01.05.2026, 11:21
@Schneemann:
(Zumindest) Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde versucht, global eine regelbasierte Ordnung, also die "Herrschaft des Rechts" und nicht das "Recht des Stärkeren", durchzusetzen.
Dein Gedanke führt wieder in diese Zeit zurück.
Kurz und gut:
die - so verstehe ich Deinen Vorschlag - Auflösung der regelbasierten Ordnung und die blinde Gefolgschaft mit einem Einstieg in den Krieg gegen den Iran würde massive Unsicherheiten und zusätzliche Konflikte mit sich bringen.
Begründung
Anstatt (halbwegs) verlässlicher Regeln treten unüberlegte "Bauchgefühl-Aggressionen" der Starken, die sich das ja leisten können.
Das bedeutet für die Schwächeren - und zu denen zähle ich auch Europa, erst recht aber Deutschland alleine - der Verzicht auf die Geltendmachung eigener Interessen, sondern Unterwerfung und Vasallentum einer Hegemonialmacht gegenüber; "Nibelungentreue" bis zum Untergang ...
Schröders Nein zur militärischen Option im Irak wäre damit nicht mehr möglich.
Nun ist es aber so, dass keine Macht der Erde - auch keine Supermacht wie die USA - in der Lage ist, den gesamten Globus zu unterwerfen und "auf Linie zu bringen". Wie schnell selbst die USA scheitern sagen schon in alphabetischer Reihenfolge Stichworte von "A" wie Afghanistan über "I" wie Iran bis "V" wie Vietnam ...
Die blinde (und ohne Rücksicht auf international vereinbarte Regeln erfolgende) Nachfolge unter dem Hegemon "DT" (unabhängig von seiner egozentrischen und undiplomatischen Gebaren) würde dazu führen, dass die Ukraine ihrem Schicksal bzw. Putin überlassen wird während wir unser Pulver im Iran vergeuden. Und auch dann müsste sehr bezweifelt werden, ob DT mit den USA der NATO-Verpflichtung nachkommt, wenn sich kleine grüne Männchen im Baltikum breit machen.
Das Gegenteil wäre richtig
:
Gerade die Schwächeren müssen sich massiv dafür einsetzen, dass die Regeln auch eingehalten werden. Das verlangt in der Folge, dass sich gerade auch die Schwächeren zusammen tun, und die Regelbrecher mit entsprechenden Reaktionen bis hin zu gezielten und sachgerechten (!) Sanktionen zur Räson bringen.
Das bedeutet etwa bei einem völkerrechtswidrigen Überfall auf einen anderen Staat, dass man den gerade nicht unterstützt sondern im Gegenteil erschwert; etwa, indem Stützpunkte im eigenen Land (wie von Spanien und GB vorgemacht) nicht für einen solchen Angriff missbraucht werden dürfen.
Wer sich nicht an die Regeln hält, braucht eine auf die Finger - egal, wer das ist.
Das ist zwar ein mühseliger Weg, aber der einzig erkennbare, der längerfristig Erfolg haben dürfte.
Und komm mit bitte jetzt nicht mit zigtausend toten Zivilisten um Jahreswechsel 2025/2026. Es geht nicht darum, den Mullahs einigen "Heiligenschein" zu verpassen.
Wir können - das hat auch der letzte Waffengang gegen den Iran gezeigt - ohne eine massive Bodenintervention (mit mindestens genauso viel Opfern) keinen gewaltsamen Regime-Wechsel erreichen. Die Mullahs sitzen genauso sicher, wenn nicht sogar sicherer als vorher, in ihrem Gewaltsattel. Und nach dem Vorbild von Nordkorea kann man wohl durchaus unterstellen, dass es dieser Theokratie völlig egal ist, wie es dem Volk insgesamt geht. Die Führungselite wird immer einen Weg finden, sich weiter zu bereichern und trotz Sanktionen von Luxus-Waren zu ihren Gütern und Dienstleistungen zu kommen. Großfläche Sanktionen, die das gesamte Volk treffen, sind der Führungselite also schlicht sch...egal.
Ob die Alternative des "Wandel durch Handel" im Iran greift (die ja die letzten Jahrzehnte vor dem Zusammenbruch des Ostblocks offenbar nicht ganz erfolglos war), kann ich nicht sagen. Wir haben das seit Jahrzehnten im Iran nicht probiert. Empirisch ist natürlich, dass freier Handel zu Kontakten und entsprechendem Meinungsaustausch führt. Das dauert, aber es ist ein gewaltfreier und bewährter Weg, der die gesamte Gesellschaft durchdringt.
(Zumindest) Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde versucht, global eine regelbasierte Ordnung, also die "Herrschaft des Rechts" und nicht das "Recht des Stärkeren", durchzusetzen.
Dein Gedanke führt wieder in diese Zeit zurück.
Kurz und gut:
die - so verstehe ich Deinen Vorschlag - Auflösung der regelbasierten Ordnung und die blinde Gefolgschaft mit einem Einstieg in den Krieg gegen den Iran würde massive Unsicherheiten und zusätzliche Konflikte mit sich bringen.
Begründung

Anstatt (halbwegs) verlässlicher Regeln treten unüberlegte "Bauchgefühl-Aggressionen" der Starken, die sich das ja leisten können.
Das bedeutet für die Schwächeren - und zu denen zähle ich auch Europa, erst recht aber Deutschland alleine - der Verzicht auf die Geltendmachung eigener Interessen, sondern Unterwerfung und Vasallentum einer Hegemonialmacht gegenüber; "Nibelungentreue" bis zum Untergang ...
Schröders Nein zur militärischen Option im Irak wäre damit nicht mehr möglich.
Nun ist es aber so, dass keine Macht der Erde - auch keine Supermacht wie die USA - in der Lage ist, den gesamten Globus zu unterwerfen und "auf Linie zu bringen". Wie schnell selbst die USA scheitern sagen schon in alphabetischer Reihenfolge Stichworte von "A" wie Afghanistan über "I" wie Iran bis "V" wie Vietnam ...
Die blinde (und ohne Rücksicht auf international vereinbarte Regeln erfolgende) Nachfolge unter dem Hegemon "DT" (unabhängig von seiner egozentrischen und undiplomatischen Gebaren) würde dazu führen, dass die Ukraine ihrem Schicksal bzw. Putin überlassen wird während wir unser Pulver im Iran vergeuden. Und auch dann müsste sehr bezweifelt werden, ob DT mit den USA der NATO-Verpflichtung nachkommt, wenn sich kleine grüne Männchen im Baltikum breit machen.
Das Gegenteil wäre richtig
: Gerade die Schwächeren müssen sich massiv dafür einsetzen, dass die Regeln auch eingehalten werden. Das verlangt in der Folge, dass sich gerade auch die Schwächeren zusammen tun, und die Regelbrecher mit entsprechenden Reaktionen bis hin zu gezielten und sachgerechten (!) Sanktionen zur Räson bringen.
Das bedeutet etwa bei einem völkerrechtswidrigen Überfall auf einen anderen Staat, dass man den gerade nicht unterstützt sondern im Gegenteil erschwert; etwa, indem Stützpunkte im eigenen Land (wie von Spanien und GB vorgemacht) nicht für einen solchen Angriff missbraucht werden dürfen.
Wer sich nicht an die Regeln hält, braucht eine auf die Finger - egal, wer das ist.
Das ist zwar ein mühseliger Weg, aber der einzig erkennbare, der längerfristig Erfolg haben dürfte.
Und komm mit bitte jetzt nicht mit zigtausend toten Zivilisten um Jahreswechsel 2025/2026. Es geht nicht darum, den Mullahs einigen "Heiligenschein" zu verpassen.
Wir können - das hat auch der letzte Waffengang gegen den Iran gezeigt - ohne eine massive Bodenintervention (mit mindestens genauso viel Opfern) keinen gewaltsamen Regime-Wechsel erreichen. Die Mullahs sitzen genauso sicher, wenn nicht sogar sicherer als vorher, in ihrem Gewaltsattel. Und nach dem Vorbild von Nordkorea kann man wohl durchaus unterstellen, dass es dieser Theokratie völlig egal ist, wie es dem Volk insgesamt geht. Die Führungselite wird immer einen Weg finden, sich weiter zu bereichern und trotz Sanktionen von Luxus-Waren zu ihren Gütern und Dienstleistungen zu kommen. Großfläche Sanktionen, die das gesamte Volk treffen, sind der Führungselite also schlicht sch...egal.
Ob die Alternative des "Wandel durch Handel" im Iran greift (die ja die letzten Jahrzehnte vor dem Zusammenbruch des Ostblocks offenbar nicht ganz erfolglos war), kann ich nicht sagen. Wir haben das seit Jahrzehnten im Iran nicht probiert. Empirisch ist natürlich, dass freier Handel zu Kontakten und entsprechendem Meinungsaustausch führt. Das dauert, aber es ist ein gewaltfreier und bewährter Weg, der die gesamte Gesellschaft durchdringt.
