27.04.2026, 18:06
(27.04.2026, 14:24)Helios schrieb: Die Fragmentierung insgesamt findet aber nicht bewusst statt und ist damit kein Ziel, sondern ein Resultat der Umstände. Und in der tatsächlichen Form stärkt sie auch nicht die Souveränität oder die politische Handlungsfähigkeit. Die einzige Ausnahme davon ist Frankreich, was wiederum auch ein Grund für die ganzen Probleme ist. Es ist dahingehend ein Treppenwitz, dass alle eine Stärkung der Europäischen Souveränität wollen, und sie von allen auch noch aus unterschiedlichen Gründen verhindert wird.
Off Topic:
Der europäische Eingungsprozess ist langwierig, bisweilend frustrierend und alles müsste eigentlich viel schneller gehen.
Politik, richtig gemacht, ist ein Marathon der tausend kleine Schritte.
Aber: Manchmal braucht es die großen Entscheidungen, großer Politiker.
1998 entschieden die Staats- und Regierungschef der EU die Einführung des Euros. Gegen den Willen der Bevölkerung. (Zitat Kohl: "Bei der Euro-Einführung war ich ein Diktator"). Gegen den Rat vieler Experten. Gegen Stimmen aus den eigenen Parteien.
Der Euro hat sich als beispielose Erfolgsgeschichte erwiesen, zu einer Zeit als die Arbeitslosenquote in Deutschland bei > 11% lag.
Die Aufgabe der nationale Streitkräfte, bzw. die Aufstellung eines europäischen Verteidigungsministeriums wäre ähnlich unpopulär und dennoch führt langfristig kein Weg daran vorbei, falls die EU weiter zusammen wachsen will.
Der aktuellen Politiker Generation traue ich solch mutigen Entscheidungen nicht zu. Das kann sich ändern.
Stirbt FCAS, stirbt damit ein wichtiger Baustein europäischer Sicherheitspolitik. Ohne FCAS auch keine (noch sehr theoretische) europäische nukleare Abschreckung.
Das beide Regierungen das Programm nicht einfach aufgeben wollen, interpretiere ich vorsichtig optimistisch.
