14.04.2026, 00:54
„Leuco“ schrieb:Ich halte sie dennoch für sehr relevant (sofern Dualpack), gerade für unsere Situation.Wie gesagt verstehe ich deinen Gesichtspunkt aber ich halte das für eine Argumentation, die von der falschen Seite herrührt. Dem Gegner ist es egal, ob eine Einheit gegen die zu erwartenden Bedrohungen gerüstet ist oder nicht und nur das zählt letztendlich. Sofern Einheiten dafür nicht ausgestattet sind, müssen diese entsprechend angepasst werden oder, sofern keine Anpassung möglich ist, ersetzt werden.
Der Großteil unserer Schiffe wird faktisch über nur 16 VLS Zellen verfügen. Wenn hier ggf. noch 4-6 für Torpedos drauf gehen, ist die Mitführung einer Aster oder SM2 ein Luxus den man sich nicht leisten kann. Die Magazintiefe ist zu gering, auch wenn der Flugkörper potent ist.
Dahingehend verstehe ich auch den Ansatz hinsichtlich der Magazintiefe nur bedingt. Denn die ist nur dann relevant, wenn eine Einheit auch lange genug überlebt um diese einsetzen zu können. Masse ersetzt wie gesagt keine Fähigkeit. Und nur weil mehr Masse an Bord vorgehalten wird, heißt das nicht, dass man deswegen in der Fähigkeit sparen kann.
Zitat:Die SLX kann hier den Kompromiss aus Magazintiefe und Leistung bringen. Die Reichweite stellt sicher dass z.B. gegen Seefernaufklärer oder große Drohnen aus der Distanz gewirkt werden kann. Der Duale Suchkopf steigert die allgemeine Trefferwahrscheunlichkeit massiv. Die Einsatzhöhe schafft eine Grundbefähigung gegen ballistische Flugkörper in der Punktverteidigung.Meiner Auffassung nach besteht der Kompromiss hier nicht zwischen Magazintiefe und Leistung sondern zwischen Magazintiefe und Überlebensfähigkeit. Genauso wie die ESSM bietet ein SLX-Loadout in einigen Situationen nur ein Abfangfenster vor der direkten Nahbereichsverteidigung, was primär nicht die Leistung der Einheit beeinträchtigt sondern dessen Überlebensfähigkeit. Obgleich die SLX in diesem Fall die erstrebenswertere Lösung wäre - sofern nur die beiden zur Verfügung stünden - ändert das an den direkten Folgen für die verwendende Einheit nur in bestimmten Situationen etwas, bspw im BMD. Nach wie vor bleibt aber der Umstand, dass Situationen wie HMD Einschussversuche bleiben, die keine Redundanzen für technisches Versagen, human error oder diverse weitere Variablen bietet.
Man muss mit einer gewissen Ladung Ineffiziens einfach rechnen. In der OPZ sitzen auch nur Menschen, zwar hoch kompetente Menschen aber die werden eben auch das erste mal richtig beschossen. Fehler werden passieren. Auch ein Fakt ist, dass der Großteil der maritimen Technologie die wir heute verwenden und die teils elementare Fähigkeiten auf modernen Schiffen darstellen, vollkommen gefechtsunerprobt sind. Wir haben Simulationen, Übungen, Tests, im Großen uns Ganzen ist es aber ein Ratespiel. Ein gut informiertes und mit hoher wahrscheinlich effektives Ratespiel, aber irgendwas wird in Kriegszeiten definitiv nicht so funktionieren, wie wie und das heute vorstellen. Meines Erachtens nach braucht es aber eben möglichst umfangreiche Redundanzen, um dem vorzubeugen oder dessen Auswirkungen zu lindern, was die SLX in der Luftverteidigung so nicht oder nur eingeschränkt liefern kann. Jedenfalls sofern man sich damit auf in Hochrisikozonen wagt, was ich jetzt bei einer Fregatte einfach mal voraussetze.
Die 80km sind ganz nebenbei bemerkt vollkommen unzureichend um damit Seefernaufklärer vom Himmel zu holen, selbst die SM-6 dürfte dafür kontextual schon nicht ausreichen. Diese Einheiten operieren üblicherweise in stand-off Range, nicht selten hundert Kilometer von den Gefechtszonen entfernt.
