Heute, 00:07
(Gestern, 21:19)Max01 schrieb: Moment, ging es nicht über mehrere Seiten dieses Themas darum, ob 64 RIM-162 ESSM in 16 VLS MK41 Zellen nicht genug wären? Ach so, es ging zwischendurch auch um die Flugabwärtsfähigkeit 76/62 Super Rapid und ob ein oder zwei MK49 Starter mit je 21 RIM-116 RAM Block 2b besser wären und Co.Hier muss dringend unterschieden werden zwischen der Anzahl eines FKs und der Gesamtkomposition von AAW-Layern. 64 ESSM reichen an ESSM allemal, die Frage ist nur, ob ESSM alleine genügt. Spolier: tut es nicht. Es braucht sowohl Layer darüber (SM/Aster), als auch darunter (RAM/CAMM), außerdem kinetische Systeme (30/56/76mm) und elektronische (ECM/EloKa). Und das alles braucht es eigentlich in 360° und redundant, inkl. der erforderlichen Sensorik, Feuerleitung, den Führungssystemen usw. Und das ist nur AAW, dazu kommen noch Sonar, Torpedoabwehr, AShM etc. pp.
Eine Fregatte in der Dimension der A-200 ist nicht in der Lage, das alles alleine bereitzustellen, zumindest nicht in einer Tiefe, die ihr Operationen in mehrdimensionalen Bedrohungslagen erlauben würde. Weshalb sie in diesen (z.B. im Nordmeer) nur im Verband mit anderen Einheiten, insbesondere zur Verbandsflugabwehr zum Einsatz kommen kann. In dem Kontext genügt es dann, dass die Fregatte selbst über die inneren Layer (bis ESSM) verfügt, da die äußeren vom Verband erbracht werden. Im Gegenzug liefert sie diesem bspw. Sensordaten.
Zitat:Ich sehe ehrlich gesagt nicht, dass die A-200 DEU nur mithilfe einer externen Verbandsflugabwehr operieren kann. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass diese auch die Luftabwehr für eventuelle begleitende Tender übernehmen könnte.Das kann sie dort, wo eine Bedrohungslage in den oberen Layern nicht gegeben oder eben anderweitig abgedeckt ist. Deshalb kann sie auch mit der gleichen Bewaffnung, die sie im U-Jagd-Verband benötigt, ebenso Geleitschutz für Versorger bei der Überführung oder auch kleineren Konvois bereitstellen, da diese im Gegensatz zu Kampfverbänden meist nicht durch größere feindliche Kräfte bedroht werden, dort wo sie verkehren.
Zitat:Seedrohnen sind da nur der Lastenesel (so wie Seagull MK3 (ca. 35 t) oder ein Stück größer), welche ein paar Tonnen Waffenlast und einen 20 Fuß ISO-Container tragen und sich mit 2 MK bisschen verteidigen kann.Systeme dieser Dimension und Ausdauer können in Randmeeren und küstennah zum Einsatz kommen, dann aber auch abgestützt auf einen Stützpunkt, Tender o.ä. Sie sind nicht geeignet, um Fregatten im Nordmeer-U-Jagd-Einsatz permanent zu unterstützen. Dementsprechend können sie auch nicht dazu dienen, Systeme zu tragen, die der Fregatte im Einsatz zur Verfügung stehen müssen.
Zitat:Ein Lastenesel kann keine U-Boote jagen, sondern nur dabei helfen, die ganze Koordinierung und die Auswertung passiert dabei auf der A-200, welche auch über die entsprechenden Hubschrauber und mehr verfügt.Es braucht noch die bemannten Schiffe, das ist klar, aber wenn Effektoren und Sensoren auf unbemannten Plattformen unterwegs sind, während es Luftabwehreinheiten ohnehin im Einsatzraum braucht, wofür braucht es dann noch ein Schiff wie die A-200, das nichts kann, was die anderen beiden nicht genauso können?
Zitat:Für eine U-Bootjagt braucht man aber nur noch 1 oder vielleicht 2 Fregatten (und eventuell ein Tender am Rand des Einsatzgebiets), da alle anderen beteiligten Boote unbemannt sind.Im Fazit bin ich da bei dir, aber da reden wir von größeren Plattformen, mit einer Ausdauer von mehreren Wochen, die selbsttätig in den Einsatzraum und zurück verlegen und eben keine Fregatte in der Nähe benötigen, sondern per Satellit mit dem Verband kommunizieren. Diese Drohnen können Fregatten ersetzen, zwar nicht vollständig, aber eben ihre erforderliche Anzahl reduzieren, so dass sehr viel weniger Schiffe (und vor allem Seeleute) ein deutlich größeres Gebiet kontrollieren können. Aber je weniger Schiffe es dort gibt, desto leistungsstärker müssen diese sein, so dass letztlich für Schiffe wie die A-200 dort kein Platz mehr sein wird, weil es keine Aufgaben mehr geben wird, die nicht entweder von einer Drohne erledigt werden können, oder gleich einen Zerstörer erfordern.
Aber das ist einerseits noch Zukunftsmusik und andererseits lediglich meine persönliche Meinung dazu, die hier eigentlich nur von DopePopeUrban weitestgehend geteilt wird, während andere ihr vehement widersprechen. Also lass dich nicht davon abhalten, dir selbst eine davon abweichende Meinung zu bilden. Du findest hier seitenlange Diskussionen diesbezüglich als Anregung. Vor allem DeltaR95 hatte immer eine sehr fundierte Gegenposition dazu parat.
(Gestern, 21:38)Leuco schrieb: Bezüglich AAW: Die Ausstattung wäre in früheren Zeiten durchaus ausreichend für den Eigenschutz. Heute hat man es mit Hyperschallwaffen und ballistischen Seezielflugkörpern zu tun. Hierfür sind ESSM nicht ausreichend und auch die Sensorleistung ungenügend. Die SLX kann hier potentiell in eine Löcke vorstoßen und die Situation verbessern. Einen sicheren Eigenschutz bietet sie vermutlich aber nicht.Kommt auf die Gefährdungslage an. Wenn bspw. im Atlantik ausschließlich mit einer Gefahr durch feindliche U-Boote zu rechnen ist, weil Luft- und Überwassereinheiten frühzeitig erkannt und abgefangen werden würden, könnten auch ESSM als AAW-Eigenschutz genügen, sogar zum begrenzten Geleitschutz im Nahbereich. Ebenso in der Ostsee unter einem landgestützten BMD-Schirm.
Zitat:Bezüglich Drohnen: Das ist alles noch etwas Zukunftsmusik. Als zentrales Schoff bei welchem die Fäden zusammenlaufen würde sich aber mehr die F125 oder auch F126 (falls sie kommt) eignen. Sie habe unter anderem die langen Stehzeiten und zwei Bordhubschrschrauber.Ja, die F125 hat wohl eine gewisse Zukunft als Führungsschiff.
