28.03.2026, 17:18
@Schneemann
Das primäre Problem das Amerikaner und Israelis in diesem Krieg haben ist, dass sie ihn propagandistisch nicht ausreichend begleiten und daher mit ihrer Position medial nicht durchdringen können. Das ermöglicht es dem Iran bzw. den trumpfeindlichen Medien Narrative in die Welt zu setzen, die mit der Realität meistens nicht allzuviel zu tun haben, aber wunderbar zersetzend wirken. Das sieht man überall und leider auch hier im Forum.
Es reicht Seitens der Amerikaner (und Israelis, aber die lernen das nicht mehr so schnell) halt nicht, wenn Hegseth alle Jubeljahre mal ne Pressekonferenz gibt, Donald irgendetwas raushaut und sich in drei Minuten dreimal widerspricht und ansonsten Ebbe herrscht. Hier hätte es parallel zum Waffengang eine begleitende Informationsoffensive geben müssen. Beginnend damit, dass man die Kriegsziele klar formuliert und anderslautende Narrative auf allen Kanälen konfrontiert und angreift.
Wäre man so verfahren müssten wir uns nicht über irgendwelche Psychologien Gedanken machen wonach der Iran als Sieger dasteht wenn das Regime überlebt. Stattdessen hätte sich in der Öffentlichkeit das (korrekt) Narrativ verfestigt, dass der Sturz der Regimes nicht Kriegsziel ist und höchstens als Folge des Krieges mittelbar geschehen könnte.
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Was den unzulänglichen Kräfteaufmarsch angeht stimme ich ausdrücklich zu. Das haben wir hier auch schon im Vorfeld des Krieges und seitdem immer wieder thematisiert.
Es ist unbegreiflich, dass man nicht schon im Vorfeld oder wenigstens unmittelbar mit Kriegsbeginn Kräfte verlegt, die in weniger optimalen Szenarien benötigt werden würden. Zumal unmittelbar nach Kriegsbeginn klar gewesen sein dürfte, dass der Iran sehr viel weiter eskaliert als man im Best Case vielleicht angenommen hat.
Die Verantwortung sehe ich hier weniger bei der Administration als bei der militärischen Führung. Selbst wenn (wofür es nullkommanull Hinweise gibt) es die Administration verweigert Kräfte im Vorfeld für weniger optimal verlaufende Szenarien bereitzustellen müssen diese in Bereitschaft gehalten werden.
Stattdessen geht der Aufmarsch in Woche vier des Konfliktes munter weiter, F-35C Staffeln und weitere Strategische Bomber verlegen und die Bush CSG hat anscheinend alle Zeit der Welt, die abwesende Ford zu ersetzen.
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In meinen Augen hat man nicht erwartet, dass das Regime fällt. Ich denke, dass die Administration davon ausging, dass sich in Reihe zwei oder drei schon ein Verhandlungspartner finden lässt (hat man nach Trump wohl auch) und die Sache recht schnell wieder vorbei ist (offfensichtlich nicht der Fall). Nun verhandelt man (angeblich), steht aber hinsichtlich der Straße von Hormuz unter Zeitdruck.
Entsprechend wäre der nächste logische Schritt die Mullah unter Druck zu setzen, dass sie schnell zu einem Deal kommen weil sie ansonsten Gefahr laufen ob der Kriegsschäden sich längerfristig nicht an der Macht halten zu können. Zumindest wenn sie sich in Verhandlungen unkooperativ zeigen, was wir schlicht nicht wissen.
Hierzu sollte man die Industrie des Irans auf breiterer Basis angreifen. Das ist nicht schön, aber solange die Industrie Dual-Use ist (und das ist so ziemlich alles) ist das rechtlich ohne Weiteres vertretbar.
Das primäre Problem das Amerikaner und Israelis in diesem Krieg haben ist, dass sie ihn propagandistisch nicht ausreichend begleiten und daher mit ihrer Position medial nicht durchdringen können. Das ermöglicht es dem Iran bzw. den trumpfeindlichen Medien Narrative in die Welt zu setzen, die mit der Realität meistens nicht allzuviel zu tun haben, aber wunderbar zersetzend wirken. Das sieht man überall und leider auch hier im Forum.
Es reicht Seitens der Amerikaner (und Israelis, aber die lernen das nicht mehr so schnell) halt nicht, wenn Hegseth alle Jubeljahre mal ne Pressekonferenz gibt, Donald irgendetwas raushaut und sich in drei Minuten dreimal widerspricht und ansonsten Ebbe herrscht. Hier hätte es parallel zum Waffengang eine begleitende Informationsoffensive geben müssen. Beginnend damit, dass man die Kriegsziele klar formuliert und anderslautende Narrative auf allen Kanälen konfrontiert und angreift.
Wäre man so verfahren müssten wir uns nicht über irgendwelche Psychologien Gedanken machen wonach der Iran als Sieger dasteht wenn das Regime überlebt. Stattdessen hätte sich in der Öffentlichkeit das (korrekt) Narrativ verfestigt, dass der Sturz der Regimes nicht Kriegsziel ist und höchstens als Folge des Krieges mittelbar geschehen könnte.
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Was den unzulänglichen Kräfteaufmarsch angeht stimme ich ausdrücklich zu. Das haben wir hier auch schon im Vorfeld des Krieges und seitdem immer wieder thematisiert.
Es ist unbegreiflich, dass man nicht schon im Vorfeld oder wenigstens unmittelbar mit Kriegsbeginn Kräfte verlegt, die in weniger optimalen Szenarien benötigt werden würden. Zumal unmittelbar nach Kriegsbeginn klar gewesen sein dürfte, dass der Iran sehr viel weiter eskaliert als man im Best Case vielleicht angenommen hat.
Die Verantwortung sehe ich hier weniger bei der Administration als bei der militärischen Führung. Selbst wenn (wofür es nullkommanull Hinweise gibt) es die Administration verweigert Kräfte im Vorfeld für weniger optimal verlaufende Szenarien bereitzustellen müssen diese in Bereitschaft gehalten werden.
Stattdessen geht der Aufmarsch in Woche vier des Konfliktes munter weiter, F-35C Staffeln und weitere Strategische Bomber verlegen und die Bush CSG hat anscheinend alle Zeit der Welt, die abwesende Ford zu ersetzen.
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In meinen Augen hat man nicht erwartet, dass das Regime fällt. Ich denke, dass die Administration davon ausging, dass sich in Reihe zwei oder drei schon ein Verhandlungspartner finden lässt (hat man nach Trump wohl auch) und die Sache recht schnell wieder vorbei ist (offfensichtlich nicht der Fall). Nun verhandelt man (angeblich), steht aber hinsichtlich der Straße von Hormuz unter Zeitdruck.
Entsprechend wäre der nächste logische Schritt die Mullah unter Druck zu setzen, dass sie schnell zu einem Deal kommen weil sie ansonsten Gefahr laufen ob der Kriegsschäden sich längerfristig nicht an der Macht halten zu können. Zumindest wenn sie sich in Verhandlungen unkooperativ zeigen, was wir schlicht nicht wissen.
Hierzu sollte man die Industrie des Irans auf breiterer Basis angreifen. Das ist nicht schön, aber solange die Industrie Dual-Use ist (und das ist so ziemlich alles) ist das rechtlich ohne Weiteres vertretbar.
