14.09.2006, 16:02
Shahab3 schrieb:
Schneemann.
Zitat:Ich kann es nur so sagen. Wer Menschen, Länder und Kulturen verstehen will muss sich mit den Hintergründen befassen. Wenn Du wüsstest wieviele von Deinen Handlugsweisen und der Denke aus Ereignisse herrührt die schon hundert, zweihundert Jahre zurückliegen. Dagegen sind die Ergeignisse auf die ich mich beziehe mit 20-50 Jahren erst gestern gewesen.Sicher, keine Frage. Ich beschäftige mich studienbedingt viel mit der Geschichte anderer Völker und versuche zu verstehen, weshalb welche Handlungsweise derzeit irgendwo an den Tag gelegt wird. Darum ging es mir aber nicht. Mir ging es um dieses "Oh ja, wäre ja alles in Butter, wenn nicht immer der Westen seine Putschfinger im Spiel gehabt hätte!"-Gejammer. So einfach kann man sich nämlich nicht immer aus der Affaire ziehen. Und im Falle des Iran hätte es, wenn es keinen Putsch gegen Mossadegh gegeben hätte, früher oder später auch eine islamische Revolution gegeben. Und selbst wenn 1941 die Briten und Sowjets nicht in den Iran einmarschiert wären und die ihnen genehme Regierung installiert hätten und es keinen Schah und es keinen Einfluß aufs Öl (AIOC) gegeben hätte, hätten die Mullahs irgendwann die Macht übernommen. Insofern meinte ich, dass diese Deuten mit dem Finger auf den Westen allgemein keinen allzu großen Sinn im Rahmen eines Vorwurfs macht.
Zitat:Aber wenn Dich alte Kamellen nicht so interessieren, dann müsste ja der Holocaust und seine politischen Folgen ein völlig unerklärbares Phänomen für Dich sein. Interessante Denkweise, aber wohl eher nicht die des Masinstream, der sich für die Geschichte seines Landes interessiert, bzw dadurch in seinem Denken und Handeln beeinflusst wird.Blödsinn. Auch hier muss man differenzieren. Der Holocaust war ein außergewöhnliches und prägendes Ereignis, dass hoffentlich auf immer eine Lehre sein wird. Damit meine ich nicht, dass ich mich schuldig fühle, sondern ich meine, dass man alles daran setzen muss, dass es sowas nie mehr gibt. Mit alten Kamellen meinte ich insofern irgendwelche halbgaren Putsche vor 40 Jahren. Und zwischen einem Militärputsch mit ein paar Panzern auf den Straßen und einem industriell umgesetzten Massenmord mit Gaskammern, Verbrennungsöfen und angeschlossenen Knochenmühlen ist ein "kleiner" Unterschied.
Zitat:Na jetzt kommst Du aber von Hölzchen auf Stöckchen. Ich habe im Vorfeld eigentlich keine islamischen Motive eingebracht sondern nationale, geschichtliche. Davon abgesehen, dass Dein Einwurf/Ausflug in die äh.."Geschichte des Islam" etwas albern ist...Wieso ist der Ausflug in die Geschichte albern? Ich wollte nur aufzeigen, dass es wesentlich gefahrvollere Episoden in der Geschichte des Islam für den Islam gab, als heute den Leuten bewusst ist. Zugegeben, mit dem Iran haben die Kreuzritter nichts am Hut (war mir auch bewusst, ich formulierte es wohl nur zu ungenau; ging mir auch um eine eher allgemein gehaltene Darstellung dieses mimosenhaften Verhaltens).
Was haben die Kreuzritter mit dem Iran zu tun? Spielst Du auf die Kooperation der Kreuzritter und Schiiten bzw Assassinen gegen die Sunniten an?
Zitat:Auch fand ich die Mongolen relativ harmlos, weil sie sich ziemlich schnell assimiliert haben.Wenn es noch ein paar so harmlose Invasionen gegeben hätte, hätte man den Orient abschaffen können. Entschuldige, aber wenn die Blutspur der Mongolen von den Kreuzrittern angerichtet worden wäre, könnte man das Gejammer beim Gebet in Mekka heute an jedem Tag bei uns in Mitteleuropa hören.
Schneemann.