14.04.2026, 20:36
„Leuco“ schrieb:Magazintiefe
Wenn man sich die Magazintiefe der aktuellen ESSM Bomber ansieht, kann man davon ausgehen, dass Sättigungsangriffen vorgebeugt werden soll. Diese sind weiterhin ein Bedrohungsszenario welches mit der Einführung von Angriffswaffen oberhalb von konventionellen Seezielflugkörper nicht einfach wegfallen.
Zitat:In der Diskussion wird mir der Sättigungsangriff zu einfach beiseite gewischt.Ich versuche das mal n bisschen chronologisch zu machen.
Ich bin durchaus bei dir, was Saturationsangriffe betrifft. Das ist nach wie vor eine existierende Bedrohungslage gegen die unsere Einheiten geschützt werden müssen. Da müssen wir nicht darüber diskutieren, dass 16x ASTER 30 dafür ganz schön gewagt wären, deshalb advokiere ich ja auch nicht dafür.
Was ich aber ebenfalls sehe ist, dass Saturationsangriffe kein fix definiertes Einsatzspektrum sind, sondern sich variabel mit den gegeben Umständen verändern. Was ich damit konkret meine ist, dass heute mit Saturationsangriffen über das gesamte Spektrum der Seezielflugkörper zu rechnen ist, nicht bloß in der Dimension SeaSkimmer. Je nach Form der Bedrohung stärker oder schwächer, ausgenommen vielleicht ASBM, bei denen man nicht wirklich von Saturation sprechen kann.
Man kann durchaus davon ausgehen, dass eine Saturation via SeaSkimmern realistisch ist.
Man kann aber auch durchaus davon ausgehen, dass eine Saturation mit hypersonsichen Seezielflugkörpern realistisch ist.
Oder sogar, je nachdem ob ein potenzieller Gegner dazu organisatorisch in der Lage ist: eine Kombinatoon aus beiden.
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Nebenbei ist im übrigen auch der ESSM-Bomber, zumindest in der DM, ebenfalls primär ein logistischer Vorteil. Das hat einfach damit zu tun, dass man nicht in der Lage ist, den VLS-Komplex auf See nachträglich zu bestücken, weshalb man einiges an Karenz einplant um nicht ständig nach Hause zu müssen. Aus dem selben Grund führen Einheiten der DM bspw auch 42x RAM mit, nicht weil die alle gleichzeitig gebraucht werden sondern weil wir die Starter nicht auf See nachladen können (bzw. das geht schon aber tun es eben nicht).
Und historisch betrachtet war es zudem immer eine gute Ausrede, um in Friedenszeiten am teuren VLS-Komplex und vor allem teuren Lfk zu sparen.
Zitat:Wenn man davon ausgeht dass eine ASW Einheit im hohen Norden mit nur 16 Astern herumfährt und je Flugkörper der bekämpft wird zwei verschossen werden, ist das aus meiner Sicht einfach zu wenig. Hier dann zu unterstellen, dass man den Einsatz einfach abbricht, ohne auf dem Weg weiteren Bedrohungen zu begegnen halte ich für zu riskant.Es kommt natürlich immer ein wenig auf die Situation an, aber ASTER 30 und SM-2 werden definitiv nicht in Pärchen verschossen. ESSM soweit ich weiß auch nicht und auch bei der SLM würde es mich wundern. RAM ist wieder eine andere Geschichte, das hat in der DM mWn aber einfach mit Präferenz zu tun. So wirklich erforderlich ist das in den meisten Situation nicht. Ausnahme natürlich bei Fehlschüssen.
Zitat:Größere VLS KapazitätIch glaube diese Themen kann man nicht so klar voneinander separieren. Man kann nicht umfassend über Lfk-Möglichkeiten diskutieren, vor allem nicht über theoretische Ansätze hinsichtlich der Potenziale, wenn dessen Startanlagen nicht Gegenstand der Diskussion sind. Dass wir hier nicht mit nem Wunschkonzert anfangen, sollte klar sein, aber aktuell dreht sich diese Diskussion hauptsächlich um doktrinäre Ansätze, was natürlich auch im Kontext der navalisierten IRIS-T relevant ist.
Natürlich hätte ich hier nichts dagegen. Wir sind hier aber im Iris T Strang. Hier geh ich davon aus, dass die definierten Rahmenbedingungen welche uns bekannt sind (z.B. die Definition der F126) fix sind und die Iris T die Variable über wir diskutieren. Natürlich müssen wir hier auch potentiale z.B. Dualpack usw. erörtern.
Zitat:Einsatz der SLXWas gibt es zwischen 1x Abfangfenster und 2x Abfangfenstern? 1.5x Abfangfenster?
Ich sehe sie als Layer zwischen Mittel und Fern. Wie ich schon schrieb ist sie nicht Fisch nicht Fleisch. In der Diskussion kann man, wenn man es runter brechen will, von drei Möglichkeiten ausgehen. Man setzt auf ultimative Magazintiefe und ist bei höherwertigen Bedrohungen blank, man geht auf den potentesten Flugkörper und ist bei einem Sättigungsangriff blank oder man bewegt sich dazwischen. Ich bin kein Fan von beiden Extremen.
Das ist ja gerade der Knackpunkt, warum ich den Status einer SLX im Lfk-Bestand so anzweifle. Für die Aufgaben im MRAD Bereich bietet die SLX zwar einen Reichweitenvorteil, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht über die mögliche Magazintiefe, die ESSM oder SLM bieten. Damit wäre die SLX zwar nicht meine erste Wahl, aber damit ließe sich in diesem Bracket zumindest arbeiten. Im LRAD Bereich hingegen verfügt die SLX effektiv nicht über ausreichend Performance um vor ESSM oder SLM einen weiteren Verteidigungslayer darzustellen, es eröffnet sich kein zweites Abfangfenster.
Dieser "Mittelweg" führt in meinen Augen einfach nur dazu, dass sowohl die MRAD wie auch LRAD Aufgaben nicht ausreichend wahrgenommen werden können. Zwar würde ich mich in der Diskussion, ob ESSM oder SLX der Primärlayer werden soll, immer für die SLX entscheiden, aber nicht weil die SLX dafür geeignet ist sondern weil die ESSM dafür ungeeigneter ist.
Ich halte deine persönliche Schlussfolgerung für schlüssig. Aber sie geht eben von Grundsätzen und Grundvoraussetzungen aus, die ich so teilen oder nachvollziehen kann. Deine Konstante sind die Einheiten und ihre Kapazitäten, worin du mit deinem Ansatz arbeitest, was eben grundlegend verschieden zu meinem Ansatz ist, sei es nun Anpassung oder Neukonstruktion.
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M004A schrieb:Die Kosten von Angriffs- und Abwehrwaffe zu vergleichen ist kein "Fehlschluss", sondern ein übergeordneter volks-/kriegswirtschaftlicher Aspekt, der den Gesamtverlauf beeinflusst. [...]Ich weiß nicht, ob ich das so vom Gesichtspunkt der Kosten unterschreiben kann. Verglichen mit den Anschaffungs- und Unterhaltskosten eines einzigen Major Surface Combatants, ist dessen Munition spottbillig. Wir sprechen hier von Kosten die je nach Art zwischen 1mio und 6mio Euro pro Lfk liegen. Die per FMS freigegebene Munitionsbeschaffung für die F127 (die aus 173x SM-6I und 577x SM-2IIIC besteht) kostet insgesamt rund 2.9mrd Euro. Im maritimen Kontext ist das wirklich nicht viel Geld.
Das kann mEn höchsten vom Gesichtspunkt der Produktionskapazität her Relevanz haben, aber da sehe ich nicht inwiefern niedrigkarätigere Lfk hier einen Vorteil gegenüber hochkarätigen Lfk haben sollen. Die niedrigkarätigeren Lfk werden ja nicht deshalb zahlreicher hergestellt, weil sie einfacher herzustellen sind, sondern weil die Kundenzahl dafür größer ist. Denn nicht unbedingt jeder Staat hat die finanziellen Mittel für hochkarätige Systeme, viele aber für niedrigkarätige Systeme. Dessen Produktionslinien werden im Konfliktfall genauso überlastet sein, wie alle anderen Produktionslinien auch.
