08.04.2026, 22:28
„Helios“ schrieb:Natürlich ist das der Fall, Flugstunden insbesondere der Hubschrauber gehören zu besonders begrenzten Ressourcen im ASW-Bereich und sind entsprechend wertvoll.So wertvoll und begrenzt, dass es sich lohnt, Ressourcen in eine Flotte aus 30m+ UUV oder semi submersibles zu investieren, um in den seltenen Fällen, in denen tatsächlich mal ASW-Pickets mit 16kn Reisegeschwindigkeit benötigt werden, BHS durch diese zu ersetzen? Alles ist irgendwann endlich, da brauchen wir nicht drüber reden, aber ist die bisherige Herangehensweise so einschränkend, dass ich sowas lohnt?
Scheint bei den meisten Marinen, selbst bei denen die regelmäßiger mal solche Leistungsdaten gebrauchen könnten, zumindest nicht auf allzu viel Interesse zu stoßen. Mir wäre jetzt außer dem Orca XLUUV von Boeing keine einziges Projekt bekannt, die auch nur in die Nähe von MEKO S-X kommt, sowohl von den Spezifikationen wie auch vom Einsatzprofil her.
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„Leuco“ schrieb:Ich denke Hubschrauberdrohnen (Klasse um 700 kg) werden hier eine Entlastungen der Helis mitbringen. Auch wenn sie nur einen Bruchteil dessen leisten kann was ein NH90 kann, erfolgt eine starke Entlastung, da dieser ja nicht stetig mit Dingen beschäftigt ist, welche z.B. ein Schiebel 300 nicht bringen kann. Die hohen Stehzeiten und das schnellere Starten sind Vorteile. Wenn es mal eben darum geht überwasser aufzuklären oder ein paar Bojen zu verbringen, muss dies nicht zwingend der NH90 machen.Stimmt, was dann schon die vierte Möglichkeit eines luftseitigen ASW-Pickets wäre. Zwar könnten diese UAV weniger Sonarbojen mitführen (für den S-100 sinds glaube ich 2x2G, für Skeldar sind es 2x3G, für den VSR700 2x4A) aber dafür dürften diese deutlich häufiger und schneller verfügbar sein. Was natürlich etwas den Druck von den BHS nehmen kann.
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„Kokovi79“ schrieb:Der Betrieb von Lfz funktioniert nicht wie bei Autos nach dem Motto „Einsteigen und Losfahren“. […]Diesem Umstand bin ich mir durchaus bewusst aber wir sprechen hier ja von Geleit-ASW, nicht von Einzelfahrern. Sollte es in Kriegszeiten wirklich mal dazu kommen, dass sich Träger oder eine Amphib-Gruppe gen Norden bewegt (was so gut wie kaum vorkommen dürfte aber nonetheless), sind diese mit entsprechendem Geleitschutz versehen. Da kann man durchaus mit +/- 10x MSC rechnen, die alle mindestens 1x BHS mitführen, zuzüglich zu denen, die noch auf begleitenden Versorgern vorgehalten werden und den BHS, die Träger oder Amphibs selber stellen. Und den mitgeführten UAVs, MALE und MPA.
Mir fällt es da schwer, mir einen realistischen Kontext vorzustellen indem diese ganzen Ressourcen nicht ausreichen um ein relativ simples ASW-Picket zu stellen und aufrechtzuerhalten.
Wenn wir hier von (eventuell sogar nationalen) ASW-Verbänden sprechen, wäre ich bei dir, da hier natürlich deutlich weniger Schiffe und somit deutlich weniger BHS zu Verfügung stünden, womit die downtime der airframes stärker ins Gewicht fällt. In diesem Kontext sehe ich UUV als Erweiterung des Sensor-Footprints ja ebenfalls als sinnvoll an, aber das ist eben ein anderer Kontext mir anderen Anforderungen, als Geleit-ASW.
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„Milspec_1967“ schrieb:Manchmal frage ich mich, warum man nicht versucht, eine Bombardier unbemannt als MPA zu entwickeln.Speziell bei diesem Fallbeispiel kann ich dir das nicht sagen, aber generell gesprochen ist es nicht unbedingt einfach, zivile Plattformen als MPAs nutzbar zu machen, jedenfalls wenn man brauchbare Leistung erwartet. Zivile Flugzeuge haben schon inhärent kein allzu großes MTOW (Maximum Take-Off Weight) und dabei ein relatives hohes Eigengewicht. Bei AIRBUS Produkten grundsätzlich n bisschen schlimmer als bei Boeing, nimmt sich aber wenig, die meisten zivilen Plattformen sind davon betroffen. Die Gewichtsmarge mit der man arbeiten kann ist entsprechend gering.
Die Bombardier Global 6500 hat laut Wiki eine maximale Beladungskapazität von rund 23t, wovon rund 20t auf die maximal betanktbare Treibstoffmenge entfallen. Wenn du die Kabine jetzt mit zusätzlichen Tanks und Sensorik groß oberhalb dieser 3 Resttonnen bestückst, führt das einfach nur dazu, dass das Flugzeug nicht mehr fliegt.
Es wurde definitiv mal ein MPA auf Basis der Global 6500 vorgestellt. Bislang gab es allerdings keine Kunden und Eckdaten für diese Version, sofern da jemals etwas draus geworden ist, hab ich leider keine.
https://www.defencefinancemonitor.com/p/...fense-team
