11.04.2026, 18:11
(11.04.2026, 16:17)DopePopeUrban schrieb: Die zweite große Hürde, die darin sehe, ist unsere geliebte heimische Rüstungsindustrie. Denn die verdient sich am Geschäft mit amerikanischen Rüstungsunternehmen dumm und dusselig in dem sie gerne als Wanze/Türöffner agiert. An vielen Produktionsabläufen sind Rheinmetall, Hensoldt, Diehl usw ja selber beteiligt, da wird eine Abkehr von diesen Produkten nicht gerne gesehen werden.Was man natürlich auch ändern könnte, indem man die europäischen Systeme von den selben Herstellern "germanisieren" lässt wie bisher die amerikanischen. Mit entsprechenden politischen Vorgaben wäre das machbar, ohne damit die dt. Industrie ihrer Pfründe zu berauben.
(11.04.2026, 16:37)roomsim schrieb: Für einen Weiteren Kurswechsel ist es bei der F127 jedoch zu spät, wenn wir die Schiffe vor 2040 haben wollen, da das Projekt schon relativ weit fortgeschritten ist und wir uns weit zurückschmeißen würden wenn wir jz sagen wir wollen doch kein AEGIS.Naja, F127 mit Aegis durchzuziehen, würde uns zumindest bzgl. der Abkehr vom US-Ökosystem noch sehr viel weiter zurückwerfen. Die könnte dann erst ab F129 bestritten werden und würde sich vmtl. bis in die zweite Hälfte des Jahrhunderts ausdehnen.
Außerdem: Was ist denn da schon gesichert passiert hinsichtlich der Integration der Aegis-Komponenten in die MEKO A-400? Bisher sind da mWn nach nur Vorplanungen gelaufen und vor allem die FMS-Anfrage. Letztere wäre aber für eine Non-Aegis-Lösung gar nicht erforderlich. Also, ja: Man hätte ein, zwei Jahre verloren, in denen man mit Aegis geplant hat. Aber man würde sich auch all die Hürden ersparen, die mit der Kombination von Aegis und CMS330 sowie diversen ergänzenden Komponenten verbunden wären. Auch würde man sicher ohne die Sonderrolle des Aegis-Komplexes auf den ohnehin sehr fragwürdigen Ansatz verzichten, die diversen Komponenten durch die Marine selbst auf dem Schiff zusammen führen zu wollen.
Also für mich ist da noch nicht klar, dass diese Umstellung automatisch eine erhebliche Verzögerung für F127 bedeuten würde.
Zitat:Das Problem ist auch, man ist den Goldstandard(Mk41) gewohnt und müsste signifikante Fähigkeitseibusen in kauf nehmen. Man würde von einem Universallauncher auf ein rein für wenige Franz. Flugkörper ausgelegtes VLS gehen.Warum wird das immer als Tatsache angesehen? Wer sagt denn, dass Naval es ablehnen würde, bspw. die Diehl-FK-Palette ins Sylver NG zu integrieren, sofern Deutschland dafür bezahlt? Abgesehen davon, dass auch eine germanisierte Aster von MBDA Deutschland nicht zwingend ausgeschlossen sein muss. Wieso wird immer angenommen, dass dahingehend für Sylver so viel schlechtere Voraussetzungen bestehen als für das mk.41? Die technischen Hürden des "alten" Sylver dahingehend sollten ja mit Sylver NG der Geschichte angehören. Und warum wir von LMC und RTX mehr Kooperationsbereitschaft erwarten sollten als von Naval und MBDA will sich mir einfach nicht erschließen.
Außerdem würde man sich ausschließlich von den Franzosen abhängig machen, was die eigene Munition angeht
Zitat:Die Franzosen, die eh schon zu wenig Fertigungskapazität haben und diese auch nicht skaliernen können ist das nächste hindernis.Nein, im Gegenteil sind diese Kapazitätsgrenzen ein Argument für die Kooperation, da es im beiderseitigen Interesse sein sollte, diese zu überwinden, indem man europaweit die Produktion der gleichen, eigenen Waffensysteme ausweitet. Ein Wechsel Deutschlands mit seiner ESSI von Patriot/SM/Mk.41 zum Aster/Sylver-Ökosystem würde diesem einen enormen Nutzen bescheren, vor allem weil dadurch weitere Produktionskapazitäten (bei MBDA Deutschland) aufgebaut würden und somit das primäre Argument gegen dieses Ökosystem wegfallen würde.
