabe, die Messdaten der zu EUSST beitragenden Sensoren zu einem europäischen Bahndatenkatalog zu verarbeiten.
https://www.dlr.de/content/de/artikel/ne...tklar.html

Schneemann
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#4
Zitat:Indra liefert das Weltraumüberwachungsradar
10. Februar 2025

Das Weltraumüberwachungsradar, mit dem das Weltraumkommando der Bundeswehr (WRKBw) in die Lage versetzt werden soll, einen erheblichen Anteil der Satelliten, sowie auch passive Objekte wie Weltraumschrott, präzise zu detektieren und ihre Bahnen kontinuierlich zu verfolgen, wird von dem spanischen Unternehmen Indra geliefert. Indra informierte am 10. Februar über den Vertragsabschluss, über den das BAAINBw am 19. Dezember 2024, dem Tag nach der Zustimmung des Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages, berichtet hat (ESuT berichtete).

Indra liefert nach eigener Angabe eine verbesserte Version des S3TSR-Überwachungsradars (Spanish Space Surveillance and Tracking Surveillance Radar), das derzeit in Spanien in Betrieb ist. Das Radar der letzten Generation könne Objekte in niedrigen Umlaufbahnen (Low Earth Orbit, LEO) erkennen.

[...]

Das BAAINBw hatte darauf hingewiesen, dass optional die Lieferung eines zweiten Radars vereinbart worden ist.
Quelle: ESuT.de

Frauenhofer FHR entwickelt Gestra, das System arbeitet seit 2021 im operativen Betrieb, 2023 vereinbart man eine Weiterentwicklung in Kooperation mit Hensoldt zur Serienreife (Produktname Custodian) (Quelle FHR) und Ende 2024 kaufen wir dann bei Indra in Spanien während wir zeitgleich Sensorik weiterhin als nationale Schlüsseltechnologie betrachten (Nationale Sicherheits- und Verteidigungsindustriestrategie 4.12.2024)?

Grundsäzlich bin ich ja ein Befürworter erfolgreiche oder erfolgversprechende Systeme bei Freunden einzukaufen und Synergien zu nutzen aber eine Strategie oder etwas langfristige Planung kann ich da beim besten Willen gerade nicht erkennen.
Und nach meinem Verständnis dürfte es sich bei dem Indra-Radar um ein, direkt mit Gestra verleichbaren System handeln, es wird also eher kein ergänzendes System mit anderem Schwerpunkt sein.
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