08.12.2005, 15:12
Zitat:Ihr tragt eure persönliche Haltung wirklich wie ein Signalleute vor euch her und anhand dieser festen Weltanschauung selektiert ihr jede Wahrnehmung und baut euch so eure Sichtweise.Was heisst hier "argumentieren so wie..." ? :pillepalle:
Die ja durchaus auch was haben mag. Ich könnte zweifelsohne auch so wie Shahab und Cyp argumentieren, ohne Probleme.
Wenn Du Dir den Diskussionsverlauf mal anschaust, war Deine Ausführung die erste, die zum Abgleiten des Niveaus geführt hat. Von daher bin ich sehr zufrieden, dass wir uns offensichtlich vom Diskussionsstil unterscheiden.
Der Stein des Anstosses war wohl folgende Äusserung von mir :
Zitat:Das sind keine verschwörungstheoretischen Thesen und keine platte und undifferenzierte Argumentation, wie Du sie mir hier und anderenorts ständig vorhälst, wehrter Herr Co-AdminZitat:CommanderRShahab3:
nur leider wird im Moment eher das gegenteil erzeugt durch die immer neuen Drohungen und Unterstellungen aus Israel und den USA und somit gibt es eine zunehmende Radikalisierung, religiös wie gesellschaftlich
Ja, das ist tatsächlich der Fall, bzw analysiere ich das genauso.
Der Druck (Wirtschaftssanktionen, Atomprogramm, etc..) auf den Iran, hat die Stimmungslage radikalisiert, bzw denen geholfen, die eine deutlich konservativere Regierung wünschen.

Also nochmal :
Aussenpolitischer Druck führt i.A. dazu die radikalen Kräfte zu stärken. Das ist nicht nur im Iran zu beobachten. Und dort haben wir noch eine besondere Situation, die durch die Krise um das Atomprogramm -was im Iran ein großes Thema ist- ja noch einen direkten Aufhänger, mit dem ganz zentral Wahlkapf betrieben wurde.
Den Reformern wurde von einer breiten Bevölkerungsschicht vorgeworfen, sich durch den Westen gängeln zu lassen. Ahmadinejad hat dagegen einen harten Kurs angekündigt. In diesem Punkt herrscht im Iran weitgehende Einigkeit.
Desweiteren sind die auch kleinsten Zwangsdemokratisierungsphantasien durch die Bilder aus dem Irak zunichte gemacht worden. Hinzu kommt, dass es für die sehr nationalbewussten Iraner typisch ist, sich im Falle einer äusseren Bedrohung -die die ständigen Kriegsdrohungen Israels und der US eben darstellen- ganz unabhängig von der politischen Facon zusammenzuraffen.
Die Iraner sind sich inzwischen sehr bewusst, dass man ihnen nichts gutes will.
Daher hat der aussenpolitische Druck, die konservativeren, oder gar radikaleren Kräfte ganz massiv gestärkt. Da wirst Du mir wohl jetzt wieder eine einseitige und undifferenzierte und stark vereinfachende Sichtweise unterstellen.
Aber das sind eben grundlegende Mechanismen, denen man sich nicht verschliessen kann.
Das bedeutet nicht, dass ich die USA für den Wahlsieg Ahmadinejads verantwortlich mache. (wohl wissend, dass Du mir wieder eine solche Denkweise unterstellen möchtest) Für den Sieg der radikalen Rechten, gibt es mehrere Gründe. Dazu gehört natürlich auch ganz klassisch die Arbeitslosigkeit. Interessant ist aber doch, wo die Stimmen hergekommen sind, die nicht zu den sozial benachteiligten gehörten. Das ist doch die viel entscheidendere Frage, wenn wir von einer Stärkung der Rechten sprechen. Und da spielt die derzeitige militärische Bedrohung absolut eine wichtige Rolle. Und übrigens : An der schwierigen wirtschaftlichen Situation sind die -in meinen Augen ungerechten- Sanktionen durchaus nicht unschuldig.