17.04.2026, 21:50
Ich bin mir durchaus bewusst, wie stark die Marine gerade auf dem Zahnfleisch geht um diese ganzen Obligationen irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Nach Möglichkeit verfolge ich die Bewegungen der einzelnen Einheiten und mein bisher Eindruck ist eher, dass man eigentlich schon mehr Aufgaben wahrnimmt, als man eigentlich realistisch kann. Wir hatten ja letztes Jahr teilweise Zeiträume in denen Ausbildungsbetrieb und Großübungen so "ungünstig" zusammenlagen und auf eine ohnehin zu kleine Flotte stießen, dass wirklich alles was in der EF2 noch irgendwo verfügbar war, auch auf See war. Natürlich auch verschärft durch personelle Engpässe und die langfristige Abwesenheit von zwei F123.
Dass weitere, vor allem unplanmäßige, Obligationen den Rahmen völlig sprengen, ist also nicht überraschend. Wachsendes Aufgabenmaß bei schrumpfenden Budget und Befähigung war eben auch der Normalzustand für die letzten 15 Jahre, eigentlich noch länger. Diesen Teil kritisiere ich ja auch nicht.
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Was ich viel eher kritisiere ist, dass er hier wieder von einer "eigentlichen Hauptaufgabe" spricht. Denn auch wenn man der Marine gut und gerne nachsagen kann, dass ihr Fokus auf der Landes- und Bündnisverteidigung liegen sollte, sollte man meiner Auffassung nach inzwischen eingesehen haben müssen, dass Krisen danach nicht fragen. Während man erstere (zurecht) als unabwendbare Tatsache hinnimmt, schwingt beim Thema außereuropäische Einsätze sowohl in Politik wie auch in Bundeswehr immer ein gewisser "Optionalitäts-Ton" mit, was mir ehrlich gesagt ein wenig Sorgen bereitet. Kaack hat in seiner Zeit ebenfalls stark in diese Richtung tendiert, was ich irgendwo zwar verstehen kann, da an diesen Fähigkeiten zuvor massiv gespart worden war. Die Neuausrichtung der Bundeswehr auf die Landes- und Bündnisverteidigung, besonders die der Marine, darf in meinen Augen aber nicht zu Antithese der Neuausrichtung von 2010 werden.
Nebenbei bemerkt halte ich es für einen etwas merkwürdigen Ansatz, Abschreckung als Begründung für eine Reduzierung der Aktivitäten im Krisenmanagement anzuführen, während man im gleichen Atemzug ständig in der Presse verlauten lässt, wie unvorbereitet man insgesamt ist. Dann hält man doch klugerweise den Mund und diskutiert die Missstände im stillen Kämmerchen. Vor allem als Marineinspekteur. Zumal das Abschreckungspotenzial des Bestands zwar nicht non-existent ist, aber ich weiß nicht ob eine F125-Patrouillienfahrt vor Norwegen Stärke suggeriert. Eher vermutlich das Gegenteil, die 3. größte Volkswirtschaft des Planeten die sich nicht an einer EU oder NATO Mission zur Sicherung der Seewege beteiligen kann, dürfte etwas völlig anderes suggerieren.
Vielleicht wollte Kaack diesen Grundsatz aber auch einfach nur nochmal los werden, bevor er bald in den Ruhestand geht.
Dass weitere, vor allem unplanmäßige, Obligationen den Rahmen völlig sprengen, ist also nicht überraschend. Wachsendes Aufgabenmaß bei schrumpfenden Budget und Befähigung war eben auch der Normalzustand für die letzten 15 Jahre, eigentlich noch länger. Diesen Teil kritisiere ich ja auch nicht.
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Was ich viel eher kritisiere ist, dass er hier wieder von einer "eigentlichen Hauptaufgabe" spricht. Denn auch wenn man der Marine gut und gerne nachsagen kann, dass ihr Fokus auf der Landes- und Bündnisverteidigung liegen sollte, sollte man meiner Auffassung nach inzwischen eingesehen haben müssen, dass Krisen danach nicht fragen. Während man erstere (zurecht) als unabwendbare Tatsache hinnimmt, schwingt beim Thema außereuropäische Einsätze sowohl in Politik wie auch in Bundeswehr immer ein gewisser "Optionalitäts-Ton" mit, was mir ehrlich gesagt ein wenig Sorgen bereitet. Kaack hat in seiner Zeit ebenfalls stark in diese Richtung tendiert, was ich irgendwo zwar verstehen kann, da an diesen Fähigkeiten zuvor massiv gespart worden war. Die Neuausrichtung der Bundeswehr auf die Landes- und Bündnisverteidigung, besonders die der Marine, darf in meinen Augen aber nicht zu Antithese der Neuausrichtung von 2010 werden.
Nebenbei bemerkt halte ich es für einen etwas merkwürdigen Ansatz, Abschreckung als Begründung für eine Reduzierung der Aktivitäten im Krisenmanagement anzuführen, während man im gleichen Atemzug ständig in der Presse verlauten lässt, wie unvorbereitet man insgesamt ist. Dann hält man doch klugerweise den Mund und diskutiert die Missstände im stillen Kämmerchen. Vor allem als Marineinspekteur. Zumal das Abschreckungspotenzial des Bestands zwar nicht non-existent ist, aber ich weiß nicht ob eine F125-Patrouillienfahrt vor Norwegen Stärke suggeriert. Eher vermutlich das Gegenteil, die 3. größte Volkswirtschaft des Planeten die sich nicht an einer EU oder NATO Mission zur Sicherung der Seewege beteiligen kann, dürfte etwas völlig anderes suggerieren.
Vielleicht wollte Kaack diesen Grundsatz aber auch einfach nur nochmal los werden, bevor er bald in den Ruhestand geht.
