11.04.2026, 18:24
„roomsim“ schrieb:Ich glaube, das es sich dabei um Niederländisches Wunschdenken handelt, das Deutschland zu FuAD und Thales Nederlands zurückkommt.Eine gewisse Tendenz wird es sicherlich geben, aber ich glaube kaum, dass man sich in diesem Fall konkret auf Vorgänge im BMVg berufen würde (sofern dies im Artikel wie Defensayseguridad behauptet so angeführt wird). Wenn Nachrichtenportale anfangen Sachen zu erfinden, vermeidet man üblicherweise konkrete Quellen um am Ende keine Konsequenzen erleiden zu müssen wenn die Aussage dementiert wird. Da zieht man dann das „nach Aussage dem Projekt Nahestehender“. Hab den Originalartikel aber ebenfalls nicht gelesen, da warte ich noch ab.
[…]
Da sind unter anderem auch wir gemeint, glaube ich. Da ich aber kein marineschepen Abo habe kann ich das nicht abschließend klären.
Zitat:Für einen Weiteren Kurswechsel ist es bei der F127 jedoch zu spät, wenn wir die Schiffe vor 2040 haben wollen, da das Projekt schon relativ weit fortgeschritten ist und wir uns weit zurückschmeißen würden wenn wir jz sagen wir wollen doch kein AEGIS.Der Ansicht kann man sein, deckt sich aber nicht mit ähnlichen europäischem Projekten die aktuell teilweise nicht einmal in der Konzeptphase sind. Ich vermute eher, dass der Zulauf ab 2035 deshalb angepeilt wurde, weil die entsprechenden Bedingungen für das Projekt erst einmal geschaffen werden müssen bevor ein Bau und Betrieb erfolgen kann. Die ganzen FMS-Verfahren, Bestellungen und die Lockheed-Martin Präsenz in Wilhelmshaven müssen ja erst einmal durch sein.
Zitat:Das Problem ist auch, man ist den Goldstandard(Mk41) gewohnt und müsste signifikante Fähigkeitseibusen in kauf nehmen.Defacto führt das Festhalten am Mk41 für uns aktuell zu mehr Einschränkungen, als wenn wir aktuell mit SYLVER arbeiten würden. Dann wäre es kein Thema, welchen Lfk wir auf welche Einheit bringen und wie wir europäische Projekte auf unseren Schiffen nutzbar machen, wohingegen mit dem Mk41 aktuell alles damit steht und fällt, ob die entsprechende Einheit um das AEGIS-Ökosystem herum gebaut ist oder nicht.
Wir planen hier ja schon teilweise mit Fk die es noch überhaupt nicht gibt um diesen Umstand irgendwie zu umgehen. Was zugegebenermaßen mehr an den Fk als am VLS liegt (gilt sowohl für das Mk41 wie auch für SYLVER), aber Flexibilität halte ich hier für einen Vorteil, der für uns faktisch nicht vorhanden ist.
Zitat:Man würde von einem Universallauncher auf ein rein für wenige Franz. Flugkörper ausgelegtes VLS gehen.Ich fürchte genau diese Voreingenommenheit hat uns in unsere aktuelle Lage geführt denn der Großteil dieser Aussagen stimmt so nicht mit der Realität überein.
Außerdem würde man sich ausschließlich von den Franzosen abhängig machen, was die eigene Munition angeht und dabei die Perspektive aufgeben müsste mit der IRIS-T Familie im Mk41 zumindest teilweise in der Munition unabhängig zu werden.
Die Franzosen, die eh schon zu wenig Fertigungskapazität haben und diese auch nicht skaliernen können ist das nächste hindernis.
Aber dass ASTER keine französische Lfk-Familie ist, HYDIS, STRATUS und CAMM sowieso nicht, und dass jährlich aktuell mehr ASTER FK als SM-2 hergestellt werden (und die SM-2 mittelfristig ohnehin durch die PAC-3 ersetzt werden soll) wird in einigen kreisen ohnehin nicht gerne gehört.
——
Persönlich kommt es mir aber mehr so vor, als wenn den Vertretern dieses Ansatzes die tatsächlichen Fähigkeiten am Ende des Tages vollkommen egal sind. Man tut immer gerne auf „AEGIS ist alternativlos“ aber sobald es dann um die germanisierung der Marine geht, was faktisch sowohl gegenüber Mk41-SM wie auch SYLVER-ASTER einen Fähigkeitsverlust darstellen würde, ist man plötzlich wieder Feuer und Flamme. Auch sobald es um Schweden oder Italien als Rüstungspartner geht kriegt man sich kaum noch ein vor Lob. Teilweise auch in Bezug Großbritannien, obwohl Rüstungskooperationen mit Großbritannien für uns so gut wie keinerlei Mehrwert bieten würde. Man ist also nicht pro-Maximalfähigkeit und damit pro-amerikanisch, sondern einfach nur anti-französisch eingestellt.
Der Ansicht kann man mEn auch gerne sein, aber dann sollte man das auch offen kommunizieren und sich nicht hinter Scheinargumenten wie Leistungsfähigkeit oder Produktionskapazitäten verstecken.
Das meine ich im übrigen als generelle Feststellung, nicht als konkreten Kritikpunkt dir gegenüber. Ich glaube dir durchaus, dass du vor allem an der Mehrleistung des AWS interessiert bist, was ein valides Argument ist.
——
Ich für meinen Teil kann diesbezüglich nur sagen, dass ich vor allem pro europäisch eingestellt bin. Wichtig sind für mich die größtmöglichen Fähigkeiten bei größtmöglicher Kommunalisierung bei geringstmöglichen Aufwand und Risiko.
Zitat:Dreh das Argument mal um die deutsche Rüstungsindustrie Ist in den meisten Projekten(auch mit den Amis wie du gesagt hast) tief involviert und welcher Politiker will nicht die eigene Industrie und Wirtschaft unterstützen.Das ist zwar grundsätzlich richtig, aber ich kenne wenige Politikkreise die so offen und wohlwollend ihre Handlungsfähigkeit an fremde Mächte verkaufen um der eigenen Wirtschaft einen Vorteil zu verschaffen, wie die deutsche. Vielleicht noch Großbritannien, das Erbe der Hexe wiegt schwer.
—————
„Broensen“ schrieb:Was man natürlich auch ändern könnte, indem man die europäischen Systeme von den selben Herstellern "germanisieren" lässt wie bisher die amerikanischen. Mit entsprechenden politischen Vorgaben wäre das machbar, ohne damit die dt. Industrie ihrer Pfründe zu berauben.Das sehe ich ja ebenfalls als Möglichkeit aber sowas ist eben auch mit einem Gewissen Risiko verbunden. Aktuell ist die deutsche Rüstungsindustrie zwar nicht unbedingt isoliert vom Rest Europas aber man hat mir den europäischen Schwergewichten MBDA, Thales und Leonardo aktuell einfach wenig zutun. Was dann natürlich bei einer engeren Verstrebung eine Menge Investitionen und Aufwand nach sich ziehen würde, wohingegen man mit der amerikanischen Industrie ja teils Jahrzehnte lang gefestigte Partnerschaften pflegt. Für viele Unternehmen wird es daher bequemer sein, einfach daran festzuhalten anstatt den Aufwand zu betreiben. Jedenfalls solange man nicht von der Politik mit Zuckerbrot und Peitsche dazu gebracht wird.
