13.06.2026, 16:28
(13.06.2026, 13:59)DeltaR95 schrieb:Warum "aber"? Mir ging es darum, dass der Sinn dahinter nicht ist, mehr Reichweite zu generieren, als es mit einem TRAPS auf einer Fregatte oder einem kleinen USV möglich wäre, sondern eben einen bisher fehlenden Aktivpart (Bugsonar) hinzuzufügen, den man zudem noch in größerer Distanz einsetzen kann, um die Position des Verbands nicht zu verraten.Broensen schrieb:Das ist korrekt, aber du willst ja mit deinem Pinger so weit weg vom Verband stehen, dass der Gegner nicht aus der Position des Pingers auf die Position des Verbandes schließen kann - heißt für mich so ca. 50 nm (+) wird der Pinger weg stationiert sein müssen.DeltaR95 schrieb:Die ganze Idee macht ja nur dann Sinn, wenn man mehr Detektionsreichweite erzielt, als mit einem TRAPS.Es macht dadurch Sinn, dass die Fregatten nicht aktiv gehen müssen bzw. auch gar nicht selbst über aktive Sonare verfügen müssen.
Zitat:Russische Doktrin wäre auch nicht, dort mit Seestreitkräften zu arbeiten, sondern mit weitreichenden AShM von Land, See oder Luft aus - da reden wir von 1.000 km (+) als Radius der Bedrohung.Da würde ich mich DPU anschließen wollen. Die kill-chain vom U-Boot, das den Pinger ortet, die Information darüber in die Barentssee schickt, von wo aus dann an den entsprechenden NATO-Kapazitäten vorbei eine Bekämpfung dieses USV über viele Hunderte von Kilometern hinweg durchgeführt wird, kann ich irgendwie nicht so recht erkennen. Vor allem eben der Anfang der Kette, an dem das U-Boot die Information zeitkritisch absenden muss, ohne die eigene Position preis zu geben, erscheint mir da problematisch.
Zumal es ja auch die Prämisse des Gegners sein dürfte, entweder die eigene Mission unbemerkt fortführen zu können, oder unseren Verband ausfindig zu machen. Die Versenkung des USV dürfte da hintenan stehen. Deshalb sehe ich nicht, warum das Konzept des LUSV-Pingers diesbezüglich eine Verschlechterung darstellen bzw. zusätzliche Risiken mit sich bringen sollte.
Zitat:Das Problem bei der Aufklärung der gegnerischen Seestreitkräfte ist die berühmte Nadel im Heuhaufen, da das Meer verdammt groß ist - auch für eine Aufklärung aus dem Orbit. Wenn du aber diese Position durch die Ortung des Pingers einschränken kannst, wird das plötzlich wieder eine machbare Sache - deshalb gilt EMCON ja auch immer "unter" Wasser. ...Das spricht doch gerade dafür, den Pinger möglichst weit vom Verband weg zu bekommen, so dass dieser permanent nur passiv operieren kann.
Die meiste Zeit wird ASW genau aus diesem Grunde passiv gefahren und aktiv nur dann gegangen, wenn eine POSSUB-Indikation vorliegt.
Zitat:Zudem wird es schwierig, anlaufende Torpedos oder UUV passiv zu orten, wenn so ein starker Pinger im Betrieb ist.Das sollte sich doch durch entsprechende Einsatzverfahren eingrenzen lassen, bspw. durch unregelmäßigen oder gezielten Intervall-Einsatz des Pingers. Auch gerne mehrere im Wechsel von verschiedenen Standorten aus.
Zitat:Das ist für den rein aktiven Part mehr ein mechanisches Problem. Solange der Pinger seine Position an die passiven Empfänger ausreichend genau kommunzieren kann (in Echtzeit) dürfte das für die Signalauswertung relativ egal sein. Aber der mechanische Zug wird irgendwann ein Problem oder der Halteapparat verdammt groß und schwer.Punkte, die grundsätzlich eher für ein LUUV sprechen würden, genau wie die Sicherheit vor AShM, weshalb ich das ohnehin bevorzugen würde. Aber das dürfte noch etwas länger dauern, bis man da ein funktionierendes Produkt ins Wasser bekommt, Ein LUSV dürfte zur kurzfristigen Ergänzung der F125 im ASW realistischer sein.
Zitat:Schutz gegen AShM auf dem Pinger heißt für mich, entweder ist der ein "Wegwerfartikel" und eine normale Fregatte übernimmt dann mit ihrem Schlepp- oder Bugsonar die Rolle oder das LUSV bekommt maximal eine R-ESM-Anlage und einen SeaRAM drauf - dann spart man sich das taktische Radar.Beides für mich denkbare Optionen, aber kann ein LUSV mit Aktivsonar überhaupt ein Wegwerfartikel sein?
(13.06.2026, 16:08)DeltaR95 schrieb: All das ist für die F125 aber irrelevant, denn für die Plattform geht es nur darum, sich organisch selbst schützen zu können im Bereich ASW.Da würde ich so nicht mitgehen, denn dann wäre das -wie du auch schreibst- ein höchst ineffizienter Hubschrauberträger. Daher würde ich es schon anstreben, die F125 auch im Rahmen eines multistatischen Aufklärungsverbunds einsetzen zu können, so dass sie in Kombinsation mit ihren Kapazitäten in der Verbandsführung einen tatsächlichen Mehrwert darstellen kann. Und dem käme ein ausgelagerter "Aktiv-Pinger" im Verband doch erheblich zugute.
