25.04.2026, 11:01
Die USA haben eine brasilianische Mine im Wert von 2,8 Milliarden Dollar übernommen. Das gibt Anlass, die Entwicklung der Beziehung zwischen Brasilien und den USA zu überdenken. Die FAZ schreibt:
Zitat: Lange behandelte Donald Trump Brasiliens Präsidenten Lula wie einen Gegner. Dann entdeckte Washington, wie wichtig Brasilien für Amerikas nationale Sicherheit werden könnte.Kopie hier
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(Der) ... brasilianischen Rohstoffkonzern Serra Verde ... ist dank der Mine Pela Ema der einzige Produzent außerhalb Asiens, der die vier kritischen Seltenen Erden Dysprosium, Terbium, Neodym und Praseodym fördern und im industriellen Maßstab herstellen kann. ...
Noch im November lockerte das Weiße Haus die Zölle auf wichtige brasilianische Exportgüter wie Rindfleisch und Kaffee, hob im Dezember die Sanktionen gegen die Richter und andere Offizielle auf und begann, Wertschätzung für Lula zu signalisieren. Im Dezember schrieb Trump nach einem Telefonat mit Lula auf seiner Social-Media-Plattform, sie hätten „den Grundstein für einen sehr guten Dialog und eine weit in die Zukunft reichende Einigung gelegt“ und aus dieser „neu entstandenen Partnerschaft“ werde „viel Gutes erwachsen“.
Nachdem der amerikanische Supreme Court Trumps Liberation-Day-Zölle für verfassungswidrig erklärt hat, unterliegt der Handel nun einem für Brasilien vergleichsweise günstigen Zollregime. Die Bereitschaft der Brasilianer, die kostbare Mine den Amerikanern zu überlassen, erklärt sich aus dem Bedürfnis, die Wirtschaftsbeziehungen zu diversifizieren und vor allem Chinas Rolle in Brasilien zu mindern. So erläutert es Oliver Stuenkel, der deutsch-brasilianische Politologe an der Denkfabrik Carnegie Endowment for International Peace. „Amerika wird nicht als Feind angesehen.“ Zudem braucht Brasilien Geld, um die Mine und die Raffinerie-Stufen zu entwickeln.
Die Kapitalspritze der amerikanischen Entwicklungsbank und langjährige Abnahmegarantien, die durch US-Behörden finanziell abgesichert sind, begünstigen die Übernahmen im Wert von 2,8 Milliarden Dollar. Lula hätte dem Vernehmen nach auch gerne entsprechende Geschäfte mit Europa gemacht. Doch die Zusagen von dort seien weder groß noch schnell und verbindlich genug gewesen.
