(Luft) Boeing P-8A Poseidon in der Bundeswehr (Zwischenlösung P-3C-Nachfolger)
(02.06.2022, 19:17)Kul14 schrieb: Eig. ist das Problem das wir uns nie für die Atlantic 2 entschieden haben. Das hätte uns einiges an Problemen erspart. Besonders wenn wir uns mal das ganze EuroHawk Desaster anschauen.

Bei 12 P8 hätte man ja fast den Stand zu Zeiten des Kalten Krieges erreicht. Das klingt für mich nicht nach einer Zwischenlösung.

Mich hätte die Realisierung von MAWS gefreut, der A320 ist die bessere Basis und die Version wäre vermutlich auch erfolgreich auf dem Exportmarkt gewesen. Aber für 7 Maschinen lohnt sich jetzt keine Eigenentwicklung mehr. Hier müsste es schon seitens der Industrie die Bereitschaft geben eigene Mittel für die Entwicklung bereitzustellen.

Hätte man in der Coronakrise die Chance genutzt und MAWS bei Airbus/LHT beauftragt, dann hätte man vermutlich politisch und technisch ein ordentliches Paket bekommen. Es hätte bei beiden Unternehmen genügend Produktions und Entwicklungskapazitäten gegeben. Natürlich hätte man bei dieser Version auf Marktverfügbare Missionsausrüstung zurückgreifen, aber insgesamt wäre es ein leistungsfähiges Produkt gewesen, was wir vlt. sogar früher hätten bekommen können. Die Flugzeuge würden längst bei LHT stehen um umgerüstet zu werden.

Welchen Auftrag? Bis Ende 2021 lief in Deutschland eine Machbarkeitsstudie der Industrie für MAWS. Frankreich ist hier im Prinzip nur aus industriepolitischen Gründen ausgestiegen, da Deutschland am längeren Hebel sitzen würde - analog zu den kommenden F-35.
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(02.06.2022, 13:39)voyageur schrieb:
(02.06.2022, 12:41)Broensen schrieb: Ich würde mir auch wünschen, dass man zumindest vor einer weiteren P8-Beschaffung demonstrativ öffentlich nochmal in Paris anfragt, ob man hier noch mit einem Ergebnis von MAWS rechnen kann oder dann jetzt gezwungen sein wird, auf die Poseidons zurückzugreifen, weil Frankreich sich da quer stellt.
Gibt es eine Quelle für diese Aussage ??
Natürlich nicht. Das hat bisher auch so niemand gesagt. Insgesamt redet man auf deutscher Seite ja eh viel zu wenig und auf französischer viel zu viel über diese Dinge, ist zumindest mein Eindruck.

(02.06.2022, 13:54)kato schrieb: Du unterstellst mit diesem Satz, Frankreich wäre für das Scheitern von MAWS verantwortlich.

Die Misere geht ausschließlich aufs deutsche Konto. Mal wieder. Alles was man sich mit einer Anfrage in Paris abholen würde wäre ein Mittelfinger.
Nein, Frankreich ist nicht dafür verantwortlich, aber es hat theoretisch die Entscheidung in der Hand, ob das Projekt weitergeführt wird oder nicht. Als die ersten 5 P-8 beschafft wurden, hat Frankreich das als Ausstieg aus MAWS gewertet. Von Deutschland wurde das aber afaik nie so kommuniziert, die sollten nur als Übergangslösung genutzt werden. Wir haben das hier ja lang und breit diskutiert.
Also wenn Deutschland jetzt sagt "Wir wollen MAWS weiterhin mit euch beschaffen", dann ist es an Frankreich zu sagen "Wir aber nicht mehr mit euch". Und dann wären wir dadurch gezwungen, weitere P-8 zu kaufen.
Etwas anderes wäre aber, wenn man jetzt einfach noch 7 P-8 dazu bestellt und somit selbst bei MAWS defacto aussteigt. Genau darauf will ich ja hinaus. So lange wir erst Frankreich konsultieren, bevor wir bestellen, kann man uns das nicht allein zu schieben, auch wenn die Übergangslösung P-8 mMn durchaus kritikwürdig ist, besonders mit Blick auf die öffentliche Kommunikation.
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Angeblich 7 weitere Poseidon! Damit größte und modernste Flotte in Europa. Sieht für mich eher nicht nach einer Übergangslösung aus, auch wenn sich auf Grund der Anzahl nichts an einer möglichen Neuentwicklung und Veräußerung der P8 an Nato Partner ändert! https://www.nord24.de/landkreis-cuxhaven...79526.html
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Zitat:Also wenn Deutschland jetzt sagt "Wir wollen MAWS weiterhin mit euch beschaffen", dann ist es an Frankreich zu sagen "Wir aber nicht mehr mit euch". Und dann wären wir dadurch gezwungen, weitere P-8 zu kaufen.
Etwas anderes wäre aber, wenn man jetzt einfach noch 7 P-8 dazu bestellt und somit selbst bei MAWS defacto aussteigt. Genau darauf will ich ja hinaus. So lange wir erst Frankreich konsultieren, bevor wir bestellen, kann man uns das nicht allein zu schieben, auch wenn die Übergangslösung P-8 mMn durchaus kritikwürdig ist, besonders mit Blick auf die öffentliche Kommunikation.

Wenn ich in einem Projekt Begriffe sehe, wie der 'längere" Hebel, "Schwarzer Peter" läuten bei mir die Alarmglocken.
Dazu kommt das
* die deutschen Generäle US Waffen haben wollen
* die deutschen Rüstungsbürokraten keinen direkten Draht nach FR hatten/haben zum Beweis die Aussage des Rüstungsstaatssekretär zum Atlantik 2 Leasing Angebot "Wir kennen den Zustand der Zellen nicht"
* die Politik nicht aufgeräumt hat.
Ich hatte ja mal (noch letzte Woche) die Hoffnung das Scholz und seine Ampel das ändert. Es war halt nur ein Traum.

Zusammengefasst, ich persönlich würde keinen Pfifferling in solch ein Projekt stecken.
Der Kauf weiterer P8 ist doch die logische Fortsetzung, also macht es, aber lügt euch nicht in die Tasche, es war eine deutsche Entscheidung.
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Mit 12 Flugzeugen wäre man größter Nutzer der P-8 in Europa, anscheinend wird das Nordmeer eine große Bedeutung beigemessen.
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Die 7 weiteren P8 kommen
Augengeradeaus berichtet
Nachvollziehbare Entscheidung! Und eine gute Stärkung.
Bei den effektoren hoffe ich auf FNSM!

Ich hoffe man lässt sich nicht auf unnötige Kompensationsgeschäfte mit Frankreich ein und fühlt sich jetzt in der Pflicht zum Beispiel Tiger MK3 zu beauftragen 🙈
Man sollte auch an MGCS und FCAS Programm nochmal ran…
auch hier hat der Angriff auf die Ukraine einiges geändert!
FCAS mit Uk Tempest fusionieren! Ziel zumindest gemeinsame Combat cloud und gemeinsame Ucav/loyal wingman … und ein paar sonstige gemeinsame Komponenten/Bewaffnung wäre schon viel!
beim MGCS genau so… gemeinsam Combat cloud/IT und Kommunikation außerdem gemeinsames Kaliber und effektoren… das muss reichen! Und das ist auch da wichtigste bzgl Interoperabilität und Logistik!
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mir erscheint die Variante auf die P-8 zu setzen naheliegend da verfügbar und nach den Erfahrungen mit Airbus und den Problemen bei der Umsetzung komplexer Großprojekte und den massiven Zeitverzögerungen auch die sichere Lösung

was nicht heißt, das man nicht trotzdem mit Frankreich MAWS entwickeln sollte
Realistisch ist MAWS erst in den 40er Jahren in der BW und dann kann man nach der ~halben Nutzungszeit auch die P-8 an Länder wie Niederlande, Norwegen, Schweden, GB ... verkaufen

Norwegen und GB betreiben eh bereits die P-8 und die NL erkennt vielleicht zukünftig auch wieder den Bedarf und findet die finanziellen Mittel dafür

Weiterhin sind MPAs in Europa zu wenige vorhanden und da ist es ein recht sinnvolles Gebiet, auf dem DE nun mal nennenswert sich engagieren könnte
12 P-8 wären recht anständig
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Die Entscheidung ist sehr richtig. Im Zuge der "Zeitenwende" wurde der Verzicht von Goldrandlösungen und der Beschaffung von marktverfügbare Gerät angekündigt. So ist diese Beschaffung nur konsequent.

Auch sehe ich die Investitionen in diesem Bereich als sinnvoll für die Bündnisverteidigung.
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(03.06.2022, 14:31)voyageur schrieb: Der Kauf weiterer P8 ist doch die logische Fortsetzung, also macht es, aber lügt euch nicht in die Tasche, es war eine deutsche Entscheidung.
Klar hat Deutschland das verbockt. Ich habe halt nur noch etwas Hoffnung, dass man da vielleicht noch die Kurve kriegen könnte. Denn ich persönlich halte speziell MAWS für eine der sinnvolleren D/F-Kooperationen und habe mich daher sehr darüber geärgert, wie die P8-Beschaffung gelaufen und vor allem kommuniziert worden ist.
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Frankreich ist ausgetreten aus MAWS nicht Deutschland. Wenn Frankreich es nicht hinnehmen kann, dass Deutschland aufgrund der NATO entsprechende Verpflichtungen hat die immerhin durch Grundfähigkeiten erfüllt werden müssen, dann ist die Trennung eigentlich vorteilhaft für Deutschland. Die Tatsache dass ein fremdes Land sich so sehr in deutsche Angelegenheiten einmischen will ist eigentlich eine Frechheit.
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MAWS wäre vor allem industriepolitisch sehr interessant gewesen. Eine militarisierte Version des A320 hätte vielseitig eingesetzt werden können und sich auch für andere Aufgaben geeignet.

Wenn man das alles ordentlich anstellt, dann muss man nicht auf marktverfügbares Gerät zurückgreifen. Man darf nicht vergessen das wie uns bei der P8 hinten anstellen. Bei Airbus könnte man sofort Produktionsslots bekommen und hätte einen gewissen Verhandlungsspielraum als Erstkunde. Der A330 MRTT ist ein gutes Beispiel wie problemlos so etwas funktionieren könnte. Da muss man dann halt aber die richtigen Signale in Richtung der Industrie senden.

Beschaffung von marktverfügbarem Gerät zu priorisieren, nur weil man sein Projektmanagement nicht im Griff hat halte ich für falsch.
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(04.06.2022, 06:50)Kul14 schrieb: MAWS wäre vor allem industriepolitisch sehr interessant gewesen. Eine militarisierte Version des A320 hätte vielseitig eingesetzt werden können und sich auch für andere Aufgaben geeignet.

Auch wenn das jetzt am eigentlichen Thema, der P8, vorbeigeht:
Ich bin mir nicht sicher, ob MWAS industriepolitisch sinnvoll wäre. Meiner Meinung nach wären die zugesicherten Stückzahlen aktuell zu gering, dass es sich lohnen würde, ein eigenes Muster zu entwickeln und zuzulassen.

Von mehr als 30St. könnte man für FR und D wohl kaum ausgehen? Es wäre m.E. dann sinnvoll, wenn noch weitere Partner Interesse an einem solchen Muster hätten.
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(04.06.2022, 08:29)26er schrieb: Auch wenn das jetzt am eigentlichen Thema, der P8, vorbeigeht:
Ich bin mir nicht sicher, ob MWAS industriepolitisch sinnvoll wäre. Meiner Meinung nach wären die zugesicherten Stückzahlen aktuell zu gering, dass es sich lohnen würde, ein eigenes Muster zu entwickeln und zuzulassen.

Von mehr als 30St. könnte man für FR und D wohl kaum ausgehen? Es wäre m.E. dann sinnvoll, wenn noch weitere Partner Interesse an einem solchen Muster hätten.

30 St, also 18 für FR erscheint schon hoch
würde bedeuten, dass sie die Breguet Atlantic 2 1 zu 1 ersetzen würden

alle haben jetzt quasi Zwischenlösungen organisiert
FR die Modernisierung der BA2 für bis in die 2030er
IT war die P-8 zu teuer weshalb sie 4 A-72 MPA gekauft haben
SP nutzt MPAs auf Basis der C-295 und CN-235
NL hat die P-3 ersatzlos verkauft, ob sie dauerhaft auf MPAs verzichten werden, wer weiß
DE bekommt 5-12 P-8

also alle haben etwas Zeit gewonnen
wenn man sich einig wird und das wäre schön, dann könnte man auf eine Anzahl von vielleicht 40 bis 50 (FR 15, DE 12, IT 8, SP 5, NL 5) kommen
nach Entwicklungs-, Erprobungs-, Verzögerungs- und Katastrophenphase würde DE als letzter in der Reihe beliefert, was bestimmt nicht vor 204x wäre.
DE würde dann sugzessive einen Teil der Maschinen an Norwegen als Ergänzung für die norwegische Flotte verkaufen, der Rest vielleicht nach Polen, Schweden oder Finnland

(wird aber nicht so kommen ..)
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Basierend auf die MAWS Studie die bis Ende 2021 lief war MAWS sowieso ein System of Systems mit verschiedenen Sensor und Effektorplattformen, da hätte man die geringere Zahl an P-8 auch integrieren können. Für Frankreich mit dem ewigen Druck von Dasssult (die französische Alternative ist ja surprise surprise a Dassault Falcon) war es halt immer ein Flugzeugbauprojekt zuerst.
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Zitat:Basierend auf die MAWS Studie die bis Ende 2021 lief war MAWS sowieso ein System of Systems mit verschiedenen Sensor und Effektorplattformen, da hätte man die geringere Zahl an P-8 auch integrieren können. Für Frankreich mit dem ewigen Druck von Dasssult (die französische Alternative ist ja surprise surprise a Dassault Falcon) war es halt immer ein Flugzeugbauprojekt zuerst.
Hast Du eine Quelle für diese Aussage ??
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