Sicherung des Seeverkehrs im Nahen und Mittleren Osten
#68
(28.03.2026, 19:26)Broensen schrieb: Ein Frachter transportiert vierstellige TEU-Zahlen, von den Volumen-Kapazitäten der Tanker ganz zu schweigen. Wieviel Züge willst du denn da einsetzen, um einen messbaren Effekt zu erzielen?
ein gutes Argument
aber schauen wir uns doch die Situation an:
  • Es gab die georgische / EU-Initiative TRACECA für einen Korridor zwischen Georgien über die zentralasiatischen Staaten bis China,
  • die durch das chinesische Projekt "Neue Seidenstraße" (auch über Russland) abgelöst wurde.
Dieses Projekt "Neue Seidenstraße" besteht nicht nur aus Straßen, sondern seit über 15 Jahren auch aus einer Bahnverbindung
Zitat: ...
  • Seit 2012 verkehrt mit dem Yuxinou ein regelmäßiger Güterzug zwischen Chongqing und Duisburg.
  • Seit Juni 2013 fahren Züge von DHL.
  • 2016 verkehrten insgesamt rund 1700 Güterzüge zwischen China und Europa.
  • Ende April 2018 traf der erste direkte Güterzug zwischen China (Chengdu) und Österreich nach der Fahrt von über 9.800 km und 14 Tagen (und damit ca. vier Wochen schneller als über den Seeweg) mit 44 Containern u. a. mit Elektronik-Bauteilen, LED-Lampen und Schlafsäcken in Wien ein.
  • Mitte 2018 kamen in Duisburg pro Woche bis zu 35 Güterzüge mit 12 Tagen Fahrtdauer an.
  • Im Juni 2019 erklärt die DB Cargo ihre Transportkapazität auf der transkontinentalen Verbindung in den Fernen Osten bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent erhöhen zu wollen. Damit sollen im Jahr 2020 ungefähr 100.000 Standard-Container («TEU») auf der stählernen Seidenstraße befördert werden.
...
Die "Seidenstraße" ist hinsichtlich der Kapazitäten mit der von mir skizzierten Landtrasse vergleichbar. Beide Trassen füllen die "Lücke" zwischen quälend langsamen Massenguttransport mit dem Schiff und dem extrem treuen Lufttransport sowohl finanziell wie zeitlich.
Lasst uns also einmal auf die letzten Transportkapazitäten der "Seidenstraße" blicken.
Da waren seit 2018 wöchentlich über 30 Güterzüge mit jeweils etwa 45 Containern unterwegs - das sind also etwa 1.350 Container die Woche, oder 71.550 Container im Jahr.
2020 sollten es jährlich 100.000 Container werden. Und die Zahl ist vorsichtig bemessen. Ich denke, dass es durchaus mindestens etwa 2.000 Container-Züge pro Jahr - oder maximal sogar stündlich ein Container-Zug entsprechend 24 Zügen am Tag oder 8.700 Züge im Jahr werden könnten. Das wäre eine Jahreskapazität von über 340.000 Containern.

Ich sehe keinen Grund, warum das bei der GCC-Bahn weniger Kapazität als bei der "Seidenstraße" sein sollte. Zumal die Möglichkeit besteht, eine solche Bahn-Trasse parallel sowohl mit einer Autobahn wie mit Gas- und Ölpipelines zu begleiten.
Das derzeit größte Container-Schiff , die MSC Michel Cappellini, deren Schwesterschiffe und weitere große Schiffe transportiert etwas über 24.000 Standardcontainer. Aber das ist nicht "Standard".
Die "mittelgroßen" Panamax-Schiffe, die gerade noch durch den Panama-Kanal passen, haben bis zu 5.000 Standard-Container an Bord. Bei einer Jahreskapazität von (mindestens) 100.000 Containern könnten also jahrlich 20 Panamax-Containerschiffe über diese Trasse bedient werden.
Die angesprochene "maximale Kapazität" von 340.000 Containern würde sogar jährlich knapp 70 Panamax-Containerschiffen entsprechen.

Ich weiß, das ist "erst mal nicht viel" - aber es ist eine deutliche Entlastung, wenn das Bab es Mandeb und/oder der Suez-Kanal erneut blockiert werden, und dann der gesamte Verkehr um Afrika herum laufen müsste. Auch dieser Transportweg über Afrika würde länger dauern.
Und insofern ist die GCC nicht nur ein potentieller "Bypass", sondern vor allem eine zeitliche Abkürzung zum Weg um Afrika (und vermutlich sogar zur Schifferl-Fahrt durch den Suez-Kanal, weil mit einer guten Logistik der Container-Wagon vom Oman gleich "durchfahren" kann, etwa bis Wien oder Süddeutschland oder wohin auch immer im Herzen Europas).

Und - die "Seidenstraße" ist seit dem russischen Angriff auf die Ukraine massiv behindert. Ich erwarte nicht, dass da ab morgen wieder "Friede Freude Eierkuchen" herrscht. Damit wird der "Abkürzer" über die GCC durchaus dauerhafter interessant.

Thailand einigt sich mit Iran offenbar zu Öltransport
Zitat:17:22 Uhr
Nach Angaben von Thailands Ministerpräsident Anutin Charnvirakul will der Iran thailändischen Öltankern die sichere Passage der Straße von Hormus erlauben. Mit dem Iran sei ein Übereinkommen ausgehandelt worden, sagte Anutin nach Angaben der "Bangkok Post" und stellte in Aussicht, dass Ölimporte für das Land bald wieder gewährleistet sein sollten. Weitere Angaben machte er aber zunächst nicht.
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es geht also auch ohne Schusswechsel, aber offenbar in Absprache (gesperrt sollte die Straße ohnehin nur für Israel und die USA sein)
Zitat:20:35 Uhr
Das amphibische Angriffsschiff "USS Tripoli" der US-Marine ist in der Golfregion eingetroffen. Das normalerweise in Japan stationierte Schiff sei am Freitag in der Region angekommen, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Militärkommando Centcom am Samstag im Onlinedienst X mit. Die Verlegung des Schiffes schürt Spekulationen über einen möglichen Einsatz von US-Bodentruppen im Iran-Krieg.
Die "USS Tripoli" sei das Flaggschiff eines Kontingents von "etwa 3.500" Marineinfanteristen und Matrosen, erklärte Centcom. Zu der Gruppe gehörten auch "Transport- und Kampfflugzeuge sowie Ausrüstung für amphibische Angriffe", hieß es weiter.

Vom Centcom veröffentlichte Fotos zeigten mehrere Seahawk-Hubschrauber auf dem Schiffsdeck sowie Osprey-Flugzeuge, die üblicherweise zum Truppentransport eingesetzt werden. Ein weiteres Bild zeigte einen F-35-Kampfjet.
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und die USA importieren nur etwa 1/15tel aller aus dem Golf stammenden Öltransporte ... sie sind auf das Freikämpfen der Straße von Hormus selbst nicht angewiesen.

Da hat es mir die Zeile verrutscht - so müsste es richtig heißen:
(28.03.2026, 21:14)Kongo Erich schrieb: ...
Lasst uns also einmal auf die letzten Transportkapazitäten der "Seidenstraße" blicken.
Da waren seit 2018 wöchentlich über 30 Güterzüge mit jeweils etwa 45 Containern unterwegs - das sind also etwa 1.350 Container die Woche, oder 71.550 Container im Jahr.
2020 sollten es jährlich 100.000 Container werden. Und die Zahl ist vorsichtig bemessen. Ich denke, dass es durchaus mindestens etwa 2.000 Container-Züge pro Jahr - oder maximal sogar stündlich ein Container-Zug entsprechend 24 Zügen am Tag oder 8.700 Züge im Jahr werden könnten. Das wäre eine Jahreskapazität von über 340.000 Containern.

Ich sehe keinen Grund, warum das bei der GCC-Bahn weniger Kapazität als bei der "Seidenstraße" sein sollte. Ich denke, dass es durchaus mindestens etwa 2.000 Container-Züge pro Jahr - oder maximal sogar stündlich ein Container-Zug entsprechend 24 Zügen am Tag oder 8.700 Züge im Jahr werden könnten. Das wäre eine Jahreskapazität von über 340.000 Containern.Zumal die Möglichkeit besteht, eine solche Bahn-Trasse parallel sowohl mit einer Autobahn wie mit Gas- und Ölpipelines zu begleiten.
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Iran-Krieg im Liveticker
Zitat:+++ 20:52 Iran lässt pakistanische Schiffe durch Straße von Hormus +++
28.03.2026, 00:01 Uhr

Der Iran erlaubt nach pakistanischen Angaben die Durchfahrt von 20 weiteren Schiffen unter pakistanischer Flagge durch die Straße von Hormus. Wie der pakistanische Außenminister Ishaq Dar mitteilt, dürfen künftig zwei dieser Schiffe pro Tag die Meerenge passieren.
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RE: Sicherung des Seeverkehrs im Nahen und Mittleren Osten - von Kongo Erich - 28.03.2026, 21:14

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