01.04.2026, 11:55
(01.04.2026, 09:23)Aegrotare schrieb: Hat jemand zugang zu diesem Artikel vom Marineforum und kann saagen ob es neu Infos darin gibt?Das ganze ist ein Kommentar von Michaela Veers, kein wirklicher Sachbericht.
Darin wird hauptsächlich die Frage aufgeworfen, wie die verschiedenen Fregattenprojekte der deutschen Marine zusammenpassen. Kritisiert wird die generelle Sprunghaftigkeit und Kopflosigkeit, mit dem strukturelle Planungen entweder nicht konsequent umgesetzt werden oder gar nicht erst vorhanden sind. Des weiteren stellt sie die Frage, wo die Marine überhaupt hin will und wer eigentlich die treibende Kraft hinter all diesen verschiedenen Beschaffungen sei.
Zitat:Tatsächlich findet Flottenplanung nur in begrenztem Umfang im Marinekommando statt. Forderungen aus dem NATO-Verteidigungsplanungsprozess und nationale Fähigkeitsforderungen werden im BMVg auf die Initiativen der Marine drauf gesattelt. Oder es wird - wie bei F127 – das gesamte Schiff en detail in seinen Fähigkeiten ministeriell vorgegeben.https://marineforum.online/fregattenplan...-gefallen/ (paywall)
Die Frage sei erlaubt, wer eigentlich deutsche Flottenplanung antreibt. Sind es die Politiker, die eine starke Flotte als global operierendes Machtinstrument sehen, analog der kürzlich vorgestellten Trump-Klasse für die US-Navy ? Sind es die Operateure, die die Deutsche Flotte als Enabler für die Landstreitkräfte in Europa sehen, zur seeseitigen Absicherung der „Drehscheibe Deutschland“? Welchen Einfluss hatte die Zeitenwende und der Fokus auf „2029“ eigentlich auf die bisherige Fregattenplanung ?
Sie wirft die Frage auf, inwiefern die verschiedenen Beschaffungsvorhaben aus der selben Feder entstammen können, obgleich sie sich in ihrem Kern widersprechen würden. So seien laut Veers Projekte wie die A-200DEU und F127 grundsätzliche Gegenteile zueinander, die auf einer Gesamtstruktur einer Flotte fraglich seien.
Zum Schluss stellt sie noch die Frage in den Raum, ob es nicht weniger spezialisierte Rümpfe und dafür mehr low end Produkte geben solle.
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In dem Artikel sind ein paar Ungereimtheiten und es sind auch reichlich Annahmen darin vorhanden, im Kern stimme ich ihr aber tatsächlich zu. Ich kritisiere ja schon länger, dass die Marine keine Ahnung hat, wohin sie will und was sie dafür können muss und der Beschaffungs-Flickenteppich den wir hier neuerdings sehen, scheint das zu bestätigen.
Wenn sich die Komposition der Flotte hyperbolisch gesprochen alle zwei Wochen ändert, hat man sich mMn im Vorfeld nicht genug damit befasst. Die strategischen Realitäten in der die Flotte existieren muss, sind jetzt seit wieviel?... fast 4 Jahren bekannt und unverändert. Solange nicht wirklich plötzlich Land unter ist, gibt es mMn keine Ausrede dafür, nochmal spontan alles über den Haufen zu werfen. Wenn sich die strategischen Rahmenbedingungen nicht ändern, ändert sich auch die Flottenstruktur nicht. Wenn doch, dann hat man es vorher nicht richtig gemacht.

