Gestern, 14:20
(Gestern, 12:35)Leuco schrieb: Dass es aktuell noch keine Bestellungen gibt, sich Flugkörper in der Entwicklung befinden usw. ist für mich überhaupt kein Argument die Zahl der VLS Zellen infrage zu stellen. ... Für Aster gibt es auch kein Beschaffungsbestrebungen und trotzdem wird das VLS dazu immer wieder ins Spiel gebracht. Immer wie man es gerade braucht.Ich finde, man kann schon klar unterscheiden zwischen einer Betrachtung nah an der Realität, in der das Mk.41 Marine-weit gesetzt ist, auf der einen und den persönlichen Idealvorstellungen auf der anderen Seite. Im ersten Fall sollte man dann auch so realistisch sein und nur von real geplanten FK ausgehen, während man im anderen Fall auch von sinnvolleren Ansätzen träumen darf.
Zitat:Grundsätzlich bin ich da bei dir, dass du 16 Zellen reichen würden, wenn es nicht anders geht... Kommt in zwei Wochen die Meldung, dass es 24 oder 32 werden, sind das aber gute Nachrichten.Mehr Zellen bieten natürlich eine wünschenswerte Aufwuchsfähigkeit, aber einerseits sind auf einer MOTS-A-200 mit 1-2x Mk.49, Haupt- und Nebengeschützen mehr als 16xMk.41 eher unwahrscheinlich. Dafür müsste das Schiff konstruktiv überarbeitet werden und wir wären wieder raus aus dem Zeitplan 2029. Und andererseits käme dieser Aufwuchs eben nur dann zum Tragen, wenn man sich entschließt, die entsprechenden FK auch zu entwickeln, zu integrieren und zu beschaffen, was man eben bisher noch nicht plant. Vor dem Hintergrund, dass die A-200 allein aus Gründen des F126-Zeitverzugs als Übergangslösung beschafft werden sollen, würde ich das also nicht zu hoch bewerten. Zumal ich eben auch keinesfalls damit rechne, dass mehr als 16 Zellen ohne Zeitverzug im Zulauf oder Abstrich bei anderen Systemen möglich sind.
Ein Torpedoflugkörper (den es noch nicht gibt) und die SLX (die es noch nicht gibt) erfordern keine Mehrleistung an der Sensorik. Bei der SLX ist es durchaus wahrscheinlich dass sie nur Dualpack kann. So wären mehr Zellen Gold wert um den parallelen Einsatz mit ESSM und guter Magazintiefe zu bewerkstelligen.
Auf der F126 ist das etwas anderes, für die sind die 16 Zellen eigentlich zu wenig, da dieses Schiff insgesamt mehr Potential für die Integration weiterer FK besitzt und für ein breiteres Aufgabenfeld geplant wurde. Dort muss man auch die fehlende Planung für einen Torpedo-FK bemängeln, weil man die Zeit dafür gehabt hätte, während diese bei der A-200 fehlt. Gleiches gilt für SM-2 bzw. ein Äquivalent.
Keiner hier wird sich gegen mehr Zellen aussprechen, die Fragestellung war aber umgekehrt, ob es dringend mehr als 16 auf der A-200DEU braucht. Und das kann man eben aufgrund des absehbaren Mangels an Bestückungsoptionen verneinen.
Zitat:Beim Tyrfing ist die Frage wie die Zielzuweisung erfolgt. Ich denke hier braucht es einen Sensorverbund. Nachdem die AAW Fähigkeit auch mit SLX eingeschränkt bleibt, wäre ein weitreichender Seezielflugkörper wichtig im hohen Norden.Wenn die AAW-Fähigkeit eingeschränkt bleibt, dann wird man im Nordmeer ohnehin nicht ohne die Deckung durch stärkere Schiffe (F127 oder Aliierte) unterwegs sein, die selbst über entsprechend weitreichende AShM verfügen werden. Da würde ich dann an Bord der kleineren Einheiten keinen Platz dafür opfern wollen, sondern alles, was geht, in den Kernauftrag und Eigenschutz stecken, um als Verband möglich weit disloziert operieren zu können. Hier lägen mir also Deckstarter für ein ASROC-Äquivalent oder ein zweites Mk.49 näher als mehr NSM/Tyrfing.
Die MEKO A-200 kann nun mal keine volldimensional leistungsfähige Einheit mit hoher Ausdauer und Magazintiefe werden, wenn sie schnell zulaufen soll. Also sollte man sich damit abfinden, dass sie das nicht sein wird und sie für das, was sie leisten kann, ordentlich ausstatten. Und das heißt für mich, sie braucht möglichst leistungsfähige Fest+Schleppsonare, dazu einen BHS und alles was sie an ECM-&AAW-Eigenschutz bekommen kann, wobei hier die Abwehr weitreichender Waffen gegenüber sUAS&Co. zu priorisieren wäre.
Ich sehe die A-200 einfach nicht als echte Mehrzweckeinheit, die in unterschiedlichen Szenarien flexibel einsetzbar ist, sondern als Spezialistin für die Rolle der U-Jagd-Fregatte im Verbands-Rahmen, die durch die dafür benötigten Mittel auch als einfache Geleitschutzeinheit eingesetzt werden kann. Damit sie das zufriedenstellend leisten kann, sollte sie auf keinen Fall für mehr als das ausgelegt werden, weil es sie eben in diesen Kernaufgaben zu sehr schwächen würde, denn jede zusätzliche Bewaffnungsoption ginge zulasten der Eigenschutzkapazitäten, die aufgrund des knappen Raumes ohnehin nur "ausreichend" oder allenfalls "befriedigend" ausfallen können.
