(12.06.2026, 22:22)Leuco schrieb: Bezieht sich die Stückzahl von nur drei F123 nun auf die gesamte Modernisierung oder nur den ASW Bereich der Schiffe? Also bekommt eines überhaupt kein Update?
Wenn dem so ist, ist dies in Anbetracht des Zulaufs der F128 nachvollziehbar.
Die anderen 25 Mio. Vorlagen waren immer nur für vier Schiffe, als scheint derzeit nur das ASW Paket auf "3" Schiffe beschränkt zu sein.
(12.06.2026, 21:55)muck schrieb: Diese Behauptung überzeugt mich nicht. Das Midlife-Upgrade der F123 unterliegt Sachzwängen, die der Schiffsbauer, der mit einem "Clean Sheet" arbeitet, nicht hat.
Dies ist die korrekte "technische" Sicht der Dinge. Jetzt kommt der Faktor "Mensch", der bei Bundeswehr Projekten scheinbar regelmäßig diese Freiheitsgrade nutzt, um ein "Wünsch dir was!" oder "Jeder darf mal was fordern!" drauß macht.
Bei F123 SdEV scheint es mir auf Grundlage der verfügbaren Selektion der Komponenten nicht so zu sein, dass dies passiert ist. So vermag ich die Auswahl der Komponenten auch nicht zu bemängeln, weil man hier konsequent nur marktverfügbares Material für das Einsatzsystem ausgewählt hat.
Die Blackbox ist also der Schiffbau - aber auch hier gibt es keinen fachlichen Grund, warum ein MLU so lange dauert. Gerade der "Altstahl F123" - wir reden hier immerhin über eine knapp 5.000 t Fregatte - ist so wenig komplex, wo können da die Probleme liegen:
- Stahlbau: Geschenkt, wenn man von Tag 1 an ein vernünftiges Survey gemacht hat.
- Strom: Mit der Entscheidung für TRAPS unkritisch, das Teil benötigt garantiert nicht die für Schleppsonare üblichen ~ 150 kW (+). Ansonsten hat die F123 doch noch die gute alte 100 % Redundanz - von 4 E-Dieseln brauchte das Schiff nur 2, also hätte man locker noch mal 750 kW "frei" gehabt, wenn man die Redundanz beschränkt. Aber auch hier dürften gerade die neuen Radare für deutliche Entlastung gesorgt haben.
- Kühlung (Kaltwasser / Wild Heat): Könnte ein Problem sein, lässt sich aber auch in endlicher Zeit (< 1 Jahr) durch neue Kaltwassersätze und Rohrleitungen lösen, wenn das Schiff eh "blank" und "leer" ist.
- Platz: Könnte ein Problem sein, gerade wenn bei COMMS noch mehr IT-Schränke untergebracht werden müssen. Aber auch das kriegst du gelöst - Stichwort: Im Hangar ist ja jetzt Platz, wenn man eh maximal nur noch einen für NH90 bräuchte.
War das alles unvorhersehbar oder Aufwuchs im Projekt? Auch eher nicht, denn alle Pakete (Sensor, AAW, ASW) sind schon 2021 verkündet worden - aber halt mit Vertragsschluss in 2021. Jetzt haben wir diese Pakete Jahre zu spät unter Vertrag genommen - ohne erkennbaren technischen Grund.
Nach meiner Lesart haben wir hier den üblichen "time slip" durch behäbige Bürokratie - sprich, man war halt als Auftraggeber nicht schnell genug für die noch ausstehenden Verträge und nicht dynamisch genug, vertraglich und im Projektmanagement (Stichwort Entscheidungen treffen) mit so einem schnelllebigen MLU umzugehen.
Dies können wir bei allen Marineprojekten beobachten, sei es unter Vertrag (F126, K130 2. Los) oder solchen, die noch kommen sollen (F127, MUsE, etc) - und dieser "Fehler" im System tötet alle weiteren Projekte und mit Sicherheit auch die MEKO.
Ich kann mir nicht erklären, wieso ein Projektteam auf der einen Seite, so "kreative" Lösungen wie die Masthäuser aus Komposit "durchsetzt", auf der anderen Seite aber über obige "triviale" Dinge stolpern sollte.
Just my 2 cents...