27.04.2026, 00:07
(20.03.2026, 20:02)Quintus Fabius schrieb: Ich habe mir mal eigene Gedanken zum aktuellen Geschehen gemacht und möchte eine These in den Raum stellen, die ich bisher so nicht gelesen habe:
Die aktuelle Drohnekriegsführung führt dazu, dass die Russen extrem dislozieren, und auch ihren Nachschub extrem dislozieren müssen. Es enstanden wie von selbst Netzstrukturen (wenn auch nicht in der Tiefe in welcher ich das immer propagiert habe) und auch die Nachschubwege veränderten sich von Strömen hin zu tausenden winziger Rinnsale.
Nun der neue Gedanke hierzu: die durch die Drohnenkriegsführung entstandenen Strukturen müssten zugleich deutlich resistenter gegen unsere Luftangriffe sein bzw. die Leistung der westlichen / NATO Luftwaffen deutlich reduzieren, weil diese Strukturen aus der Luft kaum gegriffen werden können bzw. nur mit übermäßig hohem / überproportionalen Aufwand.
These: Die Drohnenkriegsführung verändert die russischen Strukturen evolutionär dahingehend, dass sie weniger anfällig für unsere Luftkriegsführung werden.
Jup. Ich hab mal gelesen, dass im Westen Krieg so geführt wird wie Schach gespielt wird, und in China führen sie Krieg so wie Go gespielt wird. Heißt: Nicht eine mehr oder weniger gerade Frontlinie, sondern man durchdringt sich gegenseitig und versucht gegnerische Einheiten nicht zurückzudrängen, sondern einzukreisen. Der Krieg wird nicht durch Kämpfe und Schlachten entschieden, sondern in der Truppenversorgung.
Du schreibst, dass im Prinzip so etwas stattfindet. Also ..... wenn es auch in der Tiefe des Raums wenige lohnende Ziele gibt (außer Brücken!), dann ist das vielleicht wieder die Zeit für Luftlandeoperationen? In Zukunft natürlich aus logistischen Gründen unbemannt. Wasserstoff und Brennstoffzelle, einen Container mit Drohnen, die sich sofort nach Landung dislozieren, autonom agierende Kampfroboter, und auch die kleinen Nachschubrouten funktionieren nicht mehr, eine größere Luftlandeoperation ist bei Bedarf vorbereitet. Aufgabe der Luftwaffe ist dann also weniger die Bekämpfung von Bodenzielen, sondern die Ermöglichung von Luftlandeoperationen, und hätte dann nicht an Wert verloren, weil das die einzig verbliebene Möglichkeit für Offensivoperationen ist.
