Gestern, 04:27
(28.04.2026, 23:00)Quintus Fabius schrieb: LieberTee:
Schlussendlich kann man nur so die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die eigenen Bodentruppen dann den umkämpften Raum "verschieben" können, so dass der eigene Raum sich damit in Richtung des Zielgebietes verschiebt, welches man einnehmen will. Und welches man deshalb einnimmt bzw. einnehmen muss, weil dies Vorteile in Bezug auf das eigentliche Ziel generiert, die Vernichtung der feindlichen Streitkräfte. Die Einnahme von Raum dient also primär zunächst einmal diesem Zweck und keinem anderen.
Hm, also insgesamt siehst du eine Verschiebung der Front gegen einen unterlegenen, aber gut organisierten Gegner als sehr mühselig an. Großer Aufwand über einen langen Zeitraum. Immerhin eine Materialschlacht.
Und ...... also gegen Russland kann das Ziel nicht sein, die feindlichen Streitkräfte zu vernichten. Also ich verstehe darunter Personen. Und deren Bedeutung nimmt merklich ab. Girkin sieht eine Mobilmachung als sinnlos an, weil viel mehr das technische Material entscheidet. Es müsste analog also in Zukunft darum gehen, die Waffen des Feindes zu zerstören, bzw. auf längere Sicht gesehen die Produktionskapazitäten für Waffen .... ok letztlich ist das dann natürlich auch ein Weg, die feindlichen Streitkräfte zu schlagen. Aber egal wie man es sieht, man kann gegen Russland nicht den beherrschten Raum soweit ausdehnen, dass man damit irgendwas vernichtet. Also muss das Ziel zwangsläufig defensiver Natur sein: Das eigene Gebiet befreien und vor direkten Kriegsauswirkungen schützen, und ansonsten müssen die militärischen Operationen das Ziel verfolgen, den politischen Druck auf die Gegenseite zu maximieren (und gleichzeitig, du kennst die Gesellschaft, dürfen die militärischen Operationen nicht die eigene Regierung unter unguten Druck setzen) ... also kurz die Verhandlungsposition stärken.
Also es ist gut, einen Plan zu haben, wie sich die Front überhaupt noch verschieben lässt, aber wenn Frontverschiebungen mühselig und langsam sind und man damit die Abwehrkraft des Feindes nicht wirklich schwächt, dann muss eben stattdessen mit Kampfmitteln mit großer Reichweite Druck aufgebaut werden. Sprich: Wenn die gegnerische Armee volle Kampfkraft hat, sich aber an der Front nicht viel tut und stattdessen in Moskau die Lichter ausgehen, dann erreiche ich doch eher ein akzeptables Kriegsende als mit jahrelangem Kampf um den Raum. Also nicht garantiert, siehe Iran, aber dann ist es eben so. Dann hat man eben eine unruhige Front. Vielleicht sollten wir, wenn es soweit kommen sollte, einfach damit leben lernen. Wir können den eigenen Raum nicht bis Uralwagonsawod ausdehnen.
