18.04.2026, 08:49
(17.04.2026, 21:08)alphall31 schrieb: Die militärische Führung trägt mindestens den gleichen Anteil am Zustand der Bw wie die Politik. Wenn nicht sogar ein klein wenig mehr.
Das ist zu einfach, was die Details angeht ist es sicherlich korrekt, aber die sind eine Folge von grundsätzlichen Entscheidungen, zu denen die Marine selbst nur bedingt beigetragen hat.
(17.04.2026, 21:50)DopePopeUrban schrieb: Ich bin mir durchaus bewusst, wie stark die Marine gerade auf dem Zahnfleisch geht um diese ganzen Obligationen irgendwie unter einen Hut zu bekommen. (...)
Was ich viel eher kritisiere ist, dass er hier wieder von einer "eigentlichen Hauptaufgabe" spricht. Denn auch wenn man der Marine gut und gerne nachsagen kann, dass ihr Fokus auf der Landes- und Bündnisverteidigung liegen sollte, sollte man meiner Auffassung nach inzwischen eingesehen haben müssen, dass Krisen danach nicht fragen.
Du hast vollkommen recht damit, dass die tatsächliche Weltlage kein Wunschkonzert ist und sowohl die Politik wie auch das Militär mit den sich daraus ergebenen Notwendigkeiten bisher sehr selektiv umgegangen ist, was damals falsch war und immer mehr untragbar wird. Ich bezweifle, dass das Kaack nicht bewusst ist. Gleichzeitig sind die zur Verfügung stehenden Mittel aber derartig begrenzt, dass jeder zusätzliche Einsatz einer grundsätzlichen Prioritätenänderung gleich kommt. Es müssen nicht nur kurzfristig andere Aufgaben abgegeben werden, für die bisher ebenfalls eine hohe Priorität galt unter anderem auch (aber nicht ausschließlich), weil wir bereits in einem kalten Krieg mit Russland stehen, vielmehr wird jeder zusätzliche Einsatz auch längerfristig einen bleibenden Eindruck hinterlassen was die operativen und personellen Planungen angeht. Ich bin da bei roomsim (so wie ich ihn verstehe), mir scheint es weniger um eine philosophische Betrachtung der grundsätzlichen Aufgaben der Marine zu gehen, vielmehr soll der Frage nach Möglichkeiten und Folgen für die Marine Raum in der öffentlichen Diskussion gegeben werden, auch um klar und deutlich auf die prekäre Lage hinzuweisen und für die ausstehenden Beschaffungen Druck aufzubauen.
Wenn du den großen Mangel an so ziemlich allem nicht in Frage stellst, dann sollte meines Erachtens klar sein, dass dieser "Optionalitäts-Ton" doch vor allem den Unterschied zwischen politischem Wunsch und militärischer Realität aufzeigt (auch wenn die Marine nie Freund derartiger Einsätze war, was ich gut nachvollziehen kann).
