06.11.2006, 18:31
Die iranische Regierung bzw. die iranische Regierungspraxis hat dazu geführt, daß westliche Sicherheitsanalytiker zurecht dem Iran mißtrauen. Allein darum geht es, nämlich ob man Iran in dieser Frage trauen kann. Dein schmidtsches Freund-Feind-Schema jedenfalls beeindruckt mich nicht.
Warum nämlich der Iran immer nur soviel zugab, wie entdect wurde. Das ist das Problem, weil damit Vertraun erschüttert wird. Und Atombomben sind etwas ernstes, als das man da Katz-und-Maus spielen sollte.
Aber ok, das weicht jetzt ab, weil zum iranischem Atomprogramm ja bereits ein eigenes Thread gibt.
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Zitat:Wie Teheran die EU und die Uno narrt
..jahrelang hatte Teheran behauptet, mit der Nukleartechnologie nur zivile Zwecke anzustreben. Doch gleichzeitig trieben Physiker und Ingenieure die Arbeiten für den martialischen Einsatz der Kernenergie voran. Chefdiplomaten und Unterhändler spielten die Interessen der verschiedenen Staaten gegeneinander aus – und die IAEA schluckte über Jahre die raffinierte Hinhaltetaktik. Währenddessen deckten sich die Mullahs mit all den Rotoren, Anlagen und Instrumenten ein, die für die Produktion einer A-Bombe nötig sind.
Spätestens seit vier Jahren liegen klare Hinweise vor, dass die Nukleartechnologie nicht nur friedlichen Zwecken dient. Im August 2002 präsentierte eine Exil-Oppositionsgruppe, der National Council of Resistance of Iran, Luftaufnahmen von geheimen Nuklearanlagen. Vier Monate nach den Enthüllungen der Regimegegner räumten die Mullahs ein, in Natanz und Arak über Anreicherungsanlagen zu verfügen. Doch sie verwiesen auf den Atomwaffensperrvertrag, den sie formal einhielten, und pochten auf ihr Recht, Uran zu friedlichen Zwecken anzureichern. Doch können die Anlagen, so US-Experten, auch zum Bau von Atomwaffen dienen. Nun bestätigte auch die IAEA: Teheran habe „vergessen“, über wichtige Bestandteile des Atomprogramms zu berichten.
Zitat:Das wäre ein günstiger Zeitpunkt gewesen, um die Nuklearaufrüstung vor den Sicherheitsrat der Uno zu ziehen. Doch der Westen, vor allem die Europäer, wichen dem Konflikt aus und ließen sich auf eine lange Verhandlungsrunde ein. Im Oktober 2003 nahmen Großbritannien, Frankreich und Deutschland im Namen der internationalen Gemeinschaft mit Teheran Kontakt auf. Diese EU-3 übernahm die führende Rolle im Atom-Poker, hatte aber weder die Kraft noch das Gewicht, sich gegen Teheran durchzusetzen.Quelle: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.handelsblatt.com/news/Politik/International/_pv/grid_id/1190224/_p/200051/_t/ft/_b/1129522/default.aspx/wie-teheran-die-eu-und-die-uno-narrt.html">http://www.handelsblatt.com/news/Politi ... narrt.html</a><!-- m -->
Europa bot an, nicht nur Irans atomare Energiewünsche zu berücksichtigen, sondern auch Handelserleichterungen zu gewähren.
während diskutiert und debattiert wurde, ließ Iran nur Aktivitäten in den bereits bekannten Anlagen des Anreicherungsprogramms überwachen. In den geheimen Installationen gingen die Arbeiten munter weiter. Jedes Mal, wenn man herausfand, dass Iran seine Versprechen gebrochen hatte, pilgerten Unterhändler nach Teheran, um es noch einmal mit gutem Zureden zu versuchen. Doch die Geduld zahlte sich nicht aus. „Während wir mit den Europäern verhandelten, rüsteten wir unsere Anlagen auf“, fasste im März Chefunterhändler Hassan Rowhani die Ablenkungstaktik vor Geistlichen und Akademikern zusammen. „Indem wir uns zahm gaben, konnten wir unsere Arbeiten in Isfahan beenden.“
Und im Februar 2005 machte sich Ali Laridschani, der den Revolutionsführer Chamenei im obersten Sicherheitsrat des Landes vertritt, gar über die Europäer lustig: Sie meinten doch in der Tat, Iran zur Aufgabe des Anreicherungsprogramms bewegen zu können. „Das ist einer der besten Witze unserer Zeit“, spottete er.
Gleichzeitig knüpfte Teheran einen Kontakt zu jenem Mann, der später als Vater der islamischen Bombe bekannt wurde: Dr. Abdul Qadir Khan. Der pakistanische Top-Nuklearwissenschaftler präsentierte eine einfache Idee, wie Iran nuklear aufrüsten könnte, ohne im Westen Argwohn zu erzeugen. Das 1989 im Land gefundene natürliche Uran könnte helfen, die internationalen Kontrollen bei der Anreicherung zu umgehen. Khan offerierte, was zur Anreicherung von Uran nötig war, darunter auch Blaupausen für Zentrifugen.
Der Countdown begann. Iran erhöhte das Budget für die Atomforschung massiv. Mitte der 90er-Jahre bewilligte selbst die Regierung Clinton Exporte sensibler High-Tech-Produkte nach Teheran: Turbinen und Zentrifugen. Die US-Handelsbehörden gestatteten 1993 auch die Lieferung wissenschaftlicher Geräte, die bei der Anreicherung nötig sind, an ein Institut in Teheran, wo heimlich Uran angereichert wurde.
Auch die Anstrengungen in der Raketentechnik offenbaren die eigentlichen Absichten des Regimes. Parallel zu den Fortschritten in der Brennstoffkette kauft Iran Raketen ein, die mit nuklearen Sprengköpfen ausgestattet werden können. Dank russischer, ukrainischer, chinesischer und nordkoreanischer Hilfe besitzt das Land bis zu 100 Shahab-3-Raketen mit einer Reichweite von 1 300 Kilometern. Die Shahab-4 soll bis zu 2 000 Kilometer weit fliegen können.
Aus Teheraner Sicht macht die nukleare Option durchaus Sinn. Der Gottesstaat will damit seinen Anspruch als regionale Supermacht untermauern.
Zitat:US-Kongress soll Iran-Bericht verdreht habenDarum geht es mir aber nicht. Das Problem liegt hier:
Es erinnert an die Vorgeschichte des Irak-Krieges, als die USA Bagdad im Besitz von Massenvernichtungswaffen wähnten: Der Geheimdienstausschuss des US-Kongresses soll in einem Bericht die nuklearen Aktivitäten des Iran massiv überzogen dargestellt haben. Die Uno-Atombehörde IAEA hat deswegen scharf protestiert.
Zitat:Bislang hat die Behörde keinen Hinweis auf die Herstellung von Waffen gefunden, aber geheim gehaltene Aktivitäten zur Urananreicherung aufgedeckt. Angereichertes Uran kann je nach Anreicherungsgrad für Atomkraftwerke oder den Bau von Atomwaffen genutzt werden. Westliche Regierungen verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms Atomwaffen zu entwickeln. Der Iran bestreitet dies.Quelle: <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.handelsblatt.com/news/Politik/International/_pv/grid_id/1190224/_p/200051/_t/ft/_b/1135571/default.aspx/us-kongress-soll-iran-bericht-verdreht-haben.html">http://www.handelsblatt.com/news/Politi ... haben.html</a><!-- m -->
Warum nämlich der Iran immer nur soviel zugab, wie entdect wurde. Das ist das Problem, weil damit Vertraun erschüttert wird. Und Atombomben sind etwas ernstes, als das man da Katz-und-Maus spielen sollte.
Aber ok, das weicht jetzt ab, weil zum iranischem Atomprogramm ja bereits ein eigenes Thread gibt.
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