07.02.2005, 15:48
Ein paar Stimmen aus dem iran und etwas zum Leben dort. Sollten sich hier einige mal durchlesen, die immernoch über ein total verklärtes Bild über dieses Land verfügen :
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Zitat:Mail an Nahid Siamdoust
Teheran, 07.02.2005 - Zurück in Teheran, eine Cocktail-Party. Nicht-alkoholisch natürlich - wer's glaubt, wird selig! Alle sprechen über Bushs "State of the Union Address" und auch die neuen Aussagen von Condoleezza Rice, denen zufolge ein militärischer Angriff Amerikas tatsächlich bevorstehen könnte. Alle sind sich einig, dass solch ein Angriff Iran viele Jahre zurücksetzen würde, denn die politische Erziehung, die die Iraner in den letzten 26 Jahren durchgemacht haben, setzt Iran allen Ländern in der Region voraus. Oder wie es ein ägyptischer Diplomat einst sagte: "Iran hatte seinen Orgasmus schon, wir warten noch drauf!"
Weitere Meinungen drücken sich etwa so aus:
* "In vielen arabischen Ländern warten viele Menschen noch auf einen islamischen Staat... in Iran sucht man nun den dritten Weg."
* "Klar, da gibt es viele Hürden auf dem Wege, die Staatsvorstellungen der verschiedenen Interessengruppen müssen miteinander konkurrieren, aber Demokratie muss tief in den kulturellen Wurzeln und der Mentalität der Menschen sein bevor sie als Staatsform ausgeübt werden kann."
* "Demokratie kann zwar einem Land aufgezwungen werden, aber erstens, was ist demokratisch daran, einem anderen Land durch pure Medien- und Militärsmacht etwas aufzuzwingen, und zweitens, kann diese Form von Demokratie denn so authentisch und langfristig sein wie einheimisch gekochte Demokratie?"
* "Die Amerikaner müssen endlich begreifen, dass wir nicht mehr im Zeitalter des Imperialismus leben!"
* "Ach, vielleicht brauchen ja die da oben eine Ohrfeige um sich endlich zusammenzuraffen."
* "Eine Ohrfeige von außen wird sie im Inneren nur noch verstärken. Die Welt muss den Iranern vertrauen, und dass sie ihr Schicksal selbst in die Hände nehmen können. Immerhin hat die größte Revolution des letzten Jahrhunderts in Iran stattgefunden."
Zuhause dann, entdecke ich mehrere Mails von Leuten, die sich freuen ein frisches Bild, ein anderes Bild, ein nicht so dunkles Bild von Iran auf diesen Seiten zu lesen. Ich freue mich, wundere mich aber nicht. Wenn ich im Ausland bin, muss ich immer wieder Ungläubigen erklären, dass man im Iran als Frau arbeiten und Auto fahren darf, dass man nicht gesteinigt wird, wenn man Make-Up trägt oder die Haare raushängen, dass Frauen zum Teil wichtige Positionen im Land halten, dass über 60 Prozent der Studenten weiblich sind etc. etc.
Wie kommt es bloß, dass alle ein Satansbild vom Iran haben? Ein Teil davon mag auf Realität basieren, aber ein großer Teil basiert auf der einseitigen Berichterstattung der Medien. Es ist mir ein Wunder, wie Deutschland als eines der Top drei Business-Partner Irans hier Millionengeschäfte macht, die Deutschen aber ein solch verzerrtes Bild vom Land, der Kultur und der Politik haben.
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